Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 10 (19.5.1854)
- Date
- 1854-05-19
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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38 nicht erst das 022:57p gebracht, nicht erst mit der heiligenden Weihe deS Sabbaths ihre Seelen durchtränkt haben, bevor sie zum Sinai hintrcten durften, um die welterlöscndc Gottcöoffeubarung zu empfangen? Sprachen sic nicht zuerst das dev- und dann das voc:? Ist nicht aller Zweck des Glaubens, um durch ihn die Vorschriften unserer heiligen Religion recht zu üben hvvc i-no?w!:.7 (Kid. äolr)? Nicht blos der in die Tiefen des Gemulhes eingeschlosscne Glaube, nein, auch das äußere Leben in feiner religiösen Würdigung und Geltendmachung der Welt gegenüber gebe sich als das des Israeliten zu erkennen; 7.^ h7p,'7 rc v s->h2 wv ^2 ihn (5. B. M. 28,10) erklären unsere Weisen ch^cvH ( n-v lr ri) Ja daS ist Judcuthum in Wirklichkeit, die von der Gegenwart in den Staub getretene religiöse Form, die religiöse Praris, dieser unverwischlichc Stempel der Eigenlhümlichkeit Israels muß ebenso wie das innerlich scheidende Moment des Glaubens an den einigen Gott, auch als ein solch äußerlich scheidendes Moment deS religiösen Thuns von den Bekenner» des Jndeuthums mit unverwüstlicher Kraft festgehaltcn werden. Die religiöse Idee des Judenthums ist nicht unvcrkürpert Israel zu Thcil worden, sie vermittelte sich ihm nicht anders, als in der fertig ausgeprägten Form; das -pp('7 v:h erklärte sich nur durch das?'7:v phi,-poh^e,->ch, die Sabbathweihe sprach sich nur in dem ^2 HZ energisch aus und die Selbsthciligung fand wie in andern Geboten ihren Ausdruck auch in dem 2v.-57> 2.^757,' e-hovL c-7'2w; wie daher die Form zerstört wird, mordet man auch die Idee. Denn wer will uuS sagen, daß diese Idee ohne diese Form noch dieselbe Idee bleiben werde, da sich diese Idee nur durch diese Form vermittelt hatte? Es ist uns daher eine unzubestrcireude Wahrheit, daß die Ewigkeit der religiösen Idee des JudeuthumS zugleich die Ewigkeit seiner religiösen Form aussprichr,*) und es geradezu eine Versündigung an dem Geiste unserer heiligen Lehre genannt werden muß, wer die Hülle desselben, daS ist die c^v, abstreifl. Die Gegenwart entscheidet anders, sie bat den Formen des Judenthums den Tod geschworen und sich faktisch außer aller Verpflichtung derselben gesetzt. Sic kennt keine andere Stimme als die ihrige, sie ist sich Nickterin ihres Thuns, und was den sogenannten Forderungen der Zeit widerspricht, was der Zeitrichtuug widerstrebt, muß aus dem Judenthume entfernt werden. Wie läßt sich dagegen und ln ciiicm sei an-11 een Gott ans cinc^n'nndcll'aro Vciso l'crdcigcfü'ortcn, , dem Mcnschcn ^zaii; unocisiändlichcn Zustandc dürfen wir?^—^Lichc Ä. Tossaphoih^ub -i''7 7.77. streiten? ihr Princip ist die Veränderlichkeit, die Trausactiou, das Princip des Jndeuthums aber ist die Unveränderlichkcit oip> v-ph,757i, die Gegenwart übt Religion nach Maßstäbcn die außerhalb der Religion liegen, nach Eonvenicnzregeln und Accomodatiousthevrien, das Judenthnm aber will geübt sein um sich selber dem Götzen der Zeit setzt das Judenthnm den Gott der Ewigkeiten entgegen 20-^2 hl> 5pv> v5 20h, »o:c h^ '7 vH; fordert man nun von uuS, wir sollen eben diesem Zeitgötzen ein Jnftitut des ewigen Gottes opfern, welch/andere Antwort können wir da geben als, fern sei es von unS auf zwei Seiten zu hinken, der Ewige ist unser Gott ,ihm wollen wir uachwandcln, und wer den Baal will, nun der gehe ihm nach (1. B. K. 18,21). Wir sprechen es hiermit unumwunden aus, daß wir keinerlei Coucessionen an die Zeit machen, uns ist daö Judcuthum ein hohes und heiliges, das über alle Zeit erhaben ist, für uns sind die Einrichtungen der Weisen so bindender Natur als die peurateuchischen cvm Kv 700 o'rvo , und wenn sie in ihrem Zeitalter, wo der Unglaube noch nicht mit so eisigem Hohn die Religion angefressen hatte, cs nötkig fanden, das Judenthnm zu umzäunen und dadurch vor Entweihung zu schützen, so ist cs unsere Aufgabe in der Gegenwart um so mehr diese Umzäunungen vor Einbruch zu bewahren, als wir in einem Zeitalter leben, das deS Göttlichen und in der Empvrhebuug des Materiellen seine einzige Kraft äußert. Darf der zweite Festtag abgeschafft werden? Wir haben nur die eine Antwort: die Weisen sagen: 227-2 22-ovh oc>:oz i->2N (Bez. 4 b) und m lvv ' '5 (Pes. 52u); diese Gründe sind erschöpfend, wir brauchen keine andere. Das Judenthum ist das rabbinische, ein anderes hat pn: und 2w»^ zu Gründern, wir wollen keinen Anthcil daran. --»HYHv- Moralische Sprüche aus dem Talmud. Von Joachim Po Hack, Rabbiner;n Trebilsch. (^ortschnng.) 79) R. Juda S. Chawiwa sagte: Man habe nur deshalb beim alltäglichen Schema-Lesen auch das Lesen des Abschnittes wh'i (4.B. M. 15,27—41) angeordnet, weil darin sechs wichtige Dinge enthalten. sind, 1) das Gebot der Schaufädcn, 2) die Erinnerung am Auszug aus Aegypten, 3) an die Verpflichtung zur Ausübung aller göttlichen Gebote, 4) die Enthaltung von Ketzerei. 5) von unzüchtigen Gedanken, und 6) von Aberglauben und Götzendienst, auf welchen drei Letzteren der Vers (das. 39): „Und ihr nicht eueren grübelnden Herzen