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Jüdische Volksstimme · 1920-12-02 · Heft 48 (2.12.1920) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXI (1920)
Issue
Heft 48 (2.12.1920)
Date
1920-12-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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jernsm fouwnmit Nr. 46 jenigen Gegenstånde, die ate den beiden Organisationen geraeinsame erklårt werden, Delegierte, die gemeinsam mit dem zionistischen Zentralkomite beraten und beschlieBen. Als gemeinsame Angelegenheiten werden erklårt: Palåstinaamt Nationalfond und Keren Hajessod. Es konnen aber jederzeit auch weitere Angelegenheiten als reinsam erklårt werden, wenn die Exekutiven beiden Organisationen ihre Zustimmung geben. Die gemeinsam gefaBten Beschlusse sind flir beide Organisationen bindend. Weiters wurde der Austausch der Protokolle zwischen dem Zentralkomite und der Misrachi-Forderation beschlossen. Es ist zu hoffen, daB dieser BeschluB den Beginn einer gedeihlichen Zusammenarbeit bilden und das Verhåltnis der beiden Organisationen mit der Zeit ein inniges sein wird. Hebråischer Kfinstlerverein in Jerusalem. In Jerusalem wurde ein hebråischer Kiinstlerverein gegriindet, der den Zweck verfolgt, die Kunst, Kunstwerke und åsthetischen Oeschmack unter der Bevolkerung zu entwickeln und zu verbreiten. Der Verein plant, eine Ausstellung kiinstlerischer Werke im Fruhjahre zu veranstalten. Mitarbeit der „Ica“ in Palåstina. Die „Ica“, Jewish Colonisation Association, bemiiht sich, wie die „Zionistische Korrespondenz“ mitteilt, in Palåstina Arbeitsmoglichkeiten fiir jiidische Einwanderer zu schaffen. Sie stellt zu diesem Zweck auch Maschinen und Geråte zur Verfugung. Ferner wird sie Kredite zum Håuserbau bereitstellen. Z. K. Ziitritt der Orthodoxen zum Waad leumi. Die orthodoxen Delegierten der kiirzlich stattgefundenen Delegierten-Versammlung der Juden Palåstinas, Assefath Haniwcharim, haben beschlossen, in das jiidasche Nationalkomité Palåstinas, den Waad leumi, Vertreter zu entsenden. Sie haben vier Herren entsandt, darunter den bekanntenRabbinerKuk. Z. K. Tåtigkeit des Judischen Nationalrates in Prag ffir die Zeit von Mitte September bis Mitte November 1920. Auch in der /abgelaufenen Berichtsperipde muBte sich der Jiidische Nationalrat in hohem AusmaBe mit Abwehraktionen beschåftigen. Vor allem muBte håufig zugunsten der Fltichtlinge interveniert werden, gegen die von Zeit zu Zeit immer wieder Aktionen unternommen wurden, obwohl sie nur mehr in ganz geringer Zahl in der Cechoslovakischen Republik zuruckgeblieben sind. Auch fiir die auslåndischen judischen Studenten muBten unzåhlige Interventionen in Ministerien und bei der Polizeidirektion unternommen werden. Noch mehr treten die Drangsalierungen slovakischer Juden in den Vordergrund. Gegen diese Vorgånge wurde u. a. auch beim Ministerpråsidenten Cerny protestiert, bei dem zugleich aie Forderung nach einer Aenderung des Wahlrechts in die Nationalversammlung vorgebracht wurde. Inzwischen hat der Jiidische Nationalrat die Organisierung der cechoslovakischen Judenheit auf direktem Wege in die Hånd genommen, wobei besonders in Karpathorussia groBe Erfolge erzielt wurden. Durch unmittelbares Eingreifen der Herren: Dr. Singer, Dr. Ungar und Dr. Goldstein, sowie des Prager Oberrabbiners Dr. Brody, der als gebiirtiger Uzhoroder mit den dortigen Verhåltnissen gut vertraut ist, gelang es, den AusschuB der maBgebenden Faktoren der karpathorussischen Judenheit an die Vereinigten judischen Parteien durchzusetzen. Da bekanntlich in Karpathorussien die Juden einen groBen Prozentsatz der Bevblkerung bilden, ist dieser Erfolg fiir die nåchsten Parlamentswahlen von besonderer Bedeutung. Den greifbarsten Fortschritt, Konsolidierung der Cechoslovakischen Judenheit, hildet die judische Scbule. Die Eroffnung der I. Klasse der Prager judischen Volksschule bildete fiir alle, denen dieZukunft der Cechoslovakischen Judenheit am Herzen liegt, ein besonderes freudiges Ereignis. Auf wie vkkn Oebieim der J. N. R. tatig sein muBte, wird die kurze Erwåhnung der fol* genden Arbeiten zeigen: Bezfiglich der Volkszåhlung ist der J. N. R. dafur eingetreten, daB nicht die Sprache, sondem die Nationalitåt das entscheidettde Kriterium bilden soli, damit sich die Juden ohne Rucksicht auf ihre Muttersprache zu ihrer Nationalitåt bekennen konnen. Bekanntlich ist dieser Standpunkt auch siegreich geblieben. Der J. N. R. hat mit Erfolg die Mazzothversorgung in die Hånd genommen. Ebenso ist er mit Erfolg dagegen aufgetreten, dal man in slovakischen Schulen judische Kinder dazu zwingen suchte, am Sabbath zu schreiben. Endlich hat er seinen EinfluB zu Gunsten einer besseren Bezahlung der judischen Gemeindeangestellten geltend gemacht. Als am 16. November und in den folgenden Tagen der deutsch-Cechische Gegensatz in Prag zu einer Judenhetze auszuarten begann, ist der J. N. R. sofort in Aktion getreten. Zwei Mitglieder des J. N. R. haben in der Kanzlei des Pråsidenten der Republik interveniert. Auch sonst sind mehrere Interventionen zum Schutze einzelner Juden und jiidischer Institutionen unternommen worden. Korrespondenzen. Elbenschltz. Im hiesigen Makkabi ist vorige Woche eine Damenrieg©. gegriindet worden, welche bereits turnerisch recht tåtig ist. Wir wollen auf diesem Wege unserem Turnwart und Vorturner Herrn Ernst Sinaiberger 'lun. unsere vollste Anerkennung und vollstes Lob aussprechen. Bisenz. Am 7. Dezember 1920 findet im Hotel Lowy ein gemiitlicher Abénd statt, dessen Programm Herr Ehrich Juhn aus Prag besorgt. Wir laden alle Gesinnungsgenossen der hiesigen Umgebung zu diesem Abende hofl, ein. — Das Komitee. BrUnner Nachrichten. Wohltåtlgkeltstee Im Kiinstlerhaus am 8. Dezember. Die Vorarbeiten fiir diese Veranstaltung sind in vollem Gange und aus, dem Interesse, das sich in allen Gesellschaftskreisen zeigt, kann eln voller Erfolg vorhergesagt werden. Ihre Mltwirkung an der Akademie haben bisher zugesagt die Damen Garden, Karoly Schwarz und Herr Fritz Schonhof. Der Kartenvorverkauf findet tåglich im Sekretariate Qlacis 57, vormittags zwischen 11—1 Uhr statt. Der Jitd. Amateur-Schachklub, Briinn, durite wohl der 1. judische Verein dieser Art in der ganzen Cechoslovakischen Republik sein. Die groBe Mitgliedetzahl, der rege Zuspruch, dessen sich seine schachlichen Veranstaltungen erfreuen, die åuBerst rege Beteiligung von Gåsten selbst auderer Nationalitåt, ist wohl der beste Beweis dafilr, daB der junge Verein den richtigen Weg eingeschlagen hat, um sich die Sympathien der judischen Jugend (und dies ist eigentlich das crfreulichste an dieser Neugrundung) zunerringen. Das ihm dies wohl gelungen ist, beweist am besten die rege Beteiligung an dem ausgescbriebenen Klubturniere, das jeden Mittwoch und Freitag Abend, 8 Uhr, im Spielzimmer des Café Thonethof zur Austragung gelangt und einen åuBerst interessanten und spannenden Verlauf nimmt. (Teilnehmerzahl 22.) Schachmeister Burian bat in liebenswiirdiger Weise die Leitung des Vereines iibernommen und dUrfte den Klub einer groBen Zukunft entgegenfiihren. Der junge und demgemåfl verhåltnismåBig mittellose Verein bedarf der Unterstutzung aller judischen Schachfreunde, die er sich hauptsåchlich in Form von Schachutensilien, an denen ein grofler Mangel herrscht, aber auch in Form von Turnierpreis-Gegenstånden hbflichst erbittet. DiesbezUgliche Spenden nimmt Herr Viktor Hannak, Na ponavce 49, gerne entgegen und werden die Namen der Spender in diesem Blatte verdffentlicht. Rumbo. Turnen und Sport. Der Ittdteche Sportverband fiir die éechoslovakische Republik wurde Sonntag, den 21. November d. J. in Prag ins Leben gerufen und dUrfte fiir die weitere Entwicklung des jiidischen Sportes von aUer-. groBter Bedeutnng sein. Die Zahl der jiidischen Sportvereinc, die dz. in der Republik existieren, be-! trågt zirka 40 und dUrfte sich fm Lanfe der nåchsten Jahre auf das Doppelté erhOhen. Kårne es dann zur Grilndung des ersehnten ittdischen Welt-Sportverbandes, mUBten die betreffenden groBen Welt-Sportverbånde wie Tifa (fiir FuBball) diesen jiidischen Sportverband als autorisierten Vertreter der ftidischen Nation anerkennen und als gliechberechtigtes Mitglied in ihre Reihen aufnehmen. Hiedurch wåre aber auch bereits Gelegenheit geboten, auf der nåchsten Olympiade 1924 zum erstenmafe in den Annalen der Geschichte als freie, gleichberechtigte Nation mit den Vertretern aller anderen Nationen in sportlichen Wettbewerb zu treten, gewiB auch ein politischer Erfolg ersten Ranges. Soltte es im ésl. jttdischen FuBball-Verbande, wie anzunehmen ist, zu einer Klasseneinteilung kommen, dann wåren in die t. Klasse folgende Vereine einzuteilen: J. I. K. Hagibor, Prag, S. K. Makkabi, Måhr.-Ostrao, S. K. Makkabi. ProBnitz, S. K. Makkabi, PreBburg und der S. K. Makkabi, Briinn. Rumbo. Die Sportsektion des S. K. Makkabi, Briinn, veranstaltet In der letzten Woché des Monates Jånner 1.921 in sSmtlichen Sålen des KUnstlerhausés eine „JUdlsche Sport-Masken-Redoute“, zu der bereits heute die grbBten Vorbereitungen und Vorarbeiten getroffen werden und die allem Anscheine nach der Clou der heurigen jiidischen Ball-Saison zu werden verspricht. FUr die erstklassige, kUnstlerische Auss tat tung såmtlicher KUnstlerhausråume hat sich in llebenswurdigster Weise Herr Pietro Dormisch, akademischer Maler, Genua, dz. BrUnn, zur VerfUgung gestellt. Als Obmann des Festausschusses fungiert Herr Baumeister Ernst Ritter, BrUnn, Rosengase 1. an welche Adresse såmtliche Zuschriften und Anfragen zu richten sind. Wettschwimmen des S. K. Makkabi BrUnn um die Klubmeisterschaft. Dieses Wettschwimmen, das einen hochinteressanten Verlauf nehmen dUrfte und eines der reichhaltigsten, tellwelse humorvollsten Programme enthålt, das ie bei einem BrUnner Wettschwimmen zu sehen war, gelangt Sonntag, den 14. Dezember, vor- und nachmittags, im Charlottenbadc zur Austragung. Die sportliche Leitung liegt diesmal in den bewåhrten Hånden Herrn Okulars, einem der bekanntesten ungarischen Me'isterschwlmmer der Jahre 1907—1910. Es dUrfte gut sein, sich Karten im Vorvsrkaufe an der Kassa des Charlottenbades zu besorgen, da die Nachfrage nach Karten sehr groB, die Moglichkeit ihr zu entsprechen jedoch sehr klein fst. Karten flir Vormittag und Nachmittag 8 K, fUr Vor- oder Nachmittag 5 K. Rumbo. Theater und Kunst. Stadttheater. „Toska“. Gastspiel Michael Fleta, Max Kriener, Johanna Perthold. Fleta zeigte sich in seiner Glanz- und Paraderolle als Cadaradossi und war das groBe Ereignis. Er zeigte sich gesanglich als Meister. Seine Technik ist respektabel, der Stimmumfang kolossal. Ein Meisterstiick die groBe Arie des III. Aktes. Schauspielerisch hat er noch manches zu lernen. Ihm wtirdig zur Seitc der Scarpia des Herrn Kriener. Leider litt er unter einer Indisposltiou und fehit ihm nur das Dåmonenhafte. Fri. Perthold zeigte sich als tUchtige Sångerin. Besonders erwåhnt sei noch Herr Kapellmeister Mohn, welcher das Werk in liebevoller Weise und mit hinreiBendem Schwuiig dirigierte. In kleineren Partien wirkten noch die Herren Pruscha, Guth und Gisela verdlenstlich mit. Es gab zahlreiche Hervorrufe. Mit einem Wort ein Abend voll kUnstlerischem Genufi von seltener Art. - Literatur. ^idovské besidky (Judische Erzåhlungen). 2 Bånde, herausgegeben von Dr. Richard Feder, Rabbiner in Kolin. Der bekannte Verfasser des vom Ministerium approbierten und bereits in einer groBen Anzahl Schulen benutzten hebråischen Lese- und Lehrbuches in éechischer Sprache, hat hier eine ganze Reihe von Aufsatzen zusammengetragen, Prosa und Poesie, jiidische Themen behandelnd und von jiidischen Autoren stam* mend, welche mosaikartig aneinander gereiht, jedes fiir sich bei der Lekture einen besonderen GenuB bieten. Wir finden hier in bunter Reihenfolge Anekdoten aus der heiligen Schrift und dem

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