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Jüdische Volksstimme · 1920-06-24 · Heft 26 (24.6.1920) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXI (1920)
Issue
Heft 26 (24.6.1920)
Date
1920-06-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
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919% v Nr. 29. hIOøkmwe foucsrranre,- Elfl AbschUd »hankat tør Herbert Samuel. London, 5. Juni. J. C. B. AnlåBlich der unmittelbar bevorstehenden Abreise Herbert Samuels als High-Kommissår nach Palåstina haben seine politischen Freunde ein Abschiedsbankett veranstaltet, das heute abends stattfindet. Gestern war Mr. Samuel Qast auf einem vom Palåstinakomitee des englischen Unterhauses einberufetien Meeting. Den Vorsitz ftthrte Mr. Asquith. Herbert Samuel sagte, er verkenne nicht die Schwierigkeiten, die der Erfilllung seiner Aufgaben als Verwalter Palåstinas im Wege stehen, gleichwohl sei er sehr optimistisch iiber alle die hoffnungsvolle Zukunft Palåstinas dessen Wiederaufbau gegenwårtig unter ganz anderen Bedingungen erfolgen wird. Pafåstlna-Reise 1921. Ein Komite unter Leitung des Volksratsobmannes und Stadtrates in Lundenburg Herrn J ulius Deutsch hat den nachahmenswerten Be* schluB gefaBt, im Jalire 1921 eine Gesellschaftsfahrt nach Palåstina zu unternehmen. Um diese Reise leichter zu gestalten, soli jeder Teilnehmer 200 K monatlich an Herrn Arnold B i 11 n e r in Lundenburg cinsenden. Es wåre zu wiinschen, daB sich dieser Gesellschaft 300—400 Personen anschlieBen, damit da? Reisen in direkten Wagen und eigenem Dampfe’ crmoglicht werde. Ein genauer Reiseplan wird erst spater ausgearbeitet werden. Solche Palåstinafahrten, wurden vor dem Kriego vom 1. Wiener Jiidischen Turnverein unternommen und erfreuten sich der groBten Beliebtheit. Es ist zu hoffen, daB dieser Gedanke vom Lundenburger- Volksrat aufgegriffen weitere Kreise erfassen wird und, daB die groBe Bedeutung, die Erez-Israel fiir'uns Juden in der Galuth hat, sehr viele Zionisten bewegen wird, in das Land ihrer Vater zu wallfahrten. Die Schwierigkeiten, die sich heute den Reisenden in den Weg stellen, sind nicht unerhebliche «^och ist es gar nicht ausgeschlossen, daB wir im kommenden Jahre doch so wéit sein werden, um diese Fahrt zu unternehmen. Interessenten wollen sich zwecks nåherer Aus kunft an Herrn ArnoldBittner, Mitglied de? Volksrates in Lundenburg, wenden. :k Soeben erschienen: br. H. SCHWAbRON Ha K 6.50. Dr. DONflTH K 3.50. M. Hickls Verlag, Briinn, Adlerg. 9. BrUnner Nachrichtsn. Eingesendet. Briinn. Herr Dr. Griinfeld hat sich der Aufsabe unterzogen, jiidischen Akademikern jiidische Ge schichte vorzutragen und allwochentlich versammelt sich eine groBe Zahl zionistischer, poalezionisti scher, jiidisch-nationaler und vielleicht nichtjiidisch nationaler Studenten, um aus dem Munde dieses Gelehrten etwas aus unserer Vergangenheit zu ho ren. Ich fiir meine Person halte diese Kurse iiir das Schonste, was auf jiidisch kulturellem Gebiete in Briinn iiberhaupt geleistet wird und glaube nicht fehlzugehen, wenn ich annehme, daB anch die anderen Zuhorer schønste und tiefste Anregungen aus diesen Vortragen schøpfen. Heinrich Løwe schrieb in einer Broschiire iiber Gråtz: Gråtz ist mit den Månnern des Pråzisionismus (HeB, Kalischer usw.) in eine Reihe zustellen. Denn wenn er auch nicht direkt auf eine Regeneration des jiidischen Volkes hingearbeitet hat, so hat er doch dadurch, daB er dem jiidischen Volke den Spiegel seiner glorreichen Vergangenheit vorhielt, indirekt ausgesprochen, die jiidische Oeschichte dort fortzusetzen, wurde. Wie der groBe Historiker Oratz auf das Gesamtjudentum, so kann der tflchtige Geschichtslehrer im kleinen Kreise ersprieBlich wirken. Und so kønnen wir es uns nicht hoch genug einschåtzen, daB Herr Dr. M. Griinfeld, der mit tiefsten Wissen gliihende Liebe zum Judentume vereint, uns in das Gebiet der jild. Geschichte einfiihrt, Bedenkt man noch, daB Herr Dr. Griinfeld seine Vorlesungen von der Warte wahrbaft kritischer Oeschichtsbetrachtung halt und besonders die kulttirgeschichtliche Entwicklung zum Brenrtpunkte seiner Ausfuhrungen macht, so haben wir in der Person des Herrn Dr. Griinfeld den idealen Geschichtslehrer. In den letzten Jahren sind umfassende Kulturprogramme geschaffen worden, im Rausche der jetzt herrschenden Begeisterung werden neue hinzugefiigt. Das haben wir aber vom schønsten Programtn, wenn nicht danacli gehandelt wird?! Nun gibt es doch wolil fast in jedem jiidischen Orte Personlichkeiten, die gutes, jlidisches Wissen ihr Eigen nennen. Møgen diese hervortreten und wie Herr Dr. Griinfeld ihr Kønnen in den Dienst dieser Kultur-Programme stellen. Denn ,hoffentlich ist die Zeit voriiber, da man sich dilnkte kultureil gearbeitet zu haben, wenn man leibhaftig elngriff in eine Diskussion: Sind wir “in Volk, oder sind wir kein Volk! Zum Schlusse mit unserem hochverehrten Herrn Dr. Griinfeld den Spruch unser Alten: Lehre und Erkenntnis fiir alle! A. J. Jiidischer National-Fonds. A 11 g e meine Spenden: Olga Hauser 10 K, Chuwen 5 K, Fr. Dr. Bachmann 1 K, Felix WeiB, Zaitschek, Fieber, Schrotter, Appel, Kitzberg å 1 K. 6 K, N. N. K 1.50, Hochzeit Tånzer-Hartenstelu 330 K, Ing. Jakobowicz. 10 K, N. N. 20 K Heutasch 1 K, Barmizwe Josef Hochwald 71 K, Sammlung beim KongreB 2000 K, Otto u. Paul Singer anl. d. Ablebens d. Herrn Max Kohier 10 K. Spiegel, Schallinger å 1 K 2 K, Fuchs Fritz 5 K. Biichsen. Fri. Ida Flaschner K 21.50, M. Dotiath K 8.52, Lederer K 5.98, Adolf Miiller K 14.84, Piovaty 10 K. O e 1 b S u m e. Makkabi spendet a. N. d. H. Otto und Rud. Piowaty anl. ihrer Siege beim Wettschwimmen in Prag 3 Oélb.' 45 K, Anni Gold Stein 1 Oelb. in den Hasmonåagarten 15 K. Selbstbesteuerungen. Juda Altmann 10 K, Fr. Ing. Singer 30 K, Heinrich Gartner, Géro. presser, Loff, Huppert, Else Hochberg, Oswald Hochberg, Løwy, Berger, Stein, Drucker, Brosler Oriinwald, Skutezky, Hein, GroB, Spitzer, Bohm. Ripper, Ehrenhaft, Steinhauer, GroB, Bodascher Berger, Schmitz, Singer å 2 K 52 K, Låner Schein, Zweieenthal, Schuller, Fried, Singer. WoF f. 1 K 7 K, Beer 3 K, Franz Stern 10 K, Erwin Goldschmidt 4 K. Arthur Kubitschek 6 K. E-n konstant 4 K, Wilhelm Fink 20 K, Oskar Sachs 5 K Rab. Dr. Lewy 100 K Der fiid. Kulturverein „ESRA“ erøffnet demnåchsi eine Chorschule fiir Knabén und' Mådehen der Volks- und Mittelschulen. Zweck dieser Schule ist: da jiidische Kind fiir den Gottesdienst zu interessieren es mit den schønen liturgischen Gesången vertraut zu machen, wobei auch dasjenige sozusagen spielend erzielt werden soli, was der Religionsunterricht infolge Zeitmangels nicht zu erreichen vermochte, nåmlich: die Vertrautheit des Kindes mit dem Gebetbuehe. Es wird nicht beabsichtigt, irgend einen Zwang auf das Kind zur Mitwirkung bei dem Gottesdienste auszuiiben, vielmehr soli es dem Kinde freistehen, noch genilgende Vorbildung, so oft es frei ist und Lust hat, dem Gottesdienste beizuwohnen u. jedes von seinem Platze aus, mitzusingen. Auf diese Weise gedenkt der Verein den Gottesdienst im neuen Tempel volkstiimlich auszugestalten und das Interesse bei der Jugend wachzurufen. Nebenbei bietet sich hier d*m stimmbegabten Kindé die beste Gelegenheit, sich stimmlich und gesanglich mit Leichtigkeit so kostenlos heranzubilden. — Der Verein Tichtet daher die Bitte an die Eltern, im eigenem Interesse und im Interesse des Judentums ilire Kinder ein mal in der Woche auf eine Stunde in die „ESRA- ChorschuIe“ zu schicke^, wofiir ihnen ihre Kinder dessen sind wir gewifi, einst danken werden.- Erøffnung der Chorschule flir Knabén und Mådehen Mittwoch, den 30. Juni, 5 Uhr nachmittags, Glacis 57 im Hofe links, Abt. I. flir Schiller und Schiilerinnen der Volksschule (5—6), Abt. II. flir Mittelschule (6—7) Korrespondenzen. Uihorod. Samstag, am 12. Juni, gegen Mittef - nacht, versuchte eine Schar bewaffneter Soldaten (angeblich eine Patrouille) in das jiidische Wirtshaus der Witwe Salamon, welches zwischen den Jørfern Klocsano und Oroszvcg, nebep Munkacs Vereinsamt auf offener StraBe liegt, zu dringen. Als ihnen der Eingang, weil sie ohne Amtsperson waren, verweigert wurde, stiirmten sie mit wuehtigen Hieben die Ture, drohten selbe einzubrechen und schossen durch das Fenster in die Wohnstube. Der 16jåhrige Sohn der Witwe verteidigte den Eingang, wobei er sich eines zufållig in der Wohnung befindlichen Revolvers bediente, mit welchem er zwei der Soldaten totlich verwundete, worauf die librigen abzogen und ihre verwundeten Kollegen mit sich nahmen. Am darauf folgenden Tage erschien eine Menge bewaffneter Soldaten, verhaftete die 60jåhrige Witwe nebst ihren drei Sohnen und die ganze jiidische Einwohnerschaft des Dorfes Klocsano und schleppten sie gefesselt unter fortwåhrenden Hieben, FuBtritten und GewehrkolbenstøBen nach Munkacs, wo die Frau samt ihren Kindern zufolge der erlittenen Schlåge ins Spital gebracht werden muflten, wo sie sich noch gegenwårtig schwerkank befinden. Das Leiclrenbegångnis der zwei gefallenen Soldaten fand Dienstag, am 15. d. M. in Munkacs statt, aus welcher Veranlassung mehrere Soldatengruppen die StraBen, die jiidischen Wohnhåuser und Geschåftslokale, wie auch den Bahnhof der Stadt Munkacs und miBhandelten in brutalster Weise såmtliche vorgefundene, nichts ahnende Juden, ohne unterschied des Geschlechtes und Alters, welch bøses Spiel sie bis gegen Abend ununterbrochen fortsetzten. Inzwischen wurden seitens des Militårkommandos Patrouillen ausgeschickt, welche die Soldaten aufforderten auseinander zu gehen und das Fortsetzen der weiteren MiBhandlungen verhinderten. Eine solche Patrouille erschien auch am Bahnhof, zerstreute die dort versammelte Soldatenschar und kehrte sodann in die Stadt zuruck, Kaum aber war die Patrouille abgezogen, kehrten die durch dieselbe zerstreuten Soldaten wieder zum Bahnhofe zuruck, wo sie den nach kurzer- Zeit aus Szolyva eingetroffenen Zug abwarteten und die aus demselben aussteigenden jiidischen Passagiere ilberfielen und ohne Rucksicht auf Geschlecht und ‘ Alter auf Weinen und Jammergeschrei alle unerbårmlich druchpriigelten. Ein U2horoder Jude, Mayer Halpert, der schon friiher auf der StraBe zum Bahnhof und zum zweitenmal beim Schalter an der Kassa georfeigt, gepriigelt und mit FiiBen gestampft wurde, sah dies alles und mit schwerer Miihe und Todesangst gelang es ihm mit einigen Hieben davonkommend den Zug zu besteigen, um nachhause zu kommen. Was weiter in Munkacs geschah, gelang uns vorlåufig nicht zu erfahren, allein^das bisherige ist haarstråubend genug, daB unschuldige, nichts ahnende Burger plotzlich auf offener StraBe von demjenigen iiberfallen und mifihandelt werden sollen, die eigentlich dem Schutze der Biirger dienen soilten, dies grenzt ja an asiatische — pardon — an ungarische Zustånde, welchen unbedingt abgeholfen werden muB. Die beiden zionistischen Vereine in Uzhorod, die „Agudas Hamisrachi" und „Achduth" sahen sich obigen zufolge veranlaBt, eine gemeinschaftliche Deputation an den Vizegouverneur von Karpathorussien, Herrn Peter Ehrenfeld, zu entsenden und iiber das Geschehene Klage zu fiihren und fiir die Zukunft SchutzmaBregeln zu fordom. Die Deputation wurde vom Herrn Vizegouverneur aufs freundlichste empfangen. Genannter driickte sein lebhaftes Bedauern iiber den Vorfall aus, versprach fiir die Zukunft veranlassungen zu treffen, daB solche Fålle sich nicht wiederholen lind versicherte mit Hinwrds ',,if spfne bisherige Tåtigkeit und politische Vergangenhet, daB er zwischen Biirger und Biirger keine Unt°rschiede mache, und ihm das Wohl såmtlicher Staatsbiirger ohne Unterschied der Nationalitet oder Konfession in gleichem MaBe am Herzei liege und die Deputation ersuche, falis sie irgen« welches Anliegen haben. ihn aufsuchen. sie werden bei ihm stets offene Tilre und fiir jede gerechte Sache bereitwillige Mithilfe finden. Trnava. In der am 16. d., abgehaltenen Sitzung des Trnavaer Lokalkomites der Vereinigten jild. Parteien wurden die Herren Dr. Ede Frommer, Adolf Reichentbal. Dr. A^olf Posenfeld und WUbplm P^ich Anmeldung,en daselbst. Unterricht leden Mittwoch, zu ordentlichen Mitgliedern, die Herren Josef Bauer von S—6 bezw. von 6—7 Uhr abds. — Sekion fur und Max Winter als Ersatzmånner, fiir die stadt. Temoelgesang. Proben fUr die hoh*!! Feiertaee jeden Repråsentanz. die Herren Wilhelm Adler und R*ch. Mittwoch pråzise 8 Uhr abends. Neuanmeldungen Magran fiir ..Hosnodarska rada“ und Herr Dr. Ludw, wo sie vor Jahrbunderten jåh unterbrocheu werden daselbst um diese Zeit entgegengenommen. Schulz fttr die Komitatskongregation nominiert,

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