Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 16 (11.8.1854)
- Date
- 1854-08-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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der moralische Sinn nicht stärkt, und der Sterbliche hienieden die Gottesnähe nicht scheut, sind es oft Furcht und Scheu vor Menschen die ihn davon abhalten, das zu thun, was ihm Tadel und Verachtung seiner Mitmenschen zuziehen könnte. Wer aber daS Unheil der Menschen nicht achtet, und Verdacht nicht von sich abwälzt, wo er ihn un« schuldig trifft, der wird in schwachen Stunden, wenn die Sünde sich seiner zu bemächtigen droht, auch dieses letzte Schutzmittel entbehren und ihr zur Beute werden. Darum, o Gläubige! befleißigt euch eines tadellosen Wandels vor Gott — aber Zlnc'm <?v v"p> — trachtet danach und bestrebt euch ernstlich neben dem Wohlgefallen des Herrn auch den Beifall eurer Mitmenschen zu erhalten und jeden falschen Verdacht von euch abzuwelzen, damit das Band der Bruderliebe sich nicht löse, damit euer Beispiel, wenn es den Schein des Vergehens trägt, nicht Andere zu Sünden verlocke, und damit dieser Menschenbeifall euch stütze, wo dieses die Kraft des Glaubens nicht mehr thut. Haltet jeden Verdacht hienieden fern von euch, bis einst im Reiche des Lichts die Wahrheit ihren Thron besteigt, die alle Nebel der Täuschung zerreißt, vor der jede Lüge in's Reich der Finsterniß versinkt, und nur ihr Glanz ewig strahlt — Amen! -—--SSL-«- Thun wir genug für die Erhaltung unserer Thora? (Beschluß.) Es ist wol noch nie,, theurer Leser, eine Zeit gewesen, reifer und fähiger zum Wirken, als die jetzige, noch 'nie eine Zeit gewesen, in der so oft und so leicht nnb ewcz'v!>w c> sein konnte als in der Jetztzeit. Denn wo die Hand der Zerstörung so weit und so ungehindert um sich greift, da ist jede Kraft, auch die geringste von Nöthen und von Nutzen. Wenn so Alles, auch das frömmste, der Wahrheit geneigteste Herz und der kräftigste energischeste Geist im Keime schon unschuldiger und unbewußter Weise dem Verderben zugeführt wird, da ist es ein Leichtes diesem enczc pi-o gleichsam zu befreien und Herz und Geist in die Gcisterqnickenve und Herzerfreuende Lehre Gottes einzuführen und jene in ihrer Vollkommenheit für Geist und Herz zu gewinnen. Möge man dieses Wort als ein Wort der Erfahrung annehmen! — Wenn nun nie wahre innige Rcligiösität ohne gediegene Kenntniß der heiligen Thora möglich war, wenn es nie möglich war mit Herz und Geist in ihr zu leben, wenn jene nicht von ihrem Geiste beseelt, von ihrer höheren Weihe durchdrungen waren; so ist die Geistes- und Herzensbildung in der heil. Thora ein desto größeres höheres Bedürfniß in unserer Jetztzeit — in unserer Jetztzeit in der es sich nicht handelt um — pftirv 7'Lo; in der es sich handelt um »w» oder nicht no' sein; in der es sich handelt um die große Frage, ob in dem Geiste der cw'pr» 7 oder in jenem verwahrlosenden zweifelnden Freigeiste zu leben. — Sollte man glauben, daß auch da aus der Mitte der vielen reich Bemittelten in Israel die treu glauben an Gott und sein heiliges Wort nicht eine gediegene Wirkung zur Erhaltung desselben hervorgeht?! — ES handelt sich hier ja nicht um Widmung großer Fonds für öffentliche Schulen; denn die Thora ist nur im Freien gediehen und wird nur dort fortgedeihen zum ewig grünen Lebensbanme; sie läßt sich nicht schulmäßig andern Wissenschaften bei oder gar untervrdern: es handelt sich hier um die Unterstützung zu den nothwendigsten Bedürfnissen einiger anspruchsloser, hoffnungsvoller Jünglinge, die zur Ehre unserer heiligen Thora, ja zur Ehre der in der reinsten Pflege und der energischsten Hingebung der heiligen Re.'igion so lang nnd vielbewährten Jehudim Deurschland's aus. ihrer Mitte hervorgehen auf die sie mit Stolz Hinblicken könnenauf die sie mit Zuversicht hoffen können, daß sie an ihnen tüchtige mit Kraft und Willen ausgerüstete Männer haben werden, die den Geist der Thora wieder heben, nnd in ihrer Mitte ein kräftiges allseitiges Wirken entfalten werden. Wenn aberunter denen mancher, mirseltenem tiefforschendem, klarem Geiste begabt, in der Thora und in andern Wissenschaften überraschend vorgeschritten, aber aus Mangel an den nöthigsten Bedürfnissen das Studium, als in seiner ganzen Widmung zu demselben, in der Blüthe seiner Ausbildung verlassen und sich einen Nohrungszweig suchen mußte! wenn mehrere solche hoffnungsvolle Jünglinge, die ihre Heimath verlassen und ans Liebe und Hang zu Gottes Wort nach Preßburg gewandert und von ihrem hochgelehrten und hochgebildeten Landsmanne, einer der ersten Gelehrten in diesem Lande 57.1 ''2->v2'!> c/!>bn vw den ersprießlichen Unterricht in 2 c r'pirid' zu genießen, und auch Mitglieder der dortigen Hochschule unter Leitung des vielberühmten Oberrabbiners '"2 7-zbn sind, wenn diese nur mit den schweren, ihrer Eltern Mittel weit überreichenden Opsen diesen Paltz erreichen und dort nur äußerst kärglich das Leben fristen können; — und wenn vieleAndcre, trotzdes innigsten Sehnens undStrebens aus Mangel an Mitteln dieses gar nicht erreichen können! — hallt es da nicht von allen Seilen: nb rnw!>c! Und nun denn Ihr Männer in Israel! es ist Zeit, hohe Zeit zu thun für den Ewigen und für seine heilige Thora die man zerstört! Wie groß, wie schön ist es, für einen solchen Zweck leisten zn können, zu einem solchen Werke vom Allgütigen mir Mittel begabt zu sein! O, Ihr Männer, die Ihr noch Sinn und Herz habt für die Thora, vereint Euch zum einigen kräftigen Wirken, errichtet in den den Gemeinden in denen Ihr lebet Vereine zu diesem