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Der treue Zionswächter · 1852-01-16 · 2 (16.1.1852) · page 4

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
8 (1852)
Issue
2 (16.1.1852)
Date
1852-01-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
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8 neigen, und so viel als möglich die neuen Lebren den überall verbundenen Bräuchen und Sillen anzupasscn suchen. *) (Fortsetzung folgt.) ') Munk I. c. p. 151. Zeitungsnachricliten. Preußen. Übereinstimmenden Nachrichten aus den verschiedensten Tbeilcn des Landes zufolge, scheint die Regierung jetzt ernstlich an eine denuirivc Ordnung der Cmancipationsftagc, die in der Thal in den letzten Zeilen wieder eine Frage geworden, zu denken. Von Seiten niedrerer Regierungen sind zu dem Bobine verschiedenen Rabbinern F-ragen vvrgelegt worden, die sich zumal alle aus Las Vcrbällnisi der Religion zur Emancipation beziehen. Es rst leicht einzuseben, wohinaus derartige Fragen zielen, und die Situation der zur Beantwortung anfgcforderten Rabbiner keine leichte, zumal, da durchaus nur Geistliche, die anerkannt der religiösen Richtung angeboren, zur Berichterstattung ersetzen sind. Nichtsdestoweniger ist von dieser Seite, obwol an ein Aufgcbcn religiöser Satzungen, nicht einmal an cm Akkomodiren derielbcn zu denken, dennoch die Antwort durchgängig datzin ausgefallen, daß der Versuch auf diesem Wege die Emancipation rückgängig zu machen, wol schwerlich zum Ziele fübrcn möchte. Da mehrere Rabbiner beabsichtigen, ihre motivirten Gutachten der Oeffenllichkeit zu übergeben, so werden wir dann Gelegenheit haben, auf diesen so wichtigen Gegenstand nochmals ausführlich zurückzukommcn. Oesterreich. Wien, im Dcccmdcr. Die «Wienerzcitung« bringt eine Kundmachung der hohen Civil- und Militärregierung, die das fernere Erscheinen der «Wiener Blätter« verbietet. Die »Wiener Blätter« waren ein Schand-und. Brandmal der Zeit, und trugen das Gepräge res Atheismus, deS Naturalismus, des Skepticismus und zum Thcil des Mpsiicismus an sich, kurz, diese Blätter waren ein Compcndium oder Memoiren aller Aus- und Mißgeburten der alten heidnischen Zeit und ihrer Lehrer Dank rer Fürsorge der wachsamen Regierung, die diesem Unfug, dieser tiefen Verworfenheit, Ein- und Rückhalt that; Dank den Wenigen, ja den Wenigen — ihre Zahl reicht nicht an drei — die energisch und kräftig die Hand dazu reichten, um die Aufmerksamkeit der darüber bestellten Behörde, ans dieses gefährliche Spiel zu lenken — ein Spiel, das so lächerlich und niedrig es auch ist, dennoch gefährlich zu werden anfing — ein Spiel einiger an- und ausgehender Rabbiner und Lehrer, dw da einander brcomplimenlirten einander lobten und küßten und bissen — die mit schwerem Schweiße, ihre Unsterblichkeit zusammenscharren und schleppen sich halfen, und . viel Lärm um und mtt Nichts machten." — Liese Blätter schändeten und begeiferten unsere Hciligthümer, entehrten und entwürdigten ihre Wahrer und Pfleger — da war nichts Heilig nichts, nichts, als was im Jnterrcssc Einzelner lag. Wer kann ohne zu crrötben. all das Weh, alles Unrecht und all die tiefen und schweren Kränkungen und Verletzungen die diese Blätter, durch ihre Artikel, die verpestet und verflucht zu sein schienen, Verursachten? — doch genug, wir klagen da unser eigen Blut und Fleisch an, wir zehren da an unserem eigenen Weh. und man muß stillschweigend sieder Vergessenheit übergeben. Herr Dr. Einhorn in Schwerin wird ein Hallclujah und ein Hosianah fingen, daß er noch Zeit genug hatte, seine schriftliche Erklärung zu geben, daß er. «Gott bewahre,-- nicht nach der Manipulation der Pcsthcrküche gefragt, und daß er überhaupt, jede Verdächtigung in diesem Punkte heroisch von sich abgeschüttelt. Dr. Einhorn ist ein prächtiges «Stück Gegenwart.» — Meklenburg-Schwerirr. Wenn die Erscheinung auch keineswegs neu, so ist sie doch, auf religiösem Gebiete, jso of* sie vorkömmt, vom Neuen trostreich, die nämlich, daß der Umschwung der Dinge nie totaler und schneller cintritt, als da, wo wie man zu sagen pflegt, der Bogen bisher zu straff angezogen worden war. Co auch in Beziehung auf unsere NabbiüatS-Angelegenheit. Die Sache ist jetzt noch nicht weit genug Mrehen, um bereits auf eine bestimmte Persönlichkeit Hinweisen zu können, aber, abgesehen von der Landesregierung, die es offen erklärt, wie sie hinführo keinen Reformer züm Landesrabbiner bestellen werde, hat sich bei der Majorität der Gemeinden das Bcdürfniß nach der Seelsorge eines streng-religiösen Rabbiners so »näbweislich heraüsgcstellt, daß überhaupt nur auf Kandidaten dieser Richtung Bezug genommen werden kann. Wenn man bedenkt, was für. Mübc Holdheim und Einhorn es sich haben kosten lassen, jüdisch-religiöses Leben hier zu Lande mit Stumpf und Stiel auszurotten, dann ist jene angeführte Thatsache gewiß keine unbedeutende, und dient vom Neuen als Beleg, daß unsere Gottessache viel zu fest begründet ist, als daß Menschenleer? überhaupt, zumal negircnde Reformsucht viel zu schwach sei, ihr irgend einen nachhaltigen Abbruch zu thun. C n g l a n d. London. Eine der LiedlingSideen unseres würdigen Oberrabbiners. für die er bisher mit unermüdlichem Eifer gestrebt und gewirkt, die Errichtung eines jüdischen Kollegs zur Bildung von Lehrern und Rabbinernist seit Kurzem um ein Bedeutendes wieder vorgerückt. Bei einem zu diesem Behufe abgchaltenen Meeting wurde bereits ein solcher Fond zu dieser neuen Anstalt gezeichnet, so daß die Basis als gesichert angesehen werden darf. Neber die tief greifende Bedeutung dieses neuen, einflußreichen Instituts, zumal für die englische Judenheit, herrscht bei Niemanden auch nur der geringste Zweifel, die endliche Ausführung wird noch bei Weitem mehr dazu beitragen, die Sache der Religion im Allgemeinen zu fördern, wahres Judenthum zu lehren, zu verbreiten. Von diesem Blatt erscheint, abwechselnd mit dem;''b imc, wöchentlich einmal, Freitags, eine Nummer. Das jährliche Abonnement beträgt 5 A Crt. (2 Th. pr. Crt.; 3 fl. 30 Xr.) für alle beiden; L K. 8 -8 (1 Th. pr. Crt.; 4 fl. 45 Lr.) für eines der beiden Blätter. Man abonnirr bei sämmtlichen löbl. Postämtern des In- und Auslandes. Redcgirt von Dr. En och in Altona. Druck von Gebrüder Bonn.

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