Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 9 (1.3.1850)
- Date
- 1850-03-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sehen ist nichts. - Der Mensch sieht blos den äußern Schein; Gott Mein schauer das Innere." Würdig von Gott befunden muß daher der Sterbliche sein, den er mit Rang und Herrschaft beglückte, so wie daraus unsere Weisen mit Recht die Vorschrift gefolgert, und sie dringend uns ans Herz gelegt, den Fürsten unseres jeweiligen Vaterlandes zu ehren, und von Gefühlen der Hochachtung stets gegen unsere Vorgesetzte Obrigkeit erfüllt zu sein, „Er wendet von Gerechten nie den Blick; nicht von Königen, die auf Thronen herrschen; er setzt sie -ewig erhaben," sagt der weise Eliah. Auch die Vorzüge der dritten Klaffe, der Weisheit nämlich, ungeachtet auch sie Geschenke sind, von der Allgüte des Himmelsvaters verliehen, erwerben mit Recht die Ehre der Mitwelt ihren Besitzer, weil nur die Mittel zur Weisheit, Geistesanlagen, Verstand, Gedächtniß und diq Gelegenheiten, sie auszubilden, von oben gegeben werden; die Ausbildung dev Verstandeskräfte jedoch, so wie - der Erwerb von Kenntnissen, das edle Werk eigner Anstrengungen ihres Besitzers sind, um so verdienstlicher für ihn, da sie selten im Leben volle Anerkennung sinden. Darum mußte der Herr unter Verkündigung der Ehrfurcht seines heiligen Namens warnen ss.- w „Ehre den, der Weisheit sich erworben, und bezeige damit Ehrfurcht vor deinem Gotte, denn ich, der Ewige, befehle dieses." Und diese 3 Klassen von Vorzügen, deren Verehrung an ihren Besitzern das Gesetz befiehlt, sind die 3 Kronen, von welchen unser Tert spricht. Die Krone des Priesterthums, welche ohne alle eigne Mitwirkung, durch die Geburt allein erreicht wird, vertritt die Ehre der körperlichen Vorzüge, welche ebenfalls durch sdie Geburt verliehen wird; die Krone der Herrschaft vertritt den Ruhm, welchen Rang, Ehre und Reichthum schasst, und die Krone der Thora die Verehrung, welche Lehre, Weisheit und Kenntniß ihren Besitzer erwerben. Alle andren drei Klassen von Vorzügen, welche in der menschlichen Gesellschaft Geltung haben, waren mehr und Minder vom Herrn verliehen, und zwar nach " geregelten Abstufungen. Am meisten sind Geschenke des Herrn die Vorzüge, welche am Körper haftend mit der Geburt entstehen, vertreten durch die Krone des Priesterthums, welche ohne alles menschliche Hinzuthun erworben wird. Mehr schon durch eigne Mitwirkung entstehen , die PorzM dMRanM vertreten durchs die KrvU der!Herr^cha^t, Md-sinh daher ehrwürdLger, Am meisten ab^rntstehendurch eignes Verdienst die Vorzüge der Weisheit und Kenntnisse, welche dix KroMMp Thora verrrj^ und-sind daher die ehrwürdigstell. unt^r - ihnen. „Durch mich regier^ der Erde," laßt Salomo.die Weisheit sprechen. . Zum Zeichen dafür, daß diese dreiKronen, diese drei Klassm der WnschUchepMorMe^. Himmelsgaben seien, und daher einerseits,- Mil sie vom Herrn verliehen sind, an ihren Besitzerngeehrt werden sollen, - andererseits eben darum aber auch diese selbst nicht mitHochmuth erfüllen dürfen, zum Zeichen dafür, sage ich, befahl der Herr, diese 3 Kronen an den 3 Gerüchen des heiligen StiftzeltS anzubringen, des Abbildes seiner Schöpfung, welches er zum irdischen Throne seiner Herrlichkeit bestimmt. Auch die Grade der Ehrwürdigkeit dieser 3 Arten menschlicher Vorzüge waren bezeichnet durch die Orte, an welchen die sie vertretenden Kronen im Heiligthume prangten. 2m äußeren Theile des Stiftzeltes glänzte die Krone des Priesterthums am Räucheraltare sin »v k sicv n-wpn weil die Vorzüge der Geburt unter den ehrwürdigen die unterste Stufe einnehmen. 2m innern Theile des HeiligtbuMs glänzte die ehrwürdigere Krone der Herrschaft am goldenen Tische des Schaubrotes und endlich im Allerheiligsten glänzte die ehrwürdigste dieser Kronen, die Krone der Tbora und Weisheit an der Bundeslade des Zeugnisses. Höher qber, als diese drei Klassen, steht die vierte Klasse menschlicher Vorzüge, die Vorzüge des Tugendlebens, welche in dem guten Rufe ihres Besitzers kundgeben, und welche unser Tert mit der Krone des guten'Namens bezeichnet. 2hr glänzte kein Zeichen im Tempel des Herrn, weil diese Vorzüge auch in seiner Schöpfung nicht von ihm verliehen werden, sondern der alleinige edle Erwerb ihres Besitzers sind, nach dem Ausspruche unserer Weisen, „alles steht in Gotteshand,, die Ehrfurcht vor ihm allein ausgenommen, welche nur von des Sterblichen Wille abhängig." Am schönsten schimmert daher diese Krone eines guten Rufs, der Tugend und Frömmigkeit entstammt, unter den übrigen Kronen, welche Erdenkinder schmücken, und mit Recht sagt unser Tert: „die Krone eines