Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 14 (2.7.1852)
- Date
- 1852-07-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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7' . ' D r Ä a« - - .?ur Wahrung -er Interessen -es -rthWren/ In-enthums. 8 IaHrgartg. 2. Juli 1852. i Altona. I „ IM rv t-ch. Orthodoxes ^üdöÜtKum und Gegenwart. . I-> , , „Das Jndenthum ist krank, sehr krank," sagen die.Reformisten, un- -er Arzt muß sich entschließen-.tpenn ihm auch dabei das Herz zn brechen droht den lieben Patienten in eine ernste, schmerzliche Cur zu nehmen. , Wir stimmen diesem Satze in seinem ganzen Umfange bei, nur sagen wir,' daß nicht das Jndenthum, sondern die Judenheit krank sei; dieser Unterschied ist nicht etwa eine pedantische Wortklauberei, sondern er ist der Unrcrfcheidungspunkt der Reformisten vom orthodoxen Iudenthume. Denn wäre das Jndenthum durch die Veränderung, des Klimas, durch Aufnahme . sremdartiger^Elememe, und durch Altersschwäche - erkrankt, so müßte allerdings eiiie klimalische Diät verordnt, ,der ' Kraukheilsstoff ausgeschiedev^ und ein-neues, junges , Leben, eins geunpft werden. Letzteres natürlich »n prcgessiver Dosis, -von Kirchenmusik ängefangen, und bis, zu gemischten Ehen fortgeschritten; die Cur ist schmerzlich, das, buhlen auch die Neformisten, und-selbst die verhartesten Praktiker gestehen,^ daß ihnen das Herz dabei zu-brechen drobet. Allein bei so bewandten Nmfkäiiden bleibt ihnen keine andere Wahl. Nach unserer Behauptung erfreuet sich aber Las Judenthnm einer vollkommenen Gesundheit und jugendlicher Lebensfrische, trotzend der Zeit und dein Klima, und bloß die Judenheit, Las Haus Jacobs,, ist erkrankt; darum halten, wir alle die Mittel, die für das Judenlimm angew endet werden, nicht allein für zwecklos, sondern auch dem cigenttichen Patienten nacht heilig, und dieser.mnß nach unserer Meinung in eine ernste schmerzliche Cur genommen.werden. Die Heilmittel können aber in moralischen, so wje in physischen Übeln zweierlei Art sein; entweder radikale oder paliative.! Wir nennen paliative Mittel solche,--die-bloß die heftigen Ausbrüche der Krankheit zu beschwichtigen bezwecken-- und so den Krankheitsstoff verhüllen, unbekümmert, 2-aß derselbe nach wie vor im .Körper ungebiudert fortwuchere. Daß solche Mittel , bei unheilbaren physischen Nebeln anwendbar seien, ist ein allgemein bekannter medizinischer Grundsatz, denn es ist die Pflicht des Arztes, die Leiden des Patienten, die er nicht heben kann, doch wenigstens, so viel die Kunst vermag, zu lindern; bei moralischen - Nebeln aber sollen solche Mittel nie angewandt werden; am allerwenigsten aber sind sie bei contagiösen moralischen Nebeln zu entschuldigen, wo durch Verhüllung und Verheimlichung der Krankheit Tausende von Gesunden Gefahr laufen, angesteckt zu werden. Wir können aber leider die Seelenärzte des orthodorkN'Judenthums von dem Vorwmse nicht frcftprechen, daß sie seit der Ent'stehung dieser Krankheit, wenn sie emmal eine Cur vorgenommen, immer nur paliative Mittel ängcwendet haben. ' . ' (Fortsetzung folgt.) Die drei Momente des Glaubens. Religiöser Vortrag, abgehaltcn ui Leipnik vrr . Von, Salomon Poüak, autorjfirteiu Rabbinatskandidaten. , Nachdem ich in einem paffenden Erordiuw der ehrenwertben Leipnkker Gemeinde, in deren Milte ich als Fremder wohnte, für die mir mlt der Abhaltung dieses üblichen religiösen Vortrages erwiesene Ehre Meinen tiefgefühlten Dank abstattete, und die Schwierigkeit gegenüber und in Anwesenheit des hochgelehrten und Mhmsschst bekannten Hrn. Rabbiners S. Quetsch die mir gestellte AüHässs iillt nur einigeiir ErfAlg lösen zu können; selbst hervorbob, bat ich den himmlischen Baker um Hülfe und Beistand, und das verehrte Auditorium um Nachsicht und milde Beurtbeilnng, und nach sofortiger Abhaltung eines talmndkfchen Vortrages begann ich folgendermaßen: Meine Freunde! Der Monat Adar, dessen Vorabend wir heute mit diesem religiösen Vorträge feiern, er ist wegen der geschichtlichen, Thatsachen, die kr enthält, einer der wichtigsten Monate im jüdischen Jahre, und dies dürfte wabrscheinlich auch die Ursache sein, warum er..in den meisten heiligen Gemeinden Israels durch entsprechende Vorträge' gefeiert wird, Venn diese geschichtlichen Begebenheiten bilden gleichsam die Erinnerungszeichen äb die wichtigsten Momente unseres Glaubens. Die Geburt und der Tod unseres göttlichen Lehrers welche beide am siebenten dieses Monats stattfanden, rufen in uns lebhaft die Erinnerung an seine erbabeye Sendung, an ft in glorreiches Wirken, an sein lhatenreiches Leben zurück, wie er nämlich als Vermittler zwischen Gott und dem Volke Israel diesem die heilige Lehre Gottes für, ewige ^Zeiten überbrachle, wie?r eben, dieses Volk ans, der, physischen und.geistigen Knechtschaft erlöste, und es im Aufträge und..nach den Anordnungen Gottes zur Gründung eines eignen Staates, in welchem die Religion und der Glaube die .Grundpfeiler und Stützen gewesen find, heranbilbete, wie er aber dennoch trotz seiner unerreichbaren