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Der treue Zionswächter · 1854-08-11 · 16 (11.8.1854) · page 1

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
10 (1854)
Issue
16 (11.8.1854)
Date
1854-08-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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D V g a N zur Wahrung -rr InterWn des orthodoxen Iudenthums. 1V. Jahrgang. 11. August 1851. > Altona.! -PIN 2W1"> -VZ L«. Die Nuschulo vor Gott uud Israel. Rede, (Beschluß.) I. M. F.! Hart wäre die Prüfungszeit für uns hicnieden, wenn die Allmacht und Allgute, die sic uns zugemessen, nicht ein Bewußtsein uns eingeprägt hätte, die als innere Stimme es uns verkündet, daß dieser Kampf Zweck unseres Daseins sei, und d^aß wir sicher nicht unterliegen, wenn wir nicht muthlvs uns dem Feinde unserer Seligkeit ergeben. Als ein Körpcrwcsen, alle irdischen Bedürfnisse und Gelüste mit dem Thicre gcmeinhabend, in eitle Welt gesetzt, in welcher überall sündhafte Genüsse einladend winken, mit körperlicher Ungebundenheit der Macht begabt, nach Willkühr zu handeln und zu genießen — wie sollte da der Erdensohn Herr seiner Leidenschaften, Bendiger seiner Genußsucht sein, wenn er nicht wüßte, daß dieser Kampf ihm ein Ziel erringe, gegen das alle Güter und Genüsse des Daseins werthlos sind und in nichts zerfliegen? Wie würden dem Weltbürger^ geistige Beschäftigungen zujagen, wenn ihm nicht das Bewußtsein seiner menschlichen Würde verkündete, daß sein Heil cs erfordere, seine Ehre es erheische, sich über das Thierische zu erheben, und dem vollkommenen Geistigen sich zuzuwenden? Der würdevolle Ton der Wahrheit und des bessern Jch's, würde jedoch ungehört verhallen und übertönt werden vom wirbelnden Getöse der Trunkenheit irdischer Gelüste, hätte nicht die unendliche Liebe noch einen andern Schutzengel der Tugend und Gottseligkeit dem Sterblichen hienicden beigesellt — nämlich das gnadevolle, Walten ihrer Allmacht. Wenn der Genußberanschte doch stets seine Abhängigkeit von seiner und dem aller Weltenschöpfcr empfinden muß; wenn er selbst unwillkührlich daran erinnert wird, daß alles was er besitzt, er der himmlischen Gnade zu danken hat, und daß ohne sie, auch sein eifrigstes Bemühen nach Erwerb und lBesitz nutzlos wäre, muß er da nicht aus seinem Taumel erwachen, und sich fragen, verdiene ich auch, daß der Herr sich gnadevvll mir zuwendet, und mir Mittel gewährt, die er Tausenden versagt, die, wo nicht besser, doch gewiß auch schlimmer nicht sind als ich? Muß da nicht Schaamröthe sein Antlitz decken, und er sich sagen, wahrlich, ich würde der sträflichsten Undankbarkeit mich schuldig machen, ich verdiente nickt. Laß der Herr mich bevorzugt, wenn ich seine Gnadengeschenke nur dazu verwende, mir gütlich zu thun, oder gar durch sündhaften Gebrauch derselben ihn zu erzürnen? Wenn der Sohn der Zeit die Vergänglichkeit des Daseins überschaut, wie bald der Sterbliche hicnieden am Grabe steht, oder wie cp gar durch Verflüchtigung der Lebenskraft in Genüssen seine Schritte nach demselben beflügelt, muß da nicht Bangigkeit ihn lehren, seine Beruhigung zu suchen in einer Lebenöthatigkeir. die den 'Tod nicht kennt und von ihm nicht unterbrochen wird, in einer Beschäftigung mit der Lehre dcs Herrn, die ihn ans geistige Leben da oben knüpft, und mst der Frommen betrachtet, die Entbehrungen, die tnr Gottesfürchtige hier erduldet, und er diesen Widerspruch mit der göttlichen Allgerechtigkeit nur dadurch lösen kann, daß er sich gesteht, eS muß eine Zukunft sein, die seliger ist als die Gegenwart, ein Leben nach dem Tode reiner an Genüssen als das Erdenleben mit seinen schncllverfliegendcn süßbittern Freuden, muß da der denkende Sterbliche nicht von der Lust unwiderstehlich angewandelt werden, Tbeilhaber jener seligen Genüsse einst zu fein, und liebrr das.Vergängliche dem Unvergänglichen, das Täuschende dem Wahren zum Opfer zu bringen? Kann er aber hoffen ohne Verdienst zu genießen, kann er hoffen ohne Aussaat zu ernten? Das Bestreben den göttlichen Beifall zu erringen, und für daS Walten der himmlischen Gnade sich verdient zu machen, ist daher die mächtigste Stütze die den Erdensohn hienicden auf dem Wege der Tugend, und der Gottesverchrung erhält^ Neben diesem ist es jedoch auch me»schliche.r Beifall, nach^dem wir ringen müssen, soff unser Tngendlebcn hienieven ein vollkommneö gottgefälliges sein.

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