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Der treue Zionswächter · 1854-03-31 · 7 (31.3.1854) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
10 (1854)
Issue
7 (31.3.1854)
Date
1854-03-31
Page
– (sequence 2)
Language
German
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26 auffallend, daß Leute, welche in dem Materiellen tief versunken sind, in Allem, was die Religion dieser Versunkenheit entgegen hält, eine feindliche Demonstration erblicken, welcher sie mit einer Kriegserklärung antworten möchten, Daö aber muß uns in Erstaunen setzen, wenn Män^r, die noch ein Herz für den Glauben ihrer Vater haben, eines vorübergehenden materiellen Vodtheils wegen, an einer Religions-Vorschrift zu rütteln sich getrauen, die mit dem orthodoren Judenihum — und ein anderes giebt es ja nicht — so eng verwachsen ist. Wir meinen jene Männer in Mantua, welche in das dortige Rabbinat drangen, die zweiten Festtage aufzuheben. Daß jene Männer für Religion nicht gleichgültig seien, geht schon daraus hervor, daß sie auf die Vorstellungen ihres Seelsorgers noch an den letztverflossenen zweiten Festtagen fhre Läden geschlossen hielten und daß sie dieselben diesen Tagen nur dann öffnen wollen, wenn bedeutende Rabbiner Europa's und Palästinas sie dazu autorisireu. Unerklärlich ist uns nämlich: 1) Daß jene fromme Männer nicht erwägen sollten, daß auch „unsere Alten" nicht auf's Hirn gefallen waren und sicherlich die Feier des zweiten Festtages nicht aufrecht erhalten hätten, wenn sie nicht obligatorisch wäre. Mag auch vormals der Erwerbsdrang nicht so groß gewesen sein, wie jetzt-, so hätten doch unsere Altvordern, schon vom rituellen Standpunkte aus, nicht verantworten können, an diesen Tagen ho-vh? v'v, r>vr>, zu suspendiren, n"' ^k, zu beseitigen und verschiedene Kestgebete verrichten zu lassen, wenn diese Tage ihre Bedeutung für uns verloren hätten. Die Männer Mantua's werden doch nicht die egoistische Ansicht unserer modernen Vielwisser theilen, daß „unsere Alten" auf unfern Schulbänken sitzen sollen? 2) Sind die Fragsteller Mantua's Talmudkundige und glauben, wie manche Reformer sich schon vernehmen ließen, die Feier des zweiten Festtages sei ein bloßer der leicht abzuschaffen sei, so verweisen wir sie auf die betreffenden Casuisten, namentlich auf 'v n'h v'o, wonach ein solcher nw, auch wenn die veranlassenden Umstände sich ändern, seine bleibende Gültigkeit hat. Wollen sie ihre Meinung darauf gründen, daß '7 dieser .vw durch eine Besorgniß gestützt wird, die sich nie und nimmer verwirklichen kann, (wie auch diese Vorgabe rationaler Neuerlinge uns nicht mehr neu ist), so fragen wir: will sich die maßlose Anmaßung auch noch eine Prophetengabe anmaßen und in allen Ernste behaupten, die von unfern Weisen ausgesprochene Besorgniß kön ne nie mehr eintreten? Ein Blick auf die gegenwärtigen Zustände jenes eisigen Reiches, wo das eiserne Scepter des Selbstherrschers als Geißel über Alles geschwungen wird, was einen jüdischen Charakter hat, sowie ein Einblick in die reformatorischen Bestrebungen unserer Radikalen, denen bisher noch keine Grenze abgesteckt ist, versetzen wahrlich die angeregte Besorgniß nicht in das Reich der Unmöglichkeiten. 3) In der That aber ist die Feier des zweiten Festtages. kein bloßer vw. Wer'?c)7 r§'2, gelesen hat, möge auch >§7 lesen. Sr wird daselbst finden, was pww->27 heißt und fich nicht getrauen an eine so fest stehende Hand anzulegen, wenn er das sogenannte rabbinische Judenthum (welches Loch das einzige Judenthum ist), nicht ganz und gar über den Haufen stürzen will. 4) Es sei «eine eo 7,vvZ vH,2» 7'^ 2,7 ^5 s Hinweg mit dem Vergrößerungsglase.' Mit unbewaffneten Augen angeschaut, fragen wir: ist 2,7 7,2t, etwa nichts als Börsenmänner, Telegraphenspäher, Dampfgierige, ...als daß sie verhungern müßten, wenn der zweite Festtag einen momentan hemmenden Eingriff in die Speichen ihrer Geschäfts^ räder sich erlaubt? Können überhaupt 5—6 Ruhetage mehr im Jahre auf die Geschäftstätigkeit einen ffo fürchterlichen Einfluß üben? O! es giebt der Geschästömänner noch viele in Israel, die von der Feier der zweiten Festtage nicht sp harr berührt werden, wie jene zu Mantua eS vermeinen; Geschaftsmänner, aller Art, die sich vielmehr dieser Lage festlich freuen und in der Freude in Gott Alles, ersetzt sehen, was diese Tage an materieller Einbuße mit sich führend bv '? onr v vLvo W. .. (Beschluß folgt.) Moralische Sprüche aus dem Talmud. (Fortsetzung.) 57) Den göttlichen Auftrag an Moses (2. D. M. 11 2): „Sage doch zü dem Volke u. s. w." erklärte man. in der Schule des K. Janai dahin, daß der H. g. s. e. Moses hieüu't gleichsam ersnchr habe (daher auch der, nur bei - einer Bitte gebräuchliche Ausdruck tr), daß er die Israeliten in seinen Namen ersuchen möge', sich von den Egybtern sitberne und gvldene Geräthe (gleichsam als Entschädigung für ihre ihnen geleisteten vieljährigen Dienste) abzuforvern, damit sich nicht Der verklärte Geist jenes Frommen (ihres Urahnen Abraham) mit Beziehung aüf (1. B. M. 15, 13) "gleichsam beschweren sollte, daß nur der Ausspruch: „Man wird sie (im fremden Lande) dienstbar machen und bedrücken," nicht aber jenep : „Und sodann sollen sie mit großem Gut ausziehen," von mir an ihnen in Erfüllung gebracht worden ist. Auf diesen ihnen überbrachten göttlichen Auftrag gaben aber die Israeliten dem Moses zur Antwort: „Es genügte uns schon, wenn wir auch ohne Vermögen nur die Freiheit erlangen möchten," gleich dem, der lange im, Gefängniß gesclMachtet,

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