Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 23 (11.11.1925)
- Date
- 1925-11-11
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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92 verschont, von welchem herab man die Bewegungen der Ver» thcidiger der Tempelvlatte beobachten konnte. Auch der Wall ftstzusetzcn, und sie anzuzünden, bis er erst den Tempel zum Fall gebracht habe. Mehrere Mitglieder des Wels des Landes, welche in diesem Stadttheile Acra wohnten, benutzten die zubarrcn. verrbreitetcn das Gerüche Titus habe selber diese Abtrünnigen getödtet. Als der Fürst dieses gehört, befahl er dem Joseph, sie um die Stadt herum zu führen, um sie dem Volke zu zeigen. Die Juden waren noch Herren der Zugänge zum Berge Plateaus gedeckt wurden. Simon Joras. dessen Mhcilung specicll den Stadttheil des Berges Zion einnahm, behielt vollständige Freiheit mit Johannes von Giseala zu Verkehren, in der obcrn Stadt nach den südwestlichen Gallerien des Tempels ging. Wie die Sachen;nun. einmal standen, konnte Jerusalem sein Schwert nicht dem Feinde überliefern, so lange noch ein Stein seiner Mauern auf dem andern blieb. In jedem großen gar sich entfernen. Eine höhere Offenbarung verkündete der jüdischen Stadt, daß cs für sie nur ein einziges Mittel zur Rettung gäbe, um das unumstößliche Recht zu bewahren, gegen den Mißbrauch der Gewalt protestiren zu können; dieses Mittel bestand darin, daß man unterlag, ohne bezwungen zu werden und murhig auf dem Felde der Ehre starb. Die neuen zu erbauenden Tcrasscn waren für die Römer eine so unangenehme Arbeit, daß man. bevor man sich dazu entschloß, noch eine Ucherrumplung versuchte, welche aber flicht gelang. Unter dem Befehl des Gerealis, ehemaligen Legaten des VcSpafiqn in den Feldzügen von Judäa und eines der erfahrensten Legionsschcffö, griff eine gewählte Mannschaft die Wache der Juden in der Dunkelheit dxr Nacht ap. Aber die Belagerten waren aufmerksam, so groß auch ihre Ermüdung - und der Mangel an Nahrungsmitteln sein mochte- Die auf dem.Plätean vereinigtes Milizen eilt'eu Herbch um kn-HatH« streich abzuwehrm und Johannes von Giscalq, wie Simya Joras. waren überall thätig. Titus beobachtete das Gefecht von dem Thurme der Festung Antonia, welchen man hatte stehen lassen. Man schlug sich Mann gegen Mann, acht volle Stunden hindurch bis zur Mitte des Tages, da zogen sich die Römer zurück und gaben zum vierten Male der Noth- Wendigkeit flächwieder Teraffen zu bauen und neue Sturm, böcke zu verfertige». Während sie sich damit beschäftigten, erneuerten die Juden ihre Ausfälle. Von der oberen Stadt kamen sie in die breiteste Stellendes Thalcs Josaphat, wo die feindliche Reiterei ihr Lager hatte. Sie' nahmen so viele Pferde mit, daß Titus die Todesstrafe über jeden verhängte, welcher in Zukunft sich sein Pferd würde'nehmen lassen. ES war das ein güter Fang Mr die Juden, bei dem immer stärker? werdenden Hunger in der Festung, welcher' die Belagerten schon zwang, mit Begierde auch die ekelhaftesten Substanzen zu verzehren-, Johannes und Sifnon faßten. einen noch, kühneren Plan, und ihre Verzweiflung handelte bis' zuletzt mit eben so viel Klugheit als Tapferkett. Gegen die Nacht hin, als die Römer glaubten, sie könnten sich nun von den Anstrengungen veS Tages erhöhten, fielen die MUizen des Tempelplatcans. pnd der oberen Stadt dinM die Thor« Und unterirdischen Gänge aus, welche nach dem.,Helbcrge hin qusmjmdelen. Sw griffen heftig die Mauern 'und. Hcrschänzüngen nn, , mit welchen der Feind Jerusalem umgeben hätte.' Das. Gefecht wurde läng? und hartnäckig und die Belagertest zögen sich nicht zurück, bevor sie nicht alle-Kraft und allen Muth erschöpft-batten, der in ihrer Seele-wohnte. Bei dieser Gelegenheit erzählte, man ein seltenes Beispiel vor, Kryft .und Mnskelgewaudlheu eines ry» Mischen Reiters, Nämens Pedgnius; vyfl .seinem 'Pferde herab, syll dieser Mann während schnellen' Reitens einen kräftigen und ganz-bewaffneten jüdischen Milizsöldatew am Füße gepäckt und fprtgetrageu haben; er stellte ven Gefangenen unter die? jenigen.. pon welchen l fortwährend welchegekreuzigt wurden, UM den Widerstehenden mehr Schrecken cinzustößcn. - Wenige Tage darauf erregte rin anderes . Schauspiel die Aufmerksamkeit beider Armeen. Eist jüdischer Soldat. der auf Vorposten stand, forderte denjenigen der Feinde, welcher für den stärksten und tapfersten gelte zum Zwcttalnpf Heraus; er begleitete seine Herausforderung mit wrftpenden Schimpf» reden gegen RsM. Dieser Mlizsvldat, Namens Jonathan^ war von gemeinem Ansehen, kleinem Wuchs und ziemlich elenden Gesichte. Anfangs nahm Man sich nicht dje Mühe zu ant» Worten, aber endlich riefen seine Prahlereien den Zorn eines Reirers heryor. welcher Pudens hieß. Dieser Krieger, welcher einen Mann von sy armseligen Ansehen Verächter?, lief mit solcher Hast auf ihn zu, pqß cp fast zu den Fußen Jonathas fiel und dieser, dessen Schwert schon gezückt wqr, stach ihm damit in die Seile, daß derselbe schwer verwundet zu Boden stürzte-« Priefhvechsel S'vo Schreiben nebst Inhalt vom 15.« 2Lt v, M- Md vom 9. d. Mdankend erhalten. Haben Gie das hcsfallsige in Verlag von Adolf LehmkuhlS-Co, in Altona. Redigirt von Hr. Enpch. Druck von Gebrüder Bonn.