Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 8 (1852)
- Issue
- 2 (16.1.1852)
- Date
- 1852-01-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2625941-2625983-2625985--2482-2627023- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
. D r g sr m ' . zur Wahrung -er Interessen -es ortho-oren Iuventhums. 8. ILhrtzWK. - l6. Zanuar 1852.. > Altona. > 2"'1N N2r2 N"2. s. ._ - . —. ...^ - -— , Briefe über orthodoxes IudenLhum. IV. K. an V. (Beschluß.) Diesem scheint nun zwar jener talwndische Saß, auf den ich in einer Note im vorigen Briefe hingewiescn, nämlich das m^2 22 v?'^v ovo zu widersprechen, weil dieser Saß viel eber auf eine physische als eine moralische Nöthignng schließen läßt, allein dies scheint nur, denn m Wahrheit wird meine Auffassung .an diesem Satze vielmehr eine Unterstützung finden. Das Jndenthum durchdringt das Leben in allen seinen Aeußerimgcn; das ist das Eigenthümliche dieser Religion, daß sie den Menschen nicht bloß von der einen Seite nimmt, von der leiblichen oder geistigen, sondern beide zusammen, so daß der Mensch nichts vollbringen kann, was nicht in unmittelbarer oder mittelbarer Verbindung zu dieser seiner Religion steht. Es ist aber ein völliges Verkennen ihres Wesens, einen Unterschied zwischen diesem leiblichen und geistigen, oder äußern und inner» Thun des Menschen machen zu wollen, so daß z. B. das Trägen eines Gegenstandes am Sabbath von der Religion weniger berücksichtigt würde, als: „Ehre deinen Vater-und deine Mutter." Die Religion des Zndenthums kennt diesen Unterschied nicht, weil sic eben den ganzen Menschen will, und ein Ansschrerten von der ihr vorgezeichneten und genau bestimmten Bahn nach' der einen oder der andern Seite hin, führt früher oder später zur Auflösung und Annihilation des religiösen Bewußtseins und somit der heiligen Bestimmung, die das Jndenthnm dem Menschen bereitet. Diese Ueberzeugnng . sollte Israel von der Lehre, die ihm zu Theil werden sollte, vorher in sich aufnehmen und unsere Weisen, die sich stets des Bildes bedienen, unter welchem sie eine tiefe Weisbeit verbergen 'und durch schimmern lassen, drücken dies nun mit den Worten aus: 'vv»^v 022. Gott überdeckte Israel von allen Seiten mit dem Berge, auf welchem die Offenbarung ftattfindeu sollte, wie mit einem Zauber, und sprach ns stppn 2s avio rimv, wenn ihr so die vim aufnehmen wollet, d. h.'daß sie euch nach allen Seiten hin umgeben, daß sie euch so überdecke, daß ihr gar nicht, selbst nicht in euerm äußern Thun daraus hcrausichreitet, so ist dies gut, wo aber nicht, wenn ihr diese Eigrntbümlichkeit der Religion Israels nicht erkennen wollet, wenn sie nicht euer ganzes Wesen umschließt und mit ihrer Heilskrast durchdringt, vvnivp '>?n v-, dort, wo solche Auffassung des Iudenthums stattfindet, da bleibt der Tod nicht aus, bleibt auch die Vernichtung des religiösen Bewußtseins nicht aus, und das Verderben folgt unerbittlich nach.Und gerade, sowie das Vernunstgesetz, das nut unerbittlicher Nothwendigkeit an den Menschen tritt, und jede Verlängnung seiner selbst rächt, also das Öffenbarnngsgesetz, du kannst nicht mäkeln und marken an dem, was die Vernunft als moralisch gut dir verschreibt, du kannst auch nicht über das feilschen, was die Religion der hat angeordnet, beide wollen nothwendig von dir geübt sein, und wenn du diese Nothwendigkeit nicht anerkennen willst, gehst du moralisch unter, dort als Mensch, hier als Israelit./ Und jo kommeich ans mein früheres Wort im vorigen Briefe zurück, sowie das Naturgesetz die Manifestation des göttlichen Willens für die Natur, ist,, so ist das Offenbarnngsgesetz die Manifestation des göttlichen Willens für den Israeliten, und füge hinzu, so wie das Naturgesetz in ewiger Beharrlichkeit für die Natur verbleibt, so dHdfftnbaruugSgefttz für die Israeliten, und so wie die Natur i»'Folge ihres Gesetzes mit Nothwendigkeit ihre Funktionen vollbringen, also-den göttlichen Wissen verwirklichen muß, also, soll -der Israelit in Folge der/Offenbarung, die ihn .ehenfqlls nöthigt, moralisch nöthigt; die von ihr verordnten Vorschriften erfftlbm, den göttlichen Willen verwirklichen/ und Las heilige Wort, scheint hierauf hinzudeukeu. Es beginnt dies nämlich nicht mit den Vorschriften -er Religion,: worüber ein alter Lehrer-mit Recht sich verwundert, **) sondern es erzählt uns von der Schöpfung, vom Werden der Welt, und es will uns dadurch zur Erkenntniß bringen, daß Natur und Offenbarung den einen Gott der Wahrheit zum Urquell haben, und so wie es von der Natur heißt -n^« pn, eS kann das vom Allmächtigen ihr zu Grunde gelegte Gesetz niemals verändert werden, also heißt es auch von der Offenbarung mehr als einmal v-w "pn, es ist ein Gesetz für alle Zeiten. Hingegen beginnt, sobald als die Schöpfungsgeschichte, die Genesis/der Natur zu Ende erzählt ist, die Lehre der Religion, sofort mit dem Schabbarb und verschlingt sich wiederum mit seinen Ursachen und Gründen mit der Statur. Sollte dies uns nicht ein Fingerzeig sein, wie wir die Lehren der Offenbarung zu erfüllen haben? wie nämlich der Mensch sowol als die Natur Instrument in. der Hand Gottes ist, (einen Willen zu verwirklichen, wie Se beide die Aufgabe haben, jener durch moralische, diese durch physische Nothwendigkeit das von-Gott gegebene Gesetz m Ausübung zu bringen, und ') V'NV v'sllp v'522. ) Siehe zu »'csi Anfang pii '»v Ä pnL» ä ips Dergl. Iirm. 33, 2L, 26.