Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 16 (19.4.1850)
- Date
- 1850-04-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2625941-2625942-2625958--2315-2626833- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
126 Vorsehung dem irdischen Men einige Reize entzieht, um sie dem religiösen Leben zuzuwenden, und die Umstande bessern die Abtrünnigen und führen sie zur Ueberzeugung, daß dgs Menschenleben nicht unter dem Spiele des blinden Ungefährs, sondern unter der Fügung des Himmels stehe. Widrige Geschicke vermochten noch immer, den Mepschen aus dem Taumel der Sinnenlust der eingebiidrten Hoheit .und Unabhängigkeit zur Gotteserkenntniß, zur Demuth und Frömmigkeit zurückzuführen.. Aber der Allgütige bewahre uns vor der strafenden Rache, der auch oft der Schuldlose mit dem Schuldigen unterliegt. Und er, der sein Volk Israel und die zu dessen ewigem Glücke ihm geyffenbarte Religion vom Anbeginnen bis auf diese. Tage mit seinen schützenden Fittigen deckte, der Sünden nnd Missetlmten großmüthig vergiebt, der die Besserung der Menschen, nicht ihren Untergang wünscht. Er erleuchte die Pfade und Herzen der Irrenden, richte auf die Wankenden und Fallenden und leite uns allesammt in Eintracht mit Milde und Gnade zu unserer ewigen, heiligen Bestimmung. (Beschluß.) .Sind die Gemeinden verpflichtet, durch ihre — gewiß nur in solcher Weise zu normirenden Beiträge, daß auch der kleinsten ein-Opfer, bas sie beschwer^ nicht zugemurhet werden wird — den materiellen Ber stand einer solchen Behörde möglich zu machen, haben sie durch ihre Detheiligung und ihren Anschluß das moralische Ansehen derselben zu begründen und zu erhalten. so haben sie ihrerseits das-Recht für ihre Bedürfnisse nach den verschiedenen Seiten des religiösen Lebens Abhilfe und Befriedigung, so weit die Kräfte reichen, zu fordern. Eine solche Behörde wird von den für Lehr-. Predigt, und Rabbineramt sich Vori bereitenden und den dafür Qualisicirteli Kenntniß nehmen. Ditfr werden ihr gern ihre Zeugnisse vorlegen, »nb von einer mit den Verhältnissen der Gemeinden gründlich vertrauten, Vertrauen genießenden Seite sich empfehlen lassen, so wie die Gemeinden in einer solchen Empfehlung eine zufriedenstellende Bürgschaft sehen werden. Auch anderweitige Beamte für das jüdische Rltualtvrsen, die ihr die nöthlgen ZeügnM vorgelegt, Schochetim, ^vrsäüger wirL sie den Gemeinden- Nachweisen- und . so einen. Mittelpaukt jüdischen- Lebens bilden. Für umfassendere Maßregeln und Zwecke wird sie ^durch Schrift Md brieflichen.Verkehr Sinn und ^Thesinahme zu erwecken nnS^cheeiftrn. . Pie rheilnahme an der Erhaltung jüdischen Lebens und Wissens, der religiöse Sinn und die Any-ngligkeit an die Religion bei: Väter ist trotz aller Erscheinungen gleichgültiger Erschlaffung und feindseliger Entfremdung weit genug verbreitet, und tief genug gewurzclr> daß. die Ueberzeugung wo! sich feststellen darf, die im.Vorstehenden gegebenen Andeutungen treffen mir den Wünschen und Forderungen des größten Thetls unserer Glaubensbrüder zusammen, und von ihm erwartet der Vorstand der hiesigen Gemeinde, der die Anregung zu dieser Gründung.gebcy möchte, Theilnahme und Veirath. Dfe günstige Aufnahme dieser Darlegung wird ihm ein erfreuliches Zeugniß für die Richr rtgkerr seiner Ansichten und Absichten jein. Wird ihnen dre gehoffte Thestnahme entzogen, so wird ihn die Lauterkeit des Gewollten und Me Würde des Zweckes, für den er gestrebt, auch über .den gescheiterten Versuch, trösten.! . Berlin, den 6. März 1850, Der obigen Auseinandersetzung und Begründung unserer Aostchr ertauben mir, uns Folgendes über die Ausführung derselben hinzuzufügen. 1. Sobald erue ansehnliche Anzahl von Gemeinden ihre THMahme erkläre hat. werden wir dieses Resulrar bekannt machen und die Entwerfung eures Statuts veranlassen, um die gegenseitigen Berpflrchtungen und Befugnisse der Gemeinden und der Centralbehörde fest zu stellen. 2. Da die Gleichberechtigung aller theilnehnrenden Gemeinden Grundsatz sein soll, so wexden wir dieselben aüffvrdern, Verkrauensmänner zu wählen und dieselben an etwa 5 Punkten der Monarchie B. in Königsberg, — Posen — BreSlaU --7 Köln — Berlin) zusammentreten zu lassen, um das Statur zu berarhen und zu revidiren. Nachdem jene Derathungen startgefunden haben, dürften sich, da alle Theilnehmer durch ihren Beitritt erklären, in der Hauptsache einig zu fein, der