Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 9 (1853)
- Issue
- 1 (7.1.1853)
- Date
- 1853-01-07
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2625941-2626010-2626011--2609-2627174- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
för Israel-sttv^urcht zu Gide, vielkckchOfM' Israel in unserer - den Götzen des Genusses anbetendcu Gegenwart als Zeuge dastebcn, das; eS ein Hebere? gebe im Leben als die leckende Vergünstigung auf Erden, ein Höhere-Z als den flüchrigcn-'Glaitz des Irdischen; das e? noch Menschen giebt, die für dies Höbere leiden, dulden,, -ringen, dass es Mcnschew giessj 4 dse mit -ihren Atmungen blnüberreichcn lnVini besserc/gelanterteZ/elr. Vielleicht^ nein! Ihr Israeliten seid gewiß dazu berufen, dem Menschengeschlecht zu zeigen, wie der Geist in ÜuS stärker scn? müssest als das Fleisch, wie der Gottesgeist,-der in euerer Geschichte M' issfenbarl, euch.muthlgr und festigt, für. euere Vergangenheit-mitallem Glück und Gute der Erde cinziistchcn. Und da es so ist, wo ist dann eine herrliche, schönere Bestimmung als die euere? Und so lasset die Weckstimmcn, die aus der Makkabbäerzeit beute an-euch erklingen, nicht wieder durch'S Gewühl des Lebens verhallen, ' , . -.^ss ist. Das rechte BekrMÄiss 6)!ailben hervor; aber sie sind nicht selbst der Glaube. Der Glaube ist gleich der iuncrn, den ganzen Baum durchdringenden. Krass, dem edlen, in allen seinen Adern rinnenden Lass, wodurch der Banm die edlen Blülhen und Früchte trägt. . Der.„wahre Wanb^,.ins Mcisschcu„.ist ^iokElel'erzexzziM des Herzens,' nicht Pc^VerstaNdc?; Glaube' 'ist iksimittelhaöe'ill'erzeng'.ing, das linvermitleltc Gefühl der Wahrheit, was wol gebildet Mrd entwickelt,' über nkchd SiMeM werden kann." 'Der Glaube ist für die Erkenntnis, des. Heiligem tttchAAM^chWsswaS! das Gewissen GMp-tzW.-HaML-D der rechte Glaube immerdar thätig in der Liebe. Im tiefsten innersten Wesen beider istGlaitbcii»i'nidGe!vi ssesscsis imd dasselbe. Das Gewissen ist Gottes,-ist--den Geist in nnserül Hetzen, der nnS znm Guten,- d.- i. zum göttlichen. Tinen. treibt, ist Gott in unscrm Herzen, dey nnS richtet, wenn wir'S nicht gethan, der „eifert für das Gesetz und gebet das Leben bin für den „Bund der Väter, seid' männlich und'mnthig für das' „Gesetz, denn dadurch werdet ihr verherrlicht werden," hier schon, und dort drüben gaii; gewiss— Amen! -»»xrHo« l« - Das. Wort „Glauben^ irr religiöser Bedeutung. Von einem Scisilichcn. DaS Wort Glaube ist eines der schöniken 'in' der Sprache und bat die herrlichste Bcvcittnng. sind''doch ist kem Work heftiger angefochtcn, und mit Recht/ Denn an dem Mißbrauch und 'Mißverstand dieses Wortes knüpfen sich unseelige Ruckcrillncrnngen Vvn Leidmschafl, Haß Und Zwist, ja keine blutgetränkteren Blätter kennte die Geschichte, als die, zu denen mißverstandener Glaube die Menschheit gegen cinaiidcr gcwaffuet. Und nicht blvs hartherzig und der Liebe leer macht der falsche Glaube daS menschliche Gcmütb,! svudern auch dumpf, stumm und dumm. Alles dieses aber timt nur der falsche, der mißverstandene Glaube. Dieser falsche Glaube ckst in diesen Blättern vielfach bekämpft worden. Nur der falsche Glaube ist gemeint, wenn gefragt wird: „Giebt cS eine Pflicht zu glanöcn?" Beim rechten Glauben ist die Frage eben fo wenig aufznwerfen, als man den Dbstbaum fragen darf: Hast du eine Pflicht, zu blühen? Er blübr eben. Ddcr den veredelten Baum: Hast du eine Pflicht, süße Früchte zu nagen? Er irägr sic. Er kann nicht anders. Und dieser Glaube ist das Edclüe, waS der Mensch haben kann. - Was ist cS aber? DaS will ich mit wenigen Worten auSeinandcrsetzen. Die Frage ist wichtig für die Geistlichen, die ja Menschen bilden, das Volk znm edelsten Ziel der menschlichen Entwicklung fübren sollen. WaS ist Glaube? Ist er gleich der Dlülbc oder der Frucht deS veredelten Obstbaumes? Der prangenden Blüthc gleich ist das Bekenntnis; deS Menschen, der Glauben hat; die süße Frucht ist zn vergleichen den Licbcswerkcn, ,in denen der Glaube thäu'g mit,Freude unser Herz erfüllt, we.nn wir ihm folgen. Der wahre Glaube nun wohnt im tiefsten InNc.ru des menschlichen GcmüthS, wo unser Herz in Gott wurzelt, .s.Essist. selbst Päs. mit Gort einige Mcuschcnherz; seine andere Miss ist' die "rechte Gesiiiiiüng/ rlnd nitn den rechten Glailbcnss ^on dem falschen'zu unterscheiden, müssen wir bedenken, dass in der ve'ntschen"Sprache das Wort Glauben drei 'Bedeutungen hat'.' . ' 1) Es bedeutet meinen od?r wahnen.'' DaS'ist die alltägliche oder gewöhnliche Bedeutung.?'.'. Sie istsoben nicht gemeint. Glauben in dieser Bedeutung ist LuH, eine Art'vössÜebcrzeügiinz' aber keine feste, gewisse.Dan.^lkjAk: ich' weiß ss'nicht, aber ich glaube es.' Dieser Maüsse'mnsi nssaklen'ivWigessÄingen'.ans«, gehoben und in Wissen Hrwändelss w'erdM,"'.'wenn. ver. Äensch. ein rechter Mensch werden will. Wird es morgen regnen? Ich weiß es nicht, aber ich'glaube cs wohl, . Dahei'kann und muß sich jeder begnügen. Gicht eS Gespenster? Ich weiß' es nicht, aber ich glaube es wol,' oder ich glaube'es nicht. Beides ist eure lhörichte Antwort. Der rechte, der gehfldete Mensch ' soll gewiß wissen, das; s es keine giebt! ssErsssoll den Unsinns' die Thorhcir des Gespenstcrglanbcns eingcschen haben. Glauben in dieser gewöhnlichen Beziehung ist alsss ungewiß wissen, mein.',! oder wähnen. ' " 2) Die zweite Bedeutung ist der historische Glaube. Ich glaube dir; einen Menschen überhailpt; d. h. ich traue ihm zu, daß er mich nicht belügt, 'und'wenn sec mir etwas erzählt, daß er richtig gesehn, gehört, überhailpt mit den Siulleii wahrgeuommen bat. Ans diesen'Glauben beruht! alles geschichtliche und äußere Wissen. Wir wissen, daß Alexander der Große gelebt hat, -. h. wir glauben denen, die cs uns' erzählt haben. Ihre Berichte sind geprüft und bewährt gefunden. Wir wissen, das; in Afrika eine große Sandwüstc, Sahara" genannt, liegt. Wenige haben' sie selbst gesehen. Aber wir tränen denen, die sie gesehen, zu, das; sic richtig gescheit und erzählt.'haben. Schließlich glauben wir unfern Sinnen. Wir wissen etw'äs^ wenn wir es selbst gesehen, gehört u. s. w. Wir' trauen' unfern eigenen 'Sinnen. Hier wird der Glaube zniN Wissen, wenn wir das Vertrauen gewinnen, daß wir selbst'oder Andere etwas auf dieselbe Weise wabrnehmcn, wie alle Andern, die in gleichen Lage sind. So