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Jüdische Volksstimme · 1919-08-01 · Heft 21 (1.8.1919) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XX (1919)
Issue
Heft 21 (1.8.1919)
Date
1919-08-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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1 6fitt 6 ^Attische Bolksstimme" Nr^l. statt. ES sprachen u. A. die Herren Botschko über die Grurrdlagen der Agudoh-Organisationen, Jacobsohn über Notwendigkeit einer Agudoh-Jugendorganisation. Nachmittags wurden noch verschiedene Referate über das «Lernen", über die Palästinaarbeit und über die verschiedenen Aufgaben der Jugend- und Mädchengruppen gehalten. Sämtliche vertretene Vereine konstituierten sich zu einem ״Agudoh-JiSroel-Jugendverband der Schweiz". Damit fand die von über 45 auswärtigen Delegierten und Gästen besuchte Tagung ihren Abschluß. Im Anschluß daran setzte eine Aussprache mit einigen anwesenden Herren vom ״Misrachi" ein, in der die Möglichkeit einer event. Arbeitsgemeinschaft erörtert wurde. Ein Memorandum wurde festgesetzt, daß eine gemischte Kommission die Schaffung dieser Arbeitsgemeinschaft, unter Wahrung der prinzipiellen und organisatorischen Selbständigkeit, sowie der Parteidisziplin der einzelnen Verbände, erstreben soll. räucherte Wurst- und Fleischwaren den jüdischen Metzgern zugängig zu machen, genau wie bei den nichtjüdischen Metzgern Rauchwaren, Speck usw. verkauft würden. Sechs Metzger wurden beauftragt, mit dem Lebensmittelamt sich deshalb ins Benehmen zu setzen. Ferner soll Uebertragüng des Verkaufs aller Ersatzmittel für Fleisch an die jüdischen Metzger verlangt werden, da deren Gewerbebetriebe vollständig darniederliegen. Lemberg. Von den 17.000 jüdischen Familien Lembergs sind 12.000 auf die Unterstützung des jüdi Ooeeesponäenzea. Klosterneuburg. Am Donnerstag, den 10. Juli a. c., wurde Herr Max Erber, Sohn des KultusvorständeS und Obmann der Chewra-Kadischa, Herrn Hermann Erber in Klosterneuburg, an der Wiener Universität zum Doktor der Medizin promoviert. Wien. Nach kurzem Krankenlager starb hier der in den weitesten Kreisen unserer Gemeinde bekannte Tempelinspektor am Leopoldftädter Gemeindetempel Herr Ignaz Hahn im 77. Lebensjahr. Nahezu vier Jahrzehnte stand er, bis zuletzt das Muster eines pünktlichen und gewissenhaften Beamten, auf seinen Posten. Sein reiches Wissen und sein taktvolles Aufj treten sicherten ihm die allgemeine Achtung. 'An feiner § Bahre trauerten außer der Witwe, vier Söhnen unbj einer Tochter eine Schar von Freunden, in deren Na-! men Herr Rabbiner Dr. Grunwald von dem Verstor-' benen Abschied nahm. Vom Bethausvorstande waren I die Herren Landesschulrat Dr. Markus Spitzer und' Rechtsanwalt Dr. EliaS Münz erschienen. Ehre seinem Andenken! J Bibliothek per isr. KultuSgemeinbe Wien. ' Der Lesesaal der jüd. Gemeindebibliothek war im Monat! Juni 1919 an 21 Tagen geöffnet und während dieser Zeit von 1315 Lesern besucht, an die 1838 Werke in! 2303 Bänden gereicht, wurden. Entlehnt wurden an 529. Personen 831 Werke in 1137 Bänden. Innsbruck. Am 12. d. M. feierte Herr Louis Bauer, Vizepräsident unserer Gemeinde, seinen 76. Geburtstag. AuS diesem Anlässe sind dem Jubilar, der sich infolge seiner unermüdlichen segensreichen Tätigkeit, seines Charakters und seines liebenswürdigen Wesens hoher Wertschätzung in allen Kreisen erfreut, vielfache Ehrungen zuteil geworden. Abordnungen des Kultusrates, der Chewra-Kadischa, des Frauenvereines sind erschienen, um dem Jubilar, der sich um das jü-, dische Gemeindeleben und die jüdischen Wohlfahrts- J einrichtungen unvergängliche Verdienste erworben hat, herzlichst zu beglückwünschen. Möge es Herrn Bauer gegönnt sein, noch lange Jahre zum Wähle 'unserer Gemeinde segensreich zu wirken. Berlin. Eine Stiftung für bedürftige jüdische Herzkranke ist der Verwaltung der jüdischen Gemeinde zugefallen. Der verstorbene Rentier Oskar Gerecht hat der jüdischen Gemeinde letzwillig : 100.000 Mark vermacht, deren Zinsen für Behandlung und Unter» stützung jüdischer Herzkranker aus dem Mittelstände bestimmt sind. Die Bewerber um Beihilfen aus dieser Stiftung müssen Juden sein. Die Verteilung der Zinsen soll nach vorheriger Ausschreibung an solche Bittsteiler erfolgen, die ihre Krankheit durch ein ärztliches Attest Nachweisen können. Wann die neue Stiftung, die den amen «OSkar und Tilde Gerechter-Stiftung" führt, in Wirksamkeit tritt, ist noch nicht bestimmt. Leipzig. Hier wurde ein ״Israelitisches Krankenhaüs" (das tzrste und einzige am Platze) eröffnet, das aus 10 Krankenzimmern und 21 Betten besteht. Posen. Oberrabiner Dr. Freimann, der mit anderen angesehenen jüdischen Führern von den Polen interniert worden war, ist auf Intervention der ״Schlaume Emune Jisroel" in Warschau und des Deputierten Halpevn soeben freigelaffen worden. Frankfurt a. M. (Versammlung jüdischer Metzger.) In einer Versammlung hiesiger jüdischer Metzger wurde über die Fleischversorgung der' rituell lebenden Juden beraten. In drei Anmeldeperioden wurden zweimal je 50 Gramm und einmal 15 Gramm Fleisch derteilt, die als Ersatz gegebenen Hülsenfrüchte seien für den menschlichen Genuß kaum zu verwerten. Zwar sei die Fleischversorgung gegenwärtig außerordentlich schwierig, aber das LebenSmittelamt wäre bei etwas gutem Willen in der Lage, aus Holland rituelle geherrschen furchtbare Hungerepidemien. Warschau. Josef W a s s c r z u g, der Referent für die jüdischen (!) Angelegenheiten bei der Regierung, ein Führer der jüdische!) AssimilationSkreise, hat sich, wie das ״Jüd. Volk" meldet, taufen lassen. Bern. Eine Intervention wegen der Judenpogrome in Galizien wurde in der Schweizer Nationalsitzung von Abgeordneten Dr. Brand gefordert. Paris. Anstelle des durch Krankheit zur Aufgabe seines Amtes gezwungenen (Vroßrabbiners von Paris Mr. Alfred Levy, wurde vom Konsistorium unter Ausspräche des tiefgefühlten Dankes an den Demissionierenden für seine hingebungsvollen Dienste, Dr. Israel Levi zum Großrabbiner gewählt. Mr. I. Levi ist der Schwiegersohn von R. Zadok-Kahn, dem Vorgänger Alfred Levh's, und ein Anhänger des Zionismus seit den ersten Tagen seines Wiederauftretens. Ronsperg im Böhmerwalb. Das Ehepaar A. Langschur in Ronsperg feierte das seltene Fest der goldenen Hochzeit im engsten Familienkreise in stiller Zurückgezogenheit. Dieses Jubelpaar, hervorragend durch sein wohltätiges, humanitäres Wirken, gehört zu den besten jüdischen Familien des Böhmerwaldes und erfreut sich in allen Kreisen der Gesellschaft außerordentlicher Hochachtung und Beliebtheit. Herr Abraham Langschur wirkt seit Jahren verdienstvoll als Vorsteher der altehrwürdigcn Chewra-Kadischa, ist Repräsentanzstellvertreter des Pilsener Kreises der Landesjudcnschaft des Königreiches Böhmen und ist auf allen Gebieten zu finden, wo es gilt, Gutes und Edles zu üben und die öffentlichen Angelegenheiten des Judentums zu vertreten. Als Großkaufmann hat er sich durch seine strenge Rechtlichkeit und Rechtschaffenheit und Urbanität und ganz besonders durch seinen integren Charakter einen allerorten geachteten Namen erworben. Dieses greise, durch Gaben des Herzens Jubelpaar erfreut sich Harum allgemeiner Wertschätzung und das seltene Fest wird in weiten Kreisen mit besten Wünschen begleitet. günstigen Eindruck und hat seit dem Spiele gegen den Prager ״Hagibor" bedeutende Fortschritte erkennen lassen, welche zu den besten. Hoffnungen berechtigen. Zieht man die mißlichen Umstände in Betracht, die insbesondere in pekuniärer Hinsicht dem jüdischen Sport in Brünn trotz seiner wohlhabenden Juden er» wachsen, so muß man unseren Makkabi-Sportlern vollste Anerkennung zolleH. Sie tragen durch ihr würdiges und diszipliniertes Auftreten in der großen Oeffentlichkeit außerordentlich zur Hebung des jüdischen Na mens bei und würden weit mehr Beachtung von jüdi- ' ״- ,-״״״ J”״• IVWVVUl tvvu «•114/1״ UUIl jl schen Rettungskomitees angewiesen. In der Provinz scher Seite verdienen als dies bisher der Fall war. Der Besuch des Wettspieles war recht gut, ungefähr 1200 Personen, stark vertreten unsere jüdische Jugend. Schiedsrichter Hrzebitschek (S. K. Zidenice) ausgezeichnet. D. S. An die Juden in der Slowakei. Wir beabsichtigen in der nächsten Zeit in der Slo. vakei eine Geschäftsstelle mit selbständiger Redaktion zu errichten und bitten um frdl. Namhaftmachung von Adressen behufs Versendung von Probenummern. — Mitarbeiter werden gesucht. «erlag 'der ״Jüdisches BolkSstimme". Brünner Nachrichten Jüdische sozialdemokratische Arbeiterpartei ״Poale Zion". Jeden Mittwoch, um 8 Ahr abends, allgemein zugängliche Vorträge im rückwärtigen Saale des Kaffeehauses Bellak. Mittwoch, den 6. August, spricht Gen. Dr. Eugen Zeise! über: Probleme des Sozialismus. Israel. Mädchen-Freitisch- und Fürsorgeverein. Mit Rücksicht auf den Schulbeginn am 1. September und die beabsichtigte Verbesserung der Kost müssen die Gesuche bis längstens 15. August bei Frau Lydia Perl- Hefter, Zeile 44, eingebracht werden. Musterblätter sind im Heim des Freitisches, Schüttgasse 5, zu haben. Elternabend. Montag, den 3. August, 5 Uhr nachmittags, findet im Lokale der Bibelschule, Adlergasse Nr. 12, eine Zusammenkunft statt. Der Zweck ist, zwischen Schule und Haus einen Kontakt zu schaffen. Zur Besprechung gelangen nur Schulfragen. Freunde der Bibelschule werden eingeladen, bei dieser Besprechung bestimmt zu erscheinen. Futzballwettspiel S. K. Makkabi Brünn gegen komb. Team S. K. Makkabi Göding-Nng.-Hradisch 5:2 (1:1). Wieder bot sich dem jüdischen Publikum am dergangenen Sonntag Gelegenheit, dem Wettspiele zweier jüdischen Mannschaften beiwohnen zu können. Der Spielverlauf des äußerst fair geführten Wettkampfes war folgender: Gleich nach Abpfiff zeigt sich die Ueberlegenheit der besser trainierten Brünner, die das Spiel nahezu fortwährend in die gegnerische Spielhälfte derlegen können. Trotzdem kann Brünn infolge der hervorragenden Arbeit des Goalmanns der Gäste nur einen Erfolg erzielen. Infolge eines im Strafraume' Jüdische Volksgenossen. In wenigen Monaten wird die Einwanderung großer jüdischer Massen nach Palästina einsetzen. Be» sitzlose Existenzen, durch Arbeitslosigkeit und Pogrome auS ihren Aufenthaltsländern vertrieben, werden «18■ erste den Weg in unser altes Heimatland suchen, um es durch ihrer Hände und Geistes Arbeit wieder auf» zuHauen. Wir wollen ihnen dabei behilflich sein. Der Palästina-Arbeiter fand (P. A. F.) setzt eS sich zu seiner Aufgabe durch Errichtung von JnformationHbüros in den Heimatländern und Emigrations- Häusern, Arbeiterheimen- und Küchen in Hafenstädten, durch Unterstützung genossenschaftlicher und kultureller׳ Organisationen in Palästina die Einwanderung der jüdischen Arbeiter zu erleichtern. Wir wenden uns an unsere jüdischen VolkSgenos» sen mit der Bitte unsere- Arbeit durch Geldspenden zu unterstützen.. Spenden sind an die ״P o a l e Zion" für P alästina Arbeiterfond, Brünn, Kircheng a s s e 2, zu überweisen und werden regelmäßig in der «Jüdischen Volksstimme" veröffentlicht werden. * Die Verwaltung ded Palästina-ArbeiterfondeS für Mähren und Schlesien in Brünn. Die Araber und der Zionismus Der arabische Klub in Jerusalem veröffentlicht in der gesamten syrischen Presse folgendes Telegramm aus׳ Newyork: An den arabischen Klub in Jerusalem. 1. Wir erhielten Euer Telegramm, welches uns iw klarer׳ Weise Eure wahren Gefühle für Palästina be» wiesen hat. Wir haben es vorgelesen und es hat einen guten Eindruck bei uns gemacht. Das Telegramm haben wir in sämtlichen arabischen und amerikanischen Zeitungen veröffentlicht. 2. Wir wandten uns mit vielen Telegrammen an Euch betreffs der Eröffnung einer nationalen Agrarbank, die dem arabischen Fellachen helfen soll, damit er nicht gezwungen werden kann, seinen Boden an dis Zionisten zu verkaufen. Wir sind sicher, daß die ׳Gründüng einer solchen Bank das beste Mittel bietet, um der erschreckenden Gefahr der zionistischen Kolonisation vorzubeugen. Wir haben daher beschlossen, die genannte Bank zu gründen, und wir sind sicher, daß Ihr uns helfen werdet unsere Bestrebungen zu verwirklichen. gez. De? Palästinensische Verein für Anti-Zionismus in Newyork. Die in Damaskus erscheinende arabische Zeitung ״Mukatabs", die obiges Telegramm veröffentlicht, bemerkt hierzu: . / Wir freuen uns, daß unsere Brüder, die palästinensischen Araber, Mohamedaner und Christen, sich entschlossen haben, der ihnen drohenden Gefahr entge» genzutreten. Nur durch Eisen kann das Eisen gehäwverschuldeten Hands wird ein ״Elfer" gegen Brünn';inert werden, und der fließende Geldstrom kann nur in ein unhaltbares Goal verwandelt. Mit dem Stande durch einen entgegengesetzten Geldstrom .aufgehalten 1:1 schließt die^ erste Halbzeit. — Nach der Pause! werden. Das ist das beste Mittel zur Bewachung unse kommt das Uebergewicht Brünns noch stärker zum?rer Ländereien und ihrer Aufbesserung. Ausdruck und fast die ganze Mannschaft, der Gäste derteidigt ihr Tor. Es gelingt den Brünnern vier Male einzusenden, wobei insbesondere die prächtige Arbejt der Flügel und der Deckung Erwähnung verdient. Doch Wir hoffen zuversichtlich, daß dieser Vorschlag in allernächster Zukunft verwirklicht wird. Gott schütze den, der sein Vaterland schützt! Es" ist zu hoffen, daß derartige Versuche, die aramachte die Mannschaft in allen ihren Teil einenbisch-jüdischen Beziehungen zu trüben, an der gesunden ״Hickl's Jüdischer Bolkskalender".

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