Mannheim
Compact Memory

Der treue Zionswächter · 1853-04-01 · 7 (1.4.1853) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der treue Zionswächter
Volume
9 (1853)
Issue
7 (1.4.1853)
Date
1853-04-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2625941-2626010-2626017--2640-2627211
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

27 Bürgern der Stadt, beförderten deren Handelsverkehr mit den Auswärtigen-und unterstützten sie bei ihren Gewerbsunterneh, nmngen mit Geld. Die '-Stadtbücher des I4ten Jahrhunderts find voll von Lorggeschäften zwischen beiden. Einheimische und Auswärtige suchten in Geldverlegenheiten bei den Inden Hülfe, selbst religiöse Gegenstände z. B. 1419 des Trcbitscher Abtes Jnsnl kam in ihren Pfandbesitz. Hohe Zinsen bereicherten sie. Nachdem sie aber durch ihre Borggeschäfte den größten Tbeil der Jglauer Bürger von sich abhängig gemacht hatten, wollten sich dieselben von der Schuldenlast nach dem Beispiele anderer Länder und Orte entledigen. Allgemein waren im Lande die Klagen über den Wncher der Inden, daher wurden auch 1411 auf Antrag des Olmützer Bischofs Konrad und einiger Standesherren alle über 10 Jahre alten Schuldverschreibungen zu Händen der Juden für ungültig und nichtig erklärt. Der gewöhnlichen, den Juden damals zur Last gelegten Verbrechen des Kindcrmordes und der Hostien-Entweihung konnte man aber die Jglauer Inden nicht beschuldigen. - Daher nahm man zum Vorwände, , daß den christlichen Bewohnern Jglau'S aus der nahen Verbindung mit den ersteren, welche mit den Abtrünnigen und Ketzern un nahen Böhmen im Verkehr standen, große Gefahr an ihrem Seelenheile zngehcn würde. In der Thal fanden die hierauf gerichteten Vorstellungen der Jglauer Bürger um so mehr Eingang bei dem Markgrafen Albrecht, als er selbst alle Juden in seinem Erblande an einem Tage halte verhaften» sodann abstrafen und des Landes hatte verweisen lassen (den 14. Mai 1420) -). Er befahl, die Juden (wegen angeblichen Einverständnisses mit den Laboriten) aus Jglau zu vertreiben, 1426. Der Befehl ward auch strenge vollzogen und die Juden mußten nach einem Aufenthalte von 81 Jahren, mit Zurücklassung ihrer unbeweglichen Güter und Schuldfordcrnngen, die Stadt verlassen. Viele Familien zogen in die benachbarten Ortschaften Triesch, Pirnitz u. s. w. und gründeten daselbst die noch jetzt bestehenden Judeugemeindcn ). Die verlassenen In. und ansgeplündert wurden, (welches große Unglück die a?"'!- en'^2 ^2 deutlicher beschreibt) scheint die damaligen Jglauer Juden nicht berührt zu haben, obwohl Jglau unter Negierung desselben Königs und in engem Verkehr mit Prag gestanden hat. ") Weil nämlich (wie in dem Werke „die Inden in Oesterreich" weitläufig erzählt wird) eine Meßnerin in EnS (wahrscheinlich mittelst der Folter.) eingestanden hat, daß sie eine geweihete Hostie gestohlen und sie einem reichen Juden Namens Israel übergeben hat, welcher sie mit seinen Hausgenossen durchstochen, in Folge dessen sehr viele Juden den Märlyrertvd sterben s mußten, und jene, die sich zur Rettung ihres Lebens zum Scheine bekehrt, im Geheimen aber doch ihre väterliche Religion beobachtet haben, wurden später, am 17, März 1421, in Wien am Ufer der Wiesen bei Erdberg verbrannt. ') Aus diesen Aorten unseres Autors scheint zu erhellen, daß die Jndengcmeinden Triesch (ursprünglich Triescht) und Pirnitz erst von den aus Jglau vertriebenen Juden gegründet worden fi id, welches auch der Umstand zu bestätigen scheint, daß letztere Gemeinde bis jetzt noch keine eigene, sondern eine von der dordenhäuser ließ Markgraf Albrecht unter die christlichen Einwohner vertheilen. Die Synagoge oder die Judenschule aber schenkte er dem Jglauer Armen-Spitale 1427. (Schluß folgt.) Die Al teppe in Palästina. Noch manches ist dem Naturforscher unbekannt, und nur die Zeit kann Erörterungen und Entdeckungen der Naturgeschichte ausfindig machen. In Palästina existirt ein vierfüßiges Thier, welches in der arabischen Sprache Al teppe heißt. ES hat die Größe eines Esels, der Kopf ist ähnlich dem eines Schweines, der Körper ist schlank und läuft schnell. Dieses Thier nähert sich dem Menschen» heuchelt und schmeichelt ihm. macht lächerliche Possen, mit seinem Schwänze macht cs besonders auf solche Weise verschiedene Bewegungen, indem eS tanzt und springt» besitzt eine harmonische Stimme, daß es dem Zuschauer unmöglich ist, sich des Lachens zu enthalten. Sobald der Zuschauer lacht, so ist er seiner Vernunft beraubt. Das dämonische Thier geht voraus, und der Bewußtlose wie ein Thier zur Schlachtbank geführt, folgt nach über Berg und Thal, bis dieses listige Thier demselben in eine Höhle führt. Dort saugt es ihm daS Blut aus, wie auch das Hirn vom Kopfe, der Körper liegt todt va tigen Obrigkeit erbaute und von ihr gemkethcte Synagoge besitzt, und erstere bis zum Jahre o"opr> nur eine mit Brettern gedeckte Synagoge gebabt barte, und trägt auch ihr Leichenhos keine Spur des AlterthumS au sich; jedoch da tu Nr. 386 der rituellen Gutachten des Nabbr Salomo Adcreth eine ihm aus Böhmen von dem Orte zugeschickte Anfrage vorkommt, worin ein gewisser Rabbi Jakob Triescht v-nyo »n erwabnt wird, kan» man einigermaßen daraus entnehmen, daß bereits zur Zeit dieses großen Gelehrten, welcher in Spanien im 13len Jahrhundert floririe, in Triesch bereits Inden gcwobnt haben müssen, denn uurer w-üvr'ö in Böhmen ist wahrscheinlich nur das jetzige Austerlitz in Mähren zu verstehen, weil damals Mähren, unter Regierung des böhmischen Königs siebend, oft auch unter Böhmen inikbegriffeu worden ist. Hier muß noch bemerkt werden, daß sich wahrscheinlich mehrere von Jglau vertriebene Juden auch hieher nach Trebitsch gezogen haben, da Trebikfch nur 3 Meilen von Jglau entfernt, nach der Geschichte Mäbren's bereits damals eine Judengemcinde gehabt barre, obmobl diese, wie es scheint, später wieder zur Zeit als Mathias Koroliins ans seinem Kriegszugc nach Bobinen gegen den husfilisch gesiiinrcn König Georg Pvdiebrod im Jabre 1468 Trebitsch eingeäscherr bat, diesen Ort verladen und erst im Anfänge des 17ten Jabrbnnderts sich daselbst von Neuem wieder angcsiedelt zu haben scheint, da sclbit die hicrortige sogenannte alte Synagoge nicht' älter als 200 Jahre ist, und ans dem jetzigen Leichcnhosc, da der frühere an einer andern, davon entfernteren Stelle gewesen sein soll, findet sich kein älterer Leichenstein als vom Jabre Auch die biesigen Gemeinde-Statuten od-opo mrpn datiren sich erst vom Jabre und wo sie von dem damaligen, daselbst zuerst namentlich benannten Orts-Rabbiner i'ön pol» 1, und einige gar erst vom Jabre die von dem damaligen in Hol- Ilfchau sich befindenden Land-Rabbiner p"prr> 2-h pni» bestätigt und sanctivnirt wurden. Letzterer war wahrscheinlich Krochmal's Sohn und Nachfolger, Verfasser der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.