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Der treue Zionswächter · 1850-03-01 · 9 (1.3.1850) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
6 (1850)
Issue
9 (1.3.1850)
Date
1850-03-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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66 aus dem Sie Jhre^ Behauptung ableiten zu können glaubten. In demselben Traktaft, ja auf derselben Seite Ihres Anklageartikels, also Ieyamoth Fot. 63, 1, dort lesen wir> Rav Papa lehrt: „Baue dein Getreide selbst, kaufe solches nicht auf dem Markte, denn hierin liegt ein Segen." Warumaber ist Ihnen gerade diese, auf derselben Seite sich befindende Stelle entgangen? Aber noch inehr, weit mehr, warum verschweigen Sie, daß derselbe Autor, R. Elieser, (Sie fänden es freilich für angemessenjene Stelle anonym vorzutragen) dessen Worte Sie eine völlige Abmahnung von der Agrikultur zuschreiben, ja, daß derselbe Autor auf derselben Seite sich gerade dafür erklärt und sich dahin ausspricht) Paß Grundbesitz einem jeden Menschen gezieme? "Hätte Ihnen nach Ihrer Auffassungsweise dieser Widerspruch in den Augen fallen müssen, und Sie bestimmen sollen, bis nach etwa erhaltenem Aufschlüsse diese Stelle auf sich beruhen zu lassen? Ein solcher Aufschluß hätte aber auch wahrlich keinen allzugrdßen Denker verlangt. Es leuchtet Jedem, auch dem mit beschränkter talMudischer Wissenschaft, sogleich ein, daß beide Stellen nur das Allzuviel und das ÄNzuwenig besprechen, was Sie'Wok durch Tosphoth zur Stelle hätten erfahren können, wäre es Ihnen darum mehr, als um's Anklagen zu thun gewesen. Ebenso verhält es sich mit der ferner von Ihnen citirten Stelle: „Wer zwölf Thaler hatrc." Vor Allem, sei hier bemerkt, daß die Stellen im Talmud selbst nicht in der Zusammeufügnng. Vorkommen, welche Dr. Sepp beliebt, vielmehr solche getrennt und zwei verschiedenen Autoren angehören, (ersterer ist bereits erwähnt, letzterer Rovo), daß ferner das darin vorkommende >Mono" hundert, nicht zwölf, wie der Herr Dr. Sepp falsch übersetzte, bedeutet, daß endlich mit Gewißheit anzu- ' nehmen sein dürfte, Herr Dr. Sepp hak diese Stelle keineswegs aus dem Talmud, sondern aus einer : judenfeindlichen Schrift ercerptirt, wie dieselbe verdreht und falsch übersetzt sich vorfand und von Herrn Dr. Sepp eben so benutzt würde: Im Original heißt es so : Revo pflegt zu sagen: -.Hundert Sous im Geschäft, täglich Fleisch und Wein, hundert Sous im Böden — Salz und Grünes rc." Man Vergleiche Dr. Sepp's Urbersetzung und urtheile. -Welche BemerküNgM zur Charakteristik vorliegender Verhandlung nicht ohne Bedeutung fein dürfte. — Auch dabei, Herp Dr., hätten.Sie einen bessern Meg DMhlatzen) sollen, wozu Äk WegweiM W Ihren Augen stand.. /Dle am Rände jedes MätW im Talmud sichbeflnvenden Hinweisüngen auf die Eod ices Mdscherr M i schbo th, Rer M iz w oh, deren n orhwendigeft Berichtsichtig von Jedem den TatMüd Benützenden bekannt, weisest bei der von Ihnen citlrten Stelle Mf MäLchömdes Hilch. Deöth. Äbschn. 5. 5. M hin, dort wäre also nachzüiesen, wie Maimönides diese Stelle aüfgefaßt, und in seinem Werke einverleibt hat. Nun lesen wir aber bei demselben an jener Stelle, wie folgt: „Der Weise ordnet seine Angelegenheiten nur nach Recht und Gebühr! Er wendet äuf-Speise u. Trank, für sich wie für seine Familie nur so viel als mit seinem Permögen und Erwerbsquellen km Eittklästge steht, und vermeidet das, was dies übersteigt. Unsere Weisen empfehlen Mäßigung, besonders beim Genüsse des Fleisches und genügt es, dessen einmal wöchentlich, am Sabbath, zn genießen, wenn nicht Gesundheltsrücksichtenoder Wohlstand elneAusnahme gestatten^ Mäimonives hat demnach in den Worten Rovo's nichts anders gefündeN, als seine Ermahnung aN den unbemittelten/ jüdischen Dckonomen, seine Bedürfnisse, namentlich in Bezug auf Speise und Trank, möglichfl zu beschränken, sich stach seiner nur spärlich fließenden Erwerbsquelle zu richten, nicht aber auf jeste des Geschäfts zu sehen, die etwa zu erhöhtem Genüsse berechtigten. So faßt Maimonides die Stelle JhrcT Klagepunktes auf, und dagegen läßt sich wöl schwerlich etwas ein wenden. Ist es nun hinlänglich dargethan, daß der Talmud etwas g ege N die Agrikulkür! nicht lehrt, vielmehr' ^alle'S? 'Ernftes^Ef Ü r' spricht, nun so dürfte es denn doch_wök)fchwer zu verantworten sein, wie Sie,: H^r" SeM dMWDttyum "sammt seine. Lehre) ünv'zwär'ÄlfWruüd derselben, in so schwere' Anklage z» ft ent- :schließen hermochkdn Äe HM Talmud sticht verstehn, -wen iütei^sirk HsOW^Kegenkheil) hätte daS" Recht, auch-Wuö-RütKe ÄMutstkß Mü 'ShrEhierür 'zu: PrrRngW-^MW^üf'^e'^tzMW: seiner Unkenntmß-" eine WestschestWsse stdrdaÄüien zu wollen, däS wird boMWMMvkWHr rWfertigen hoch billiM. ^-''MaHM-Eitz-'Welt urkheilentünd zu wtzsten GAstM Ms übör waltet gewiß kein ZMfel

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