Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXI (1920)
- Issue
- Heft 31 (29.7.1920)
- Date
- 1920-07-29
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nf. 91. Korrespondønzøn. i Ung.-Brod. Montag, den 28. Juni, fand ini Hotel Smetana die diesjihrige zahlreich besuchte Oeneralversammlung des jiid.-nat. Vereines Hatikwa statt. Nach der BegrUBung diirch den Obmann Herrn Ing. Wilhelm Singer, erstattete der Obmannstellverireter Herr Ignaz Schøn den Tøtigkeitsbericht. Er schilderte in klaren Wbrten, Ziel und Zweck des Vereines und forderte im Laufe seiner Rede alle Mitglieder zur Mitarbeit auf. Wie wohl es dem Vereine niclit vergonnt war, allen Anforderungen zeitgemØB zu entsprechen, so gebiihrt ihm dennoch das Lob, die Broder Judenschaft organisiert zu haben. Nach Erstattung des Rechenschaftsberichtes erfolgte den Statuten gemØB die Vornahme der Neuwahl. Es wurden nachstehende Damen bezw. Herren gewøhlt: Als Obmann: Herr Leo Smetana; als Obmann-Stellvertreter: Herr Josef SchØffer; als Schriftfiinrer u. Kassier: Herr Philipp GlUck; als Nationalfondsarbeit- und Zéitungsreferent: Herr Sigmund Schon, als Bifcliothekarin: Fri. Olga Løwy; als Vortrage- und Literaturreferentin: Fri. Irma Kohn. Als ErsatzmØnner: Herr JUDr. Ignaz Brunn, Herr Markus Schon und Herr Erwin Katona. M6ge es dem neuen Ausschusse vergonnt sein der jiidischen Sache ersprieBlicbe Arbeit leisten zu kønnen. Pistyan, im Tamuz. Pistyan ist nicht vergeben: das Weltbad, es behålt auch in der Sauergurkenzeit seine interessante Aktualitet. Am vergangenen Sabbat Korach — nornen est omen — hat irgend ein glaubensgliihender Korach die jiidische Religion gerettet, indem er vom Almemor die Tafel des Keren Kajemet und Ahavat Zion entfernte. .Der Aliavat- Zion-Verein béschwerte sich beim Gemeindevorsteher Herrn Herzog, der die ErklØrung abgab, er håbe keine Kentnis von dem Tater und die Herren ermachtigte die Tafel wieder anbringen zu lassen. Das geschah. Der verriickte Pinchas aber entfernte sie wieder, diesmal am Schabos, denn Freitag Abend zu Maariv war sie noch oben. Herr Herzog fragte den Rabbiner, ob er nicht wisse, wer die Tafel entfernte, worauf der Herr Rabbiner dies fest verneinte. Darauf Herr Herzog: „Wer immer-es getan hat, ist ein .Gassenjunge.“. Kurz, die Tafel wurde zum dritten mal angebracht und wieder prompL entfernt. Nun. trat der „schlichte Wahler“ in Aktion. Ér berief einige zionistische junge Leute zu sich und, meinte, es gebe einen Modus, den Konflikt beizulegen. Die Tafel kønne ruhig oben bleiben, man kønne so viel „schnodern" als man nur will, aber das-Geld soli ihm oder der Aguda, oder weiB Gott wem zur Verfligung gestellt werden. Man muB zugeben, daB dieser Plan wiirdig eines Zentralprøsidenten der orth. Kanzlei ist und erweckte auch demgemØB in der AusschuBsitzung des „Ahavath Zion“-Vereines verstøndnisvolle Heiterkeit. Im Uebrigen beschloB genannter Ausschufl gegen nicht egnau bekannten Tater die Klage wegen Besitzstørung und Schadenersatz anzustrengen und hiermit die Zentrale in Bratislava zu betrauen. — Und nun etwas Erfreulicheres. Die Krisis im hiesigen Juditvereine ist nunmehr gliicklich iiberwunden. Das neugewahlte Pråsidium, tyestehend aus den Damen Fr. Leona Fuchs, Fr. Apothekerin Erdélyi und Fri. Else Rosner entwickelt eine agile TØtigkeit. Am 10. Juli, Sabbath-Abend, veranstaltete der Vertin eine séhr gut besuchte San-Remo- und Herzl- Feier. Die Redner waren Herr Samuel B. Rosner und Dr. Gustav Kohn aus Brtinn. Hervorragend waren die Rezitatianen der Fri. Irene Stem und Else Rosner und die Oesangspiecen des Madchenchors. Namhafte Betrøge wurden fiir den Herzl-Wald gespendet. — Zum 1. August arrangiert der Verein ein groBztigiges Parkfest mit Sportdarbietungen und einem Bazar, deip allgemein mit groBer Spannung entgegengesehen wird. Zu ejnem kurzen Bericht der Briinner „JUd. Volksstimme“, møchte ich eine kurze beficntigende Bemerkung machen. Gelegentlich der Bekanntgabe jener Namen die vom hiesigen Lokalkomitee des Volksverbandes zur Ernennung in die Gemeindereprøsentanz nominiert wurden, druckte die Briinner Volksstimme ihre Freude ttber das Erstarken des jiidischnationalen Geistes im Volksverband aus und meinte, dafi dies in erster Reihe Herrn Dr. Alexander zu verdanken sei. Wir hatten hier auch tatsøchlich einen harten Kampf zu bestehen, um bei den genannten Nominierungen wenigstens zwel Nationaljuden: Herrn Dr. Licbtenstein und Herrn Richard Schlesinger, durchzubringen. 40P88CHB VOtKSSUMMtt” Llteratur. Die soziale Frage und der Sozialtsmus. Eine kritische Auseinandersetzung mit der marxistischen Theorie von Dr. med. et phil. Franz Oppenh e i m e r, o. o. Professor an der Universitat Frankfurt a. M. 9.—11. Tausend. Jena, Verlag Gustav Fischer 1919. Franz Oppenheimer untersucht in dieser vorziiglichen Schrift die Ursachen der sozialeu Not, und erørtert in erster Linie die Begriffe Monopol, Mehrwert. Was ist Monopol, wie entstehen Monopole? Entstehen sie auf nattirlicliem Wege, dadurch, daB jemand in den Besitz eines Gutes kommt, das ein anderer zu produzieren nicht imstande ist, oder entsteht es durch Raub, durch Sperrung. Durch Sperrung durch Privatpersonen oder durch den Staat. Was ist „Mehrwert"? Das Mehreinkommen, das der '„Monopolist" aus dem Monopolgewinn zieht. Eines der wichtigsten durch Sperrung hervorgerufenen Monopole erblickt Franz Oppenheimer im Grund und Boden und somit waren wir zum Zentralpunkt Oppenheimerischer Theorie angelangt. Ob im „Staat" (Rutten & Loening) „GroBgrundeigentum und soziale Frage" (Vita, Berlin 1898) oder in der groBen „Theolie der reinen und politischen Oekonomie" (Georg Reiner, III. Aufl. 1919) und „Die Siedlungsgenossenschaft" (Gustav Fischer, Jena) immer wieder kehrt Oppenheimer zu diesem Zentralnerv der Wirtschaft zuriick und weist more geometrico und matematico nach, daB unsere Wirtschaftsordnung niemals gesunden kønne, solange das GroBgrundeigentum wie ein Fremdkorper in unserem wirtschaftlichen und sozialen Organismus stecke. An Hånd genauer statistischer Daten beweisi er auch in der vorliegenden Schrift, daB die Erde mehr fruchtbaren, mehr bebaubaren Acker besitze als notwendig wøre, daB noch immer mehr Hektar pro Kopf entfallen, als die Menschheit bediirfe. Nur durch den Grofigrundbesitz werden immer wieder J> rbeitskråfte frei, die auf den freien Markt geworfen, die Arbeitsløhne driicken, und so den Zustand hervorrufen, den wir soziale* Frage nennen. Da noch immer 2 Arbeitsnehmer einem Arbeitsgeber nachlaufen, kønne ohne Einfuhrung der freien Konkurrenz die Desellschaft nicht-gesunden. Gesunden kann sie erst dann, wenn der Arbeiter an die Scholle gebunoen, nicht gezwungen ist, anszuwandern, um seine Arbeitskraft so billig, wie møglich.'zu verkaufen. Nur im liberalen Sozialismus erblickt Oppenlieimer das Heil der Welt. Die letzten Kapitel sind gewidmet der Kritik: „K a u t s k y als Agrartheoretiker" und „K a u t sk y’s Zukunftsstaat." _ Es diirfte bekannt sein, daB Oppenheimers Siedlungsgenossenschaft in zionistischen Kreisen starken Anklang gefunden hat und, daB man vor zirka 10 bis 12 Jahren fest entschlossen war, in dieser Art Paløstina zu kolonisieren. Eincr der prominentesten Vertreter des Oppenheimerschen Gedankens war auch Kaplansky-Kaplan. 1920 S&orfjettfaTeitber 5080* non Juli Festtage .-ntssn s s M D M D F S r» rr» w 3 ND 03 J3 31 1 - I S 3- S* 4 < 5 6 7 pnftKl <ien: nsty pie ’oy ttsninana ♦tynm psiao pie p'st iDxm Konkurs. Fiir die bevorstehenden hohen israel. Feiertage benotigt die israel. Kultusgemeinde Gaya (Møhren) einen Vorbetar welcher als Beihilfe des hiesigen Kantors hauptsøch- Uch fiir die Schachaiisgebete und Schofesblasen in Betracht kørne. Honorar nach Uebereinkommen. Offerte, eventuell ur.ter Angabe von Ansprucn sind bis løngstens ø. August 1920 an die hiesige isr Kultusgemeinde einzusenden. OPTISCHES INSTITUT BrQnny PrUhiltspliti Nr. 12. OparaillMr, Faldstaabar, B'lllan, Lorgnattia ate. „Nauasta Brl|lM-Optlk4f. lob. Rud. SUuiawsky. Eløana warkttttti* SOM 7. SIEGMUND FLUSS Kunstførberel und chemlsches Retnlgungswerk. — Fabrik: Briinn, Zelle Nr. 38« — Telephon 576. M. HI<KL, naklad. « BrnH, Orll ». 9. FLAVIUS JOSEPHUS: Vålka zidovskå. (O zåniku byvalé FfSe 2idovské a zkåze Jerusalema.) 2 dfla se 106 vyobrazenfmi v toxtu a 24 p7flohaml. Brol 50 K j iidische F rauenorganisation nimmt Anmeldungen von Wohnungen flir Studenten entgegen. Brtinn, KollSiS 57,_Telefon 2865. MimiEi mm (vormals Eduard Urban) Freiheitsplatz Nr. 18 An* u. Verkauf von Wertpapieren. 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BrOu, AJlMnmi i nå Wt«a, VUt, Lttdmigi i i.