Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 20 (16.5.1850)
- Date
- 1850-05-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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ein einziges 'deutsches Land als „Inseln dasicht, in dem die Juden noch — ja, man kann keinen bezeichnenderen Ausdruck dafür finden — als Parias der Gesellschaft angesehen werden. Ich spreche von Baiern. Ich weiß nickt, ob es in weiteren Kreisen bekannt ist, ich habe es von den Beteiligten selbst erfahren, wie schmählich und entehrend chie Bestimmungen über unsere Brüder in Baiern find. Man wird nicht erwarten, daß ich hier alle die processualischen Beschränkungen — der bürgerlichen und politischen gar nicht zu gedenken— aufzählen soll; nur die eine Bestimmung, daß. wenn ein Handel abgeschlossen wird und ein Jude ist zugegen und spricht mit, der Handel für null und nichtig erklärt wird, diese wahrhaft empörende Bestimmung, die wenigstens in einem Theile Baierns gilt, ist wahrlich nicht mit dem Geiste der Jetztzeit zn vereinigen. Doch um wieder auf den an die Spitze gestellten Satz znrückzukommen, so ist und bleibt es eine übernatürliche Erscheinung, „ein Wunder vor unfern Augen", wie fich der große Rechtsgelehrte ausdrückt, daß fick das jüdische Volk zerstreut in allen Theilen der Welt bis jetzt erhalten hat und sich noch erhält. Man hört freilich oft sagen, die Zeit der Wunder sei vorüber; durch diese Thatsache wird dieser Ausspruch schlagend widerlegt. Doch wie ist es möglich, daß von allen Völkern des Alterthums nur das jüdische sich erhalten? Es ist Ln der That nicht zu verkennen, daß eine höhere Hand über dem jüdischewVolke schützend und schirmend schweben muß. Wie wäre es aber auch sonst nur denkbar, daß ein so kleines Haustein von Menschen — nur verbunden durch Sprache, Sitte, Gesetz, Recht, Charakter und Vaterland — in alle Welt zerstreut, doch seine Nationalität gewahrt hat Und wie gewahrt hat!? Merkwürdig bleibt cs auch hier wieder, ja seltsam scheint cs, daß wir im Stande find, wenn nicht bei Allen, so doch bei der überwiegenden Mehrzahl unserer Glaubensgenossen auf dem Gesichte zu lesen, daß er „Ein Jude ist, ein Ast vom Wunderstamme, Gefällt, zerschmettert längst, doch nicht verdorrt." Und dagegen giebt es zum größten Aerger und Verdruß Aller deren, welche Juden find und nicht scheinen wollen, kein Heilmittel, auch das allerchristlichste Leben, selbst jene drei Tropfen Wassers find nicht im Stande, die orientalischen oft-sehr scharf' marquirten Züge ans dem Gesichte zu verbannen. („Jud' bleibt Jnd'," wie Schema sagt:) Aber Scherz bei Seite, mag der Jude im Norden Europa's, oder im Süden, am Ural oder an den Pyrenäen, am Ganges oder am Missisippi leben, immer erkennen wir in ihm den Juden wieder. Diese sonderbare Erscheinung finden wir in den Gedichten des Anastasius Grün mit folgenden Worten erwähnt: So heiß ist Südens Sonne nicht, daß sie es bräune. *) Nicht Nordens Kälte, daß fie's tünche bleich. Wenn nun seit länger als 18 Jahrhunderten unser Volk alle die Bedrückungen und Verfolgungen die über dasselbe gekommen find, glücklich überstanden hat, sollte es jetzt nicht, wo es frei ansathmet, fich nicht mehr hintenangesetzt und vernichtet Jetzt, sollte es jetzt nicht den Verlockungen einer kleinen Partei widerstehen zu können im Stande sein, eine Partei, die eben nichts anderes beabsichtigt, als die Entfernung und Tödtung jedes religiösen Gefühls, jeder frommen Gesinnung und Stimmung, die eben nichts anderes will, als ruhig und ungestört ein zwangloses, durchdie Bande der religiösen Gesetze nicht eingeengtes und gehemmtes Leben zu führenfohlte, frage - ich, das jüdische Volk nicht noch so viel Thatkraft besitzen, auch dieser gleißnerischen Verführung, ich möchte wol sagen — Verfolgung, muthigen und ausdauernden Widerstand zn leisten? Davon würde es. abhangen, ob das jüdische Volk ein Volk werden /wird? roie andere Völker, d. h. ob es untergehen wird oder nicht. , " * Die Zeit wird's lehren. Se^jo^ . Die GWlichkeit der Thora V , Skizze einer Rede Von L. /; . (Beschluß) - . . - .. , , Redner zeige, wie bei Erwägung dieses Principes sich von^ 'selbst.Hie^ NrHÜMt ''d'Leser^Frrlge darthue, wozu so viele GeMÄ' em'e'.Mik M'Hroße''' Summe für's Leben? —^ Neicherivfib^r tNseüb Gesetze hin zur Beschreibung^ auch ttür einer Seite deines Leibes, wie sich dä Ader Mtt Ader- L^eil D Das Angesicht des Juden. -