Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XX (1919)
- Issue
- Heft 30 (15.10.1919)
- Date
- 1919-10-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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»Mische Nr. 30. *Hat, Rückblick und Ausblick. 1919 Wochenkalender 5689. Wieder -st ein stürmisches Jahr verfassen. Ein .Jahr, desgleichen man umsonst in den Annalen der MensdUeitsge schichte suchen mag. Im Andenken des jüdischen Volkes bleibt es für alle Ewigkeit haften als das Jahr des Leidens und der grausamsten Verfolg,rngen. Am Vorabende des Jom Kipur des vorigen Iah-- res war es, als der erste Strahl des Friedens in die Finsternis des blutigen Alltags hineinlsncbtne. Inbrünstig standen an diesem Tage unsere Brüdw in aller Welt vor Gott im Gebet und flehten um die Ver׳ wirklichung dieses ersten Schrittes. Und als bald darauf durch die Welt ein Friedensjauchzen ging, da stand unser Volk stM und ruhig da, denn es ahnte, daß für den Ähaswer, den ewigen Wanderer, der Friede noch nicht gekommen ist. Bald kamen die ersten Boten der Verfolgungen in Osten, wie sie seit den Tagen ton Chmielmcki und Gonta nicht vorgekommen sind. Der wilde, fanatische Pöbel, oft durch die Ber'ünder der Heilsreligion, die Geistlichen, geradezu verbept warf sich aus die jüdischen Städtlein und Dörfer und mordete und. raubte... So gingen tausende und ab:rtausende unserer Briider dahin wie in den Tagen der bittersten mittelalterlichen Verfolgungen. ..Al kidusch baschem" starben sie. Heilige Märtyrer! Sie starben für ihr Judentum und als Juden. Heute, wenn'w׳r uns Rechenschaft für das verflossene Jahr abge»- denken wir in tiefem Weh der frischen Gräber unserer gefallenen Brüdc^. Wir gedenken der- Gcsml.i.-btewn Lembergs, Proskurows, Minsks, Pinsks und Hunderter anderer jüdischer Städte. Wir gedenken der Kinder, die ihre. Bäjer verloren haben, der Mütter, die ihre Söhne nicht mehr fthen werden. Wir stehen am offenen Grabe dieser Opfer und erheben unsere Stimme feierlichst zur Anklage. Nicht vor dem Tribunale jener Menschen, die ruhig zuschaucn, wie 7nan uns ausschlachtct, nicht vor den Machthabern des Augenblicks, sondern vor dem, der über allem steht, und vor dem Gewissen der Nachkommen und vor der Geschichte erheben wir unerbittlich unsere Anklage. Wir klagen an des Mordes *an Hunderttausenden unserer Brüder, der systematischen Vergiftung der Menschheit durch die antijüdischen Hetzereien, der grausamsten Verfolgungen des jüdischen Volkes in Europa. In Strömen floß׳ jüdisches Blut im vorigen Jahre. Auf allen möglichen Schlachtfeldern kämpften die Söhne unseres Volkes für fremde Interessen und ließen ihr junges Leben für die Freiheit ihrer Verfolger. Und als der Krieg zu Ende war, da kamen die Pogrome. Noch nie zeigte sich so ergreifend und so deutlich die Tragödie des Golus, wie im verflossenen Jahre. Ohne Heim und ohne Land werden wir herumgejagt, ohne irgend eine Ruhestätte finden zu können. Traurig war das vergangene Jahr,/aber mitten in dieser finsteren Golusnacht begann die Morgenröte zu scheinen. Dort an den Ufern des Jordans entsteht ein Heimatland für unser Volk. Die alte Mutter ryft ihre Kinder zu sich. lieber die Berge Judas, über die Felder Galils geht der alte Ruf unseres großen Trösters: ..Bahnet, bahnet, machet frei den- Weg, hebet den Anstoß vom Wege meines Volkes." Von der großen Wüste bis zur Niederung anj Meere erzittert das Land in Erwartung auf die Kommenden, um nach 2000jähriger Wanderung die alte Heimat wieder zu finden. Der Ruf wird immer stärker und mächtiger und es erbebt die'jüdische Gaffe. Neue Hoffnung und neuer Lebensmut kommt in den schwachen Körper. Man vergißt die bittere Gegenwart und denkt an die große, Helle Zukunft. 11׳ der Schwelle des neuen Jahres s wir unser Gesicht auf das vergangene Jahr der Leiden zurück und gedenken all derer, die jenen Tag nicht mehr erleben, der die Erlösung unseres Volkes bringen wird. Aus dem Blute der Gemordeten aber wird eilt neues Geschlecht entstehen, gestählt in der harten Schule des Golus, das die große Arbeit der Rückkehr und des Aufbaues unseres Landes verrichten wird. ׳ D o w Kar 11׳ ׳ Lustige Ecke. In einer Stadt Badens hatte ein Jude sein zehnjähriges Töchterlein taufen lassen. Einige Tage nach dem Ereignis traf -die kleine Berta ihre Freundin Rosa und wurde von dieser angehalten: . ^Du gehst ja jetzt in den evangelischen.Religions׳ unterricht!" 1 «Ja, ich bin getauft." «Weißt Du, Berta, man sieht Dir aber noch immer an, daß Du ein Judenkind bist!" Zuversichtlich erwiderte die kleine Christin: «Ach, das vergeht mit der Zeit." תשרי כב כג כד כה כו כז כח כ9ו ל¬ א Okt. Festtage 16 17 18 19 20 21 22 23 24 2& שם־עצ Schiaßfest מ ופיר שמחת תורה Freudef. d. tu. ביבי נפשי שבת בראשית מבריחה א דריח נח 1T. R. Ch. שבת ריח המטרה והי בבלות שלמה והי אחרי מות סשה בה אמר האל במאי השמים Not׳z. Alabaster-Zahnereme macht die Zähne gesund und schön. — In Apotheken, Drogerien und Parfümerien in Tuben und Würfeln zu haben. Wir machen unsere Leser auf das Inserat ״Obchodnl Skala Kozäkova“ besondersaufmerksam. £eskä prümyslovä banka fili&lka v Brn£, poskytuje üvfiry väeho druhu, provädf finanecv&ni, ubchody een! Fmi papiry, zvläStS domäclmi uklädacimi hoiltotami. Akciovy kapital 80,000.000. bchodnf Skola ־־ Kozäkova v Brnfi Doretäv dvär, tel. 3634-VI. zapisuje denne do vsech oddglem* Pro p. zdnrmH. R**zpl.nmlst. absolv. Kanzleieröffnungsanzeige liat 1.1. Ir. I. MHeri Verteidiger 5n Strafsachen beehrt sich die Eröffnung, seiner Kanzlei Wle8ergas89 2, Tel. 3425/V1 anzuzeigen. Niederlage der Likttrfabrik Gottlieb Lustig. Brünn Adlergasse Nr. 18-— Gegründet 1855 Beste Blnkaufsquelle für feinste Liköre eckten Rum, Kognak, Sliwowitz etc. etc. etc. Apotheke zur goldenen Krone Telephon 211 des Telephon 211 August Schmidt, Brünn Krüna Nr. 2, Ecke Dornichgasse. Die Kunstu. 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