Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XX (1919)
- Issue
- Heft 25 (29.8.1919)
- Date
- 1919-08-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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T Ikttl 6 ^Mrische Lslksstimme' Nr 26, ^oere^poackeazen. Brünn. (״Makkabi", Verein für Turnen u. Sport ln Brünn.) In der am 14. d. M. stattgefundenen Voll- Versammlung wurden folgende Herren in den Ausschuh (Sportsektion) gewählt: Obmann: Rudolf Hoffmann, 1. Obmann-Stellv. Dr. Alfred Spitz, 2. Obmann-Stellv. Baum. Leop. Drucker, 1. Schrrfkstty^. Alfred Drucker, 2. Schriftführer Otto Wodak, 1. Kassier Otto Schick, 2. Kassier Leo Baru, 1. Traineur Ernst Singer, 2. Trainer Otto Baru, 1. Captain Robert Wil- Helm, 2. Captain Otto Schick, 3. Captain Rud. Redlich. Leichtathletik: Ernst Spitz. Beisitzer: Mobitz Jellinek und Oskar Minich. Zuschriften sind an Alfred Drucker, Brünn, Rennergasse 8/3 zu richten. Aussig. Der Rabbiner der israelitischen Kultusgemeinde Aussig, Prof. Dr. Arthur Rosen zweig, wurde als Rabbiner nach Stuttgart berufen. Eibenschitz. Bei herrlichem Wetter fand am Sountag den 19. August das erste Schauturnen der hiesigen jüdischnationalen Turnerschaft statt. Auf dem großen, festlich geschmückten Platze hatte sich fast die gesamte jüdische Bevölkerung von Eibenschitz eingefunden, welche mit den zahlreichen Gästen aus der Umgebung bcti letzten Platz füllten. Unter den Klängen der Hatikwah marschierte die Turnerschaft ein, stürmisch begrüßt von den Anwesenden. Die Freiübungen der 1. und 2. Riege, sowie die Uebungen der Mädchenriege fanden großen Beifall. Bon den übrigen Uebungen am Barren, Pferd und Bock, an denen sich auch die Knirpse der 2. Riege! chcr im Buchhandel überhaupt nicht oder nur gegen sehr hohe Preise zu erhalten. Deshalb wenden wir uns an alle unsere Gesinnungsgenossen und.Freunde, die das ״Lernen" und die Lektüre jüdischer Bücher in unserem Heim fördern wollen, uns alle geeigneten Bücher, die sie irgend entbehren können, zuzuwenden. Wir brauchen vor allem Bibel- und Talmudausgaben, Rambam-, Schulchan-Aruch, Chaje-Adamexemplare, neuhebräische Werke, etwa von Achad-Haam, Bialik. CzernichowSki, Steinberg, Scholaum-Aleichem, jüdische Bücher wie von Perez, Rosenfeld, Schidlowski, Scholaum-Aleichem. Von deutsch geschriebenen Werken seien herausgegriffen: Herzl's und Nordaus Gesammelte Werke, Achad-Haam, Am Scheidewege, Heß, Rom und Jerusalem, BuberS Werke, Franzo's und Lehmänns Schriften (Akiba, Bostonai usw.), Katz, Biograph. Charakterbilder, Grätz, Geschichte der Juden, Bambus, Palästina. Jedes andere gute Buch ist uns gleichwohl ebenso willkommen! — Wir sind gern bereit, die gespendeten Bücher abholen zu lassen. Alle Mitteilungen über uns zugedachte Werke nimmt Herr Fritz Struck, NW 23, Brückenallee 10, entgegen. Bukarest. Die ״Vereinigung der heimlichen Jsracliten" unterbreitete dem stellvertretenden Ministerpräsidenten ein Memorandum, indem sie die durch das Gesetz vom Mai ds. I. den Juden gewährleisteten bürgerlichen Rechte als ungenügend bezeichnet und ein neues Gesetz fordert, daß die allgemeine Emanzipation aller im ehemaligen Königreich Rumänien ansässigen Juden zur Ausführung bringt. Newyork. Am 11. Juli fand hier eine Konferenz mit staunenswerter Geschicklichkeit beteiligten, wären; der Vertreter der russisch-polnischen Judenstatt, an besonders die Leistungen der Herren Sinaiberger : der sich 80 Delegierte beteiligten, die 40 Organisatio- Ernst, Jellinek Hugo, Neubauer-Samek Fritz, Schein!nen verschiedener amerikanischer Städte repräsentie- OSkar und Schallinger Jagues hervorzuheben. Von der! ren. Nach Schilderung der Lage der Juden im Osten, Damenriege fielen die Damen Sinaiberger Olga, Sil-'wiesen diese Redner auf die Notwendigkeit hin, das bermann Paula und Elsa und Schallinger Lola auf. Judentum der ganzen Welt zu vereinigen und einen Die Musik wurde von den jüd.-nat. Hochschülern beigei allweltlichen jüdischen Permanenz-Kongreß einzuberustellt, welche sich unter der Leitung des Herrn Stud.-' ftn. Der Verein der polnisch-russischen Juden wird Med. Walter Schallinger und wirksamen Mithilfe des gemeinsam mit den andern jüdischen Organisationen Frl. Irene Stern ihrer Aufgabe mit großem Erfolge: aktiven Anteil an der Arbeit für diesen Kongreß nchentledigten. DeN Glanzpunkt bildete der letzte Punkt, men. Mit enthusiastischer Begeisterung wurde einstimdie Pyramide, bei welcher sich alles bei den Klängen der - mig eine Resolution gefaßt, 2 Millionen Dollar für Hatikwah von den Plätzen erhob und ein hundertfaches die leidenden Juden in Polen und Rußland zu sam- ״Hedad" die Vorführungen der Turner belohnte. Nach mein. Schluß der Vorführungen kam' der gemütliche Teil _ mit Tanz, welcher von der tanzlustigen Jugend bis zur Neige ausgekostet wurde. Damit fand auch das über-I י ־ aus gelungene Fest seinen Abschluß.! Vom Jüdischen Landesvolksrate für Mähren in Wien. Religionslehrer Rudolf Müller wurde!Brünn, kommt uns folgende Zuschrift zu: Wir erals politischer (nicht konfessioneller) Ortsschulrat für hielten durch den Jüdischen Nationalrat in Prag eine den 2. Bezirk als Vertreter der jüd.-nat. Partei ge-! Liste des Kopenhagener zionistischen Büros der wählt. Dieser verdienstvolle Lehrer wurde vor kurzem für seine ersprießliche Tätigkeit auch vom 'Vorstande der isr. Kultusgemeinde belobt und hat^ auch für die Interessen der streng-religiösen Kreise sich stets leb- Haft eingesetzt. Es ist der erste Fall, daß ein Religionslehrer ein derartiges Ehrenamt, in einer so wichtigen Lokalbehörde bekleidet. Wiener-Neustadt. Herr Dr. Jakob H o f f m a nlt, Zelmanowicz 10 Kr., Dresdner 10 Kr., Wilhelm Gal- 10 Kr., Vetter 10 Kr., Helene Daumgarten 10 Kr., Arnold Grünseld 10 Kr., Stein 10 Kr., Hermann Grünfeld 10 Kr., Gelber-20 Kr., Robert Löwy 10 Kr., Reicher sen. 10 Kr., Anna Siebenschein-Steiner 10 Kr.» Georg Berger 10 Kr.. A. Engel 10 Kr., Brenner 10 K, Klara Elsner 10 Kr., Rosenberg 10 Kr., Charlotte Wolf 30 Kr., Mehler 10 Kr., Lüftschitz 2Y Kt., Lüftschitz 50 Kr., Robert Mayer 20 Kr., Strachon 10 Kr., Weiser 20 Kr., von Olmütz eingelangt 340 Kr.» von Mähr.- Ostrau eingelangt 340 Kr. und von Brünn 341 Kr. in Krasnaja-Rijetschka (Sibirien) internierten jüdischen Kriegsgefangenen Mährens und Schlesiens, die wir Sie 311 veröffentlichen bitten: Name: Adresse der Angehörigen und. der Heimat: Hugo Grünberger, Bernh. Grünberger, Ranzern, Post Jglau. — Alfred Silberstein, Klara Silberstein, Teschen, Friedrichstr. 36. — Robert Schön, Gisela Schön, Wessely a. d. March, Mähren. — Richard der unseren Lesern wohlbekannte ehemalige Rabbiner ן ©jntjer, Amalie Spitzer, Nikolsburg, Hauptg. 50. in Koste! und gegenwärtige Rabbiner in Radautz (Bu-' Bruno Graus,. Josef Grau, Brünn, Wawrastr. 13. — kowina), wurde mit großem Beifall der jüd. Bewohner Leonhard Deutsch, Leopoldine Deutsch, Brünn. — zum Rabbiner der hiesigen Kultusgemeinde gewählt. Trotz und vielleicht gerade wegen seiner Prinzipientreue zur Tradition, die er auch bei den mit ihm gepflogenen Verhandlungen nicht verleugnete, haben auch die religiös-fortschrittlichen Mitglieder der Ge meinde für Dr. Hoffmann gestimmt. Wir können der Wr.-Neustädter Gemeinde, die ja eine Mittlerrolle zwischen Deutsch-Oesterreich und Ungarn hat, aufs Herzlichste gratulieren, daß sie einen Mann zum Seelenhirten sich erkoren hat, der für eine solche Stelle prädistiniert ist. Es gilt in Wr.-Neustadt vieles aufzubauen und an diesem Werke wird Dr. Hoffmann eifrig tätig sein. Wir erinnern nebstbei über unseren Bericht betreffend seine selbstlose Tätigkeit für die orthodoxe Jugendgruppe in Wien. GSnsernhorf. Bei der am 3. August l. I. stattgefundenen konstituierenden Ausschußsitzung wurde das schon durch längere Zeit rührig tätige Kultusausschuh- Mitglied Herr Bernhard Fleischer einstimmig zum Kultusvorsteher, Herr Gabriel Feßler zu dessen Stell- Vertreter, Herr Isidor Steinxr zum Tempelvorsteher gewählt. Das verdienstvolle Mitglied, Herr Max Zwicker, wurde in der gngeschlossenen Generalversammlung der ״Chewra-Mdischa" einstimmig zum Präses ernannt. D Berlin. (Misrachi.) Da die äußere Ausgestaltung unseres Heimes nun beendet ist, wollen wir daran gehen, durch Errichtung einer Heimbibliothek, die für die verschiedenen Arbeitsgemeinschaften notwendigen Bücher zu beschaffen. Leider ist es uns nicht möglich, auch nur den Grundstock der Bibliothek ohne Hilfe von «rtze» zu errichten, find doch die meist benötigten Bü- Siegfried Breda, Sal. Breda, Brünn, Leopoldshof 4. — Stefan Fried, Haas, Welka b. Straßnitz, Mähren. — Aron Kann, Fanny Kann, Ung.-Brod, Mähren. — OSkar Lichnow'sky, Alexander Lichnowsky, Wischau, Mähren. — Robert Spitzer, Wilhelm Spitzer, Skotschaue Schlesien. — Hermann Kalfus, Heinrich Kalfus, Dzieditz, Schlesien. — Leo Schrötter, Josef Schrötter, Freistadt, Schlesien. — Max Pfeffer, Max Pfeffer, Jamnitz, Mähren. — Rudolf Rosenfeld, Julius Rosenfeld, Wall.-Meseritsch, Mähren. , Sammlung für jüdische Waisenkinder. Gesammelt durch Herrn Sig. Äaß in Gräfenberg. Max Redlich 60 K, P. Jonklu 50 K, Siegmund Die Musik, Bolksbedürfnis. Die jüdische Volksseele ist endlich erwacht und bedarf nun der intensivsten Betätigung, um rege zu bleiben u. zu erstarken. Sie muß sich an jüd. Litera» tur und Kunst emporranken. Allerorts geht man jetzt ernstlich daran, die jüd. Literaturwerke dem Volke zugnäglich zu machen, damit es sich daran bilde und er-- baue. Sehr schlecht ist es hingegen um die jüd. Kunst, wenn man überhaupt von solcher sprechen kann, bestellt. Und da wäre es vor allem die Musik, die das jüdische Gemüf in uns wieder mittönen und nachklingen ließe. Neben den Synagogen-Gesängen gibt es aber nur wenige, spezifisch jüdische Musikwerke und sind wir daher immer gezwungen bei unseren Aufführungen und festlichen Veranstaltungen, eine für unser Empfinden fremde Musik zu hören. Diesem Bedürfnisse nach nationaler Musik entspringen nun zwei große Musikwerke, die Herr A. Haitmann, dzt. in Gewitsch, schuf und den Charakter einer spezifisch jüdischen Musik tragen. Dieselben werden gewiß unser aufmerksamstes Interesse erregen und uns sehr willkommen sein, zumal sie auch schon von so hervorragender Persönlichkeit, wie Direktor der Hofoper, Kapellmeister Schalk, Professor an der Wiener Akademie für darstellende Kunst Eduard Madensky, Kapellmeister am deutschen Volkstheater Karl Hieß u. n. a. begutachtet und als glänzende Werke bezeichnet wurden. Es sind dies die Kantate »Die Makkabäer" .und die Abarbanel- Ouvertüre. Die Kantate ״Die Makkabäer", besonders für eine Makkabäerfeier geeignet, besteht aus 3 Teilen, dem Psalm 117, der Chanukah-Hymne und dem Psalm 30 und ist für Männer — gemischtem Chor, Soli und Orchesterbegleitung mit hebräischem und deutschem Texte, zuletzt auch für Chor, Soli, Klavier-, Harfen-,- Harmoniumbegleitung geschrieben. Die Abarbanel-Ouvertüre im spezifisch jüd. Stile gebaut, ist für großes Orchester bestimmt. Diese Werke in die Öffentlichkeit zu bringen und für sie das ihnen gebührende Interesse zu erwerben, soll nun vornehm-״ lich unser Bestreben sein. Gleichzeitig würde dem Komponisten, der zu einer Aufführung aus eigenen nicht die Mittel hat, materielle Hilfe und Schaffensfreudigkeit daraus erblicken. In diesem Sinne an dasjüd. Nationalgefühl und Kunstinteresse appellierend, erwarte und hoffe ich, daß die jüd. Welt diese aus echt jüd. Herzen hervovrquellenden Musikwerke sich bald zr eigen machen und in ihrem Nationalschatz aufnehmen! wird. ״Hajarden". Des Krieges Stürme ruhn. Rein wird die von Blut und Tränen durchtränkte Luft. Klar der Himmel. Das Morgenrot des nun abgeschlossenen Friedens׳ Auch in unserem Lager regt sich neues Leben und We» ben. In allen Kreisen des jüdischen Volkes, den religiösen sowie nationalen, wird lebhaftes Interesse für all die zu lösenden Probleme und Fragen bekundet. Aufbau unseres Landes, Pflege unserer Thorakultur und aller Geistesschätze unseres Volkes, Aufleben unserer׳ nationalen Sprache, des Führers ins Heiligtum origineller jüdischer Kultur, dies sind Probleme, die das Sein unseres Volktums betreffen. Jede Partei und« Strömung verfügt über ein Organ, in dem sie ihre An- Baß 50 K, Charlotte Wolf 20 K, Charlotte Schindler | fchauungen über all diese Fragen zum Ausdruck bringt. ״ _ . _ m_ _« fY\• .!« (Y\ _ (l>CfAAA «tHfdvav•‘ 10 K, Egpn Huber 50 K, Siegmund Weiß 30 K, Hugo Defris 20 K, Adele Nagel 30 K, S. Sonderling 20 K, Neuspiel 20 K. Arthur Stern 10 K, Frankl 20 Kr., Ing. Hein 10 Kr., Dr. Wanderer 10 Kr., Dr. Silbiger 10 Kr., A. Kornfeld 10 Kr., Selma Gottlieb 20 Kr., Sally Zeffer 10 Kr.. PH. Bäum! 10 Kr., Steffi Ulitz 10 Kr., I. Wulkan 10 Kr., Tante Fxieder Elsner 10 K, Jenk Adler 20 Kr., Steffi Losegeld 10' Kr., Eugenie Grauer 10 Kr., Ferdinand Krieger 10 Kr., Jg. Werber 20 Kr., Oskar Landauer 10 Kr., Leonhard Cohn Nur uns, ReligiS-Nationalen, die in der Pflege unserer alten, ewig jungen Thora und anderer Geistesschätze unseres Volkes zwischen Gegenwart und Zukunft die Brücke zur Vergangenheit schlagen, unS mangelt es an solchem Organ.' Zerstreut in den Ländern des Westens, fehlt es uns an einem geistigen Sammelpunkte, wo wir unsere Anschauungen über alle uns beschäftigende Probleme, wie Thora, Judentum, Sprache, 2m! - und Literatur, in unserer eigenen, d. i. hebräischen Sprache zum Ausdruck bringen könnten. Es ist be- 10 Kr., Weiser 10 Kr., Helene Löwy 10 Kr., T. Litwak schämend und traurig zugleich, daß es im ganzen großen 10 Kr., Fritz Groß, 20 Kr., Elsa Mandl 6 Kr., R. Äesten keine einzige hebräische Zeitschrift gibt, eine Schlachet 10 Kr.. G. Schlachet 5 Kr., R. Bachner 10 Stätte. wo jüdisches Denken und Fühlen in lebendigen Hermann Glaser 10 Kr., Ferdinand Hojda 10 Kr., hebräischer Sprache zum Ausdruck käme. ״Hickl's Mischer Bolkskaleuder".