Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIX (1918)
- Issue
- Heft 23-24 (30.10.1918)
- Date
- 1918-10-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 6 ^Mische V-tt-stimme^ 23-24. ganten Räume des zerren Mussums enthalten, betrachtet, muß man sich wundern über dsn Sammelfleiß urch die RiesenaOeit, welche hier vorliegen. Die frühesten Urformen des Kleidevverschlusses, soweit sie sich aus der alten Geschichte rskonstruieren lassen, welche bis auf!die biblischen Uryei-ten hnaufreichen, und im Laufe der Jahrtausondon zu den immer fortschreitenden Ver- Hesserungen führten unrd zum nsuz-eitlichen Druckknöpf Anlaß gaben, schon wir hier vereinigt. Diese stummen Zeugen vergangener Zeiten und Kulturen lassen erkennen,!daß unsere Urahnen auch!auf diesem Gebiete immer Verbesserungen suchten und da<ß der forschende Geist hier keinen Stillstand kannte. Um aber auch den Kriegsbeschädigten und Einarmigen eine Erleichterung ihrer Kleiiderverschlüsse zu verschaffen, fiihvt die Prothglenabtoilung mehrere Kleiiderformen vor. welche dem an den Armen Verwundeten ermogtichen, seimje Kleider leicht zum Verschluß zu brimgen. — Die Stadt Prag wird diese neue Schöp- Kücberöefprecbungen. Eugen Hoeflich. Der Weg in das Land. R. Löwit Vevlag, Wien—Berlin 1918. Preis bvoch. K 4.—. M. 3.—, geb. K 5.50, M. 4. Dieses Dieses Buch ist kein allgemein gültiges, ׳das die Meinung vieler bestätigt, in Worte faU und klärt, sondern sin höchst persönliches, subjektives Zeugnis eigener Eindrücke, Erlebnisse und Beobach- Lungen, die der Autor bei einem längeren AusiKthalte im Palästirja gewann ׳und festhielt. — Alles ist von einem bestimmten Gesichtswinkel aus gesehen, gespiegelt in dem Wachen Bewußtsein eines Menschen, dar Europas Schuld an Asien wie eine Schmach empfindet und Körper und Gm st der Angehörigen, seines Volkes ihrer eigentlichen Heimat wieÄeirgegeben sehen ttM. fung mit Stolz ihren früheren Museen anveiihen Hinter den skizzenhaften Schilderungen stehen und ihrem Urheber Dank und AneukennuM zol len. — Dr. I. Eisenberg, beendeter Gerichtsdolmetsch und Translator für Arabica et Hebraica Dobrisch bei Prag, Ende September 1918. große, -bewegende Gedanken, die nicht nur dem speziell jüdischen, sondern׳ dam astatischen Problem überhaupt gelten, so ׳daß man das Büchlein ohn,e Uebertveibung ׳einen Wegweiser in das Land nennen darf, das nicht unwidersprochen bleiben, aber ׳auch nicht übersehen werden wird. Dann hier hat sich ein Junger mi!t der ganzen Leidenschaftlichkeit seiner Ueberzeugung für die Idee des Fiume. (Todesfall.) Nach kurzem, schwerem Leiden verschied hiev im Alter von 58 Jahren der. SSL "JrBSÄsxi;«״ ״״ ,־—» ■״־״* sinn, M gewlnnsrckes Wiesen >und seinen edlem! Blutes, das m ftmen Adern,mgt, löschend. Charaktereignschaften im! allen Kreisen sich viel'^' Freunde erwarb. Der Verstorbene war Spaniole. -ein guterz frommer Jup, ein treuer Anhänger des Judentums und ein eifriger Zionist. Sein Leichenbegängnis gestaltete sich zu einer imposcvnten Tvauerkumidgebung, an der auch im großer Zahl Andersgläubige toilnahmen. Oberkantor Rosenbaum «rezitierte die ritualen Gesänge, Nab- -biner Dr. Frank hielt!einen würdigen Nachruf und schilderte m wahrhaft ergreifenden Worten die vortrefflichen Eigenschaften -und das selbstlose Wirken des Verstorbenen als Mensch, Jude und Zionist. Am offenen Grabe hielt sein eigener Sohn, ein kaum, zwainziMhri-ger Student, einen herzzerreißenden, durch Tränen und Schluchzen unterbrochenen Nachruf, der überwältigend wirkte. Ehre seinem Andenken! Krakau. Erzherzog Karl Stephan von Oesterreich ist bekanntlich zum König von Polen ausevsshen. Die ständige Residenz des Erzherzogs Karl Stephan war bisher SaybuW in Galizien, eine Stadt, ׳die sich bis heute vor allen anderen Städten Europas (von gewissen Bezirken des europäischen NuAand,abgesehen) dadurch!auszeichnet, daß dort grundsätzlich keine Juden zur Ansiedelung zugelassen werden. Saybusch ist eine alte königliche polnische Freistatt, und in diesen Freistätten galt von alters her ein Ansiedelungsverbot für Juden. Saybusch -aber ist der einzige Ort, wo trotz aller Judenomianzi-pation in- Oesterreich die Beseitigung dieses Verbotes bisher nicht möglich war, und so ist es denn in dieser ein, paar tausend Einwohner zählendem, besonders schön gelegenen Stadt noch heutigen Tages keinem Juden möglich, eine Wohnung zu bekommen oder gar Grund und Boden zu erwerben.! die Erlösung des Judentums einzig unjd alle/in in der giftigen Rückkehr! nach Asien erkannt. Da die reiche Begabung Hoeflichs sich nicht erschöpft in emor vorzüglichen Beobachtungswsise und der scharfen Erfassung ׳alles Wesentlichen, sondern sich auch in der!Minen Form dichterischer Ausdrucksfähitzkeit offenbart, so bedeutet sein schönes Buch auch künstlerisch einen hohen Gemr-ß.!KS^KOZAK RR (Inn (gegenOber dem Stadttheater) zlhlt zu dea beeuohte• D VI UN IV •tan und vornehmsten Anstalten Oesterreichs. Prospekt und Jahreeberleht Nr. 9 frei. Herbststimmnng. Ein Windstoß, und hinwirbelnd fällt Ein gelber Blätteriregsn — Im Schoß der farbenmüden Welt — Gleich eirniam toten Segen. Und meine Seele grüßt vertraut Das Welken und Verglühen — Und schweigsam ohne einen Laut Läßt sie den Sommer ziehen. El. Lädier. Sven Hedin, ״Jerusalem". 400 Seiten mit 222 Abbildungen und 2 Karten. (Leipzig, F. A. Brockhaus). Gebunden M. 20.—. Das künftige Schicksal Jerusalems beschäftigt, wie einst zur Zeit der Kreuzfahrer, ganz Mitteleuropa^ Nach der Niederwerfung Rußlands wurde Jeivusalem der Brennpunkt des Krieges im Osten. Denn Palästina ist -der Westpfeiler der Brücke, die der englische Militarismus von E.qgypten über Land nach Indien zu schlagen dqchte. Hedin dreiste Palästina, ,nicht lange bevor die Engländer gegen die heilige Stadt vorrückten. Was er in seiner anregenden und unterhaltenjden Erzählungskunst, die Millionen deutscher Lesar längst etwas Heimatliches geworden ist, von seinen Erlebnissen in Palästina -und Syrien bis zur türkischen Westfront in der Nähe des Suezkanals und von den dortigen Zustäniden zu berichten weiß, trifft daher wieder einmal ins Schwarze des öffentlichen Interesses. Ebenso Mich an fruchtbaren Gesichtspunkten wie in seinem vorigen Werk ״Bagdad, Babylon, Ninive", läßt Hedin auch hier als Hintergrund der lebendigen Gegenwart die Jahrtausende alte Bergangenheit des gelobten Landes in gigantischen Baubienfmäkrim und Ruinen, in epochemachenden Ereignissen u. Persönlichkeiten der Weltgeschichte wichorerstchen. Ganz naturgemäß gipfelt daher dieses Werk in einem Hymnus auf den, der als Friedensfürst, von Golgatha aus, durch die zwingende Gewalt seiner göttlichen Liebe die ganze Welt erobert hat. Jerusalem ist natürlich der Höhepunkt dieser Reiseschilderung. Wir Wandfern mit Hedin durch die engen, holperigen Stufenstraßen der heiligen Stadt, lassen den Zauber ihrer tibetartigen Landschaft auf uns wirken u. lauschen in ergriffener Andacht den Evinnerung!en, die der bibelkundige Führer im Garten Gethsemane, an dein Stationen der Via dolorosa rmd in der Kirche des Heiligen Grbas in uns wachrnft. Eigentümlich ״aktuell" mutet uns die Geschichte der Zerstörung Jerusalems an — jedem ׳drängen sich,da Vergleiche mit gegenwärtigen Zuständen auf! — und was er übsr die Heuschreckenplagk zu berichten weiß, zeigt schlagend die Wahrheit der biblischen Erzählungen, die man, geneigt war für orientalische Usbertreibungen zu halten. Der Reichtuin des Buches ist damit nicht erschöpft. Ta ist das uralte Damaskus mit seiner Omai-jadenmoschee, Baalbek-m«it seinen herzlichen Ruinen aus griechisch-römischer Zeit, der See Genezareth mit TibMas, Kavernaum u. ׳ all den Orten, deren Namen joden! Christen und Juden geläufig sind, Nazareth und Bethlehem, Jericho und das Tote Meer. Ein Besuch in den Judenkolonien bch Jaffa gibt Veranlassung zu j einer aufschlußreichen Erörterung über den Zionismus, und zun: Schluß führt dann׳ ei!n Ausflug an die türkisch-deutsche Front in Egypten aus so viel Vergangenheit wieder tot die nicht minder bedeutungsvolle Gegenwart zurück. Kurz, Heb ins ״Jöyusakqmj" ist ״keineswegs das allergeringste" unter den Kriegswerken Hedilns, -im Gegenteil; ׳birgt doch dev Stoff selbst Ewigkeitswerte, die eben nur im Heiligen Lande zu finden sind rrnch diesem Buche -eine besonders große Gemeinde schaffen werden. 104. Buch- und Kunstverlag Max Hickl Wien, VIII., Lerchengasse 6 a♦ Brllnn, Adlergasse 9. Soeben erschienen: Hickls Jiid. Volkskalender VT Kriegs- und Friedenskalender Preis k 550י Aus dem Inhalte: Behn Dr. Friedr.: Jüdische Qrabdenkmäer in Galizien Benedikt Clotilde: Weil sie Jüdin war Bergmann Dr. Hugo: Ein jüdisches Märchenbuch Birnbaum Dr. N.: Kein Schabbes mehr Bloch Chain»: Die Qemeinde der Chassidim Cohn Dr. Carl, Altona: Was sollen wir tun Dleaemaan Dr., Rabb.: Judentum u. Friedensidee Faha Rüben: Das alte Flußbett Freudmann Dr. G.: Belgrad im Kriege Gelles Dr.. Rabb.: Messianismus und Weltkrieg Joseph Max: Jüdische Politik König Elsig: Zwei Gedichte. Moser Benzian: Kinderlos Müller Ernst, Dr.: Psalm 23 Neuburger, Universitäts-Professor: Zwei Wiener Aerzte Jüdischer Abkunft als Pioniere der Wis- . sensehaft im Orient Rawlt&ch Meilech: Gott gloiben Schach Fabius, Hamburg: Das neue jüdische Lebe» — Jüdische Aphorismen Scherlag Lorenz: Ruhlose Zeit Scherlag Marek: Drei Gedichte Tag Bernard: Stehen wir im Judentum vor einer religiösen Erneuerung? Zuckermann Hugo: Ich hab ein Ziel Ehrentafel der auf dem Felde Gefallenen Zuschriften an Redakteur Max Hickl, Wien, VIII., Lerchen• gasse 6a. Mr. JMW TNL prokt. Arzt 7,1,,11.3002/IV BRÜNN H,rr«ng״M 7 Behandelt von 10—12 und 2—4 Uhr, an Sonn- und Feierragen 10—12 Uhr. Neu renoviert! Vornehin I Cafe Stadttheater BRUNN Krapfen!asee vis a vis Stadttheater. Eleganter separierter Oamenealon. Telephon 614. Telephon 614.