Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXI (1920)
- Issue
- Heft 21 (20.5.1920)
- Date
- 1920-05-20
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seita UOifSCHE f OU881UVME" # Nr. 21 jesch, Untiany und Telsch. Aus dem Kreise Rozeiny fclilen bisher noch die Wahlresultatev Mltteltungen der Patfistinakommission, Prag. Es bietet sich der Palåstinakommission Gelegenheit, fiir junge Leute, welche bereits landwfrtschaftlich gearbeitet haben und sich diesem Berufe widtrcn wollen, ferner fiir kraftige ungelernte Arbeiter lnndv, irtschaftliche Stellen zu vermitteln. Es werden alle, welche diesen Bedingungen entsprechen, aufgefordert, ehestens sich bei der Palastinakommission, Prag 11., Rfi2ova 24, anzumelden, unter der bislicrigen Ausbildung, Tåtigkeit und womoglich von Referenzen. Ein gelernter jiidischer Gartner sucht eine Stelle. Die Adresse ist bei der Palåstinakommission, Prag II., Riizova 24, zu erfragen. Die Palåstinakommission ersucht alle jiidischcn Landwirte, welche bereit sind jiidische Arbeiter in ibren Betriebcn anzustellen, ihr gefl. hievon Mitteilung zu tnachen. Adresse: Rfizova 24, Praha II. Die „Niederlåndische zionistische Studentenorganisation“ wird dieses Jahr, ebenso wie die vorherigen ein Studentenlager mit Ferialkurs abhalten u zw. in Schoorl bei Alkmaaz vom 28. Juli bis 3. August. Die Teilnehmer werden in Zelten untergebracht, die Morgen- und Abendstunden werden fiir kursorische Vortråge und Debatten beriiitzt, wåhrend die iibrige Zeit Sport getriebefi und Ausfliige in die auBerordentlich schdne Umgebung gemacht werden. Es soli so eine geeignete Oelegenheit zur gegenseitigen Annåhcrung geboten werden. Die U. Z. S. O. ladt die zionistische Studentenschaft des Auslandes zur Teilnahme ein. Eventuelle Anmcldungen durch BrOnner Nachrichten. Das liidlsche Lied. res. Er versteht noch heute den Begriff „Mannsperrens" nicht und wendet diese Taktik in Situationen i an, wo sie niemals angewendet werden darf. Ich haite trotzdem diesen Spieler fiir ein groBes Talent Zura Grundungsfeste der Gesangsektion des Jiidischen und prophezeie auch heute noch, daB Tragatsch im Kidtur-Verelnes „Esra" in Briinn. Laufe der Zeit einer unserer besten Backs werden wird. Es fehit ihm heute noch die notige Wettspiel- Am 5. Mai, am Vorabend des Lag-Beomer, >. routine und Erfahrung. Lowinger im Angriff versagte feierte der durch die unermiidiiche Tåtigkeit des total. Er vergab Ubrigens eine totsichere Ausgieichs das Jugendreferat des zionistischen Zentraljtomitee, Prag, Riizova 24. Korrespondsnzsn. Wien. Bei der Ergånzungswahl des Pråsidiums der israelitischen Kultusgemcinde wurde Abgeordnetei Robert Stricker zum Vizepråsidenten gewåhlt. Wien XIII. Montag hielt Herr Ingenieur Steinli e r z, der als einer unserer Pioniere in einigen Monaten nach Palåstina auswandern wird, in der Be zirksgruppe Breitensee einen Vortrag iiber Geographie und Geschichte Palåstinas. Es gelang ihm durch seine warmen Worte, in denen er Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Judentums verkniipfte, alle Anwesenden zu interessieren und zu reger Tåtigkeit fiir die national eSache anzuspornen. Als Ordner bewåhrte sich trefflich Herr Dr. A. Glanz, der aber in seinem Eifer diese politische Versammlung mit dem Gottesdienst und der sich daran ergebenden altvåterlichen Sitzordnung verwechselte. S. Breslau. Hier ist der Verlagsbuchhåndler und Rittergutsbesitzer S. Schottlånder im 76. Lebensjahre gestorben. Der Verstorbene war der einzige Leiter der ScHlesischen Verlangsanstalt von S. Schottlånder, A.- G. 1873 beteiligte er sich an der Griindung der nationalliberalen „Schlesischen Presse", die er 1876 allein iibernahm und die spåter mit der „Breslauer Zeitung" verschmolzen wurde. 1878 iibernahm er die von Paul Lmdau gegriindete Monatsschrift „Nord und Siid" in seinen Verlag. Von friiheren Unternehmungen des Verlages ist noch die 1882—88 erschienene „Deutsche Bilcherei" zu erwåhnen. Ziirich. Am 2. Mai wurde im „Ziiricher Hof", in den Ateliers von Rheingold und Sclnvarzkopf die erste Ausstellung der Vereinigung Jiid. Forscher, Schriftsteller und Kiinstler „Haruach" eroffnet. Sie repråsentiert sich den Besuchern in der vorteilhaftesten VVeise. Von Kiinstlern sind Ejryx, Itin und Schwarzkopf, mit einigen Arbeiten vertreten. Auf den liolien kiinstlerischen Wert der Werke nåher einzugehen, verbietet uns der Raum. Hingewiesen sei nur noch auf den schdn ausgestatteten Katalog, der eine Reproduktion eines Selbstbildnisses von Prof. Glicenstein zu seinem 50. Geburtstag enthålt. Er bringt ferner das Verzeichnis der ausgestellten etwa 100 St. die biographischen Daten der Kunstler, einen Auszug aus den Satzungen des Vereines, der dieselben beruflichen, wirtschaftlichen und sozialen Ziele^ verfolgt wie der gleichnamige in Wien, ein Verzeichnis der 50 Mitglieder, eine Liste der von diesen veroifentlichten jiidischen Arbeiten und Bueher u. s. w. Herrn W. Sonderlin g, Obmannes des jiidischen Kultur-Vereines ,.E s r a", gegriindete Gesangverein sein Griindungsfest. Im Schreibwaldsaale hatte sich, trotz gar nicht maienhaften Wetters, eine zahlreiche Zuhorerschaft eingefunden, die mit lebhaftem Interesse den mannigfachen kiinstlerischen Darbietungén lauschte. Heben wir es gleich hervor: Dieser jiingste unserer Vereine hat seine Feuerprobe glånzend bestanden. Alle Cliore, sowohl die gemischten, als auch die Månnerchore, zeigten von dem fleifligen Studium der jugendlichen Sångerschar, aber auch von der kiinstlerischen Geschicklichkeit ihres Dirigenten, des Herrn Kapellmeisters Engen Mautner. Traulich und åuBerst anheimelnd klangen besonders die Jargcnlieder, (unter denen wir besonders das Liedchen „Her nor die sclieen Meedele" hervorheben), mit dem der Månnerchor und sein Leiter vorziigliches boten. Der Liedervortrag der Frau Dr. Hedwig Savudek, die als gediegene Sångerin bekannt ist, der des durch seine kraftige Stimme bekannten Barytons, Herrn F. h r 1 i c h, das Månnerquartett, A s t, G o 111 e i n, E h r 1 i c h, Rotter, erregten wahrhaft verdienten Beifallssturm. Zu erwåhnen wåre auch, neben dem Herrn Dirigenten Eugen Mautner, die iiberaus feinfiihlige Begleitung des Herrn Erich G r ii n f e 1 d die sich zur kiinstlerischen Hohe in den Schubert schen „Tånzen" hob. Auch der von Frau Risa Z u c k e r einstudierten Kindejrszenen des Herrn Sigm. Reis wåre rtihmend zu gedenken. Ein gelun gener Abend, den wir den Bemtihungen der Herrn W. Sonderling und Dr. Hugo Stransky, der ihn mit einer formvollendeten Festrede einleitete danken tind dem wohl bald andere Veranstaltungen folgen werden. Der jiidische Kultur-Verein „Esra‘ hat wåhrend seines kurzen Bestandes fiir die Pflege unserer Geschichte, Literatur und unseres jiidischen Liedes so Hervorragendes geleistet, daB seine Bestrebungen allseitige, besonders materielle Unterstiitzung verdienen. Den Leitern des Vereines und seinen Forderern rufen wir ein lautes, „Jejascher Koach" zu. Jehudi. Vortrag Redakteur Schwarz. Samstag, den 15. Mai, hielt im Rahmen des Vereines „Theodor Herzl" der durch seinen zionistischen Aufsatz in den Lazar Schon’schen „Stimmen der Wahrheit" lang bekannte Cg. Redakteur Leopold Schwarz aus Briinn einen Vortrag „iiber wahres Judentum". Der Vor tragende, der Mitbegriinder des Danielbundes ist, ging von dem Herzl’schen Satz aus: „Zionismus is i Riickkehr zum Judentum vor der Riickkehr ins Judenland." In tie! durchdachten forten fordert er die Juden auf, zum Judentum, zum wahren Judentum der Bibel und der Propheten zuriickzukehren, ihre materialistische Lebensweise aufzugeben und sich einem hehren und reinen Idealismus zuzuwenden. Bessere, hohere Juden und somit bessere, neue Menschen zu werden. Reicher Beifall ward dem Altmeister der hiesigen zionistischen Bewegung zuteil. KongreB der, „Verelnigten Jiidischen Partelen“. Der KongreB d.er „Vereinigetn jiidischen Parteien" findet am 13., 14. und 15. Juni in Briinn statt. Teilnchmer sind alle Kandidaten furs Abgeordnetenhaus und den Senat, nebst den Bevollmåchtigten der Parteien und Vertreter der Organisationen. Sport. FuBball. I. Meisterschafts-Wettspiel. Cs. XI. Invalidi IA : Makkabi Briinn IA. 1:0 (1:0). Kornerverhåltnis 11:5. Eine eingehendere Kritik dieses „Wursballspieles" eriibrigt sich nach den gebotenen Leistungen von selbst. Es war guter dritt — beinahe håtte ich gesagt viert-klassiger FuBball, den uns beide Mannschaften vorfuhrten. Wenn wenigstens Ambition und aufopferndes Spiel das fehlende Konnen ersetzt håtten, man håtte sich mit den gebotenen mageren sportlichen Leistungen vielleicht teilweise ausgesohnt. Die einzigen Baru, Rospnzweig, Jellinek und Wodak, die mit gewohnter Aufopferung kåmpften. Ein unentschiedenes Resultat håtte dieses „Melsterschafts"-Wettspiel besser gekront. In der 2. Minute fiel das einzige Tor des Tages. Wieder war der Vertcidiger Tragatsch der mittelbare Urheber dieses Tochance vor dem Tore. Als Zenterhalf konnte er spater immerhin noch befriedigen. ReiB I. erlag — den Strapazen des vorhergegangenen Abends. Maxi Broch, viel schwåcher als sonst, auch Baru nicht auf der vorsonntågigen Hohe. Die Wiedereinstellung Roberts erwies sich als verfehlt, sein ehrliches Wollen, das Anerkennung verdient, stand in keinem Einklangr zu dem gezeigten Konnen. Rosenzweig wurde zu wenig beschåftigt. Der neue Mittelstiirmer zeigte schones Kopfspiel. In das Zusammenspiel mit seinen Partnern konnte er sich noch nicht recht finden, einen Schufl aufs Tor sah man von ihm iiberhaup tnicht. Eine endgiiltige Beurteilung seiner sportlichen Fåhigkeiten auf Grund dieses Wettspieles ist unmoglich und wåre auch ungerecht. Wir erwarten, daB die Mannschaft des Brtlnner Makkabi bei den nachsten Wettspielen die Scharte, welche sie diesen Sonntag erlitten hat, durch ambitioniertes Spiel wettmachen wird und so dem verdientermafien stark'geminderten Vertrauen in ihre Spielstårke entgegen wirken wird. Wurfball. Makkabi Proflnitz : Moravia ProBnitz 10:1. Leichter Sieg der Makkabi-Damen. Die Tore schossen Grete 5, Rose 4 und Kåthe 1. Im Half brillierte Regi, die alle gegnerischen Angriffe zum Scheitern brachte und so den Hauptanteil an diesem schonen Erfolge hat. Makkabi Briinn IA versus Achilles IA. 0:11 (0:3) gespielt auf dem Spartasportplatze in Sebrowitz, Samstag, den 15. Mai 1920. Das erste offentliche Debut der jiingsten Makkabi-Sektion konnte nur teilweise die Erwartungen erfiillen, mit denen man in interessierten Kreisen dem Ergebriisse dieses ersten Kampfwettspieles entgegensah. An der unverdient hohen Niederlage ist in allererster Linie die Verteidigung (Bobby) schuldtragend, die durch ihr taktisches Spielunverståndnis brillierte und beispielsweise »ie den anstiirmenden Gegner am SchieBen zu verhindern trachtete, (durch einfaches Vorstellen, Håndcheben etc.) geschweige denn ihm lemals den Ball zu entwinden versuchte, vielmehr bei jedem gegnerischen Angriff die Flucht aufs eigene Tor ergriff, um dort als Torwåchterin Ersatz Nr. 2 alle Bålle durchzulassen, was doch, wie das Ergebnis zeigt, der Torwåchterinersatz Nr. 1 genau so kunstgerecht traf. Letztere, fiir das erkrankte Fri. Drucker einspringend, war der schwåchste Punkt der Mannschaft. Die Tore waren fast alle zu halten gewesen. Sehr hiibsch kombinierte der Angriff, in dem Fri. Hauser am rechten FHigel durch ihre Schnelligkeit und Geschicklichkeit am besten gefiel. Fri. Gottlob als Zenterforward ist zu langsam, Fri. Hahn als linker Flu- . gel spielte wenig ambitioniert. Dem Angriff fehit der scharfe SchuB aufs Tor, der einzig und allein ein Wettspiel entscheidet. Diese 3 Stiirmerinnen „werfen" den Ball aufs Tor statt zu „schieBen" und es war daher ein Leichtes fiir die gegnerische Torwåchterin, derartige hilflose „Bombehen" abzuwehren. Als Kuriosum sei hier erwåhnt, daB Makkabi in diesem Wettspiele 3 6m StrafstoBe gegen Achilles zugesprochen erhielt. Olga Gottlob vermochte nicht einen einzigen"dieser StreifstoBe zu einem Tore zu verwerten, wiewohl diese StrafstoBe sonst in den Wettspielen fast mit Sicherheit zu Toren fiihren. In der Halvesreihe konnte. nur Fri. WeiB als rechter Pltigelhalf befriedigen. Sie ist agil, geht den Gegner forsch an und besitzt taktisches Spielverståndnis, welche Eigenschaften ihrer Partnerin Fri. Suse Rotter vorderhand noch vollig abgehen. In der gegnerischen Mannschaft waren Torwåchterin und rechter Fliigel difr Besten. Von den 11 Toren buchte letztere alliein 9 auf ihr Konto. Sie war åuBerst schnell und schuBsicher. Herr Minich als Trainer wird gewiB hustande sein, die dieser Håzenå-Mannschaft noch vielfach anhaftenden Mångel durch verståndnisvolles Ti aining zu beseitigen und wir sind fest davon iiberzeugt, daB dieselbe Mannschaft, die gestern noch eine so krasse Niederlage erlitt, bereits in ihren nåchsten Wettspielen uberzeugendere Beweise ihrer sportlichen Tiichtigkeit erbringen wird. Kopfe hoch, frisch auf zum — Training! heiBe die Losung. Rumbo,