Mannheim
Compact Memory

Der treue Zionswächter · 1854-07-28 · 15 (28.7.1854) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der treue Zionswächter
Volume
10 (1854)
Issue
15 (28.7.1854)
Date
1854-07-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2625941-2626037-2626052--2810-2627414
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

58 Empfehlung, daß der Sterbliche sein Leben und Wirken, so einzurichten habe, daß ihm neben dem göttlichen Beifall auch der seiner Mitwelt nicht entgehe, finden wir Anregung für die doppelte Untersuchung 1) in wie weit göttliches Wohlgefallen, und L) in wie weit menschlicher Beifall moralische Stützen sind, auf deren Erforschung ich Ihre heutige Aufmerksamkeit lenken möchte. Zu Dir, Allerheiligster! erhebt sich unser Auge in kindlicher Dernuth. Wir wissen, daß wir schwache Thongeschöpfe, Staub vom Staube der Erde find. Wir erkennen es lebhaft, daß mir der Stütze bedürfen, um nicht zu straucheln und unversehrt die Bahn zu durchwandern, die Du uns durch die dornigen Wildnissen des Daseins gehauen, nach dem Ziele deines himmlischen Wohlwollens. Du hast den Strahl Deiner Heiligkeit in uns gesenkt, Deine Gnade erhält und umschwebt uns, und richtet uns auf, vertrauensvoll stets aufwärts nach Dir zu schauen. Es ist Dein erhabner Wille aber auch, daß wir als Brüder gegenseitig uns leiten, stützen und erhalten sollen. Die Vollkommenheiten an uns. die Deiner Allwissenheit gcoffenbart find, sollen auch wir gegenseitig an uns erkennen. Fleckenlos wie vor Dir, soll auch in den Augen der Mitwelt unser Leben erscheinen; damit das Band der Bruderliebe inniger daS Herz deiner Kinder umschlinge; damit das Gute, welches wir wirken, auch den Geist unserer Brüder befruchte; und damit wir selbst in Vollkommenheit erstarken mögen, um das sicht-, bare Auge da zu scheuen, wo die Kraft etwa Dein ringendes Erdenkind verließe, im Kampfe mit dem Laster, heilige Scheu vor Deinem unsichtbaren Auge nicht mehr zu empfinden. O Herr! Verleihe uns Starke, in Freuden Dir zu dienen, und rein vor Dir und Menschen, wie ans der Mutter Schooß wir gekommen, in den Schooß der Muttererde einst zn finken. (Bsschliss; st'lgl.) Thun wir genug für die Erhaltung unserer Thora? Eine Stimme ruft — eine Stimme stark und kräftig. Und weißt du woher sie kommt diese Stimme? Von jener Stätte, die du mit tiefer Ehrfurcht nennst, jener Stelle, an welcher, beträtest du sie, du von heiliger Scheu ergriffen würdest, und die mächtigsten dich hinreißenden Stimmen in deiner Seele laut und vernehmbar werden würden, von dort, wo unsere Ahnen den heiligsten der Tage in jenem himmlischen Leben feierten, wo sie erschauten und vernahmen wie sich Gott hcrabgelassen und ihnen kund tkat sein Wort und sie es übernahmen im heiligen Bundeseide für sich und ihre Nachkommen auf ewige Zeiten; — von dort, von Horeb's Gipfeln erschallt die Stimme! — Und was ist die Stimme? Sie ist, — hört es! die Ihr noch im lebendigen Andenken haltet jenen Dag, an welchem wir gestanden vor-dem Ewigen unserm Gott, hört es Ihr Männer, deren Herz noch warm schlägt für Gott^und sein heiliges Wort dem Menschen, die die Thora verschmähen." Aber warum höret Ihr die Stimme nicht? Weil sie überstimmt wird, weit sie verhallt in dem Getöse von dem Treiben und Nennen nach irdischem Gewinn und Erwerb. Darum vernehmt auch Ihr, die Ihr noch offenes Ohr und Herz für Gottes wort habt, nicht jene warnende klagende und jammernde Stimme! Und wenn Ihr sie auch Nicht höret, — o, wenn sich Euch öffnen die Pforten der geweihten Halle und Ihr in heiliger Ehrfurcht hineintretet ^in's Gotteshaus und sich Eurem Blicke zeigt die heilige Lade, heilig durch ihren himmlischen göttlichen Inhalt, und Ihr Euch in ehrfurchtsvoller Scheu verbeuget, vor dem der Euch gegeben dieses ewige Heiligthum, durch das er sich Euch genähert indem er zu Euch spricht auf ewige Zeiten — und wenn Ihr sendet daS Gebet, das inbrünstige zu seinem Weltenthrone um Wohlgefallen und Barmherzigkeit von ihm zu erflehen — o, gewahret ihr da nicht die große Scheidewand auf der es steht in so deutlichen vollen Zügen d-rw Zc ',h! Und wenn sich Euch aufthnt die heilige Rolle und Ihr zuvor danket dem Ewigen, der uns vor allen Andern erwählt und uns zuerrheilt seine Thora und wenn Ihr dann beim Lesen derselben in jedem Worte von ihrem göttlichen Inhalte durchdrungen und erhoben werdet und wieder tief ergriffen danket den Gott der Väter, der uns gegeben die Lehre der Wahrheit und in uns den Keim zum ewigen Leben gelegt hat, und wenn Ihr sie dann, aus innerem Dränge, ehrfurchtsvoll küsset und in heiliger Versammlung sie begleitet bis zu ihrer heiligen Stätte und mit Andacht sprechet:?"5> sv Lä 'Oiw -7^ pp!> -I 2'P'M1)!>. Ich frage Euch, wird auch da noch kein Vorwurf in Euch rege? Wird auch da das Bewußtsein noch nicht in Euch erweckt, — wie wenig Ihr gethan für die Thora in Israel! Denn — dürfen wir es dann noch länger verschweigen? — während von anderer Seite mit allen Mitteln und aller Kraft in Wort und That frevelhaft dahin gestrebt wird, dieses heilige Erbtheil in seinen Grundfesten zu zertrümmern; während das entweihete und entweihende Feuer um sich greift in allen Theilen, auch den edelsten dcS Hauses Israels! was ist geschehen, was geschieht von,Seiten der Bessergesinnten zur Aufrechthaltung der Thora? Was hat man gethan um bei so zerrütteten Zuständen neue Kräfte in der Thora und für sie auszubilden? Daß die Beförderung der p) o'I öc oipno*)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.