Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXI (1920)
- Issue
- Heft 42 (21.10.1920)
- Date
- 1920-10-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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føuaimu" mm _ _ Mm cz«*« Pi Ansuchen nicht Folge gekiatet wird, afc Konseqtienzen daraus zuzieben. Wir. Jfldischnåtionalen, Hånt Sig. Jellinek, sind es enen nicht gewohnt, wennman einem ins Geaicht icfa dahke schdn zu sagen, und. wenn fa*, Hefr Notar Pick, méinoi, eS.wåre kein Malnéfal*. wenn die Juden aus, dem Kasino aiistreien Wflrdeii, so sind wir ganz tører Meinung. Ge- WiØ, Herr Doktor. Sie haben recht, wir Juden féhdfen schon lange nicht in die Gesellschaft iesér deutschen Judenfreunde, deren Wahl spriich allerorts lautet; „Juden hinatts". Fflr UflS Juden Ware es nur von Vorteil,* wenn die Oelder, mit denen unsere. Volksgenossen ihre Kassen ffilléri, åtifhdren wfirden, ihiien zfaziiflieBefl, wir kdnriten wirklich vieles andere und viel wichtigeres damit beginnen, z. B. dieselben dem Fond zum Aufbaue Palåstinas, dem Blinden-Inåtitute dortselbst oder aber den, jfidischen waiSenkindern und noch vieles andere. mehr ziiwetideii. Ihrién jedoch, Herr Sigmtmd Jellinek, oder tøie man Sie sonst noch zu nennen pflegt, spréchen Wir jede Beréchtigung ab Kritik fiben zu wollen fiber unser Tuii una Lassen. Das jfidischnationale Problem ist zu hehr und erhaben und fibersteigt Ihren geistigen Horizont, der sich hdchstens zu einer Ferbelpartie emporschwingen kann und in der Veraristaltung einer Kneiperei seinen hochsten GenuB findet. Daher Hånde weg, lassen Sie uns ungeschoren und machen Sie sich durch das Ironisieren unserer Bestrebungen nicht låcherlich, denn Sie verstehen dieselben nicht. Wir Jfidischnationalen bekennen uns frei, offen und mit Stolz zu unserem geliebten Volke, wer anders handelt und in dieser schweren Zeit nicht fest und treu zu seinem Volke halt, wer sein Volk in der Not verlåBt, der ist —-kein b'raver Marin. Euch aber, Ihr Anderen, die Ihr noch von dem Wahne befangen seid Euer Heil in dem Bekennen zum Deutschtume finden zu kOnrien, rufen wir zu: Hort Ihr dénn nicht den gråBlichen Wehschrei unseres Volkes in Ost und Nord, wo man un- SM'e Brfider mordet^ ihre Fratien und Tochter schåndet nur deshalb, Weil sie Judért sind. Ermannet-Euch und haltet Einkehr in Etich, horet auf fremden Gottem zu dienen. Euer Platz ist heute notwendiger dénn je ari unsérer Seite in den Reihen Eueres Volkes, welches ffir Seine Freiheit kåmpft und nicht aufhoren wird das Gewissen der Menschheit aufzurfitteln bis auch ihm sein Recht wird sich frei urid unbehindert in seinem eigenen Staatswesen entwickeln zu konnen. Wie låBt doch Richard Beer-Hoffmann in seinem „Grafen v. Charolais“ dem roten Itzig zu demselben so trefferid sagen: „Und wenn ich war, ich weiB nicht was-und wenn ich tåt, ich WeiB nicht was-ich bleib doch in Eueren Augen nur-e Jud — — — e Jud-- —- é ganz gemeiner —- Jud. —. Zwii Jehuda im Namen der jfid.-nat. Kasino-Mitglieder. BrOnnir Nachrichttn. General-Versammltmg der Jfidischen Frauenorganisation ffir Måhren. , Sonntag, den 17.. Oktober fand um 4 Uhr nachmittags die General-Versammlung der Jtidischen FraUenorganisation statt. Die dzt. Pråsidentin Frau Berta Schnabl eroffnete und begrtisste die Versammlung und ertéilte der Schriftffihrerin Frau Olga Hansi das Wort zum Rpchenschaftsberichte. Dieser, in warmen nationalen Worten gekleidet, gab die Tåtigkeit der Organisation wieder, aus der die groBe Arbeit hervorgeht, die sich namentlich auf das Oebiet der sozialen Ffirsorge erstreckte. Kindéraktionen, Aktion der Wiener Kinder nach Måhren, cca 300, Wårmestube in Brfinn, Kindergarten, Schrebergårten. Tageserholungsståtten sind die erfolgreichen Resultate der Organisation. Mit einem warmen Appell an die Mitglieder, mit frisken Kraften zu arbeiten, auch die Waisenkinder zu bedenken, schloss der Rechenschaftsbericht. -^Frau Lotte Singer als Kassierin er* stattete den. Kassabericht. Die Organisation zåhlt gegenwårtig 560 Mitglieder und hatte an Einiummen gøgen 75,000 Kronen wogegen 66.000 Kronen als Ausgaben figurieren. Der Kassierin gebfihrt Dank ffir ihre aufmerksame! tarif gøam BuchMhrurig. ficmf wird fiber I Antrag det- Frift Pante der, Kaseierin I das Absolutorlum und dem abtréténden Åu3schusse der Dank ausgesprochen. — Aus den Wahlen geht folgender Ausschuss hervor und zwar die Fratien: Berta Schnabl, Prås., Gisela Feldmann, I. Vize*Prås., Olga Hansi, II. Vize* Prås., Patila Steiner, I. .Schriftf., Helene Weisskopf, il. Schriftf. Lotte Singer, (. Kassierifi Jella PlatSchek, II. KaSSieriri. als Revisorinhen Steiner urid Bergmariti, als Mitglieder dhrié Funktion, dié Fraueri: Elsa Schiilier, Oisela Schallinger, Fri. Julie Hrdlitschka, Frau fda Ripper, Marie Késsler, Miz2i Weicb* Vglerie Tintner, Resi Mfiller, N. drtiri, Lotte HbchWald. Was geht ini Brfinner jfidischen Versorgungsiiaus vor? Die „Jfidische Volksstimme<( hat éimrial die Zustånde im jfidischen Waisenhaits beleuchtet. darauf hingewieSen, daB es schmerzlich ist, daB die reiche jfidische Gériieindé Brunns — wir meinen nicht die Kultusgeirieinde - nicht imstande ist, 10 Waiserikinder in erhalteri. Fine Sammlung, die von uns angeregt wurde, brachte kleinere Summen zusammen, aber wir geben uns zufrieden, da, wir . von authentischer Seite erfahren haben, daB die inaBgebenden Factoren beschlossen haben, sich der Waisérikirider anzunehmen und wir glauben diesen Nachrichten, wenn auch jetzt noch die Kinder zur Abwechslung statt 6 Zwetschken mit Brod, Marmeladebrot zum Nachtmahl bekommen. Die „Jfidische Frauénorganisationu hat in hoch herziger Weise die 19 Kinder mit ganz neuen Schuhen bedacht, eine Kleideiraktion ist auch im Gange, und wir hoffen zuversichtlich, daB die Waisenkinder ein ffir allemal eriedigt sind, da wir nicht annehmen wollen, daB die Brunner reiche Judenschaft, eine derartige Schande auf sich nehmen wird. Nebst diesem Waisenr hause befindet sich in Brfinn ein jfidisches Altersversorgungshaus mit 11, schreibe elf Insassen. Das Versorgungshaus soli unSerem Vernehmen nach gestutzt sein durch die RoSen t hal’sché Stiftung,.:die-angeblich kein -Geld mehr hat, då das Kapital hSchstwahrscheiniich in Kriegsarileiheh arigelegt iSt. Nun da kånn man mit niemand mehr rechtert. Trotz ail dem aber ist es Pflicht des Kuratoriums, die Oeffentlichkeit dåratif aufmerksam zu maclien, daB das Geld alle.«’ wåre und nicht 11 alte Léute dar ben zu lassen. DaB diese alten Leute nicht klagen dfirfen, weil der Hérr Verwaiter es nicht gestattet, nimmt uns nicht wunder. Seitwann ist derin solche Feldwebelwirtschaft in einem jfidischen Versorgungshaus Mode? Der Verwaiter Soli ein gewisser Herr J ok 1 sein, wir kennen diesen Herrn nicht nå her, wir wissen nur von ihm, daB er bei Wahlen den deutschburgerlichen Parteien mit seinen li Pfleglingen gerne beispringen mOchte. Wir halteri aber daffir, daB ein Verwaiter eines jfidischen t Versorgungshauses, wenn er sich schon nicht jfidisch bekennt, doch wenigstens ein jfidisches Herz besitzen soli. Es soli zu Roschhaschonoh die Wirtschafterin die ses Herrn Verwalters oder des Versorgurigs hauses, wir wissen nicht genau, wessen Wirtschafterin sie eigentlich ist, néberibei eine Nichtjfidin, zu den Pfleglingen, weil sie eine bessere Kost bekamen, erklårt haben: „Heute haben sie sich aber angefressen!“ Da sie e$ in Cechischer Sprache sagte, so wirkte das noch derber. Also so wéit dar! es denn doch nicht kommen. Auch Pfleglinge eines jfidischen Versorgungshauses haben das Anrecht menschlich behandelt zu werden, und Pflicht des Kuratoriums, das ja nicht fiberall dabei sein kann, ist en, Uebelstånde abzustelten. Wir verlaiigen im Namen der jfidischen Oeffentlichkeit eine sofortige Untersuchung der Zustånde an der Rosenthalschen Stiftung. Wir wollen es vorlåufig an dieser Mahnung sein lassen und nicht die verantwortlichen Faktoren zur Rechenschaft ziehen. Aber diesem Skandale muB ein Ende bereitet werden. Die Brfinner Juden werden doch so reich sein, daB sie 11 alte Leute und 19 Waisenkinder erhalten k6nnen. Das wåre denrt doch eine Schande, die niemand wird auf sich sitzen lassen wollen. Verlohung. Fri. Suse Rotter, Tochter unseres Og. D?. Johann Rotter und Frau~Emestine Koittr. hat atd> mit Herrn Dr. Eduarft Båumer, Advokaten in Måhr.-Oatrau, verlobt. Utiieie hcrzlichsten Olfickwunsche. Zionist* Vtfehl ^Theadot Hfflrt". Sonntag, 24. Oktober, Café MårØémtiåf, Vorftag: Df. M. Dische: Erbpachtsysteffl im j. N. Vi Béghiri 8 Uhr abends. Oåste herzlichst willkommen. Jftd. Nat.-Fond-Kofflmission. nSpendenausweis.) Bfichsen: L. Trammer 4 K, 1. Scheinmanri ié.26, M. Spindel 11, Fam. Stempel 57, Rest. Schey 6.04, L échétaiflåflfi 15.82, Fam. Rosenblut 26.56,!. Klein 53.62, StrauØ-Jellinek 5.32, M. Poliak 7, Hartensfeitt 13.11, Altmami 19, A. StrauBef 19.88, R. Feldmann 5.68. Mor* genstern 2.60, Kohnstein 6.68, M. Donath 6.60, L. BaØ 1.92, Z. Grunberg 6, M. Klein 13, L. Alt 7.20, Dr. Å. Grunfeld 27, É. Ba6 4.04, E. Skutetzky 2.64, F. Soffer 7, Dr. Lewy 23.40. O. Cohn 4.24, Éisler 6.28, Fåden. 5y H. Sternhell 6, K. Kahn 20.20. — S e 1 b s t i) e s t e u e r u ri g: S. Ldwenfcron 25, t). Soffer 32, JE. Rotter 40, Grete Feldmanri o K, Moritz Deutsch 20 K, Deborah 10 K, Sigmund Kohn, Oskar,Sachs je 5 K. —.Oelbåume: Familie Heinrich Zaitschek 2 B. auf. Nainen Alois Zaitschek im „Siegfried Zaitschek“-G'arten, Frau Dr. Dische 1 B. auf Namen Prof. Armin Lemberger una Frau anl. des Hochzeitstages,. — .Allgemeine Spériden: Toraspenden im Machsiké-Hadas: Frfihmann, J. Kahana, Åmsterdamm je 20 K, Sternhell, .Moser je 10 K, Werner 36 K, Reichmann und Kfirz, fur Wohnungsvermittlung 20 K. — Måterialien 96 Kronen. pr>* ...i,. Turnen und Spert. Der 1. ordentliche Turn- und Sportiag des Kreises „Makkabi“ in der cechischen Republik lindet am 31. Oktober u. 1. November in Brunn statt. Es ist zu erwarten, dass die jfidische Turnerschaft zu den weltbewegenden Fragen des lebendigen Judentums, zu aer Verwirklichung jfidischen Lebens im judischeri Lande jenen Standpunkt ejnnehmen wird, welcher eine entspréchende Entwicklung dieser ffir die Erziehurig der jetzigen Jugendgeneration noiwéndi* gen Gemeinschåft oedingen wird. Wenn heute der Weltverband der jfidischen TurnerSchaff, dessen VI. Kongress. ffir den Sommer 192i, zusammenfallend mit dem Kreis-Turn- und Sportfest 1921, nach Brfinn eiriberufen wurde, vor der Revision seuies. ArbeitsprpgråmirleS steht, um sich hauptsåchlichst auf Jugenderziehung, Jugendarbeit und Jugendbildung einzustellen, so ist es eine erfreuliche Tatsache, konstatieren zu konnen, dass der jfidischen Turnerschaft der Republik die turnerische und sportliche Arbeit niemals Selbstzweck, sondern immer urid bedingungslos ein Mittel zum Zwecke war. Es genfigt nicht die Jugend durch turnerischen und sportliche Reize zu iocken, man muss vielmehr das Ziel: unsere Jugend zu wahren und offenen Menschen und damit zu bewussten und guten Juden zu érziehen anstreben und erreichen wolien, ohne dass sie es selbst gewåhr wird. Und in dieser Aufgabe sind die Beziehungeri der jfidischen Turnerschaft zu den Wirklicnkeiten des neuen jfidischen Lebens enthalten. In engem Zusammenhange-damit steht die Absicht des Kreises, die Sportvereine der Republik fur diese Arbeit auf gemeinsamer Basis und in einem . einheitlichen Tum- und Sportverbande zu gewinnen. — Das Bureau tagt am Samstag, den 30. Oktober 1920 ab 2 Uhr nachmittags im Jfidischen Volksrate, KoliSté 57, wo alle notigen Informationen, Wohnungsanweisungen u. s. w., ausgegeben werden.^— WohnungsbesteUungen, Zeit der Ankunft in Brfinn sind schriftlich an Otto Breda, Brfinn, Na ponavce 51, zu richten. Samstag: S. K Polaban Nymburg: S. K. Makkabi I. A: 1:1. Sonntag 1:2. Der S. K. Makkabi Brfinn hatte fur Samstag und Sonntag, den 16. u. 17. d., den S. K. Polaban-Nymburg zu Gaste geladéf). Die Wettspiele gelangten auf unserem Sportplatze zur Austragung und zeitigten am Samstag ein unentschiedenes, Sonntag ein siegreiches. Resultat, wobei zu bemerken wåre, daB Polaban-Nym* burg gute 2. Klasse repråsentiert. Unsere Mannschaft ffihrte am Samstag ein geradezu trostlosea Spiel vor, das jeden Kampfraomentes entbehrte und zdiweise in ganz planlose Kiksere! ausartete. Der Angrifféreihe, der wir noch vorige