Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 6 (1850)
- Issue
- 1 (4.1.1850)
- Date
- 1850-01-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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hie Gewanbheit in her Katechese und Exegese, und fände hierin her Zuhörer hierin volle Befriedigung, so müßte eben derselbe dennoch einräumen, daß in all diesen Sparten noch ttiae 2luSz«ich«Nnfür den Rabbiner, liege. Ebensowenig frommet der Gemeinde das Wettgeschrei der in der Spimtzvge eingeführken Chöre und jede theatralisch« ejngesührtt, . pomphafte Gaukelei. Durch all' diese Aeußerlichkeiten hat daS Zudenthum weder an Intelligenz Noch an Pietät gewonnen, und man muß es als irrige Ansicht tadeln, wenn Jemand deshalb auf eine allgemeine Hebung deSCultus schließen wollte, weil derselbe hie »nd da reichliche Theilnahme sinder. Wäre dieser Schlufi richtig so gälte auch das Theater, jede musikalische und manche andere Kunst» Produktion als eine Anstalt zur Erbauunq des religiösen SinneS. Hebt man zur Unrerscheidung von diesen die den Chören und Predigten eigne ernste Haltung hervor so lassen sich doch gewiß deren Besucher auch die Ueberzeugung nicht nehmen, daß ernste und ergreifende Scenen auch in jenen außersynagogalen Vorstellungen Vorkommen. Wer aus dem kunstsinnigen Publikum erst durch Choralgesauge zum Gebete eingeladen und zur Andacht gestimmt werden muß, hat sicherlich religiöse Wärme wenig genug, um. wenn wie zu den Chören in den Geberhausern auch zu den Opern der Zutritt wohlberedten Geistlichen mir ihren Bassisten und Teno, risten einsam auf ihrem Posten stehen zu lassen, um ein reizenderes Tonstück nicht zu versäumen. Daß diese Wahrheit aber an de« Orthodoxen keine Anwen düng findet, zweifeln wirklich auch die Neuen nicht. Denn nicht aus Mangel am Kunstgeschmacke, sondern, aus innerem Drange, zum Lobe nnd Danke gegen den Schöpfer lenkt der wahre Zsraelit in sein einfach ausgestattekeS GeberhauS voll heiliger Scheu seine Trine, um dorr den Inhalt der Gebete zwar im schmucklosen Tone, wie e6 aus dem Herzen kommt, aber in heiliger Sprache und von dem frommsten Empfindungen der Mitberenden laurbegleitet, vertrauensvoll zum Himmel zu entsenden. Zn solcher Einfachheit des Gebetes. des PortragS aus der heiligen Thora und der übrigen beim Gottesdienst vorkommenden vwwi m'Lp findet der Orthodoxe vollkommene Befriedigung, sein Herz und Gefühl bleibt wach und empfänglich für Tugend und Religion, man sieht ihn nie theilnehmend an den sinnlichen und sinnlosen Ergötzungen der Neuzeit, die auf dem lauten Markte de- Wohllebens von einem Genüsse zum andern umherschweifen und ihre Lust am Lvßerüch Schönen auch im Religiösen, d« ihnen ei» solches doch einmal »ochwendig scheint, befriedigt sehen möchten. Dieseeitle Verlangen wird noch besonderdurch die RenovatsonSgixr der modernen, ihnen gleichgesinnten Geistlichen angelegt und bereitwillig unterstützt, und von diesen dazu alle möglichen Auge und Ohr täuschenden Mittel außerhalb de- Zudenrhumerborgt und in dasselbe hineingezogen. Auf dieselben näher einzugehen, liegt unserem Thema zu fern, aber fragen möchten wir nach den auf die Zugend und da- Volk sich äußernden Wirkungen und Folgen aller jener Neueruugversuche. Wenn, um nur einige wenige Beispiele anzuführen, der feierliche Akt derKatechisationen die Anwesenden so tief rührt, wenn die Zöglinge selbst ihre wohleinstudirten Rollen trefflich spielen und unter den feierlichsten Versprechungen und Gelübden auf Tugend und Religion vor zahlreich versammelten Zeugen in das pflichtvolle ZünglingSalter übertreten l woher dann der himmelschreiende Abfall vom Glauben der Bärer? — Zst es denn nickt grade diese junge aufstrebende Generation, welche des Heiligen und Göttlichen spottet? — Wenn ferner die mir Mund und Geld ihren modernen Geistlichen huldigenden Anhänger so aufmerksam, so gespannt, so begeistert auf die Lehren achten, die ihnen vorgepredigr werden, warum bleib,n sie der wahren Religion und diese ihnen so ganz fremd, warum lassen sie sich nicht bewegen, den heiligen Sabbarh und die heiligen Festzeiren vorschrifrmäßig zu feiern, Läden und Bureaur an denselben zu schließen, den ehelichen Verboten, den Speisegesetzen rc. zu folgen, ihren Kindern die heilige Thora zn leh, ren und sie religiös zu erziehen? — Vermag der Prediger nickt Las zu bewirken, dann?5' Beruht ihnen etwa die ganze Religion auf der vorgeblichen Nächstenliebe allein, oder wollen sie diese nach bloßen Vernunftgesehen üben, wehe, dann weiß der persönliche Vorrheil Ausflüchte genug, sich ->«'? zu sein und die Vernunft so zu blenden, daß sie für Len Nächsten immer die eigne Person anstehk. aber besondere Pflichten gegen den allgürigen Vater im Himmel wc wollen diese eingebildeten Wesen nicht anerkennen. v-, »'cv rn »v üv r>E)v 7>"üs>7> r>7vrn Iw Haben denn diese 725 -siLvö o.in 72 v'IM als Lstkeedonmenvi nickt gelernt und öffentlich bekannt, daß die Pflichten zerfallen in solche gegen Gon, dann rc. — S. Zes. Cap. 30, V. v, F. 24.