Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXI (1920)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1920)
- Date
- 1920-01-29
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nf. 5. „JMMSCHE VOLKSSTIMME." Selte 7. Piestony, Hotel Her2og, ein, Zu dieser Tågang n-erdeo eingeteden: 1. ålle jfidischen Kultusgemeinden in der Slovakel (flir jc 100 Mitglieder und flir je weitere 200 Mitglieder ein Delegierter); 2. alle Ortsgruppen des Volksverbandes der Juden fiir die Slovakei (fiir je 100 Mitglieder und fiir je weitere 200 Mitglieder eiri Delegierter); 3. alle Lokalwahlkomttees (fUr je 100 jOdische Wahler in die Nationalversammlung und fiir je 400 weitere Wfihler ein De* legierter); 4. alle jiidischen Organisationen, welche an den Wahlen in die Nationalversammlung intcressiert sind (fiir je 100 Mitglieder und fiir je weitere 200 ein Delegierter). Tagesordnung: Sonntag, den 1. Februar, uin 3 Uhr nachmittags: 1. Feierliche Eroffnung und Berichterstattung des provisorischen Zentralwahlkomitees der Vereinigten Jiidischen Parteien in der Slovakei. 2. Wahl der Kommissionen. 3. Wahl des Zentralwahlkomitees der Vereinigten Jiidischen Parteien in der Slovakei. Montag, den 2. Februar, 9 Uhr vormittags: 1. Bericht und Antrhge der Kommissionen. 2. Oeneraldebatte iiber das Programm der „Vereinigten Jiidischen Parteien". 3. Organisation und Propaganda. 4. Die Frage der Lizenzen und des Ersatzes der PliinderungssclfSden. 5. Freie Aritrfige. Die lobl. Vorstande, Organisationen und Korperschaften werden ersucht, ihre Delegierten nach dem oben angefiihrten Modus zu nominieren und deren Teilnahme an der allgemeinen Tagung der Judenheit in der Slovakei an die Adresse „Hotel Herzog" in Piestany behufs Vorbereitung der Schlafgelegenheit, sowie Verpflegung bekannt geben zu wollen. Die Delegierten miissen sich mit Vollmachten atfsweisen. — Fiir das provisorische Zentralwahlkomitee der „Vereinigten Jiidischen Parteien" : Theodotr Wister, PrSsident, Emil W a 1 d s t e i n, Sekretfir. Austerlltz. Am 13. d. M. verschied unser Kultusvorsteher Herr Josef S t r a c h im 70. Jahre seines segensreichen Lebens. Am 15. nachmittags fand das Leichenbegångnis statt. An der Beteiligung aller Schichten unserer Bevolkerung konnte man ersehen, welcher Achtung und Wertschåtzung sich der Verstorbene hier als auch in der ganzen Umgebung erfreute. Es erschiénen die stadt. Feuerwehr unter Fiihrung ihres Obmannes Herrn Biirgermcister Vitek und fast der ganze GemeindeausschuB. Nachdem Herr Kantor Herm. Stern mit dem Chor die Trauerpsalmen vorgetragen hat, trat Herr Kultusvorsteher- Stellvertreter Ignatz KrampfliCek vor den Sarg und sprach folgendes: „Als Déin Stellvertreter im Amte mit dem ich durch 25 Jahre Schulter an Schulter das Wohlder Gemeinde beraten, wurde ich mit der traurigen Mission betraut, im Narnen der verwaisten Gemeinde Dir hier an Deiner Bahre unseren letzten GruB zu bieten. Mit wundem Herzen geniige ich dieser Pilicht, um Abschied von Dir zu nehmen. Meine Verehrten! Die Legende erzahlt, der gottliche VolksfQhrer Mose war gestorben und niemand wuBte um die geweihte Ståtte seines Grabes. Da bestieg das verwaiste Volk den Berg Nebo; do^t wurde gegraben und wirklich fand man das Herz Moses, der andere Teil, er war verschwunden. Diese Legende illustrffert unsern heutigen Sterbefall. Unser allverehrter Kultusvorsteher Herr Josef Strach, er ist von uns verschwunden, aber sein Herz hat er uns in seinem Sohne zuriickgelassen." Diese mit tiefer Empfindung gesprochenen Worte gingen allen Anwesenden derart zu Herzen, daB kein Auge trånenleer blieb. Sodann sprach Herr Bez.-Rabbiner Dr. M. Steif.- In gediegenen Worten beschrieb er die Gastfreundschaft iin Hause des Verblichenen, .wie auch das segensreiche Wirken in der Gememde. In Cechiseher Sprache schilderte Herr JUDr. Stefan Berg den Verblichenen øls emen Menschenfreund. der den Menschen im Menschen zu sch&tzen wuBte. — Am 18. d. M; fand hier die . schon friiher anberaumte Vorstandswahl statt, bei welcher Herr Siegmund B a c h r i c h zum' Kultoisvorsteher, Herr Ignatz Krampflifiek als Stellvertreter und Herr Julius HuB zum Beirat gewåhlt wurden. In den AusschuB .wurden gewdhlt: Herren Heinrich Flesch, Josqf Rafael, Hugo Huth, Alex. Schon, Moritz Preis und Josef Fuchs. Sv. Jur (bei Bratielava). Der kurzlich hier gcgriindete MisrachUJugendverein entfaltet eine rege Tdtigkeit. Der Vorstand der orthodoxen Kultusgemeinde fdrdert die Bestrebungen des Vereines und hat demselben den Qeniemdesitøungssaal sowie die Bibliothek der Gemeinde zur Variiigung, gestellt. Um den Verein hat *id^ inshe&ondere Herr Tierarzt Dr. .Edmund Sarkany, verdient gemacht, der eine ruhige Prrpagandaaktion un*eruommer hat. Der Verein zåhlt bereits 40 Mitglieder. Neben dem Verefnsvorstand, tiber dessen Wahl wir bereits berichtet haben, wurde folgende Nationalfondskommission eingesetzt: Aladar Endler, Sekretar; Isidor Schwartz und Margit Endler, Kassiere. Senica. Am jiingsten Sabbath liiclt im Beth-U midrasch der hier zu Gaste weilende Rabbiner Ds. Levin aus Wien (friiher in Nikolsburg) einen iiberaus eindruckvollen Vortrag iiber die Bestrebungen des Misrachi-Zionismus. Késmark. Einen vielleicht beispiellosen Sieg kann der Zionsgedanke aniaBlich der am 18. Jånner abgehaltenen Vorstandswahl der Késmarker aut. ort. Kultusgemeinde verzeichnen. Desider Arje, Obmannstellvertreter der zion. Ortsgruppe wurde zum Gemeindevorstand gewahlt; Leopold Janovitz, cin altbewahrter Vorkampfer des Zionismus, Seele des Ausschusses, I. Vizevorsteher; Ortsgruppenobmann Josef Alexander II. Vorsteher; Beno Polgar, ein eifriger Zionist, Kassier; Rudolf Herz und Ignatz Winczer, beide OrtsgruppenausschuBmitglieder, Tempelvorsteher. Hoffentlich zieht mit diesen altbewåhrten Fiihrern des jiidischen Volksgedankens ein pulsierendes Leben in die Qemeindestube ein. Prag. Der „Prazské Pondeli" briugt die Meldung, daB in der Totenkapelle des jiidischen Friedhofes bereits seit drei Monaten eine sechskopfige Judenfamilie wohne, die in Prag keine Wohnung finden konnte. Von den Kindern sind zwei schulpflichtig, wahrend die iibrigen zwei noch klein sind. Die Familie schiait auf Strolisåcken, die sie auf die Steiniliesen der Kapelle gelegt haben. Lelpzig. Wie arbeiterfeindlich sich die Antisemiten als Unternehmer auffiihren, und welche „vorbildliche" Arbeitsverhiiltnisse bei diesen „erstklassigen" Menschen und Antijuden Iierrschen, mag ein Arbeitsangebot belegen, das der Vorkampfer rassenreinen Germanentums, Herr Dr. Heinrich Pudor Leipzig, RoBstraBe 10, ergehen laBt. Diescr Menschenfreund hat einem stellungsuchenden Angestellten folgendes Angebot gemacht: „Fri. Schl . . . Wenn Sie noch irei sind, mit 1 Mark die Stunde einverstanden sind und mit Juden und Sozialisten keine irgendwelchen Beziehungen liaben, bitte ich, sioh vorzustellen. Hochachtend Der Deutsche Volksrat. Dr. Heinrich Pudor." Wenn der Herr Pudor in Ktirze mit seiner antisemitischen Tiraden wieder unter den Angestellten krebsen gehen wird, sind diese Kreise wenigstens dariiber unterrichtet, wie es in der Bn1xis um die Angestelltenfreundlichkeit dieses tapferen Streiters fiir das Deutschtum aussieht. Im iibrigen reiht sich dieses Stellungsangebot wiirdig den iibrigen antisemitischen Kulturdokumenten an. # * * VORANZ^fk. Die liidlsch-akad. Verblndung „Veri tas44 Briinn, veranstaltet im Rahmen ihres 5Qsemestrigen Stiftungsfestes am Sonntag, den 8. Februar, in der Turnhalle Zeile ein jiidisch“,s Massenmeeting. Es werden sprechen: Prof. Dr. Na hum Chajes (Wien), Dr. Angelo G o 1 d s t e i n (Prag), Abgeordneter Robert S t r i c k e r, Mitglied der dsterr. Nationalversammlung. Beginn halb 10 Uhr vorm. W&hrend der Palastinawoche haben fiir den J. N. F. gesammelt: Paul u. Grete Griin Kronen 321.—, W. u. F. Berger 29.—, Julius- Schuller 95.—, B. u. H. Oriinwald 180.—, Kahn-Steif-Rosenfeld 996.—, Fri. Adler 209.—, S. Hickl 849—, C. Klingenberger-Rubel 145.—, J. Klingenberger-Offer 166.—, Adolf Schallinger 70.—, Saxl-Lowenstein 99.—, „Veritas" 1344.—, Drucker- ProBnitz 36.—, Zweigenthal-Skutezky 73.—, Fri. Rosenfeld 30.—, St. Czuc2ka-Fuchs 434.—. H. Czuczka 67.—, Gr. Czuczka 63.—, Winkler-Freund 70.—, Spitz 120.—, Fr. Dr. Teller-Hirschmann 180.—, Fr. Dr. Griinfeld 220.—, Spitzer-Hochberg , J. Kahane 80.—, zusammen 5933.— Kronen. Durch Fr. B. Schnabel Reinertrågnis eines Verkaufszeltes d. J. N. F. beim 5-Uhr-Tee der Jiid. Frauen-Organisation 1000.— K, Summe 6933.— Kronen. Todesfall. Nach SchluB des Blattes, kam uns die erschiitternde Nachricht zu, daB unser Freund und Gg. Dr. Heinrich M a n d 1 — seit dem Sommer auch Gemeinderat — in Prerau verschieden ist. Die Kunde kam so plotzlich, so iiberraschend, daB es beinahe unglaublich klang; ein Telegramm brachte uns iedoch die traurige GewiBheit. So bist denn auch Du von uns geschieden treuer Freund! Auch Dir war die RUckkehr nicht vergonnt, auch Dich senkt man, all zu frtih, in die feuchte, kalte Erde. 1920 SBødjcitfaTcttbcr 5680. Jånner Fest tage r mtsen S k' 31 nbvn nav nvs nma-vi S S' k 1 M V I 2 D T £ 3 M D m m 4 5 Dstrn rvy nwon , F r ri' 6 - S 7 nn* Prvotffdnf stFevfce die mfry, a lakové boty nejlepSf jakostl W" za mfrné ceny akoz veskeré opravy stFevicu prevczme a dodåvå ihned Ferdinand Koukoia, Brno y Cejt 49. Cederniederlage Leo Czuczka, Briinn BSckergasse 38. Lager sflmtlicher Sctiuhmacherzugehore. Loznice, jidelny, kuehyné, jedno livé kusy nåbytku kouplte nejlépe u DospiSila, Brno; BiatnA uL 10« Jutesåcke aller Qattungen, soauch Papie gewebe, bil lg abzugeben bel D. Unger, Briinn, Schiittgasse 8. Telephon Nr. 3070/VI. 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