Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXI (1920)
- Issue
- Heft 38 (23.9.1920)
- Date
- 1920-09-23
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 88. låååm nJUUlSvUE YuLiv99 i uvsukk Sdft 7. in nichtziottfstischen Kreisen sfets des Vefgntigens sen Hauptrollen wirken die Damen Burge und Wiesderjenlgen erfreuen, die von der Tagesarbélt durch ner sowie die Herren Kaufmann, Klitsch, Maluschinihre Lektiire Erholung finden und liin und wieder in ein wenig herbstliche, bald frtihlinghafte Stimmung versetzt werden. Es sind nun bald mehr denn 15 Jahre seit dem ich diese Feuilletons zum erstenmal las, und ich kann mich auch noch hente bei der Lekture von einer gewissen melancholischen Stimmung nicht befreien. Und kann sie ebensowenig missen, . wie Speidel, KUrnberger, Saar oder Dawid. In unserer expressionistischen Uebergangszeit ist wohl fUr Dichtungen soleher Art wenig Platz, aber sie haben dafUr den Vorzug, daB sie immer wieder gelesen werden. Es diirfte bekannt sein, daB Herzl auch den Brtinner „Krautmarkt" verewigte, wenn er auch sonst von Brilnn nicht sehr entzUckt war. „Trudels Trane", „Luz das Dorf'\ „Im Speisewagen“ werden unter vielen anderen stets ihre Leser finden. Es w&re nur zu wiinschen, daB die Feuilletons eine weitere Verbreitung finden. Die schone GrMfin Konigsmarck. Ein bewegtes Frauenleben um die Wende des 17. Jahrhunderts. Aus den Briefen, Akten, Urkunden und glaubwiirdigen Ueberlieferungen dargestellt von Paul B u r g. Verlag Georg Westermann, Braunschweig, 1920. 446 Seiten nebst zahlreichen Abbildungen. Die Gestalt des sdchsischen Kurfflrsten Friedrich August, den die Geschichte den Starken nennt, nach einer satyrischen aber richtigen Bemerkung Th. L i n d n e r’s in séiner Weltgeschichte, weil er nicht nur an Korperkraft stark war, ist, seitdem er die Krone der Polenkonige auf sein schones Haupt setzte, und als Polenkonig im Krakauer Wawel beigesetzt wurde, wobei polnischer Chauvinismus nicht dulden mochte, daB ein Konig als SproB eines untadelig deutschen Geschlechtes mit Sobieski und anderen nationalpolnischen Fiirsten dieselbe Gruft teile, immer mehr und mehr verblaBt. Man wurde von ihm nicht mehr wissen — sein Krieg mit Polen und dem Schwedenkdnig Karl XII. wird in der Schule nur episodenhaft gelehrt, wenn er sich nicht die Unsterblichkeit durch seine Geliebte, die schone A u r o r a von Konigsmark erobert håtte. Es ist ganz merkwUrdig, wie oft sich Historiker, Dichter, Schriftsteller dieser pråchtigen, junonischen Erscheinung bemåchtigt hatten — im Vor jahre erschien eine kurze Biographie von der Feder Leop. Bohling bei H. Minden, Dresden (die Unserem gelehrten Verfasser entgangen zu sein schien) und die Sage, der Leib der in Quedlinburg als Prdbstin des dortigen Stiftes verstorbenen GrSfin trotzte den Einfltissen der Natur und sei noch nach Jahrhunderten unversehrt, was Augenzeugen noch aus unseren Jahren bekundeten, sind dazu angetan, um A u r o r a immer wieder zu besingen. Paul B u r g versucht uns als Historiker nach Akten und Urkunden die Historie der Gråfin zu schreiben, wobei er sich vom Hof- und Literaturklatsch friiherer Autoren fernhait, was dem Buche keinesweg Abbruch tut, im Gegenteil. Aurora war eines jener Menschenkinder, die trotz wunderbarer Gaben — Talent und Schdnheit sind doch solche — in ihrem Leben das sogenannte Gliick nicht erlangen konnten. Freundin eines prachtliebenden Fiirsten, von gekronten Duodezfiirsten umschwdrmt, Mutter eines weit iiber die Grenzen Europas bekannten Condottieri — so kann man den Marschall MoritzVpn Sachsen nennen — sucht sie ihr lebenlang na^h einem Halt, den slé als Abtissln des Quedlinburger Damenstiftes zu finden hoffte. Aber auch das miBlang. Verlassen, verschuldet — ihre chronischeste Krankheit — stirbt sie einsam in Quedlinburg und nur die Schonheit ihres kSniglichen Leibes leuchtet bis in unsere Jahrhunderte. m 7 BDhne und Kunst Verelnlgte deutsche Theater, Brlinn. Deutsches Haus: Heute „Das Sperrsechserl“ (Serie blau). Morgen eine Wiederholung dieser erfolgreichen Neuheit auBer Abonnement. Freitag erstes Gastspiel der OperettensKngerin Rosa Mitterwardt vom Theater an der Wien als Mariana in der Operette „Die Frau im Hermelin** (Serie weiB). Samstag zweites Gastspiel Mittermardi, gleichfalls „Die Frau im Hermelin'* (Serie gelb), Fiir die sonnthgige NachmittagvorsteJlung „Der VogeMndler" bat die Kartenausgabe bereits begonnen. In der sonntdgigen Abendvorstellung gastiert Frfiulein Mittermardt zum drittenmal, und zwar in der Titelrolle in der Operette „Die „Czardasfflrstin" (auBer Abonnement). In den llbrlsky, Schonhoff, Stepanek und Swoboda mit. Leiter der Vorstellung Herr Swoboda und Herr Kapellmeister Janowsky. — Schauspielhaus: Heute „Die Macht der Finsternis" (Serie gelb). Morgen wird Ibsens „Gespenster4* fiir die Serie rot wiederholt. Freitag eine Neueinstudierung des seit mehreren Jahren nicht gegebenen Trauerspieles „Maria Stuart" fiir die Serie blau. Samstag „Zwangseinquartierung" (Serie weiB). Sonntag nachmittags wird Wildgans „Liebe" wiederholt, abends finden auBer Abonnement die Erstauffiihrungen der Strindbergschen BQhnenwerke „Vorm Tode" (Mitwirkinde: die Fråuleins Anzengruber, Gerl und Karoly, die Herren Hartberg und Wail), und „Das Band" (Mitwirkende die Frduleins Anzengruber, Kadle und Ruf, die Herren Andersen, Deppe, Gotz, Marlitz, StrauB, Teller und Zeisel) statt. Die Inszenierung beider Werke besorgt Herr Dr. Beer. Gesamtgastspiel des Berliner klelnen The^ers. Das Gastspiel findet am ‘27. und 28. im Deutschen Hause statt. Zur Auffiihrung gelangt „Die Pfarrhauskomodie" von Heinrich Lautensack, das nachgelassene Biihnenwerk des bekanntesten der seinerzeitigen „11 Scharfrichter in Miinchen". Das Werk, das jahrelang von der Zensur verboten war, erlebtq in Berlin die Urauffiihrung. Die Kartenausgabe fiir diese beiden, das weitgehendste Interesse in Anspruch nehmenden Gastspiele beginnt Freitag, den 24. d„ an der Tageszahistelle Schalter II. Beide Gastspiele sind auBer Abonnement. 1920 568 L y T ltD m v ir DC5 Sept. 25 26 27 28 29 30 1 2 F e s 11 a g c mia *rprD Disc ny , M 'R— l.Huttenfestt. » ,'n=2- »?im *ri. Hft. *d — 2. n ii n 8. „ bunm rar - 4. * miDfifT *1H W) »3.BV run ibnpn Kim BP3 n\m Jakob H. Gliick und Frau wlinscht allen Freunden und Bekannten éln glUckllcfies Neujahr. Nur 3 Tage! Nur 3 Tage! verfilmt! Nach Gutzkow in 1 Vortpiel tind 4 Akten. — In der Hauptrolle Décarll. Vom 5. bl* 7. Oktober im laupuuiiw Bieveni« Brfstol-Kino, “g EINLADtlNO zu der am Sonntag, den 26* September 1920, um halb 10 Ulir vormlttags, in der „Jiidischen Volksbank" fur Måhren und Scblesien, r. G. m. b. H. in Briinn, Krapfengasse 19 stattfindenden XI. ordentltcfien General -Versammlung der „Jiidischen Volksbank" liir MKfaren und Schlesien, r. G. m. b. H. In Briinn. Tagesordnung: 1. Geschåftsbericht des Verwaltungsrates und Vorlage des Rechnungsabschlusses. 2. Bericht des Aufsichtsrates iiber die Prtifung des Rechnungsabschlusses. 3. Genehmigung der Jahresrechnung und BeschluBfassung hleriiber. 4. Erteilung des Absolutoriums fUr den Verwaltungsrat hinsichtlich der .Verwaltung der Genossenschaft. 5. Wahl des Aufsichtsrates. 6. Ergånzung-swabl des Verwaltungsrates und der Ersatzralnner. 7. Freie Antrhge. Im Falle der NicbtbeschiuBMhigkeit dieser Generalversammlung findet eine halbe Stunde spater eine zweite Generaiversammlung statt, welche ohne Riicksicht auf die Zahl der anwesenden MitgUeder bescbluBfåhig ist. | Der Verwaltungsrat. Damen-Mode-Salon O. FEUERHS befindet sich Briinn, Rennergasse Nr. 3-5, sy i. «*»■ Rebr. Buchhandlung m. Rickl Bruun, Adler«. 9, lll. SI. empfiehlt sefn reichhaltfges Lager in Judaloa und Habralca and Antlquariat Safdana u. wollana TaHéfllm auch får mya 13 mnrtt Passondo mvD ns -fiesohanka. Wtilt Lehrbuch dor hdbr. S|irai3fKi flir Schulu. Seliistunterrlcht von M. Rath Kroaen 25.—. 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Er beginnt mit dem GrQrider dieser Bewegung, schildert die Blfltezeit des Chassidismus und geht dann zum Gemelnschaltsleben der Anhånger dieser Richtung fiber. Zu bézlehea darch: M. HICKL'S VERLAG, BRt)NN. M. HICKL, naklad. y Brn6, 0ril 6. 9. FLAVtUS JOSÉPHUS: Vålka zidovskå. (O zåniku b^valé fl§e 2idovské a zkåze Jerusalema.) 2 dila «o 108 vyobrazenfmiv textu a24pHiohami. Bro2. 50 K, våz. 70 K. Bal«i 21 faa! *t*ø« niton muo Der Llchtspendende teuchter Nitbeitet unb ini $euif$e hh eettagen bon BaBbinet fDt. ®. fBamfietg^ Hamburg. BtioRofiab, 559 Betten, Btud unb ^aptec botgfigli^. Vtetl Befd|nt!ltattb mit teinet IbtdtU unb frøen* pteffung 40.— K. S)iefel hethbntte bomthmli^e ffierf, bål tn lehtetn Jfi* bifd^en Qauje fejlen barf unb bai geeiønet ift, Beleb* tung unb Øtbtuung, Btebe gu Bott, gut Xaurob unb gum 3ubentum berbreiten, ift gugletdl ein 9om« penbiunt bed iflbif^en 9tbiL au» Bibel unb Beftnub in utfpthnglidbfiet 9otm mit Bennung bet Benten ber Uebetliefetes untet genaueftet IDueCenangabe batge* fteSt# eine natb IRatetien geotbnete funftboQe ©atrnnluug bel telmubifcben Vgaba unb bie hefte, toet! unbe* ebficbtigte tøtyéttrøe B*tift Segiehen butd^ 'a8e Bu4$«9lungen u. bom Bedag? Wk 9URT B^ii^gUBii' BMWgifi 9, S«ebea mcbkMi > „Rtcttlt Olducbw QølkiKaltadar.