Mannheim
Compact Memory

Der treue Zionswächter · 1852-10-29 · 22 (29.10.1852) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der treue Zionswächter
Volume
8 (1852)
Issue
22 (29.10.1852)
Date
1852-10-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2625941-2625983-2626005--2582-2627143
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Mk r g er n rung -er Interessen des orthodoxen IudeÄljums N- Ottobcr lE k Altona, l 2""^ t'r2' Mk 2S^ SoÄft und jetzt. '' , > . , Lehrer in Gud^ysberg. Weh uns! wie W wir gefallet»! Der faßt diese Klage in j idter ganzdn ' lebenserschütttrudtn/ uNgluckfassendtn "Bedeninng? Der komme und Nage'N'tt'Nirst'-.'.Dche uit'sj-stne wir -ge-- fallen! Da stehen wir verlassen von Außen und Innen und waLÄch^. kömnlt Nicht Hilfe von Oben, dann . .! . 0 Gort, mein Gott!" NaW'kangwierlger Nacht der Brdrängniß, nach langwierigem Drilcke dSr Verhältnisse von AnßeN, war den Jebndim endlich ein Licht aufgegangen in der körperlichen Freiheit «nd Gleichstellung mit den übrigen Gliedern des'Staates; nicht mehr sollte ihm die Angst der stets gefährdeten Existenz das Leben verbittern, Ni'cht NM sollte.sein Lebest ein. ewiges,' unablässiges Ringen tun die Erhaltung desselben und den Mitteln hierzu sein. Der ewige Kriegszustand - der ganzen civstisirken Wett der Juden sollte aufgehoben und mit Kälte, Haß, Verachtung' Verstoßung auf ewig in das Meer der Vergangenheit und Vergessenheit hinabgeschwundcn sein. Das waren freudenseüge, lebenserhebcude Träume, und sich nur so umsonst daraus emvorgerüttelt zu sehen, und sich sagen zu müssen: Ach, es waren mn Träume, das thnl web, gar weh! — Zn vollem und helllichtem Glanze hat äns eigentlich die Sonne körperlicher Freiheit nie gestrahlt; zu jeder Zelt war sie noch von düsterdrohendem Gewvlke umlagert; 0 wäre sie uns nie ausgezaugen, so wahr Gott lebt, es wäre besser für uns gewesen! Uns ihres herrlichen Glückseinflusses gesteift zu haben, har sie nicht lange niid nicht hell genug geschienen, und doch, loUic'sie jetzt, wie ste droht, ganz versinken und frühere Nacht über uns hereinbrechen, so würden wir es, einmal an ihr Licht gewöhnt, doch gar schwer verschmerzen. Doch das ist noch das geringste Übel; denn gerade was sie nicht sollte, das hat sie gebracht. — Das Licht der körperlichen Freiheit, nur auf den Körper sollen sich seine Wirkungen erstrecken, und der sollte unter seinem Einflüsse erstarken, erkräftigen und erwachsen znin würdigen Diener des Geistes und auf den Geist nur in so weit, als dadurch die Ausbildung seiner Kräfte gefördert wird. Die ausübende Gewalt des Geistes gebührt ja einer anderen Macht, der Macht der Religion. Aber das Licht der körperlichen Freiheit, auch in das geistige Leben ist es, eingcdrnngen, es hat die ausübende Gewalt an sich gerissen, und der blendcudreine, stermnglciche Lichtglanz des Rcligionslebcns ist au diesem Lichte erblindet. Und das ist cs, was der Seele dev:Wisch drnkrndtn Jthddim dev Klageruferpreßt : „Wehe uns, wie sind wir gefalle»! Denn ünsere göttliche! Religion haben wir für körperliche Freiheithingegebelk; ein ust« . gleicher Tausch' bei dem wir unendUch, nnhirecheubar"vielo«rlor»>t' haben, und' wird uns nun auch diese genommen, wie es Lik Anschein bat, dann haben wir gar nichts'mehr.'' s WeheuNS, wie sind wir gefalle»! - 7 - - Es war in der früheren Zeit; als noch Drück und Der. stoßtlng^ Haß und Verachtung den Inden von der Außenwelt abschloß, -a wandte sich des Juden ganzes Leben und Streben nach Innen, feinem Volke und seiner Religion zu. Alle edlen göttlichen'Sprossen der Seele, jedes liefe'innige-Gefühlr Zu» . neignng, Liebe- Tkeiluabme- Treue, Hülfsbefiiffenbeit, Mußt« sich in diesen Kreis-contentrirxN und konnte 'wegen seinegeringen - UmsangeS'um so kräftiger wirken; Nrid.so-fand er-bei-fich-setbst, seinem Volke, seinem Glaukeu ^en Trost, dte- Beruhignng, die . Lheilnahi»e^!-chie chm vo» Änßeu her versagt, war, rröstenver, beruhigender/und inniger, als sie ihm von Außen her gegeben' werden konnten. Sv war cs sonst- -aber jetzt-'s^ Unfern Gstft haben wir. an die ihm von Außen zur.Nahrung spärlich gereichten, -armseligen Brocken gewöhnt; and so suchen mir-ihn kümmerlich zu fristen und er müßte wol verkümmern, wenn diese ihm rnt<! zogen würden! O Gott, mein Gorc! wie tief sind wir. gefallen! Der Jehude, der früheren Zeit nach einem tmscheiubareu, dem Anscheme nach der List, dem Eigennütze, der Verschlagenheit .und Verschmitztheit zngewandlen Außenlebe», — denn also bedingten es die.drückenden,Verhältnisse von Außen, um dem übermächtigen und übermütigen Feinde das mit List abzugewinnen^ was er mit roher Gewalt festhielk und sich gutwillig nicht äbgcwinnen lassen wollte, — zog er sich in die innersten Gemächer seine- Herzens zurück, und nnbemerkt und. nngcahnk von Außen rvidiuele er da all sein Dcnk-Slrebeu, und. seine Thalkraft seiner Religion und seinem Gotte. Still erhob' sich da der Geist aufwärts in der Betrachtung der erhabenen geheimnißvollen Idee eines bessern Jenseits. Und diese stille Ueberilabine des.HöMchen Joches, diese grenzenlose Hingebung 4N- -Äiüra-:HtÜpS erhob sein Gemülh über jede Last und jede Beschwerde, über jede Qual und jedes Drangsal, über, jeden Druck und-jede Zurücksetzung, über jede Gewalt und jede Willkühr, über jeden Spott und jede Verachtung. Sehet ihr dort jenen verachteten,' granigedeugleu, mühsam dabingeschiedenen Mann, wie er, den Zwergsack über dech Nucken, unter endlosem Spotte,, verfolgt wird von einer mach-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.