Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volksstimme · 1920-09-02 · Heft 36 (2.9.1920) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXI (1920)
Issue
Heft 36 (2.9.1920)
Date
1920-09-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
77% known words query
IRI
…/2621806-2622069-2622104--4492-2625797
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

Nf. la akad. Ferialverbiødung „Geullab" Olmiitz. Dabatte. 11. Beschlfiase and Resolutionen. Schlufl des Studen« tentages« Beendlgumt des swelten slovaklschen Spracbk tirses flir Jildische Lehrer. Der durch den Volksverband der Juden fiir die Slovakei atieh in diesem Jahre veraitstaltete Sprachkurs lUr die jtldischen Lehrer, der unter staatlicher Aufsicht stand und voirtxMinisteritim fUr Schulwesen und Volksaufklfirung in Prag unter Zahl 37734/20 arterkannt wurde, fand am 25. August seinen feierliclicn AbschluB. Der Letter des Kurses, Herr Dircktor Antonin Ferra, richtete an die versammelten Lehrer eine herzliche Ansprache, in der er besonders die Verdienste des Volksverbandes wtirdigte, der den Kurs ermdglidht hat. Ferner sprach er seinen Dank der Regierung aus, die den Kurs genehmigt und subventioniert hatte, und schlieBlich gedachte er anerkennend der beiden israelitischen Kultusgemeinden, die einerseits zur Unterkunft, anderseits zur Verpflegung der Horer nach Kraften beigetragen haben. Der Sekretar des Volksverbandes, Herr Dr. Saj6, sprach in warmherzigen Worten den Dozenten den Dank des Volksverbandes aus, ebenso den Leitungen der hiesigen orthodoxen und KongreB-Kultusgemeinde, die Raumlichkeiten fiir die Unterkunft und den Unterricht bereitwllligst UberlieBen, und schlieBlich der Mensa der PreBburger Rabbinatsschule, die mit gr&Btem Entgegenkommen die billige und ausgezeichnete Verpflegung der Horer ermoglichte. Zum Schlusse ergriff Herr Oberrabbiner Samuel Reich aus Vrbové das Wort und gab seiner groBten Befriedigung tiber das hier Wahrgenommene Ausdruck, schilderte in ergreifenden Worten, wie die Kultur Menschen verschiedener Nationalitat, Konfession und Rasse vereinigt und zu gemeinsamer Arbeit im Diens teder Humanitat zusammensclhlieBt. Er beglUckwiinschte die Dozenten, wie auch die H5rer, denen es gegeben war, im Dienste friedlicher, allgemein-menschlicher Qesittung vereint zu arbeiten, um dieses Ideal der harmonischen Eintracht im Leben zu verwirklichen und das ihnen zur Erziehung anvertraute junge Qeschlecht in diesem Sinne zu unterweisén. Hirauf nahm Herr Direktor Ferra die Verteilung der staatsgtiltigen Zeugnisse vor. Bratlslava. Vortrage fiir die hier durchreisenden Chaluzim tiber die Paltistina-Arbeit hielt Rabbiner Dr. F u n k. Am 4. d. M. besprach er den Ausgleich zwischen den zionistischen und sozialistischen Richtlinien der Arbeit. Ara 21. d. M. Vormittags sprach er tiber den sozialen Frieden in Paltistina, am Nachmittag tiber die Teilnahme der zionistischen Organisationen an der Kulturarbeit. Die Vortrage machten durch ihre strenge Sachlichkeit einen tiefen Eindruck. Samstag den 28. v. M., Vormittag 8Ml Uhr und fortsetzungsweise Nachmittag halb '4 Uhr In der Synagoge Schloflgrundgasse 2 wird Rabbiner Dr. Funk tiber „Die Wechsehvirkung der Diasporaarbeit und der Palåstinaarbeit“ sprechen. Pohrlltz. (To desf all.) Mittwoch, den 1. September 1920, verschied nach kurzem Leiden im 55. Lebensjahre Frau Rosa Kobler geb. Suel. Die Verblichene erfreute sich allseitiger Beliebtheit. Die Beerdigung findet am Freitag, den 3. September, um '4 Uhr nachmittags in Pohrlitz statt. — Friede ihrer Asche! Literatur. Der Attentater, Roman von Karl Hans S trobi. 14-8 Tausehd. L, Staackmann, Leipzig, 1920. — Wahrend Strobl im Wirtshaus „Zum Ktinig Przemysl“ SchipkapaB und Vaclavbude Prager Milieu zeichnete und so diesen Romanen das Prædikat Prager Roman beigeben konnte, erscheint er im Attentater auf Brtinner Territorium. Wiewohl Strobl lange Zeit in Brtinn geweilt hat, war bislang in seinen Werken nichts davon zn spiiren. Jetzt erinnert er sich der Stadt, die im Frieden nicht minder wie in unserer Nachkriegszeit Scljauplatz brennender nationaler Streite war. Aus elner kindischen Sache, einem Attentat durch eine Sardinenbttchse, die mit Pulver, Qlasu. Eisensplittern geftillt war, und welches Attentat scheinbajr dem Reichsrats- und LandtagsabgeorAieten 4fr. Posolda zugedacht war, wird ein groBes politisches Verbrechen konstruiert, das ProzeB und Verurteilung dem jungen Gustav Q r u b e r eintr&gt. Die Untreue seiner deutschen Volksgenossin Steffi, bringen den jungen Mann, der aus der Haft entlassen, bei seinem frtiheren Chef wieder Aufnahme gefunden bat — tibrigens ■JOAHCH VOUmiMUnftchst dem Helden und Sofka, der Tochter des Cechischen Strafhauskontrohors, die wirklkh sympathischestc Person des Romanes — zur vollkommenen Verzweiflung. Er bestiehit seinen Chef, geht durch und kelirt nach maneherlei Schicksalcn wieder zuriick, um SekretSr des deutschen Voiksrates zu werden. Er hat aber am elgenen Leibe die ganze Hohlheit der nationalistischen Phrase kennen ge* lernt, um in seiner neuen Stellung jene Befriedigung zu finden, die er sucht; und so ist sein Selbstmord kerne Ueberraschung fiir den Leser. Strobl ist auch diesmal ein Meister der Erzåhlkunst und des Fabulierens, stets mit einem gesunden Blick fiir Gesundes u. Krankes und da „die christliche NSchstenliebe auf das Dacli der Jakobskirche g<Jklettert war und entsetzten Angesichtes sah, wie unten gerauft wurde", so kann man nicht sagen, dafl der Dichter unbedingt seinen deutschen Volksgenossen Recht gibt. Die StraBenszenen, Handgemenge, Heranriicken der Kavallerle, Såuberung der StraBen durch Milittirgewalt, wtihrend BehSrden ohnmtichtig zusehen — um sich hernach zu entschuldigen —• haben wir zu oft mitgemacht und erlebt, um nicht sagen zu konnen, daB sie von Strobl vortrefflich wiedergegeben werden. An den Wassern von Babylon. Ein fast heiteres J udenbiichlein. Qeorg Mflller, Munchen, 1920. Broschiirt Mark 5.—. Wahrend deutsche Studenten tiber die Judenfrage in Gottingen verhandeln, ist da in dem fiir uns Juden beinahe unentbelirlichen Georg Mtiller Verlage ein Judenbuchlein erschienen, das fast heiter sein soli, aber bitter ernst ist. Hermann Sinsheimer, Lion Feuchtwanger, Fritz C a s s i r e r, Paul Schlesinger haben Beitrtige und Ernst E. S t e r n machte die Umschlagzeichnung. Die einzelnen Beitrage wollen etwas Unerreichbares, Judentum mit Deutschtum vereinen. Wird es ihnen gelingen. Die einzelnen Schriftsteller — lauter sehr gute Namen, — wollen Deutsche sein, aber auch Juden. Nicht Juden als Konfession, nein, 'nem stolze, aufrechte Juden. Sehr stolz sogar. Pochen *auf die groBen Kulturgtiter, die sie dem Deutschtum geschenkt haben und sind erbittert tiber den immer grofler werdenden Antisemitismus. Lion Feuchtwanger htilt ein bizarres interessantes Gesprach mit dem Ewigen Juden, eine kdstliche Persiflage auf die deutschttimelnden Phrasen der Alldeutschen. Fritz C a s s i r e r schtittet sein Herz in einem Breviar ium Judaicum, das ist des Rabbi Moses BttBmilcli. Fastenpredigt auf das Jahr 1920 und zitiert seinen Meister Hermann C o h e n. „Wir dtirfen nicht nach Zion gehen! Was soilte denn aus Deutschland werden? Wir dtirfen sie nicht allein lassen, diese Deutschen!'* Da wird nirgends von Dankbarkeit oder Undankbarkeit der Juden gesprochen. Da wird stolz darauf gepocht,^was wir der deutschen Kultur gegeben haben. „Deutsche \V*! Deutsche Kultur? Wo fand ich sie?" „Jeder Bach hat seinen Mendelssohn! Jeder Brahms hat seinen Joachim! Jeder Richard Wagner, seinen getreuen Hermann Levi! Und jeder Kant hat seinen Cohen!" -„Wie viel Bier ist in der deutschen Intelligenz" etc. Wenn konnte, so fragt Cassirer Deutschland der Welt prasentieren: Den Liebermanp, Mahler, Hertz, E h r I i c h, E i n s t e 1 n, Cohen. Zum Schlusse ermahnt Cassirer die Juden: deutsches Sinnen, Trachten, Musik, Philosopbie vor den Klauen der Teutonen zu schtitzen. So also sieht es in Deutschland aus. Der Antisemitismus treibt Manner, die sonst mit dem Zionismus nicht viel zu tun haben, ihre mit Sarkasmus getrankten Pfeile gegen Deutschland abzuschnellen, und ein wenig zu tibertreiben. Aber man denkt in deutschjtidischen Kreigen doch tiber das Problem des groBen deutschen Antisemitismus nach, was bel uns nocli nicht geschieht. Ueber den Antisemitismus, „der immer in einem gebeimen Zusammenhang mit einem stdssigen Ochsen steht." --Das Bilchlein ist aber fast heiter. 1920 SBoføntatcnbet U \é 00 3« Aug. Festtage irittaa S ns 4 R5f) p W« '9^9 pTO niK '»ip s M 5 6 D M D F »15 15 O 7 8 9 10 ■ N S rå n DH52fJ »'991 v'm 919 Sadl % ——... .. ir i ■■ - OPTISCHBS INSTITUT Brfias, Frefhetoøftiz Nr. ti. Operngltiser, FeM*tech«r, Brillen, Lorgnetten etc. „Neueste Brillen-Optik". Inftabcr RUD. STANKOW- SKY. Elmt Werkstfitte. Schilderu. Schrlftenmaler KUNZ nur BrUnn, NaugatM 28. Slmil. Artniian fatknlnitlnh und aratklnali. d^dih D^nriH Ingroa “PI pgindatail. Max Hlckl, BrOnn, Adlargasiø 9. Wien VIII. LarohangaMe (a. N. HICKt, aaklad. » Brn«, Orll 8. ». FLÅVIUS JOSEPHUS: Vålka Zidovskå. (O zåniku b^valé ffSe 2idovské a zkéze Jerusalema.) 2 dfla se 108 vyobrazønfmi v textu a 24 pfflohaml. Bro2. 50 K, ’ våz. 70 K. Brockensammlung der jGd. Frauenargonisotion Wir bitten um gUtige Oberlassung von Kleldungsstllcken a i la r Art. Versttindigung durch Karte (KollltS 57)- odør Tolophon 2885. Btbr. Bucbbatidlutifl IB. Kicki BrOnn, Adlnrg. 9, III. SU empfiehlt sein reichhaltiges Lager in Judaica und Habraloa und Antlquarlat Snldnnn u. wollnnn Tallnilm auch ftir mittt und Passendø niYtt "D -fløschenkø. T)£i& Lehrbuch der hebr. Spracho fiir Schulu. Søli^stunterrloht von M. Rath Kroaea ØUi Bllllgsta Bøzugøqualla fOr Wlødarverkflufar. Itølli Dftttl Oløak iinnn riiub Dur Llchtspundende Lcuchtur kearbeitet unb tni Seutf^e tiBectraaen bon Søgtøitttt IDt S. ØamBetøeø, ^omhurg. ariofjøltab, 669 aeften, SDcud unb iptpiCc totøfiølicb. Kceil aefd^entBanb mit teinet (Dedeb pub Støden« preffung 40.— K. ^iefeø bestibmte beBfthmli^e &et!, bal itt Xeinem )Øp btfdéen Uaufe febien barf unb bal øeeiønet tft, ©elebeung unb (Vzbauung, Biebe øu 9ott, øur Vautob unb øum Qubentum øu berbreiten# ift øuøleiib ein Com« pehbium bet ftibiftben au» SBibef unb Xølmub in utfprtinglkbfter Rorm mit ftenmmø ber Remen bet Ueberliefcret unter øenauefter jOueOenangabe borge« ftelli, eine nmb Stateriøs øeorbnete lunfUtoSe Ganuntun« be« ttlmubifdben Kgaba unb bie lefle, tneil unbe« cbfitbtigte apologetifdbe aAtifb 8u lesiebcn butdi oSe Øudbbtsiblungen u. bom Cerlog: at« mpi mm BV* S«Hi» < *1* „BkWi OMrttlxi UotttkdltMKr*.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.