Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 2 (21.1.1853)
- Date
- 1853-01-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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-er Interessen -es ortho-oren Iu-enthums. 9 A»bm»»a. A. Januar 1WS. > Altona, i cr'-v, 2" M 2. DEereuz zwische» Lehre y«d Leben. ' / - " ' Pvu H. ' Unsere Zeit. ist die trübe Zeit der Zerwürsmß nnd.-es Kampfes l» der Theorie wie in der Praxis, in der. Intelligenz.; wie im,Leben.. . Je^ mehr sich das BMrftnß herausgestelld hat, diese, beiden geforderten Seiten der menschlichen Gesellschaft zu verbinden,: -von der einen Seite den Theilen des Wissens. - ganz besonders sein .Angenmerk ^zuzuweuden,. welche in der T bat ihren Beweis liefern» . und von der andem Seite, nur dre Tüätigkeit anzuerkenncy» welche getragen von dem Geiste: und -er Idee ist; seitdem hat'inanimmer mehr überdas.Verhältuiß der erwähnten beiden SnhstLnzcu. n.achgrdacht, dieselben, . immer mehr i ihres schroffen GeZeusqhes.zn befreien»! sie: theils Äußerlich durG^Judnclivnen. zn verbinde», N>Ms. innerlich: dialektisch! szttibeutisiciren. Dicst ish-xrHrnndjUA der groKefluNw.olnÄorE:aller theoretischen rurd MakEe»; TÄsMUnen» ^>ik ekUW de«? schMichen MWpliycn. einen praktischen .Inhalt, gaben, als Luch die früher rem praktischen ihrer Aeußerlichkeit und Zufälligkeit entkleideten, und derselben das viel würdevollere Gepräge von Gesetzmä^igkeijiind Nothweudigkeit gab. Diese große Umwälzung der Nätür^niid des Geistes mußte allen BerhäNnissen der Gesellschaft sich miltbeilen, und alle viclverzweigten Fragen des neunzehnten Fabrbuuderts .conceMiren,.sich um. die eine große Frage: soll äußerlich uns überkommene Praxis und Dogma uns beherrschen, oder stchs unsere Subjectivilät über alle Verhältnisse gebietend imd verä.ndernd, ätzend und verwerfend? So ist der Gegensatz von.Spinozistischem, Dogmatismus und Kantischer Subjectivität mit allen ihren veriiünftigeu Evnscgilenzen der uuumschräukte Beherrscher des Staates wie der Kirche- Auch letztere nämlich konnte der allgemeinen Bewegung nicht widerstehen; auch sie. mußte sich erwähnte Alternative stellen, welche in ihr nur in einem andern Gewände erscheint. Es besteht auch hier die Spälumg im Ganzen und Großen blos darin: ob das NeligiouSftudiiim -in einem objectiveu scholastischen (wir wollen diesen Ausdruck nicht in der gewöhnlichen, üblen Bedeutung verstanden wissen) Untersuchen innerhalb der Grenzen gegebener Gesetze und Gebräuche, oder in einem Ergreifen der subjektiven Vernunft und ihrer Anschauungen, wie sie sich in den verschiedenen Zeiten zeigt, also des Lebens bestehe. In wie fern diese Untersuchung in dieser Discipliu überhaupt zrüässig sei,. wollen wir hier nicht untersuchen, und werden über diesen Punkt vielleicht in einer besonderen 'ÄHandlnüg sprechen. Je mehr nun.He'ÄerIetcr der letzteren Anflcht der'Zeit und ihren Anschauungen hnlbigen,. nnd jc 'uleh.p".fie gerade' darin chr Prtncip haben, daß die Äeligion in. den »pl^feivvllen Zcitrichtnugeu verschieden sich gestalte; desto mehx mußten sie im Indeuthume 'Syiupathiecu und cisrige Vertreter finden. ' Cs gehört nämlich zu den unausbleiblichen Äüs- «nWn^jiie^ Znr'.^e-nldeter» Coufession, sich dem Charakter und dtzu^VötksbewuUein der Staatseonfession theils leickjtsinnig, theiss henchlepisch''Muschließeu. and sv seluen eigenen Charakter und seine z» verflachen und an^ngeben. ^ü'ßerdein. iK.' ^Her anch dem schmiegsamen Lehen des jüdischen Volkes zuzNiIreM, vermöge welches eö durch die Gnade Gottes als sichtbares SfaM^m-er beinah 2 Jahrtansende den kommenden ,uch vörgehenden^ölkern der Geschichte sich auschiießt, mannigfache Meü Hgen darfmit ihnen lebt, und den «Mige». .tztzWUtzM. .Lehrsätze» über Entstehen. und noth» ' -^MtW^vDHUvße^Tiäaten trotzt.So'erwarb sich die jüdische Nation ebeuso sehr den Rn hm lichtvoller Forschung und sittlicher Lebeüssührnng ui den Zeiten der Erleuchtung, als sie auch andrerseits den Abarten undEulsittlichnNgen in Ungebundenheit und Frivolität sich anschloß. Sie vermöchten unter heidnischen Völkern dem unmenschlichen Manlechdienste-nicht zn widerstehen, verfiel in Abstractionen, als dergleichen griechische Schulcit sich über Klein-Asien verbreiteten, gefiel sich mit den Alexandrinern an Guostischen Träumereien;'übte ganz besonders au scholastischer Kasuistik den Geist zur Jnterpretaliou ihrer vielverzweigren Gesetzgebung; und glanbte endlich beider neuesten Lage der intcllectucllen WelH auch ihre ächt jüdische Scholastik iiiir sv-- genLmrtem vernünftigen Raisonnemeut vertauschen zu müssen. Je mebr nun aber, trotz der nicht zu länguenden geistigen und gemütlichen Hartnäckigkeit von der einen Seite, diese durch Jahrtausende bewährte AnschließnNgssncht nuserS Volkes in unserer Zeit immer mehr und mehr um sich greift, je oster sich die Vertreter der Nation in unserer Zeit mit der Verflachung ihrer Resoiiderhcit^nid Eigenthümlichkett brüste», und mit liebäugelnden Augen ciuberschreiten; je mehr man ln unserer verhäugnißvollen Zeit die curioseste und zugleich die bitterste' aller Erfahrungen macht, daß die Lebrer und Wahrer unseres Glaubens sich ganz dem Europäischen Staatsglauben aiiznschiuicgeil suchen, so daß sie nicht selten zn Lobrednern desselben und ihres Gründers ansartcn , desto mehr ist es unsere Aufgabe, uns selbst wiederzngcbcn und zu erhallen, dem jüdischen Volke jüdische Anschauungen