Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 2 (11.1.1850)
- Date
- 1850-01-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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sehr, so muß auch der gewandke Talmudist in den Besitz aller dieser Fähigkeiten und mannigfacher Kenntnisse im Gebiete der allseittgen Wissenschaft durch sein Talmudstudium gekommen sein. Hatte auch der fromme Talmudist weder Gymnasium noch Universitär je betreten, so kann ihm dennoch das Gefammtgediet jder spekiellen Philosophie wohlbekannter sein als den meisten der ans diesen Anstalten gebildeten Rabbinen. Wol wird man aus den zahlreichen Werken eines 4«.- o'Wi eines 'ipp 4"e>v v'z kernhaftere Theorien zu schöpfen Vermögen, als aus den dürftigen Exerpren mehrerer Aphorismen, deren sich die Studirenden bedienen, mm ihre Final- und Konkursexamina hinlänglich zu bestehen. Ja mehr denn durch alle 8tuäia dumunorlu läßt sich der menschliche Geist durch gründliche biblische, kalmudische und jüdisch-philosovhtsche Studien, welche nicht aus menschlichen Träumereien, sondern aus göttlichem Geiste enksprungen, bilden und veredeln. Wer dienicht zugeben möchte, der möge dre Wahrheit in den glanzenden und unübertrefflichen Karakrären der zahlceicheu Gelehrten unserer Nation, die sich in: jedem Zeitalter mit Ruhm, obgleich nicht des Ruhmewegen hervorgekhaN, bekhärigr finden, deren Werk« wir noch heute als unnachahmlich anstauneu. Durch solche ihres heiligen Berufes vollkommen würdige Rabbiner »mrd sicherleck, wie in den früheren besseren Zeiten auch bald wieder höhere Einsicht, tiefere und umfassendere Kennmiß in Gottesworc begründet und verbreitet — Tugend und Neligiösttär in ihrer Wahrheit, Würde und Nvthwendigkeir gekannt, geschätzt und geübt werden. — Hoffnung ist für deine Zukunft, Israel ist der Spruch des Ewigen, und es kehren zurück die Kinder in ihr Gebier (r" b'4 'wi'). Die^. welche irren Geistes sind, werden Einsicht lernen, und die Aufrührer Belehrung annehmen O'dv'd 'L>c') Mit Einem Herzen und auf Einerlei Weise werden sie Gott ehrfürchten,lernen zum Heile ihnen und ihren Kindern, nach ihnen. (v"4 ''p7>) Und die Gnade des. Ewigen über seine Verehrer und seine Huld den Kindeskindern, welche hüten seinen Bund und eingedenk sind, seiner Befehle, sie zu vollführen von Ewigkeit zu Ewigkeit, (v'» r"' l"? v'kw). i Das «/rTsre-rrrrirerL Ltt RöligivttssachM. oicv) 7'V2V2 j'b, swp PW2 r,ob '7,1 Mit diesem Spruche weisen wir nicht nur Jene zurück, welche offenbar zeitlicher Vortheile wegen das Ewige zurücksetzen- und um sich populär zu machen, auch die Volksmeinung dahin zu lenken suchen, sondern dieser Vorwurf trifft nach aller Wahrscheinlichkeit auch Jene, welche sich damit brüsten, auf dem Höhepunkt: der Zeit zu sieben, ohne dem Judenthume Etwas zu vergeben. Allerdings eine löbliche Nichmng, wenn unter Höhepunkt der Zeit nichts Anderes verstanden wird, als Wissenschaftlichkeit. Allein Unsere Großsprecher verstehen hierunter gewöhnlich die moderne religiöse Anschauung; und dennoch soll ihr Ausspruch keinen Widerspruch in sich selbst tragen. Was vermag doch Alles ein „Aufgeklärter des 19ten Jahrhunderts!" Diesen Widerspruch glaubt er dadurch zu lösen, daß er sich zu den religiösen Amphibien zählt, diegsowol im wässerigen Zeirgeiste leben als aber aych auf dem festen Boden der Offenbarung» — nennt seine Richtung — wie polititische Bezeichnungen überhaupt seit Jahren auf religiöse Schalt:- rungen übertragen zu werden pflegen — .lusternUieu, in welcher Benennung er seine Rechtfertigung, seinen Stolz findet. Wahrlich! ein sehr elastischer Begriff, ein Begriff, in welchen sogar 4i4n rnc eingepaßt wird. Genau betrachtet aber ist ^uste-miliou auf die Tagesfragen der Religion durchaus nicht Anwendbar. Wollte man sich hierbei auf 4b ( rv oXip) und auf die Erklärung des zu ,i2cv r>vb7 2'v b berufen, so wäre dieses (gelinde gesagt) ein grober Jrrthnm. wie'Zi wollen uns sicherlich hiermit nur eine praktische Lebensregel geben, die auf das Sitten- und auf das Religionsgesetz nur in so ferne Anwendung erleidet, als dadurch keine Pflicht vernachlässigt wird. Zwischen einem leichtfertigen sinnlichen Lebenswandel (lw-v rüp) und einem asketischen (m?»2o) liegt die goldene Mittelstraße der Frömmigkeit mio). Keineswegs aber gilt dieses vom Glauben. Zwischen Autoritätsglauben und Rationalismus gr'ebt es keine richtige Mitte; Hier gjebt eS nur Glaube- oder Unglaube-