Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 7 (1851)
- Issue
- 1 (4.7.1851)
- Date
- 1851-07-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Das gewbhvliche Fleisch; welches in Kanäan gegdffeu wird, ist Hammelfleisch; jedoch reichen die im Lande befindlichen mcht ans, weshalb man sehr viele vom jenseitigen'Zordannferbringm mnß. ' (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten. F-reie" Stä-d'te."' Frankfurt a. M! ' Nur noch'wenige Tage und Rabbiner Hirsch hält seinen Einzug in unsere Mitte. Wenn ich Ihnen sage, daß wir schon jetzt vom Neuen, in vollem Sinne des Wortes, aufgelrbt find, liegt darin kaum eine Übertreibung. Unter den dreien, deren Leben lein Leben, wird auch der gerechnet, der von körperlichen Leiden beherrscht wird. Was wollen aber die schwersten Körperleidea bedeuten, gegen die Seelenleiden, die wir bis dahin ertragen mußten? Ist etwa ein herberer Schmerz denkbar, als der, das Thcuerste, was wir besitzen, unsere Religion geschmähet, verspottet, uns selbst gezwungen zu sehen, zur Erhaltung eines Kultus beizutragcn, der in unfern Augen nicht viel geringer als wahrer Götzendienst erscheint. Nun. Gott sei Dank, diese Zeiten wären dahin, wir können wieder Juden sein, wie von ewigen Zeiten her, dem Herrn dienen, ganz, wie eS uns ums Herz. Freilich werden jetzt alle Seiten aufgcspanut, um uns zu ködern, vom Neuen zu gewinnen — geht man doch soweit der Philantropine einen iwr-2L beigescllen zu wollen -7doch dazu möchte es jetzt für immer zu spät sein. — Zum Bau unserer neuen Synagoge bat sich Rothschild erboten, das ganze Kapital, 100,000 fl. herzugebcn, doch ist man darauf nicht eingcgangen und Vcnkt wenigstens 30 — 40.000 fl. aus den eigenen Mitteln der neuen Gemeinde hcrbeizuschaffen- Wie cS mit dem gehalten werden solk ist noch nicht definitiv bestimmt. Jndeß wir dankendem Hüter Israels nicht genug der uns bewiesenen Gnade, und sehen sehnsüchtig dem jüdisch-frommen Wirken unseres Erwählten entgegen. H e s s e n - H 0 rn - u r g. Am jüngsten nar hielt unser bisheriger Ncligionslehrer und Prediger, ihr jetzt erwählter Obbcrabbiner Stern seine Abschiedsrcdc Hieselbst. Unsere kleine Synagoge war nach allen Seiten hin angcfüllt, und die geistlichen und weltlichen Staatsbehörden ebenfalls vertreten. Als der Redner in bewegter Sprache ein Bild seines vierjährigen Wirkens unter unS entwarf, als er des neuen Wirkungskreises gedachte, zu dem er berufen, und in Rückficht auf die höheren Anforderungen, die jetzt an ihm gestellt, lnur im himmlischen Beistände Kraft und Beruhigung finden konnte, da blieb kein Auge thräneuleer, kein Herz ungerührt. Möge der Scegen des Himmels dem Scheidenden in reicher Fülle stets und überall zu Theil werden! Medigirt von Dr- Enoch in Altona. M e V k vU Vck v g e vtck. - -- Schwerin. Unser, nein! der Landrabbiner Einhorn befindet sich augenblicklich in dortiger Nähe, indem derselbe in Eppendorf, bei Hambukg die Kur gebraucht, und wünschen wir, daß er. vollkommen geheilt nach Hause-kommen möge. Kurz. vor seiner Abreise versuchte derselbe noch in Güstrow die beiden Gemeinden zy ve^reinigcn, ,d. h. die sog^nännteu Alten zu bewegen,., sich wieder seiner; geistigen Obhut, anzuvertrauen, natürlich vergebens. Man ging zwar in,die NM^Hpnagoge^ hörte die Predigt, mit ast ahex, habe! bliest eS quch^ . ... Unsere, ,-iefige alte Gemeinde .entwickelt sich stets herzlicher, nur wäre etwas mehr Eintracht in manchen Beziehungen höchst wstnschenswertb — Wr find von der resoxmirten Gemeinde, bis aufs »mpr» rr? ,-^.und auch dahin wird, gestrebt.—gänzlich getrennt, und verrichten zumal?!:'?» ganz, wie es seit nralten Zeiten Eilte war in Israel. Aus Schlesien. DaS Rad der Zeit dreht fich mächtig und unaufhaltsam, die Menschheit strebt stets vorwärts; unwandelbar und stereotyp bleibt allein die menschliche Thvrhc.it. Sollte man es in der That für möglich halten, daß Adfichten and .Pläne» von deren Unausführbärkcit man sich bereits vor Jahren hinlänglich überzeugt, jetzt vorn Neuen herbeigczerrt. als heilbringende Crperimente versucht werden sollen? Und dennochsoll das Unmögliche auf dem Gebiet des religiösen Judenthums nichts weniger als möglich werden. ' Sollte man es in der That denken, daß der abemheuerliche Plan einer Theologenversätnmlung als Organ jenedZwitter-Rcsormer, Vöm Neuen auftaucht, man an seiner Realifirung denkt? Und dennoch verhält es fich -so., Der Plan ist entworfen, zu scjner Rcalifirung wirsen Rabbiner wje: R. T. B-. und noch ein ganzes Register mit, machen Propaganda überall Im Lande zn seiner Verwirklichung« Und was bezweckt man? Abermals Verbesserungen^ Säuberungen, Ncco« modatienen im Gebiete des Religiösen» der Götze - der Zeitgemäßheit soll um jeden Preis uns eing iinpft werden. Doch, man könnte sich sehr tauschen. Vor Allem möge es genügen, daß jene Herren wissen, man sei vön ihren Plänen bereits in KenukNiß gesetzt, daher vorsichtig und aufmerksam; dann aber' würde zwcifeisohne-das Treiben jener Zwitterlinge einen so entschiedenen Protest des orthodoxen Judenthums Hervorrufen, wie er je kaum gegen die.ausgesprochensten Zerstörer unseres Glaubens erlassen. Ja jene fie waren von jeher unser Verderben und Unheil, deren Gift, deren Fersenbiß dräng tiefer ein. als das unserer erklärtesten Feinde- Seien wir vor ihnen' auf der Hut. achten auf jeden ihrer Schritte,. mahnen und warnen daß nicht wiederholt Schaden einnehmcn, die arglosen, treuen Gemeinden Israels. Bpi e 's w e ch s e 1. 'r>«2, Wir schloffen unfern Briefwechsel Mii Ihrer Chiffre, Sic haben nicht ermangelt, UnS Veranlassung zn geben, mit derselben^ wieder zn beginnen. Zn der Zwtschcnzeit werden Sie den Empfang hoffentlich stets in dem angegebenen politischest Blatte gefunden hoben; an Ihren acht religiösen Edelsinn fernerhin zu appellircn, halte ich siir gänzlich unnöthig. Schreiben nebst Inhalt vom 22. Juli erhalten. Druck von Gebrüder BLTN- - - -