Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXI (1920)
- Issue
- Heft 39 (30.9.1920)
- Date
- 1920-09-30
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr- 89. jtnuKtn voushimmeftjJUyh & SMC 7# geniltzt. In dieser I. Halbzeit konnte das Angriffsspiel des S. K. Makkabi befriedigen, obwohl bereits zu sehen war, daB BoroS weit unter seiner sonstigen hohen Form spielte und auch Ivanovski sein in den letzten Wettspielen gezeigtes KSnnen nicht erreichte. 2. H a 1 b z e i t. DaB es den in guter Kondition befindlichen Stiirmern der Mor. Slavia gelang 3mal zu skoren nimmt mich nicht Wunder. DaB dagegen unserer Angriffsreihe, in der wirklich hervorragende Stlirmer vom Schlage eines Kiinstler, BoroS, Tiimar und Ivanovski wirkten, jedweder Erfolg versagt blieb, ist tief bedauerlich und mutet einen wie ein Wunder an. Tief bedaueflich vor allem deshalb, weil ungarische FuBballkunst, von einer unsportlichen Reklame als Lock- und Anziehungsmittel beniitzt nicht in ihrer wirklich hohen Form in Erscheinung trat und dadurch gewifi bei einem Teil des Sechischen Publikums ungerechter Weise in Miflkredit geriet. Nåchsten Sonntag, im Revanchespiele gegen den S. K. Mor. Slavia, werden unsere Jungen die jilngst erlittene Scharte auswetzen. Sie sind sich dies in erster Linie selbst schuldig. Sie werden den Briinnern zeigen, was klassische FuBballerkunst heiBtl Unsere Stiirmerreihe war in der 2. Halbzeit nicht wiederzuerkennen. BoroS indisponiert und total auBer Form hatte filr Kombination nichts iibrig und brachte die Angriffsreihe um die ndtige Ruhe, die zu einem erfolgreichen Komfoinationsspiel unbedingt notwendig ist. Durchdachtes und dabei schnelles Kombinationsspiel fehlten vorne vollkommen. Out disponiert waren im Angriff bloB Tiimar und Kiinstler und man muBte nur bedauern, daB letzterer infolge Undisponiertheit seiner Kameraden keine Gelegenheit hatte, sein hervorragendes Kon nen in Tore umzusetzen. Der kleine Rosenzweig verdarb nichts, in der Hånd eines tiichtigen Tråiners wird er ein sehr guter Rechts-AuBen werdenXJ.m Halv boten Ise Fischer und insbesondere Baru durchwegs gute Leistungen. Schwach war die Leistung Molnars als Zenterhalv. Wir hatten von ihm schon viel, viel bessere Leistungen gesehen. Bei einem so schweren Wettspiele wie dem sonntågigen, ist der Zenterhalv das Um und Auf der ganzen Mannschaft. Fållt er gegen den gegnerischen Zenterhalv ab, halt er insbesondere das Wettspiel nicht durch, dann ist das Schicksal seiner Mannschaft besiegelt. In der Verteidigung fiihrte sich Lewitus als linker Back sehr gut ein. Sein ruhiges Spiel muBte dem Zuschauer imponieren, es verrat gute I. Klasse. Vom scharfen Spiele halte er sich frei, es schådigt nur die eigene Mannschaft. Jellinek hielt sich brav, hatte natiirlich infolge seines langsamen Laufes gegenUber dem raschen Simonek einen schweren Stand. Immerhin hielt er sich tiber Erwarten brav. Miiller im Tore hatte einigemale Gelegenheit, Proben seines hohen Konnens zum Besten zu geben. Er wird von Spiel zu Spiel besser. An den 3 Toren trifft ihn kein Verschulden. Sonntag, den 3. Oktober,' r4 Uhr nachmittags, fin det das Revanchespiel auf unserem Sportplatz, Baurische Rampe statt. Hochklassiger Sport steht zu erwarten. Das sonntågige Resultat bedarf dringend einer Korrektur. Unsere Makkabim werden ihr kuBerstes daran setzen, sie erfolgreich durchzufiihren. Rumbo. Jiidtscfter Walsenhausvereln. K 200.— gesam melt bei Berith-Milah Familie Leo Zeisl, Spielberggasse 21, durch Herrn Hptm. Grfln. Iglau. Bei der Gemeinderatswahl am 26. September wurde unser Gg. Dr. Sigmund Werner gewåhlt. JUDEN! Werbet und spendet filr den Waisenhaus verelnl Spenden werden dan kend angenommen. „JUdlscher Volksrat" KollStS 57. Tel. 2865. Literatur. JUDEN! Auf verschledenen Wegen traten wir bereits an Euch heran mit der Bitte unseren Hocbschiilern Obdach zu gewShren. Wir machten auf ihr trauriges Los aufmerksam und hoiften sofort VerstSndnis zu finden. Jedoch alle unsere Aufrufe blieben fruchtlos. Junge Leute, die vor dem Kriege zu studieren begannen, miissen ihre Studien nochmals unterbrechen. Studenten, die von der Helmat abgeschnitten sind, stehen auf der StraBe, Sdhnen der Hoffnung mancher Familien, ist die Mogllchkeit sich eine bessere Zukunft zu bauen genommen. Deutsche und Cechen helfen ihrer Jugend, helfet auch Ihr euerer Jugend. Helfet Euerem Volke, welches gelstige Fiihrer benbtlgt. — Anmddungen von Wohnungen: Jttd. Techn. Unterstiitzungsverein, ulice Legionåfh 3! (ScbmerlingstraBe), schriftllch und mttndllch. JUd.-nat. Vereinigung. Dienstag, den 5. Oktober, um 8 Uhr abends, Schwechater Bierballe, findet beim reichhaltigen Programm die Simcha-Thora-Feier statt. Gaste herzlichst willkommen. Buffetspenden sind zu senden KoliSté 57. Upton Sinclair: Jimmie Higgins. Gustav Kiepenheuer-Verlag, Potsdam 1919, geb. 18 Mark. — Upton Sinclair, der bekannte amerikanische Sozia list und Schriftsteller, der seiner Zeit durch seinen aufsehenerregenden Roman tiber die Zustånde amerikanischer Schlachthkuser, das Interesse der gesamten zivilisierten Welt auf sich lenkte, veroffentlichte einen Roman „Jimmie Higgins**, der uns den Weltkrieg im amerikanischen Lichte zeigt. Weit wuchtiger und grandioser, als alle unsere Kriegserscheinungen, gewaitiger denn Henri Barbusse besonders „Feuer“. Hier sehen wir ganz deutlich die zur Bestie verwandelte Menschheit. Die groBe Macht des amerikanischen Kapitals, den ganzen Schwindel alP der Kriegsbegeisterung unserer Blktter. Jimmie Higgins, ein. armer Arbeiter, organisierter Sozialdemokrat, Kriegsgegner, Internationalist reinsten Wassern, wird zum Schlusse denn doch auch von dem Kriegstaumel erfaflt, wird sogar Soldat, kampft, schieBt, mordet genau so, wie all dieienigen, dencn er es vorwarf. Schon in Amerika Bolschewik, wird er auf den europkischen Kriegsschauplatz, zuerst in Frankreich verwendet und geht dann an die russische Front. Hier besinnt er sich, durch ein bolschewikisches Flugblatt angeregt, auf seine frtiheren Ideale, nimmt seine ehemalige propagandistiske Tatigkeit wieder auf, wird verhaftet, und unter den grausamsten Foltern, die aller Zivilisation Hohn sprechen, und die uns die ganze schwindelhafte Heuchelei amerikanischer Moral vor Augen stellen, gezwungen, seine Bundesgenossen zu nennen. Er bleibt standhaft, wird verurteilt und verfållt dem Wahnsinn. Und es gibt noch immer Wesen, die sich Menschen nennen, die fur den Krieg schwårmen. Es gibt noch immer Gedankengånge, die menschlichen Gehirnen innewohnen, die der Bestialitat noch nicht genug haben. „Jimmie Higgins*', ein Kunstwerk ersten Ranges, wird, wie eine brennende Fackel der Schande und Schmach eines ganzen Jahrhunderts und der Kulturwelt, bis in die spåtesten Zeiten leuchten und wird noch nach Aeonen die Menschen erschauern, ob der Brutalitåt menschlicher Taten. Weltgeschichte in gemeinverståndlicher Darstellung. Herausgegeben von Ludo Moritz Hartmann. Vierter Band. Das Mittelalter bis zum Ausgange der Kreuzziige von S. H e 11 m a n n. Friedrich Andreas Perthes A. G. Verlag, Gotha 1920. Mark 24.-. Nach dem Abschlusse des Altertums in den ersten 3 Banden, beginnt der Miinchner Historiker Prof. Dr. S. H e 11 m a n n die Darstellung des Mittelalters. Auch hier wird, wie in den vorherigen Bånden, das Hauptgewicht nicht auf Jahreszahlen und Diplomatengeschichte gelegt, sondern immer wieder auf die welthistorischen Zusammenhånge bingewiesen, deren Aufdeckung und yergleichende Heranziehung das Prinzip modemer Historie ist. HeUmann geht nicht von einem vorgefaBten Standpunkt aus, nach dem er die Geschichte des „friihen Mittelalters** auf ein Prokrustesbett schmieden wollte, sondern faflt alle Umstånde zusammen, die eben zu einer Synthese verbunden, das ausmachen, was wir Geschichte nennen. Das gewaltige Gebiet des Mittelalters bis zum Ausgange der Kreuzziige ist in 18 knappen Kapiteln vollkommen erschdpft und wird einer gemeinver* ståndlichen Darstellung gerecht. Leser, die sich besser informieren woUen, werden durch Quellenschriften, die jedem Kapitel vorausgehen, belehrt. Die Li* teraturangaben enthalten das Modernste, das wir ån historischer Literatur besitzen. Hartmanns Weltgeschichte macht ja keine Anspruche, ein wissenschaftliches Fachwerk zu sein, will nicht nur Fachsimplern und Gelehrten zugflnglich sein, sondern wendet sich an die breite und breiteste Oeffentlichkeit, und die soli sie lesen, denn wir lernen unsere Verhkltnisse doch nur erkennen, wenn wir åhnliche in der Geschichte schon vorgefunden haben. Als Aufklårungswerk von nicht zu unterschåtzendem Werte sei die „Weltgeschichte" allen empfohlen. Der 5. Band, die Geschichte des spåteren Mittelalters aus der bewåhrten Feder Kurt K a s e r s, dflrfte im Herbste erscheinen. 1920 mofontaUnUv 5081. Okt. F e s 11 a g e miDBrt S 3 2 oMmm ns^= 4. hk. oba ri’m s IC 3 H2"l KJJWn Qr-Bl}tg. M 23 4 mirø ^rt3ty=SChIuBfeat D 5 p*»awD mm nno»=pr.,p.d. t. M ,13 6 jn noK D ha 7 F 13 8 MP Die „JOdlachnetlonale Verelnigung" Brllnn auchi einen SekretSr — der deutaehen u. tschechlschøn SprachemSchtlg. Guter Redner und Organisator, Journalistlseh befahlgt. Offerte alnd zu rlchten an die „JUd.- nat. 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