Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 10 (7.5.1852)
- Date
- 1852-05-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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40 sei es mir vergönnt) dieses, von Herrn- Dr. N. geschriebenen Artikel näher zu beleuchten. Es ist zu sehr bekannt, es weiß jeder unserer Brüder in Europa, daß unsere Milbrüder, hier sehr arm sind, daß unsere Eristenz größlentheils durch Almosen, hier genannt, vonihnen dependirt. Ist es daher möglich zu glauben, daß die hiesigen Gemeinden einen Arzt anstellen können oder werden, wäre auch dessen Nothwendigkeit anerkannt? Freilich hat S.ir MvseS Montefiyre. seit sechs Jahren einen Arzt mit einer sehr gut versehenen Apotheke-hierher ge, sandt. Die Zahl der kommenden Einwanderer wird aber mit jedem Tag größer, denn seit d Zähren ist die Zahl derselben um das Doppelte gestiegen,. und eine Hand kann nicht Alles übersehen, so daß auch demzufolge dieJudcn, wollend, oder nicht wogend, der falschen Charite der Mission in die Hände fallen; von ihrem Arzt Gebrauch machen müssen. Es ist daher die Angabe, daß Dr- Reumann seit einiger Zeit von den Gemeinden der Aschkanasim in Jerusalem als Arzt angestellt zu sein, durchaus nicht. wabr> ungegründet. Es Mag Ihnen nicht unbekannt bleiben, daß jeder der Aschkanasim in Jerusalem, oder in einer der vier Städte: Chevron, Liberia, Aaset und Jaffa, ohne alle Ausnahme such sogenannte Chaluka, d. h. ein Theil von den Geldern, das von Europa kommt, nehmen darf. Das. was in ganz Europa gesammelt wird, ist dis in diesem Jahre durch Lokalgesammelt, und an Herrn Lehren aus Amsterdam übcrsandtworden. Nun gefiel es Dr. Nsich nicht auszufchlicßeu. sondern auf eine feine und weise Art seinen Theil Armengeldes zu nehmen, wohl etwas mehr als vielleicht ein Anderer, denn wer will sich leicht mit einem Arzte entzweien. Mehr Beweis dafür, daß Dr. N. blos Chaluka nimmt, daß er von Allen ohne Ausnahme, Bezahlung svwvl für Besuch, als auch für Medicin. und zwar nicht wenig nimmt» ohne Unterschied der Geburt und Fähigkeit bedarf es nicht. Wenn Sie. mein Herr, dies angcstellt heißen, so könnte unser Landsmann, Dr- Fränkel, wirklich durch Sir Moses angcstellt, von den Alchkcnasim angestellt sich nennen, denn wie oft haben sie ihm Chaluka angeboren. Ueberhaupt kennen wir Niemanden, der hier angcstellt ist, nicht einmal den n. Der zweite Punkt, daß wenige unserer deutschen Brüder hierher kommen, dies ist leider zu wahr, doch hat Dr. Neumann vergessen, oder hat man es ibm nicht gesagt, zu erwähnen, Herr Nathanel Montcfiore, der Neffe des Sir Moses, der auch nicht minder gezeigt hat, daß er der Bruder Sohn, des Herrn Abraham Simon von New-Iork ist. dem die deutsche Gemeinde, die wirklichen Aschkanasim. noch heutigen Tages viel zu verdanken haben, ebenso der verstorbene Herr Ascher Samson von London, dessen Andenken wir stets mit warmen Gefühlen erinnern werden. - Die Polnischen, die von ihren spanischen Brüdern, Aschkanafim genannt werden» bckommcn.außer der Chaluka, Kcdima; nicht so wir. die wirklichen Aschkanasim,. die Deutschen, die wir bloS von Herrn Lehren a«S Amsterdam gleiche Theile bekommen. Und da es nun Herrn Neumano nicht gefallen hat zu sagen, was Herr Gustav Baron von Rothschild, Sohn des Herrn James von Paris zethan. so sei cs.mit wenigen Worten in der angenehmen Voraussetzung, daß Herr Baron vom Rothschild es mir nicht verargen wird. Ihnen zu sagen. Ausgenommen, daß er allen ohne Unterichieh hier anwesenden Juden freundlich seine Gegenwart hat wissen lassen, außer, daß er in allen Synagogen gewesen und Milde in einem hohen Grade gespendet, außer, daß er allen von hier nur gestifteten wi-n ansehnliche Unterstützung gab, so gefiel es ihm auch besonders, damit wir Deutsche Israelitische Gemeinde eine besondere Synagoge haben möchten (mit dem ganz alten Geleise) uns ein Geschenk -zur Gründung einer solchen gefälligst angedeihen zu lassen. Möge das hohe Interesse, deS Herrn Gustav von Rothschild für Jerusalem Allen zum Muster dienen, so könnten wir uns Deutsche bald eines Besseren erfreuen. Amen. Wenn cs Ihnen nicht unangenehm fein sollte, so will ich mir es zur Pflicht machen. Ihnen, da Herr Dr- Neumann gar zu kehr von Praris. so wie er selbst sagt,, in Anspruch genommen: ferner zu berichten, da ich alle Gelegenheit habe, wie unten meine: Stelle und Amt sagen wird, und zwar Begründetes von ganz Palästina, in der Voraussetzung, daß Sie mich nicht verschmähen wollen. Ich habe die Ehre zu sein.Ew. ganz ergebener Diener Esriel Selig Hausdorff, Translateur .und. Agent des Lloyd Ostrie, bei dem k, k. öfter. Consul. Grafen Zoseppo von Pizzemann, iu Jerusalem. N2L. ir 112- VI'Z A n z e i g e. Ein frommer junger Mensch, welcher im Talmudischen — auch einigermaaßen in anderen Wissenschaften — bewandert ist, kann eine gute Hauslehrerstelle in Kopenhagen erhalten. Nebst ganz freier Station wird ein jährliches Gehalt von 400 Th. Pr. Crt. bewilligt. Reflectirende belieben sich jn portofreien Anmeldungen an die Nedaction dieser Blätter zu wenden, um das Nähere zu erfahren. Von diesem Blatt erscheint, abwechselnd mit dem p'b ->mc, wöchentlich einmal, Freitags, eine Nummer. Das jährliche Abonnement beträgt 5 A Crt. (2 Th. pr. Crt.; 3 st. 30 Xr.) für alle beiden; 2 L> 8 -S (1 Th. pr. Crt.; 1 fl. 45 Xr.) für eines der beiden Blätter. Man abonnirt bei sämmtlichen löbl. Postämtern des Jn- und Auslandes. Redigirt von Dr« Enoch in Altona. Druck von Gebrüder Bonn.