Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 1 (7.1.1853)
- Date
- 1853-01-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 und zwar durch die gütige Spende des Baron Gustav v. Rothschild, welche eS uns ermöglicht, uns auf die Dauer von 4 4 Jahren ein schönes Zimmer als Bethans zu miethen, wo die deutsch-israelitischen Brüder das Geber.in der heiligen Stadt Jerusalem verrichten. Das fleißige Studium des Talmuds ist nach wie vor Princip unserer Thätrgkeit, nur wäre es erwünscht, daß wir von diesem heiligen Zwecke durch irdische Verhältnisse nicht abgezogen würden. Zwar kann mau unfern deutschen Brüdern im Auslände nicht alle Schuld deimeffen, indem sie jährlich 90.000 Piaster sammeln und Hieher sendenaber das Eintheilungs-Wcscn dieser Summen ist noch nicht gehörig normirt, zumal nicht nach Willen der Geber der Spenden. So schickt nämlich jedes Land. z. B. Rußland.; jedes Jabr 40,OM Rubel für 700 Seelen, die sich ans Rußland - Hieselbst befinden—die Gemeinde nennt man v'-w — die Polen, 462 Serien stark, die sich Warschauer Gemeinde nennen» .bekommen jährlich 1000 Dukaten, die Chaßidim aus Galizien bekommen für 400 Seelen 190.000 Piaster, wir Dcmscde hingegen bekommey jährlich 15 MO Piaster für 60 Seelen. Run fragt Ihr, deutsche. Brüder, warum gebt Ihr 90 000. Piaster und wir bekommen nur 18000 Piaster? Die Antwort ist, weil Ihr beim Einsendcn Eurer Gaben nicht bemerkt», daß Ke specicll für uns sein sollen, was dvn außer deutschen Gedern fast durchgängig geschieht. . (Beschluß folgt.) Jüdisch-Antiquarisches. Der Vrt des Tempels. Der Tempel steht auf einem hohen steilen Berg; und er. ward hier, und nicht etwa einer äw einer Ebene erbaut, weil; dieser Berg schon in der Vorzeit geheiligt wurde. Nach Aus«- sage der Juden nämlich war auf der Spitze dieses Berges der ovr pv (cher Grundstein der Erde und 4hr Ccntralpuukt). Hier der Ort, woher der Erbstoff zur Bildung des ersten Menschen genommen ward. Hier der Ort, wo Avam' einen Alrar. er' baut, und sowohl er7 alS auch sein Söhn Abel Opfer dargebrachl- Hier der Ort. wo Noah zuerst, als.er die Arche verließ, die Erve wieder betrat, und Dank-Opfer und Gebete dem Allerhöchsten für seine unendliche Güie und Barmherzigkeit brachte, der ihn so wuudcrbar von der Süntflurv und den wilden Thlcrcn. denen er in der Arche prcisgegcbcn war, gerettet. Hier der Ort. wo der große Vater Abraham seinen Sohn Jsaac auf Befehl des höchsten Gories opfern wollte, welcher von den Hebräern daher auch Berg >-'->w (.welches von r-M zeigen, abgeleitet, da Gott selbst ihm diesen Berg gezeigt) benannt wird. Auch sagten mir die Priester, daß hier die edelsten Gräser gewachsen, Woblgerüche duftend, wie Räncherwerk und Myrrhe. und daß vielleicht auch daher der Berg seinen Namen (von iw Myrrhe) erhalten. Merkwürdig ist, daß sich die Juden statt des Ausdrucks, nach dem Tempel, gewöhnlich des Ausdrucks, nach dem Berg Mono wallen, bedienen. Hier ist auch der Ort, wo Jakob der dritte Stammvater, die Engel im Traume auf- und abstcigen sah. Hier der Nedigirt von Dr. En och in Alivna. Ort, wo die Prophetie und göttliche Begeisterung vom Himmel herabströmend. den Auserkorenen des Herrn verliehen wird. Hier der Ort,, wo die. geläuterten und gereinigten Seelen zur ' ewigen Ruhe in den Garten Eden einwand crn. Hin . der, Ort, wo der AUgütige eines Jeden Gebet erhört, und nach einer Tradition der Jiwen,. sinder selbst das Gebet eines ungläubigen Heiden an diesem heiligen Orte, bei Gott Erhörung. Von den Jedem auffallend merkwürdigen Steinen des! Tempels' ließ ich mir erzählen, daß bei dem Baue, welchen Salomo aufführen ließ, die Steine oft 10. doch meistens 8. Ellen ulang waren. Sie fügten noch hinzu, dass der jetzige Tempel von Herodes erbaut wurde, denn der. der von den ans dem babylonischen. Eril zurückgckommcnen Juden mit Erlaubniß des; persischen Königs. Cyrus erbaut, sei sehr ärmlich, und in jeder Beziehung mangelhaft hcrgestellt worden, bis endlich der große; König. Herodes. von religiösem Geiste beseelt, denselben. niederreißen ließ,, dahingegen einen andern! aufführte, welcher den ersten in vielen Beziehungen übcrtraf. Denn bei seinem ungeheuren Reichrhume ließ der König Schiffe^ nach den entferntesten Gegenden der damals , bekannten Meere ausrüsten, um zu ermittelu, wo die ächten Marm orsteine aufzufindcn seien. Es wurden; ihm nun auch wirklich ächte Marmorstetne. weiß; wie Schnee, von beinahe unglaublicher Größe, 25 Ellen: Länge. 12 Ellen Breite;;uad. über 8 Ellen Höhe, überbracht. Ungefähr von Sceincn dieser Größe nun ließ er den ganzen Tempel vom Grundsteine an i dis züm Dache anfführen; noch schwieriger mußte, es sein, diese Sterne' nach solch' ungeheurer Höhe, .gewiß über 100 Ellen hoch zu transpor-iren. Auch wurden Steine im Meere gefunden, mit den schönsten Farben geschmücktmeistens den Mcereswellen gleichend, wie solche jetzt kaum noch aufgefundcn werden,-Blei mrd Kupfer gebrauchtem«» zu den gewöhnlichsten Geräthen, und Eisen besonders zu Rägelu. . - . . n . i Anzeige. Zur Wiederbesctzung der erledigten Vorsänger- und Schächterstell e bei der hiesigen, israelitischem Gemeinde, werdelj- Fexigncte Bewerber, falls beide Stellen verbunden werden sollen, unter Vorlage ihrer betreffenden BesähigungS- und Sittenzeugniffe ausgcsordert, sich innerhalb 4 Wochen bei Unterzeichneten zu melden. F u l d a, am 29. Deccmbcr 1852. Die Synagogen-Aeltesten r S. Eschwege. Z Weilburg : Druck von Gebrüder Bonn.