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Der treue Zionswächter · 1854-03-17 · 6 (17.3.1854) · page 1

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
10 (1854)
Issue
6 (17.3.1854)
Date
1854-03-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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De g a « / zur Wahrung -er Interessen -es urtlzodorm Iudenthums. 10. Jahrgang. 17 März 1854. i Mtona.! .^7rx K. ZionS Wiedergeburt. - R e d e, gehalten vwrr» v mr Don Oberraböinir Ctt^inger in Altona. (Beschluß.) ri. Doch, m. F., lassen Sie uns nicht länger bei der trübseligen Erscheinung der Verirrung unserer Brüder verweilen, und -lieber, nach gewonnener Ueberzeugung von der Wahrheit dieser Glaubenssätze, wie sie seit Jahrtausenden schon in Israel unangetastet daftehev, zu der freundlicher» Untersuchung übergehen, welche Wichtigkeit diese Glaubenssätze fiir uns haben. Fragen Sie die Geschichte, diese große Lehrerin der Menschheit, sie führt Ihnen Völler und Nationen nn großer Anzahl auf, die im Strome der Zeit austauchten und versanken; sie nennt Ihnen eine Menge Glaubensmeinungen , die zu einer alles neben sich verdun« kelndrn Hohe sich aufgeschwungen, doch bald wieder wie Seifenblasen spurlos verschwanden. Israel allein ist der Ursels der mit seinem grauen Haupte durch's düstere Gewölk des Uralterthüms in das reine Aethcrmeer hineinreicht, alle Völker und ihre Geschichten überragend. Seine Urreligion ist es allein die im Verlaufe von Jahrtausenden keine Veränderung erlittendie frisch und klär noch wie eirrstrm hohen Alterthume ihrem Urborn emsprudelt. Was aber vermochte diese Ausnahme, diese wunderbare geschichtliche Erscheinung im Leben eines Volkes zu erzeuge«, war es nicht die Aussicht, daß ihm noch ein erhabenes fernes Ziel gesteckt sei? Was!vcrmochte Israel Geduld einzuflößen, die unzähligen Drangsale und Leiden zu ertragen, die seit Jahrtausenden es schon betroffen— war es nicht die Hoffnung, daß in naher oder ferner Zukunft seine Drangsale freudenreich enden werden? Was hatte Israel bei seinem Glauben erhalten, daß ernicht schon im Alterthume den Verlockungen des Heidenikums erlag, waren es nicht die seligen Prophezeiungen^ die ihm für isem Ausharren in der Zukunft,, einen Hohn verheißen, den alle Güter des Lebens nicht Mzüwsegtn venriHge«? Und endlich, was stählte Israels Muth, im Verlauft dieser Jahrtausende bis auf die Jetztzeit herab, fürseineUeker» zeugung soviel Schmach und Verachtung zu erdulden, war eS nicht das in sein Herz gepflanzte Gotteswort, daß einst wieder seine Religion zu Ehre« gelangen, daß Nationen in Zron's Tempel einst Belehrung suchen werden, und Gottrsworr iu Jernfalem's Mauern? Und was ist nicht für den Einzelnen selbst dieser Glaube an Israels einstiger seligen -Zukunft von unberechenbarem Werthe, ih« mit seinen üblen Verhängnissen ausznsöhnen? Steht ihm freilich die Hoffnung stets schützend zur Sette, daß nach zurückgelegter Lebenswallfahrt seine Leide« sich in SeligkeiANMwandeln werden, so liegt ihm doch immer der bittere Gedanke des Todes zwischen Leiden und Hoffnung, zwischen Glück und Uirglnck- und wie wenige Sterbliche, fei bst im Mißgeschickfassen Viesen Gedanke» .ohne Grauen? Wienbrseli, gend fällt daher der Hoffnungsstrahl in des Leidenden düstere Seele, daß selbst in diesem Lebe.: uoch^ ohne erst den dunklen Strom des Todes durchschiffen zu müssen, durch das Eintreffen des Herrn Verheißungen, schnell und vielleicht bald seine Leidk« freudenvoll geendet haben werden. Und alle diese seligen Hoffnungen will, JSräelL treulose Verführung dir rauben; alle diese Stützen deinem Glauben entziehen, unbekümmert ob er dann wankt und sinkt, und sich selbst unter 'seinen Trümmern begräbt. Man schildert dir dein ehrwürdiges GlaubenSgebäude, dir zur. Wohnung und Erhaltung in unveränderter Gestalt überwiesen von dem ewig lebendigen Himmelsvater, als ein Haus welches ein gostorbener* Vater seinen ihn überlebende» Söhne« hinterläßt, als ein Gebäude welches altern karm, in dem Balkeufaul werden können, und dir Menschenhand ersetze»! müßten Führt der »liebende Vater aber nicht selbst die Aufsicht über fein Gebäude? Kann der Zahn der Zeit; kann Verwesung je daS Geistige erfassen? Und könnte dies grschchönkaun Menschenhand bessern, was GstteSgM srbauet; kann Menschenmacht ersetzenwenn das,-Werk der Allmacht schadhaft werden könnte?)Gras twert, Blumea welken, Gotteswvrt aber ^besteht ewiglich, sagt der Prophet ' nc-. (p).

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