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Der treue Zionswächter · 1853-03-18 · 6 (18.3.1853) · page 4

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
9 (1853)
Issue
6 (18.3.1853)
Date
1853-03-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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24 logischen Grundsätze, «mit der Ursache fäUt die Wirkung», der Rückschlag in religiöser, zumal in jüdisch-religiöser Beziehung nicht ausblcibcn. Obiger hohe Ministerial-Erlaß hat cs ausgesprochen, wie es an der Zeit sei, dahin zu wirken, baß auch das jüdische Mecklenburg wieder in die Spuren der Wahrheit, der Positivität eintrete. Die dortige Synagogen-Ordnung ist nur ein sehr schwacher Wiedcrschcin jenes abirrenden Zeitgeistes, die in den Vordergrund gestellte sogenannte Säuberung der Gebete von Flüchen und Rachebcschwörungen gegen — die Bösen, eine Popanz, die als -solche schon längst ihrer Fürchterlichkeit entkleidet in den Augen aller Gebildeten und wahrhaft Frommen jeglichen Werthcs beraubt, darsteht; die Zeitgemäßheit, wie eö von den Verfassern selbst anerkannt wird, das einzige Kriterium ihrer innern Wahrheit und Nothwendigkeit. Nun denn, die Zeit hat sich. Gott sei Dank, seit jenen Zähren sehr geändert, und was man noch vor einem Dccennium als reitgemäß binstellte, es ist jetzt der Zeit verfallen, wie sie selbst der Vergänglichkeit snhcimgegeben. Das gläubige Zudenthum ist und will kein zeitgemäßes sein, sein göttlicher Ursprung bürgt ihm seine Ewigkeit, und wenn die höchsten Staats-Behörden es aussprcchen, wie sie, ohne Rüäsichtsnahme auf die besondere Confcssion. vor Allem und von Allen Rückkehr zur beseitigten Autorität wollen, wie sie eine innige Verkettung zwischen Gehorsam gegen göttliches und menschliches Gesetz anerkennen, das Eine Lurch das Andere zu fördern suchen, dann sehen wir darin nur die in der Geschichte so oft sich bewahrheitete göttliche Versicherung: Fasset Rath, er wird zerstört; redet ein Wort, eS bestehet nicht, denn mit uns ist ein Gott. Preußen. Aus der Uheinprovinz. Die Reformgläubigen rühmen sich gewöhnlich der Toleranz; sie liefern uns aber zuweilen ein Pröbchen vom Gegenthril. Vor Kurzem kam ein jüdischer Commis nach Wirtlach und ließ sich daselbst bei einem Herrn S».. Bestellungen aufgeben. Dieser Commis, der seinem Glauben noch treu anhing, logirte in einem christlichen Gasthause, speiste aber bei einem Inden. Dies erfuhr Herr S. . - und sofort fertigte er einen Brief an denselben ab, des Inhalts, daß er hicmit seine Bestellungen zurücknchme, da er erfahren habe, daß er noch zu den Altgläubigen gehöre. Ungarn. AuS Pesth schreibt man, es sei eine allerhöchste Entschließung erflcsscn, wonach der israelitische Schulfonds Ungarns als Staatsfonds anzusehcn, und künftig wie die übrigen öffentlichen Fundationen zu verwalten sei. Die allerhöchste Anordnung wird um so schneller verwirklicht werden, als gleichzeitig die Weisung erging, die Rückstände für den israelitischen Schulfonds mit Energie einzutrciben. — (Köln. Ztg.) Frankreich. Paris. Dieser Tage findet die Wahl eines Groß-Rabbincrs von Frankreich Statt. Alle Israeliten Frankreichs nehmen durch Abgeordnete daran Theil. Man spricht auch von der Erhöhung seines Gehalts» Bis jetzt hat derselbe nur 6« oder 8000 Franken Gehalt. Palästina. Jerusalem, am lsten Adar 5613. Die größte israelitische Gemeinde, die die heilige Stadt Jerusalem gegenwärtig besitzt, ist die spanische Gemeinde (v'Ties). Selbe zählt an 7000 Seelen. I die sich nur mit dem Studium des Talmud befassen, Th. die sich vom Handel und allerlei Professionen ernähren, einige Familien, die sich mit Ackerbau beschäftigen. Sie besitzt fünf öffentliche Haupt-Spnagogen, außer diesen ist keine öffentliche Synagoge in Jerusalem. Eine davon ist sehr groß und wurde dieses Jahr durch die Wohlthätigkeit des Hrn. Jzchack Alteras, der 50,000 Piaster spendete und selbe nach europäischer Art prachtvoll decoriren ließ, von Neuen wieder hergestcllt. Außer diesen Synagogen hat die Gemeinde 36 offcnlliche Studium-Anstalten des Talmud v-aiw wa, (in ferneren Fortsetzungen gedenke ich speziell die Namen derselben als ihre Stifter anzuführen,) ein geistliches Oberhaupt, der den Namen Chachain Pascha hat, mit vier öffentlichen Gerichten v'-n >r>a. Der gegenwärtige Groß-Rabbtner Na» mens Herr Jzchack Kowo ein -ochdetagter Greis, der außer seinen ausgezeichneten talmudischen Kenntnissen ein derühmrer Cabalist ist, ist vom Sultan anerkannt durch Zusendung eines Siegels znm Zeichnen. .Bei ferner Ernennung wurde er auf einem prachtvoll gezierten Pferde vom Hause des Gouverneurs der Stadt Jerusalem mit einer großen Begleitung der tür, kischen Obrigkeit nach seinem Hause geführt. Dieser Groß« Rabbiner, der über sämmtliche spanischen Gemeinden in Palästina und im ganzen Orient gefetzt ist, hat bekanntlich eigenhändig die Ernennung des hochwürbigen Ober-Rabbiners I. Ettlinger in Altona zum Präsidenten und p"e>r>o t»» zum Wohl der Spanischen wie der übrigen israelitischen Gemeinden in Jerusalem vollzogen. Diese spanische Gemeinde hat 16 Wohlthängkeits-Anstalren. Leider sind die Einkünfte derselben nicht hinreichend, um den gestellten Anforderungen Genüge zu leisten; mit Schlauheit benutzt die englische Missten diese Nolh zu ihrem Vortheil. Die spanische Gemeinde trägt alle Lasten und Abgaben an die türkische Regierung. An jährlichem Kopfgelde allein müssen 13 Piaster für jede Person gezahlt werden: eben so wird die Erlaubniß an allen Heiligen Stellen atü ^r>o u. vgl. auf -7po r»mpo und v'p'7- >i7p zu sein mit großen jährlichen Abgaben errungen. Es ist daher ganz natürlich, daß diese Gemeinde eine große Schuldenlast aus sich hat, wenn auch nibo außer Rußland, Polen, Ungarn jährlich reichliche Spenden ihr allein zufließen, die aber großentheils durch den Unterhalt an Gelehrten, Greisen, Witlwen, Waisen udgl. aufgezehrt werden. Beim türkischen Gericht (Diwan) ist ein i'pv spanischer nio» als Beisitzer von der Regierung ernannt; jedoch habe ich cö selbst beigewvhnt, daß Muhamedancr lieber beim v'77Lv7 p7 ihre Forderungen, wenn selbe ans spanische Mitglieder lauten, geltend machten, als bei ihrem eignen Gerichte. Wenn es den theuren Lesern dieser geschätzten Blätter, die wir hier allwöchentlich mit wahrer Sehnsucht erwarten, angenehm sein sollte, die Fortsetzung dieser Artikel zu vernehmen, so bin ich gerne bereit, durch eigne Nachforschung der früheren und gegenwärtigen geschichtlichen Angelegenheiten der großen Israels-Gemeinden Hieselbst für die Zierde des orthodoxen JuventhumS selbige mitzutheilen, jedoch würde ich sehr bitten, die Beantwortung meiner Frage in diesem geschätzten Blatte zu vernehmen. Mit dem größten Vergnügen ersuche Sie um Fortsetzung dieser Artikel, die in der Thal für uns belehrender, für Sie ersprießlicher sein würden, als der unerquickliche Zwist, die steren Klagen, die sonst wvl.jn derartigen Berichten das unaufhörliche Thema abgcben. ' Die Redaction. Briefwechsel. 2'vn Schreiben vom 4. März nebst Inhalt dankend erhalten. — U. in M. Wie Sie sehen, haben wir uns doch noch entschlossen. Versuchen Sie es daher mit der kräftigen Anmerkung zu 3 und fahren gefälligst fort; dahingegen streifte das Andere zu sehr an Politik und mußte daher unbedingt zurückgelegt werden. Redigirt von Dr» En och in Altona. Druck von Gebrüder Bonn.

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