Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 14 (2.7.1852)
- Date
- 1852-07-02
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2625941-2625983-2625997--2545-2627098- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
56 betrachtet werben konnte. Solche Beispiele des Guten, konnten nicht ohne nachhaltige Rückwirkung auf die gcsammte Gemeinde bleiben. In der Tbat könnte man, ohne als Panygerikew zu erscheinen, den dort herrfchcnden Geist, als musterhaft bezeichnen. Ern Spiegel desselben ist der öffentliche Gottesdienst» ein Bild stabiler Religiosität und fortgeschrittner Gesittung. Während man jede, auch die gcringscheinendste Neuerung fern hielt, ist bereits seit Zähren, eine streng gchandhabte Ordnung und ein vortrefflich geleiteter Chorgesang dort cingefuhrt. Hatte man ja das Beispiel des Dr. Romann in Cassel, dieses unvergesslichen Seelenbirten, der auch in seiner grossen Gemeinde diese Cultus-Vcrschönerungen eingeführt hatte, so nahe. Der Verewigte hatte hierbei nicht wie so manche, die Folgen nicht erwägenden Eiferer, gehandelt, auf welche man den Ausruf des Talmuds bei der historischen Darstellung der Tcmpelzerstörnng anwendcn könnte: oznne, nrir- 2,^2- '>1:1 »s7 wvnvL (,'z I'vv) v>27po v!^, die Ueberfrömmigkcit des R. Sccharjah den AbMus, welcher das Opfer des römischen Imperators, wegen eines Fehlers (vw) zurücllvieS, und damit die Ungunst der Weltbeberrscher zuerst erregte, war Schuld daran, daß unser Heiligthum verödet, der Tempel zerstört worden ist! Fast ebenso möchte es sich mit dem Eigenwillen derer verhalten, welche sich jeder Hebung des Gottesdienstes, wenn solche auch keiner gesetzlichen Bestimmung oder Observanz widerspricht, entgcgenstellen. und dadurch einen großen Theil der jüngeren Generation, dem Gottesdienste entfremden. Es konnte jedoch alles Streben zum Besseren in jener Gemeinde nur unvollständig bleiben, so lange das Gotteshaus, welches doch auch durch sein Aeußcres imponiren sollte r,- ,2 -p^oc bMo .^ baufäM und im Raume so beschränkt war, daß die Wohnung des Herrn kaum mehr als wohnlich angesehen werden konnte; Niemand aber Wüßte die Frage ff-v 72:2 , woher die Mittel züm Neubau nehmen? zu beantworten. Da fügte eS der, -so den Ermatteten Kraft verleiht,-- daß ein Mann, dem der Ruf der Gottesfurcht und des mildthäiigen Sinnes, schon voran gegangen war, Herr Schafte Ostheim, von Marburg nach Beverungen überfiedelte Er kam, sah» und sagte dem gottgefälligen Vorhaben seine Mitwirkung zu» die er in einem, die Hälfte der Baukosten deckende Legate bcthätigte. So wurde denn vor circa 2 Jahren der Bau der massiven, nunmehr der Vollendung nahen Synagoge begonnen/ ein Prachtgebäudc das Auge und Hcrz^cben so erfreut als befriedigt. Während es dem Vorübergehenden eine herrliche Facade zeigt, überrascht es den Eintretenden, durch einfache, erhabene Schönheit, fordert es auf dem Herrn zu dienen mit Wonne, und sich seiner zu freuen in Ehrfurcht. Möge der, welcher »die Wünsche derer erfüllt, die ihn fürchten.» jenen edlen Greis den Lohn seiner Tugend genießen, und den Inhalt von Cap. 23 Vers 6 der Psalmen, der seinen Vornamen enthält, an ihn in Erfüllung gehen lassen : 72m 2,0 p vw« '7 wn 7^22^ ' Gottes Gnade und Güte ihn stets geleiten, und er noch lange Zähre, des neuerbauten Tempels, tagtäglicher Besucher sein! Kurfürstenthum Hoffen. Bei der diesjährigen Session des Landrabbinats vom 7. bis. zum 17. d.M. haben die Rabbinats-Candidaten Unna und Fürth, beide aus Hanau, ihr gesetzlich vorgeschricbcnes .Examen abgelegt, und zwar zunächst im Talmudischen und Casuistischcn mit glänzendem Erfolge. Beide sind Schüler, des Herrn Oberrabbiners Ettlinger zu Altona, und haben sich stets mit regstem Eifer dem jüdischen Studium hingegeben. Aber-auch in wissenschaftlicher Hinsicht haben sie sich nicht mit jenem äußeren Anstrich von Wissenschaftlichkeit begnügt, sondern in der Thal durch plan- und regelmäßiges Gymnasial- und Universitäts- Studium sich einen tüchtigen, inneren Grad von Bildung erworben. Da beide außerdem noch der streng religiösen Richtung des JudcnthumS angehören. auch mit schöner Rednergabe ausgerüstet sind, werden die religösen Gemeinden, die etwa eine Radbincr-Wahl zu ireffen, mit vollster Genngthmmg sich jenen beiden Candwatcn zuwenden dürfen, die sicher allen gerechten Anforderungen entsprechen würden. Freie Städte. Hamburg. Vor einigen Wochen hielt sich Herr Rabbiner Lipschütz früher in Landsderg a. d. W. einige Tage Hieselbst auf. Derselbe ist einem Rufe nach Amsterdam gefolgt, wo er bereits im vorigem Jahre religiöse Vorträge hielt, die sich solchen Beifalls zu erfreuen hatten, daß er jetzt eigeiids zu diesem Bchuse vom Neuen nach dorten berufen ist. Res. Hütte bereits früher Gelegenheit den Herrn Rabbiner näher kennen zu lernen, und war ebenfalls durch dessen geistvolle, gehaltreiche Gedankenfülle, besonders in so weit solche sich der Thora und Hagadacrklärung züwendet, höchst befriedigt. Es ist überhaupt ein sehr beherzigendes Zeichen der Zeit, daß in den größeren Gemeinden zumal, der kerngesunde jüdische Volksfinn, ficd stets mehr von Phrasenreicher, moralisirender Predigt ab-, vom Neuen geistvoller Thora-, und Hagada-Erklärung zuwcndet. Es beurkundet dieses am Sichersten den wiedererwachten Sinn für national-jüdisches Studium, mithin für neubelebtes religiöses Fühlen im Allgemeinen. Die Predigt ist ohnedies der Synagoge stets eine Treibhauspflanze vom fremden Boden her verpflanzt) geblieben; wir würden um so eher auf sic verzichten können, wenn cs der neuen' Hagada gelingt, sich so geistig und zugleich populair wissenschaftlich vernehmen zu lassen, daß in der That des Volkes Sinnen und Fühlen durch sie eine neue vcredeltere Richtung erhält. A n z e i g e. Der Unterzeichnete sucht einen vpc der zugleich einige Stunden täglich die Kinder unterrichten kann. An Gehalt wird CtP>. 200— 250 bewilligt, nebst freier Station. Reflectirende erfahren das Nähere bei Jacob Metzer. Flensburg. (Schleswig.) B r i e f w e ch s e l. S. P. in St., - Soll uns sehr angenehm sein, die Correspondenzen aber noch mehr erwünscht. — Redigirt von Dr. En och in Altona. Druck von Gebrüder Bonn.