Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XX (1919)
- Issue
- Heft 5 (21.2.1919)
- Date
- 1919-02-21
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5. Met wird sich mit all den durch die Neugestaltung der poli tischen Verhältnisse aufgeworfenen Fragen beschäftigen, die eine Lösung im Ginne der vom Thora-Judentum vertretenen Forderungen verlangen. Die Palästinafräge nimmt unter den Programmpunkten selbstverständ-!ich eine wesentliche Rolle ein. Eine bedeutsame Spende. Die jüngst verstorbene Frau Giustina Artom und ihr Bruder Cao Benaja Artom spendeten 66.000 Lire zur Gründung eines jüdischen ZentralfondS für Italien zur Unterstützung von Werken auf folgender Grund« läge: 1. Israel bildet eine zusammengehörige Einheit; L die Thora soll immer Israel leiten; 3. die hebräische Sprache soll das Einigungsmittel für das jüdische Volk sein; 4. Palästina soll wieder Israels Land werden. Die Verwalter dieses FondeS sollen unter denjenigen Juden gesucht werden, die diese Leitsätze anerkenneu, der zionistischen Organisation angehören, die he- Vräische Sprache beherrschen und den SchabboS halten. Die ersten Verwalter sind: Rabbiner Elia Samuele Artom (Turin), Rabbiner Dante LatteS (Rom), Adv. Alfonso Pacifici (Genua). Die feierliche Eröffnung des ersten jüdischen GymnasiumS in Lemberg. Die ״Gazetta ZydowSka" vom 24. v. M. berichtet wie folgt: Am 18. Jänner hat in dem Tempel der liberalen Gemeinde Lemberg anläßlich der Eröffnung des ersten jüdischen Gymnasiums und der Handelsschule eine feierliche Andacht stattgefunden. Es erschienen: Das ganze Lehrerkollegium mit den Schülern und Schülerinnen der neuen Lehranstalten, die Repräsentauten der jüdischen Gemeinde, die Mitglieder des Exekutivkomitees der Zionistischen Organisationen und der Shnagogcnverwaltung, sowie die Vertreter noch vieler anderer . jüdischer Institutionen, außerdem waren weite Kreise der jüdischen Gemeinde anwesend. Nach dem Gottesdienste hielt Rabbiner Dr. Gallmann eine Predigt in hebräischer und polnischer Sprache, in der er ausführte, daß die Schule, die unter sehr schwierigen Verhältnissen gegründet wurde, ein Geschlecht, das seiner Vorfahren würdig sei und ganze Menschen, frei jeglicher innerer Zerrissenheit, hcrvorbringen müsse. Beim Thoraaufruf wurden reichliche Spenden für das Kuratorium der jüdischen Schulen gezeichnet. Aufhebung deS obligatorischen Religionsunterrichtes in Bayern. Das bayerische Ministerium für Unterricht und Kultus hat durch eine Verordnung bestimmt, daß ״gegen den Willen der Erziehungsberechtigten Kinder nicht zur Teilnahme am Religionsunterrichte angehalten werden können." In Durchführung des Grundsatzes wird dann weiter bestimmt, daß ״auf Grund einer schriftlich beim Schulleiter oder Lehrer abgegebenen Willensäußerung des Erziehungsberechtigten die Schüler oder Schülerinnen ohne weiteres von dem Besuche des Religionsunterrichtes entbunden werden können." Diese Neubestimmung findet natürlich auch auf den jü° dischen Religionsunterricht Anwendung, der dadurch seines obligatorischen Charakters, entkleidet ist. Welche Folgen diese Verordnung für den Stand des jüdim Religionsunterrichtes in den bayerischen Schulen haben wird, mutz die Zukunft lehren. Wir würden es selbstverständlich sehr bedauern, wenn eine größere Zahl jübischer Eltern ihre Kinder nunmehr ohne jede Unter- Weisung in der jüdischen Neligionslehre aufwachsen ließen, andererseits wird der Wegfall des UnterrichtszwangeS für die Rabbiner und Lehrkräfte ein Ansporn sein müssen den Unterricht so zu gestalten, daß ältere Schüler gerne freiwillig daran teilnehmen. So wie der Unterricht gegenwärtig in manchen Gemeinden und von einzelnen Lehrkräften erteilt wird, hat er sich die Sympathie von älteren Schülern nicht immer erworben. Es würde sowohl nach der Seite des Lehrprogramms als im Hinblick auf seine Durchführung eine wesentliche Reform des Unterrichtes notwendig sein, wenn man diesen den Forderungen der Gegenwart anpassen will. Völlig verfehlt wäre es natürlich, den Religionsunterricht noch weiter denen anzupassen, deren Ausscheiden befürchtet wird und daß durch Erleichterung in Wirklichkeit Verwässerung des Unterrichtes verhindert werden soll. Die Aufgabe wird im Gegenteil nur darin beste- Heu, den Religionsunterricht gehaltvoller zu gestalten, so daß er seine Schüle am Ende der Schulzeit mit wirklichem jüdischen Wissen entläßt. Besteht auch weiterhin das Bedürfnis nach einem anspruchsloseren jüdischen Religionsunterricht, so wird es gesondert befriedigt werden müssen. Wir behalten uns vor, auf diese Fragen noch näher einzr^ehen. Die größte Judengemeinde der Wett. Das Jewish Communal Register 1917-18, herausgegeben von der jüdischen Gemeinde in Newyork, gibt interessante Daten über diese größte Judengemeinde der Welt; sie wird auf 1,500.000 Seelen geschäht (die amerikanische Regierung zählt nicht nach Konfessionen. Die Gründung einer Judengemeinde in Newyotk, welche die verschiedenen religiösen und philanthropischen Gruppen zusammenfaßte, erfolgte erst vor zirka zehn Jahren, hauptsächlich durch die Bemühungen von Dr. MagneS. TS wurd ein Waad Rabbanim für die religiösen Fra gen errichtet, Jakob Schiff stiftete einen Fonds von 75.000 Dollar für das Schulwerk. DaS Jahresbudget der Gemeinde beträgt 8,600.000 Dollar für Unterricht, 2,500.000 für Erholungsheime und körperliche Ertüchtigung, 3,600.000 für Handel und Industrie, 4,000.000 für Philanthropie und Rechtswesen. Die Synagogen zählen 381 Sitze. 76 Prozent der Kinder erhalten keinen Religionsunterricht, 14 Prozent besuchen die öffentlichen jüdischen Schulen, 6 Prozent die Chedarim und der Rest private Unterrichtsanstalten. Ariesüassen. Jüdischer Sozialist. Ferdinand Lassalle war Jude. Seine Eltern hießen Herrmann und Rosalie (geborene Heitzfeld). L. ist in Breslau begraben. — I. P. Prag. Für uns leider nicht geeigneit. — P. F. Neutitschein. Anonyme Zuschriften wandern in den Papierkorb. — Rabbiner Dr. Z. Das neuhebräische Wörterbuch von Dr. I. Niser erscheint in den nächsten Tagen. — R. Naß. Erledigung folgt brieflich. — Jüdischer Hanbwerker. Ihre Anregung haben wir an die kompetente Stelle weitergeleitet. Auerbach Neues Tel. 563/VI. m: Jetzt: Ifi. Hsranki O v Brni. Bankovnf obchody. ÄÄÄ dej cennfch papirfl, vFmöna kuponft a slosovanfch cennjfcb papfm. Vadia a kauce. Ührady na eizmu. Oddöfenf pro zb02f. rtÄ5al״odW Oddölenf pozemkovä. nemovit., näjem a prondjem velkostatkfi,parcel*ce atd. 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