Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 21 (14.10.1853)
- Date
- 1853-10-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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84 Vor Kurzem war der Prediger aus Ihrer Nachbarstadt, 1)r. S. hier bei uns, predigte und gefiel — nicht. Wenn man auf das Urtheil competenter Richter was geben darf, so soll dies Nichtgefallen der Predigt auch darin seinen Grund mit haben, weil man in dem Ablesen derselben vom Blatte ein schülerhaftes Erercitium erlickte, nichts aber was aus der Seele kommt; denn solches müßte nicht erst nach dem Ausdrucke suchen, das Wort, das rechte, findet sich da schon von selbst. Holland. Sittard, am 10. October 5614. , Folgendes Schreiben ist uns von unserem Oberrabbiner zukommen wir erlauben uns es durch Ihr geschätztes Blatt zu veröffentlichen. O-errabbinatS Rundschreiben an die Kirchenvorsteher der Gemeinden Limburg's. Der Frieden Gottes zum Gruß und zum Segen! Die heiligen Zeiten v'b-rv v'w sind uns näher gekommen, und wenn es mir jedesmal Bedürfniß war, mit meinen geliebten Gemeinden-Angehörigen in geistlichen Verkehr zu treten, so ist eS gewiß in der jetzigen Zeit, wo wir Israeliten von Gott aufgefordert werden, aus deu irdischen Wirrnissen und Störungen und Täuschungen hinauszutreten und in das innigste Verhaltniß zu unserm Vater im Himmel zurückzukehren; wenn jemals der Ruf des Propheten: oöcr'2 i'ph'? „kehre Israel zu deinem Gotte zurück, denn du bist durch deine Sünden gefallen" (Hofchea 14, 2.) sin unser Ohr tönt, an unser Herz schlägt, dann ist es gewiß jetzt, wo die Tage der Reue, Buße und Rückkehr gekommen sind; wenn jemals das göttliche Wort:?c7o M'c-w v-ö icv „schaffet euch ein neues Herz und einen neuen Geist (Iechesk. 18, 31) mit eindringlicher Kraft auf unser Gemüth wirken muß; so ist es gewiß jetzt, wo ein Lebensjahr zu Ende läuft und ein neues Jahr beginnt, denn da können wir das aste sündhafte Herz und den alten sündhaften Geist oblegen, und uns, wie der Prophet fordert, ein neues Herz und einen neuen Geist schaffen. Und da kann es der Lehrer der Religion nicht unterlassen, ernst und liebevoll, ermahnend und belehrend, wie ein Vater, dem Las Wohl seiner Kinder am Herzen liegt, zu den Angehörigen seiner Gemeinden zu sprechen und sie auf die Wichtigkeit der heiligen Tage aufmerksam zu machen, die jetzt vor uns sind, zeigen, daß die Gnadenzeit gekommen ist, um uns mit unserm Gotte zu versöhnen, um unser Seelenheil aus dem Kampfgewühl des Lebens zu retten, und die Herzensreinheir, wenn wir sie eingcbüßt, wieder herzustellen, und sie für immer zu sichern. Ja darum ergreife ich das Wort und ruft euch aus warmer Seele zu: nww e>v->a nw c-h Hz iz« vd'öövmv2 „o kehrer doch von euerem verderbten Weg zurück, und bessert euern Wandel und euer Werk (Jirm. 18, 11). Ein Jahr ist dä'hin gegangen,, und in einem Jahre was und wie viel können wir gefehlt haben gegen Gott, gegen Mensche«! ein Jahr ist dahin gegangen, wie schnell, ach wie gar schnell! wie eine Wolke, die dahinschwindet, wie ein Traum, der dahinfliegt. Ein Jahr ist dahin gegangen, und dahin ist Alles, was sein Inhalt war, die Freude wie der Schmerz, das Glück wie das Unglück, die kummervollen wie die fröhlichen Stunden, nur das Gute, das wir geübt, das ist uns geblieben, nur wenn wir in Tugend und in Frömmigkeit vorwärtsgeschritten sind, das konnte die Zeit nicht fortnehmcu. Wie? und da wollet ihr nicht lassen von dem verderbten Weg, da ihr, euch ja auf's Neue von der Vergänglichkeit alles ' Irdischen überzeugt habt? da wollet ihr nicht bf-' denken, daß noch ein Jabr und wieder ein Jahr schwindet und die Lebensuhr ist abgelaufen und es öffnet sich das Thor zur Ewigkeit, wo der Mensch einwallen muß, um vor dem ewigen Richter zu treten, der nur an einem gerechten Wandel, an einem tugendhaften Leben Gefallen hat? — Ihr seid Menschen, ihr seid Israeliten zugleich; kehret zurück von dem verderbten Wandel, den ihr als Mensch.Jsraeliten gegangen seid, Gott hat euch zur gegenseitigen Liebe auf Erden geschaffen, ach, und der Mensch übt Werke des Haffes, selbstsüchtig schaut er die Welt, die Menschheit an, seinem Vortheile opfert er Alles, was ihm im Wege steht, auch die Ehre» und Güter seines Nächsten, auch die Reinheit seines eigenen Herzens; zum Frieden sind wir hier in det Welt zusammengestellt worden, von Gott, dem allgütigen Vater, ach — die Menschen säen Unfrieden aus und erndten den Streit und den Hader, anstatt freundlich und bescheiden und mildig mit dem Menschenbruder nmzugehen, bewegt der Zwist die Brust und schwellt Stolz und Hochmuth das Herz, und härtet Eigennutz die Seele des Menschen. (Beschluß folgt.) , . Des fwlv-Festes wegen erscheint das Litcratnrblatt i'VP (No. 164) erst am Freitag, den 5. November (Ml'NV 'Ä Briefwechsel. .a'w Schreiben riebst Jnhaft vom 2ten dankend erhalten. Nedigirt von Dr. Ensch in Tltoua.