Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXI (1920)
- Issue
- Heft 43 (28.10.1920)
- Date
- 1920-10-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Bemgspf tites halbifthrlg. ganzjfihrig . Kfi BO.- mm Redaktion u. Adminiitratioa: Br&nn* Krapfeug. 19. -iMerttef itt efiilpliltfce Mfflimeterramn K« —*49. Deutschssterreich , , K 90.— Unverlangte redaktionelle Beitrftge werden nicht Deutschland . . . , . . Mark 40.— im - iMftOfriert Mttmiskfipten ist Rflckporto bctca/figen. .. .. ..■■ I mn\., Jahrgang XXI. Brflnn, *JNummer 43. Ét Die P. T. Empfånger, werden um gefl. dringende Bezahlung des Abonnements ersucht. Die Administration. Zum mShr.-schløs. Distriktstage Am 31. Oktober tritt seit Jahren wieder einmal ein Zionistentag in Brflnn zusammen. Das mflhrischschlesische Distriktskomitee hat diesmal Brflnn flir seine Jahrestagung auserwfihlt Wir haben in diesem Jahre bereits die Delegiertén der „Vereinigten jttdlschen Partefen" begrUBt, hun kommen die Zionisten daran. DaB es in Brflnn vorkommen kann, daB man fflr solche ernsté und bédeutende Tagungen nicht die entsprechéntfen Lp^jtølten, bekommt,daB sicit das- „KfinstlerhauS'V 4*$ Mne‘ grotte ffidische, 'auch $$ discbnationale Mitgliederzahl hat, weigert, unter dem Vorwande fflr „politlsche Konferenzen“ den Saal nicht hergeben zu kdnnen, den Distriktstag zu beherbergen, ist nur ein Beweis, wie uninformiert Ubér die zionistischen Bestrebungen, seibst jene deutschen Faktoren sind, die sich zu den Spitzen der Intelligenz zflhlen. Diese Herren wissen nicht, daB es deutsche, daB es énglische Staatsmflnner zu ihrer groflten Ehre zflhlten, an zionistischen Verhandlungen teilzunehmen. Es wagt ein „Kflnstlerhausverein“, der sich deutsch und kultureil nennt, den Zionisten in dem Moment den Saal zu verwéigern, in dem die Zioniten im Vereine mit dem ganiefl Jttdlsdhen Volke und * Keren Hafessod auf Qrund des #Masser“ von Zioni< unter Oarantie der englisCfienReglerung und dés Valker bundes daran 'gehen, ihre neut Hehnaf iu schaffen. Unter diesem Gesfchtspttnktewird der Distriktstag verhandeln. Schaffuhg’ der netten Heimstfltte. Aufbau des iftdischen^ReiChes. Eftdlich kann ein Distriktstag zu konkreten Tatsachén Sfelluog nehmen, denn-der hdchste Zeitjiunkt der Diaspora ist eingetreten. Es soli bei diéser Kofiferefiz ledes pe.rs6nliche Moment anBeracfitgefesSen WerdSn. Dav ztønistische Distriktskomitee, das seitVéihfgen ’Jahfeti seihen Siti in Mtthr.-Ostrau hat, wird /Re&énschaft flir seine Tfttigkeit ablegen, wird sich ura^das Vbrtrauen de? Zionisten bewerbert und wird* s» wplle.nwir hoffen, dieses Vertrauen auch beketffiem Daff;és Phné Kritifc nicht abgehen Wfrd, da man vlelleicht vom DJ K. mehr erwartethAt und 'batterals^ es gelefetet haj, ist sicherlieh zu éfWarten. * ~Af>er da?4uf!der TageSordnung sehr wichtigé Fragen Stehpn. dUrften alf diese kieinlichen Moirfenfé wégfallen. . . 1 . Jahreskonferenz tn tottdPn^mipi^' Beh&hdluiig Keren Halessod. Dies'em tfetfé^en Fo^d fleVzféMstif scheir Beweguhg muB das groBte Åugenmerk ge-i schenkt werden. Der „JfldiSche Natfbnalfortd“ ist bereits ih dem iildischen Vøtke eingebttrgert. Er ist so poputør und. volkstflmlich geworden, dåBdtøse Institution feder kennt Der Keren Halessod wurde auf der Jahreskonf erenz' geschaffen, soli etné H6he von ‘ 25 Millionen Pfund erlangen. Das ist dieienige Summe, die wir unbedingt* fflr unsere nflchsten -und wichtigsten Arbeiten in Erez-Israel benfltjgen. Wir wissen, FEUILLETON. Der schflne Bart des Rabbi. (Eine Humoreske.) In einer kleinen schlichten orthodoxen Israelitengemeinde im Biharer Komitate, unweit der groBerv Judengemeinde GroBwardein, wo noch viele strengglflubige Oemeinden bestehen, war ein Rabbi mehr denn 20 Jahre Seelsorger. Gelehrt und wahrhaft religibs war dieser, einst ein vorzflglicher Bachur (Jtinger) an der berflhmten Talmudschule des vorzflglichen Talmudisten Rabbi Gh. H. Mannheimer in Ungvar, der, ein gebttrtiger Verboer zufolge seiner auøerordentlichen Gelehrsamkeit das Aron-Hakodesch (Hellige Bundesfade) von Ungarn gpnannt wurde. Diese kleine schlichte Judengemeinde lebte friedliebend mit dem-Rabbi und dennoch kam es unglflck- Iicherweise zu einem argen Zwist mit diesem ihrem Seelsorger. Der Rabbi, im schdnsten Mannesalter stehend, war von hoher Gestalt und gefttlligem AeuBeren, séin gepflegter blonder Bart und seine in Gold gefaBten Augenglflser machten einen gcwaltigen Eindruck, und zufolge seines wflr digen Auf tretens: zoUtethm auch die nichtjUdische Bevolkerung die vollste Hochachtung. BekanntermaBen zflhlt zu den Pflichten elites orthodoxen Rabbiners auch die Ueberwachung der Koscher-Fleischbflnke. Dg eiefgnete sich der Qber< rajchende Fali, daB dieser Rabbiner anlflBiich einer Inspizierung éiner Koscherbank' iinter den zum Fleischeinkauf versammeitenFrauen einer vornehm gekleideten Frau, Gattin eines wohlhabenderi Kdufmannes, ein „Zwickrl“ in die Wange appliziéfte. Sflmtliche Damen gerieten in UhwiUen. Eine géwisse Eifersucht erregte dieses Eréignis, Wogen der Erbitterung gingen hoch; so daB der "GemeindevofV stand sich veranlaBt sah, zur Beruhiguhg' der Oémiiter eine Vor standssi tzung einzuberufen. Die Mehrzahl der Frauen hatte gefne persOnlich dieser Sitzung beigewohnt, doch wurde diééélbe in den Ghal-Hamodtagen des Låubfittttenfestes streng geheim abgehalten. Bei Etdffnung dieser Sitzung ermahnte der Vorsitzende zur MfiBigung in der 'Debatte, WfliiscKte Ruhe und ’ Wflrdeszu bewahren* Milderungsumstande walten zulassen und war nte vor Iberéilten Beschtflssen. Unter dem versammelten Vorstande* besiehend .aus zehn Mitgliedern, war auch der Oåtte der gezwickten Frau. Es entspann sich s'ogléich' eine’ rege Debatte. Der erste Redner war der Ahslcht, dttB‘dieses Benehmen des Rabbiners, welcher "der' Geiheinde mit gutem Beispiele vorartgéheh solite, éin'Grund sei, demseiben die Kiindigung zu 'ifberrefclten. Der zweite Redner faBte -ai^ SaChe? hh'ders atti: der eigentiiche Orund der hervérge^afeneh Aufregung in :der Fraiienwélt sei der’gro8a?^cHBhé J'Bart des Rabbi tind dessen goldene Augwjgiaser. per Rabbi mflge bestlmmt werden, dieleh Bart^féht so^sehr zu pflegen, denselben im AusmaB auf die’ Hftlfté Sti kU|- zen, und^^etatf gaidencr At«ttlififser'Atigéh(pii3ir; so wie der Herr Donatb solche haVtoit^Stah) srddértøi dft^es Sfetf dngéhOben Verden soli und daB festgesetzt wtifdé, feder Zionist infisse ein Zehntel seines Ver- HiBkdns der Aufbauarbeit in Erez-Israel steuern. Wie Viel von den‘25 MU1. Pfund auf Mfihren kontingentiert wurde oder werden wird, dflrfte der Distriktstag bringen. So viel ist sicher, daB er diesmal an alle Zionisten die grdfiten Xhforderttngen stellen wird, um so mehr, als die liebe Cechoslovakei wieder einmal zu si&t gekoitimen ist In allen flbrigen Låndern wird bereits fleiBig gesammelt. Deutschland hat Schon vor einigen Wochen bei einer Vertratténsmån’nettagung eltiige Hunderttausende Mark tøSartimbit, DéutsChdstcrpsicli hat uns den Rang abgeidufen, indem es Bausteine zu 20.000 K sammelt, tthd Solche'béreits, trbti, fieberhafter Wahlagitationstfltigkeit, éihigé åufgébrSCht hat. Nun venit res ad triariosl Nun kommt es auf uns an, in jMittéleufopa nåchst Deutschland die -grOflte Samme aufZubringenv Weil wir jaauch tatskehUch ■År± Judenschaft 1. nflchst [n dieaem Falle-darf keTn Zionist, ehdlidii efetnal von; dem Bettiéfstgrt&unkt,HA?tferika soli helfen, hefrefen. Wir milssen endlich zeigen, daB wir trotz unserer schlechten Valuta gewillt sind, an der Palflstinaåufbauarbeit werktfitig mitzuarbeiten. Zu dieser Aufbauarbeit gehdrt auch die von mir so' oft behandeite Chaluzimfrage. Wir mfls$en uns endlich damlt abfinden, daB die Cechoslovakei, namentlich aber dermflhr.-scdtlesische Distrikt das Durchzugsland aller aus RuBland und Polen wandernden Chaluzim1 ist Sie betreten in Oderbérg unséren Distrikt um ihn in Lundenburg zu verlassen. Die Paiastinaflmter, namentlich das Haupt- Der dritte Redner meinte, daB mån nicht so streng Ins Gericht gehen mQge. Es sei der erste Fehltritt des friedliébeiiden Rabbiners, eine ernste Rfige vom Vorstand "sei genflgend, dazu mflge man berfloksichtigen, dafl derselbé 8 Kinder besitze, und wfire «s sflhdhaft, dentselben eine Kiindigung ob einer flbereilten Zårtlichkeit zukommen zp iassen, wo 4och ein Rabbiner sicherlieh nicht unverbesserljch. sei. Nun kamsder v le rte.jsu Wort und dieser war der beléldigte datte der. gezwickten, Frau. „Fré.ch. war dieser Rabbi/und wagte es, -meine treue Qattin zu lfébkosen, welche nur in besønderen Ffillen von mir éln Zvlckrl empfengt, welches Recht doch nur mir alléin zustéhti Er mdgé seiner elgenen Frau dipse,' LieT?e erweisen, wenn es ihm beliebt, o'der auch ^elnon écholkindern so diesetben dessen wflr dig. sind- Ich, béantrage, daB man'diese Angelegenhéit nicht so 'leicht iiehme, sondem einem B e sdi nv (éiném 'OérfehtsbésChlu^) dreier Rabbiner auf néutralem Bodefl zur Entschéidu'ng Ubertragen.mbge. Dfese' Mblnttni/fahd^ éfeheiligen Beifall \tnd der BeschfuB 'wttfde; 'dénf Rattøiner scbriftlich zugestellt, wofflb'er defselbé slch 'befrledigt erklflrte. :Nach dmheDieem Peschlusse wurde^Qropwa;. déin als 'aie'lgeélsfhefste dénjefttde zur Einbérufung des Besdip bejstimmt. . •. GrdpWd^fe WaF åtéts der Slig ‘$id,5V)flrKung8kreis 'grofo? Séetegef. Her^6fr‘dgWder T^lmttdgeiehfteji. Ih;de?^t (diéåds ’ydr^fe^nfeies war der grPBe *defehrte, dtfen'aMtøiw Xandsberger, dort Seélsorgef. Zwel; VPråfandSotUglieder der kfeinen Bfeafer' Judeb^efnCjlnde’ nich Soeben erschienen: Eisen gerSndert sich ansuschaffeo. lufifrø’ iiich CfroBwårdein, Bf* itiii dberrabbfeer tandsberger mit der Bitte Qbergeben, ein Besdln-Qe- „Hickls Jttdischer Vo!kskalender“,