Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 16 (5.8.1853)
- Date
- 1853-08-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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62 ——aHYH« Der Priestersegen. Auszug aus der Abschiedsrede, I. sie je eingenommen. Das Thier bewegt sich ewig in demselben Kreise umher, seine Bedürfnisse sind eng begrenzt von dem Horizont der es nmgiebt, der Mensch aber, dem das göttliche Licht in seinen Geist geschienen, dessen Herz von den Ahnungen einer besseren glücklicheren Welt ungefüllt ist, der Mensch verlangt, dürstet nach steter.Verbesserung und Verschönerung seiner Verkam dem Blitzstrahl gebieten, daß er verschonend an ihm vorüber» ziehe? Wer weiß den Schicksalsfäden nachzuspüren, wie weit sie gesponnen, wo sie reißen? Und ach! ist's denn der äußere Segen allein, der uns in der Fülle zu beglücken im Stande ist? Wenn das Herz an Wunden blutet, wo ist dafür Balsam, Heil und Rettung? Wer birgt uns, daß die schönsten Kleinode uns. nicht von der Seele fallen, daß sie unser Schmnck^ und imfere Zier bleiben, so lange das Leben in uns wallt und wir die Seligkeit ihres Besitzes empfinden? Kann der Mensch auch dieses Segens sich vergewissern, auch diesen Segen an sein Herz fesseln? Eltern! zittert ihr nicht für das Leben eurer Kinder? Gatten! fürchtet ihr nicht die Lockerung der süßen heiligen Bande? Nein, meine Geliebten, nur der Segen, der Gott zum Ursprünge hat, der trägt die Bürgschaft seines Bestandes in sich, nur wo Gott unsichtbar in's Menschenleben eingreift und mit dem Blumensträuße seines Segens uns das Haupt kränzt, uns die Brust schmückt, da welken die Blumen nimmer,' da verbleibt dem Glücke sein Glanz, da ankern sich die Herzen, die in der Erdenwclt znsammcngehören, fest ineinander und die stürmende Flnth des Schicksals kann, darf sie nicht trennen; da sinkt kein theures Haupt früh-