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Der treue Zionswächter · 1854-06-01 · 11 (1.6.1854) · page 1

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
10 (1854)
Issue
11 (1.6.1854)
Date
1854-06-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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DrDKU zur Wahrung -er Interessen -es orthodoxen Iu-enthums. I". Jahrgang. 1- Zu»i 183-1. lAitona. > si'o '.i t>. Jerusalemitische Briefe. Von W. L. Hochgeehrter Herr Rabbiner! Ich nehme mir die Freiheit, all Sie, hochgeschätzter Rabbi! eine Frage zu richten und Sie zu bitten in Beantwortung derselben, mir Ihre Idee deutlich auSdrücken zu wollen. Wenn Jemand ein Gelübde that, nach dem heiligen Lande oder der heiligen Stadt Jerusalem zu reisen und dort immer zu wohnen ob dieser Belohnung für ein solches Gelübde zu erwarten haben wird? Denn wie ich selbst von vielen gelehrten Rabbinern gehört habe, ist in jetziger Zeit die heilige Gottes-Stadt Zion gleich andern' Städten> und wo man jetzt den allmächtigen Gott anruft antwortet er, wie dies die heilige'Thora ausdrücklich bemerkt: ich viprv öar . (b o-'o e-we)nh. „An allen Orten, wo ich Meinen Namen zu nennen verordnen werde, will ich zu dir kommen und dich segnen. — Ferner sagten mir die obengenannten Astänner, daß diejenigen, welche jetzt nach Jerusalem einwandern, in gewisser Hinsicht gegen Gottes Willen handeln. Er bestimmte doch, daß das Land öde und wüste sein sollte? Und wenn Sein heiliges Wort dies ausgesprochen, so handeln die nach dort Einwanbernden dem göttlichen Befehle entgegen. Um so Mehr, da sie gewöhnlich nicht durch sich selbst ihre Eristenzmittel haben, vielmehr auf fremde Wohlthaten und Almosen angewiesen sind. Deshalb, werthester Rabbi! Erzeigen Sie mir die Ehre, und benachrichtigen mich über die gründlichen und wahren Ursachen, die diesen Fragen zu Grunde liegen; Fragen, die um so wichtiger, als nur aus den heiligsten und erhabensten Beziehungen unserer Religion heraus deren Beantwortung allein Möglich; Fragen, die um so praktischer, als bekanntlich, mächtig genährt durch die innige Verbindung, in der die orthodore Juderiheit, durch Vermittelung dieses geschätzten Organs, zum Stammlande der Väter getreten, jetzt Äuge und Sinn der sib!> '73 dem heiligen Lande unendlich viel näher getreten ist als sonst. Ich sehe deshalb Ihrer geschätzten Antwort sehnlichst entgegen. . Antwort. Ich würde einem Andern kaum diese Fragen beantwortet haben, als Dir, mein Lieber! da Du es weißt, und das profane Leben es Dir schon beantwortet, wie ein Thor mehr fragen, als hundert Weise beantworten können. Um so mehr hier, wo es sich um sso wichtige Fragen des religiösen Lebens handelt, und wo man sich wol hüten muß, daß unsere Worte nicht mißverstanden werden) wodurch schon unsägliches Unheil angerichtet worden ist. Allein da ich Deinen religiösen Sinn genau kenne, durch Dein Unterfangen, der Du hier von s-M!> 'tw her eingewandert bist, Du selbst die Lösung dieser Fragen bereits praktisch vorgenommen, will auch ich aus dem Schatze der heiligen Weisheit, so weit als zugängig. Dir die Belege geben, wie sehr jene Fragen, theilweise in irrthümlicher Ansicht beruhend, theilweise dssrch andere Belegstellen offenbar anders aufzufassen sind. Jndeß muß ich zuvörderst eine kurze Einleitung voransenden. Die wesentliche Bedeutung dieses heiligen Bodens stebt mit dem wesentlichen Inhalte unserer ganzen Gesetzgebung in innigster Verbindung, so daß man gerne behaupten kann, ohne ibio' sib giebt es auch kein Wie das Gottesvolk die zum Priesterdienst auserwählte Menschheit, so das Gotteöland, der auserwählte Boden für dieses Volk; die Heiligkeit beider geht Hand in Hand. Ltno' sündigte und die strafende Valerhand verhängte Entfernung aus dem väterlichen Hause über das sündhafte Kind mk; aber nichr damit es für immer entfernt bleibe, sondern damit es in.der Entfernung und durch dieselbe geläutert, den Werth des verlorenen Gutes richten und schätzen lerne, sich selbst für den erueueten einstigen Besitz desselben wieder würdig mache. Der Boden selbst, er ist, er kann jetzt nicht derselbe sein, als damals, wo Gottes Auge unmittelbar über demselben waltete vom Anfänge des Jahres bis zu seinem Ende. Aber hat er dadurch seine frühere Bedeutung ganz und gar verloren? Ist er dem übrigen Boden durchaus und in Allem gleichgestellt? Mit Nichten. (Beschluß felgt.)

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