Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 13 (30.6.1854)
- Date
- 1854-06-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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D V g K N zur Wahrung -er Interessen -es ortho-oren 2u-enthums. I« Jahrgang. Lv. Juni 1834. > Altona. > N1N NM N IS. Aufruf des Oberrabbinen Ettling er, enthalten in No. 180 des -rv'c in Veranlassung des daselbst mitgetheilten „Klageruf aus Zion^ vom dortigen Rabbinat eingesandt.*) Ihr kennet sie nun, Brüder und Freunde, jene Klagetöne von Zion hieher gelangt, sehet jene Thränen, reichlich fließend, bisher nicht getrocknet. Ja, die Noch ist bis an's Leben gediehen, nur wenig noch, und wir sind hoffnungslos, gefesselt, dem Verderben Preis gegeben. Des gewaltigen Herrschers Wort hat die so reich ergiebigen Quellen, bisher uns zufließend, plötzlich versiegen gemacht, keine Unterstützung, sei sie noch so geringe, ja^ nicht einmal Trostesworte und Beileidsbezeugung ist uns ferner vergönnt. Dabei aber ist die HnngerSnoth so drückend in der heiligen Stadt, im heiligen Lande, und Micher Verdienst so ganz und gar abgeschnitten, daß Verzweiflung sich aller bemächtigt. O, so erbarmet Euch doch, Ihr unter dem Zeichen des Erbarmens wahrhaften Nachkommen Jacob's, erbarmet Euch der vor Hunger Hinschmachtenden auf heiligem Boden, Ihrer, deren einzige Hoffnung, Ihr Brüder! seid. Vervielfältigt Eure gewöhnliche Gaben undsendetsie baldigstden wolbekannten!Stättcn zu. Jht sättigt Hungernde, damit Ihr selbst gesättigt werdet von dem reichsten Segen dessen, der der Freuden-Fülle Euch entströmen lassen möge aus dem Born seines nie versiegenden Gnaden- Quells von jetzt an und in Ewigkeit.**) Das Resultat der „Offenen Anfrage." „Und wenn sie nun nicht antworten? fragten wir uns, als wir im April d. I. unsere Anfrage an die Leiter des künftigen Seminars veröffentlichten, wenn sie nun nicht antworten? fragten wir uns; „dann eben und dann auch haben sie vollständig geantwortet" entgegneten wir uns, dann haben sie dem Publikum gesagt, sie sind selbst noch nicht einig, noch nicht einig über das ABC, über die ersten Grundprinzipien ihrer Aufgabe und wissen darum nicht zu antworten, oder sie wissen wohl, aber sie wagen es nicht zu antworten, wagen nicht, die eigenen Grundsätze, die Seele ihres künftigen Wirkens darzulegen — beides gleich traurig, beides gleich schmerzlich, — aber beides gleich wichtig zu wissen, damit man eben wisse, woran man jei. Zwei.Monate sind nun seit unserer Anfrage verstrichen, und die Leiter des Seminars haben nicht geantwortet, und ihr Schweigen hat die Sache des Judenthums um eine Hoffnung ärmer gemacht, und um eine Erfahrung reicher. Damit aber dieses Schweigen nicht in dieser einzig möglichen Alternative seine Deutung finde, tritt eine 0. L. gezeichnete Privatmittheilung ans Dresden in der Nr. 23 der Allg. Zeitung d. I. vor die Schweigenden und für die Schweigenden hin, wirft uns statt der Antwort eine Handvoll Schimpfwörter in's Angesicht und spricht zum Publikum: mißdeutet die Schweigenden nicht, „ihre Zeit ist zu kostbar", sie sind zu „gelehrt", um solche „Ignoranten" solche „Sidur Lomdim" einer Antwort zu würdigen, die die Keckheit haben, statt privatim, öffentlich, und noch dazu anonym, an Männer von so anerkannter Gelehrsamkeit eine solche Anfrage zu richten. Sie schweigen, weil sie sich sagen: „der Herr wird für Euch streiten, ihr aber schweiget!"