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Jüdische Volksstimme · 1920-10-21 · Heft 42 (21.10.1920) · page 1

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXI (1920)
Issue
Heft 42 (21.10.1920)
Date
1920-10-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Bosaitirtito: Redaktion o. Admifliatration: BrQnii, Krapfang. 19. halbjfthrig »•,*»,. . Kfi 26.- -.• ganzlåhrig . , , , , » , * KC 50.- .Inserat«: der tinspaltige MUlimeterraarn K6 —*40. DeutschBsterrelch , , , , , , . K 90.— Unverlangte. redakUonelle Boitråge werden nicht Deutachland , .. * Mark 40.— honoriert Manulkripteti Ist ROckporto boizuIQfen, Jahrgang XXI. BrUnn, f-JSSSOL. -Smmtt. 42. Die Aktion fOr døn Keren Hajefiod. Als die Entscheidung von San Remo die politische Basis fur die Erfiillung der Palåstinahoffmmgen brachte, ergrif! eine tiefe Freude die gesamte judische Welt. In zahllosen Reden und Artik'eln wurde die Bedeutung dieses Ereignisses,gefeiert, und> seine Wirkung auch auf diejenigeri Kreise, die bisher dem Palåstinagedanken wenig odergar kein Interesse entgegengebracht hatten, war unverkennbar. Die politische Arbeit der Leitung der Zionistischen Organisation fand mit Recht die hochate Anerkénnung. In rascher Folge gingen dann die Dinge ihren Gang weiter. Es folgte die Ernennung Sir Herbert Samuels zum Oberkomriiissår, es folgté die Oeffriung der Einwanderung. Die Einwanderung setzte. sogleich sturmisch eiri, und da sah man, wdche auBerordentlichen w i r t § c h a 11- 1 i ah enSehwierigkeiten *ihir raSchen Be\tølkerupgszunahme in P a l å si i n a noch enigegenstehen. Die politische Arbeit, dié ubirigens auch heute noch in stårkerem Maafie fortdauert, als vielfach bekannt isf — man denke nur an dier so uberaus wichtige Frage der Grenzbestimmung — hatte bisher alle Kråfte der Leitung absorbiert: Noch war es nicht lange her, da8 die judische Zukunft Palåstinas ein uberaus heikles Problem war, und n.un wurden ptøtzHch die Schleusen aufgezogen, ehe noch Zeit géfunden war zu einer umfassenden Regulierung des FluBbettes. Dié begirinendé Einwanderung brachte, wie wir wissen, eine wirtschaltliche Krisis. Es fehlten die notwendigen VerwaltungsmaBnahmen zu einer Einwanderung, es fehlte mangels offentlicher und privater Fonds die Mdglichkeit, die Einwanderer zu FEUILLETQN. Elna Grenzravlsion zur Zeit Abrabams- Von Dr.Max Steif, RauBnitz. Fs muB eip tiejtøhento Umsturz gewesen sein, der in Aegypten zur Zéit Ahrahåm vor sich gegaogen, wahrscheinlicb infolge Wéchsefe derDynastie, der. die Herrschåft to sog. jlyksos „HirtenkOnige“ berbeigefuhrt. Und wie immer in solenen Umsturzzeiteu strengere MaBregeln gehaiKjtbabt y^erden, die zur SichersteUung und Festigung der rieuenr Oberhobeit (fønen sollen, so wurde uuter anderem auch eine scharfe OrenzkontroUe eingeffihrt, die ein waebsaraes Auge auf jeden die Grenze Passierendenbaben. solite, WQdurch.der sonsf freie Verkehr zwisehen den Nachbarlaridern Aegyptens und Palæstina unterbunden wurde. Oerade um tene Ze^it traf wieder einmsJ* ‘-jtadflrøl* fltfenhw ciicW seltsamer Fan,-' line Hungersnot in PaUstina em, und wer fiber die Mitte! verffigte, griff zu der naheliegenden Augflucht, in dem mit Erdenfruchten so reich beschåftigen. Unter dem Zeichen dieser Ein* drficke tagte die Londoner Jahreskonferenz. Was ist zu tun, um die Schwierigkeiten des Augenblicks zu uberwinden? Zwei Instanzen vor allem haben die Pflicht, ffir Abhjlft zu sorgen: Die Regierung des Gemeinwesels Palå- Stina und die Zionistische 'Organisation. Die palåstinensische Regierung, yértreten durdi Sir Herbert Samuel und séine Jditarbeiter, hat die Aufnahme einer verhåltnismaBig bedeutenden Anleihe in dié Wege geleitet. Es ist. mit Bestimmtheit zu erwarten, dafi. sie zum Erfolg fuhrt. Iridessen, wir dfirfen i$cht erwarten,, daB der Ertrag dieser Ahleihe iiierster Linie jfidischen Zwecken zugeffihrt wfd. Noch besteht die Bevfilkerung Palåstinas i|st zu;seiner klejnen _ Minderheit aus Judeh, fed dié Régierung PalåstinaS darf ihre Oel<ref f^tr soverwenderi, wie es den Interessen aller B%ohher Palåstinas entspricht.. So muB dasjitøfiééheVolk setøst eingreifen, wenn es seiiftC. Palåstmsaufgéhé durc^uhrcn will. In diesorll&^åguhg/bat dfe Londoner Jahreskonferenz éescliidssen, die' Aktion lur den Keren Hajéøbd (Grundfonds) ein,- zuleiten. J<: Wie sollen die Gelder des Keren HajeBod verwandt werden? In érster Linie sqllea aurch sie die dringendsten Erfordernisse des Augenblicks gedeckt. werdén. Sofortige Schåflung ausreichender Einwandererfursorge und sofortige Schåffung von Arbeitsgelegenheiten kommt vor allem in Frage. Ferner Unterstutzung sozialer Einrichtungen der verschiedensten Art. Ausgaben, die auf die Dauer zum grofiten Teil auf das regulåre Budget tibernommen weiden mussen, die jedpch im Augenblick bei ihrer besonderen Dringlichkeit auBerorderitliche Einnahmen erfordern. Dariiber hinaus stellt der Grundfonds eine auBerordentliche Spende des judischen Voljces gesegneten Aegypten die schwere Zeijt zu fiberdauern. Auch Abraham hatte sich mit seiher Frau Sara zu einem. solehen Vorgehen entschldssen. Allein die Einreise sebien gerade bei ihm nicht ohne besondere Schwierigkeiten gewesen zu sein, wovon uns teils die Bibel, téils der Midrasch zu berichten weiB. * Unsere Stammesmutter Sara war nåmlich eine Frau von auBergewohnlicher Schonheit, eine Tatsache, der sich Abraham so recht erst éewuBt ward, da er in ein Land von freien Sitten ziehen wollte, woselbst imm F^auenschonheit wohl einzuschåtzen versland, besonders auch in der vWdse, daB man jgerne eine Art Besitzrecht an dén schfinen Enefrauen anderef ffir sich reklamierte. Urid da em Abraham in dieæni Punkte selbstverstaridhch ^vbUig ariderar Anschauung war, darf man es ihm nicht verfibeln, wenn er seiner Frau Sara zu to Nat*' hige riet, sich als seirie Schwester auszugrf>en, wodurch er ememeits dem mbfitøerr Anreiz, den gerade sebåoe Ehefrauen offcnbar auf :dife Aegypter ausfibten, zu begegpen, andrødeits dem lail vorzubeugen geaacbte, aåfl unbeque* mer Ehemann emladi beBéitigt zu werden. Um aber ganz sicher zu gehen, gTiff unser Abraham, wie die Ueberlieferung berichtet, zu einem gar eigenartigen Mittel: er steckte seine dar ffir solche Anlagen, die von allen Vojm- und Staatsgemeinfichaften ffir dauernde Zwécke vorgenominen werden, und deren Deckung regelmåBig im Wege der auøerordentlidien Einnahmen, meist von Anléiben, beschåfft wird. Es haridelt sich dabei um Åiilagen der kulturellen Staatsverwaltung und um staatliche Anlagen matérieller Natur. Beispiele der ersten Art sind die Schulen und Krankenhåuser* Beispiele der zweiten Art Kredite und Gdahiiigabe zum Zwécke der Urbarmachung von Landereien, der Erit- und Bewåsserung,. der Anlage und Regulierung von Verkéhrseinriditungén, 4?r. Schåffung von Agrar- .und Hypotbekerioariken und soristrgén Kreditunternehmungen, der Unterstutzung von Genossenschaften, der Fdyderung der Forstwirtschaft usw. Diese dauernden Anlagen "pflegeri im Laufe der Zeit der Volks- oder Ståatégemeinschåft Ertrage åbzuwérfen, riapeptlieb; diejepigeit måteriéller Natur, Sp ^durfic^^<^.<dé&,Orpndfon|^^^ jtyt^der åusgeåclilcÆisen, dåp das.'énc^Jttg^ .Sfåtui to * “Gruridforids, desseh Béårbéitiirig, sféh: sefnem AbschluB nåhert, aus solchen Einnahmen eirie måBige Verzinsung der fur den Grundforids hérgégehenen Gelqer vorsehen wird. Es war notwendig in . diesem Augenblick, wo die Aktion ffir deri GrundfOnds, zuriåchst vor allem in zionistischen Kreisen, immer lebhafter wird, sich diese Dinge wieder vor Augen zu ffihren. Dié Aktion dfirfte dadurch an Klarheit und damit an Kraft gew’hmen. DaB ihre Durchfhrung unendlich dringend ist, ' braucht nicht wiederholt zu werden. Dr, Erich Marx. Frau in eine Art Kasten, um aie jedém Ifisterncn Blide kurzer Hånd zu entzieben. Er Imtte aber dabei nicht bedacbL «C mit eiriéhi Vorgehen nur AmåB zu einem erbbbten Argwohri der Grenzwache geben muBte. Und je weniger Abraham auf die barsche Frage der Grenzwåchter, was er da in4em Kasten mit sich ffihre, sogleictumit der Sprache heraus* rficken mocbk: unrøo verdåebtiger muBte er gerade jetién emcKejtoi. Ja sie beståriden uiriso mebr auf bélfftite des Kasten^, ål? er erkiårfe, daB;gr tom to^qstbårste seiries^ gåpzen Besitzes verschlosséri håbe. wird muri ufebt er^dt, oh die dw: _Mm idårm ehttåu^bt wam #te Sie den sdndå^åfen des Kotens erbMtep* hingegen darf angey wea -wirdcm to*, me, wem ibnen dies iktp 1Vor$chri!ten erfauttt bStten, ^ur afizutone. B^Wå^iu^^uf di^en ^Gegfn^Vpégt piåBigen Besttze?freude aufs empfirimicb 4drt wird* Soeben erschienen: „Hickls jUdischer Volkskalender“,

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