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Jüdische Volksstimme · 1917-12-24 · Heft 19 (24.12.1917) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVIII (1917)
Issue
Heft 19 (24.12.1917)
Date
1917-12-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Stile 6. ״Mische mm#**? Mv IS Novemjber 1907 —, doch entstand» damals nur ein Bildnis in Kreidezeichnung. — Der!bekannte Liederkomponist James Nächstem veranstaltete wiederum einen Kompositionsabend im Konzertsaal der Königlichen Hochschule für Musik, der ältere und neuere Werke aus seiner Feder bracht Die Mitwirkenden waren: Fräulein Johanna Behrend, der bekannte Konzertsänger Leo Golanin, Herr Theodor Hetz van der Wyk (Baßbariton) und der sehr beliMe jugendliche Cellist Felix Robert Mendelsohn. Sie alle mit dem Komponisten am Flügel trugen zum vollen Gelinge!» des Abends bei. — Auf Ansuchen der beiden Vizepräsidenten des schweizerischen israelitischen Bundes und des schweizerischen Zionistenverbandes um Schonung der heiiligen Stätten in Palästina und um Schutz für die dort lebende Bevölkerung ist nach einer Meldung dev ״Basler Nationalzeitung" vom! amtlicher deutscher Seite folgende Zusicherung eingegangen: ״Nach den vorliegenden Nachrichten von türkischer Seite ist be- Veits auf die Schonung der Heiligen in Jerusalem die auch bei! den Moahamedanern Verehrung genießen, Bedacht genommen worden; soweit es die militärischen Interessen nur irgendwie gestatten, wird man der Bevölkerung Jerusalems Rücksicht anaedeihen lassen. Selbstverständlich haben die Juden dabei keinerlei Ausnahmemaßregeln zu befürchten." Ein gleicher Schritt ist amh bei der englischen Regierung unternommen worden. — Am 7. d. M. feierte der Präsident der Oesterreichischen Dextilwerke A.-G. in Pragvormals Jsaac Mautner u. Sohn, Isidor Mautner, das 60jährige Jubiläum seines Eintrittes in die Firm>a. Die Gesellschaft beschloß eine Isidor-Maut Bisenz. Am Mittwoch, den IS. Dezember wurde hier Herr Samuel Stößler unter großer Beteiligung aller Bevölkerungsschichten in seinem 77. Lebensjahre zu Grabe getragen. Am Grabe hielt Herr Rabbiner Dr. Hoffmann und Herr G. Stößler, Disponent der Wiener Vereinsmolkerei, eine ergreifende Trauerrede, welche allenthalben einen tiefen Eindruck hervorrief. Wer Gelegenheit hatte den edlen Dahiugrschiedenen näher kennen zu lernen, fühlte sich von der Lauterkeit und Biederkeit seines Charakters, von, der Milde und Sanft mit seiner Persönlichkeit völlig angezogen. Bei äußerster Anspruchslosigkeit, war der Dahingeschiedene im Sinne und Geiste unserer Weisen liner Gemeinde durch eine Feier auf dem Friede Hofe in Weißenfee begangen. In der alten Gebet» Halle hatten sich außer den Angehörigen und mch» reren Amtsgenoffen des Verstorbenen zahlreiche! Mitglieder des Vorstandes, der Repräsentanten- Versammlung u. der Synagogengemeinde zu einer! schlichten Feier!eingefunden. Rabbiner Dr. Petu» chowski hielt die Gedenkrede und übergab namens! - des Gemeindevorstandes den von den Gemeindebehörden gestifteten Denkstein!. Nach dem Elmvle-rachamim-Gebet, das Herr Prager vortrug, begab sichdie Trauerversammlumig zu dem Grabe, das sich in der Ehrereihe des Friedhofes befindet. - Der Stein, einObelisk aus schwarzem Granit, ein Verschwender seines Vermögens für andere.! trägt die Inschrift: ״Die jüdische Gemeinde zu Don unserem Stammvater Abraham wird er-, Berlin ihrem hochverdienten Lehrer, dem Rabbizählt, daß er das erste Gast- und Einkehrhaus für arme Wanderer errichtete, ihnen unemitgetlich Speis und Trank verabreichte, sie labte und beschenkt entließ; das Gleiche tat Jahrzehnte hindurch der Verstorbene, als er noch im Dorfe Orechcm bei Bisenz wohnhaft war. Er war der beste Wirt seiner zahlreichen, armen Gäste aus aller Herren Länder, welche stets gesättigt und beschenkt sein gastlich Haus verließen. Und ein treuer, frommer Diener seines Gottes war der Verstobene; fromm nicht wegen der Menschen und für die Menschen, fromm aus innerster Ueberzeugung, aus menschlicher Liebe zu Gott. Seine Frömmigkeit ging so weit,!daß er am! Sabbat auf seinen ausgebreiteten Oekonomiebositze >in Orechau, den er viele Jahre hindurch vom Olmützer Erzbistum in Pacht hatte, nicht arbeiten ließ und lieber materielle Verluste erlitt, als daß er den Sabbat entheiligt hätte. Keine Arbeit war ihm n-r-StistuW für Angestellte «nt, Arbeiter der zu gering, keine Anstrengung zu groß, kein Sturm Oesterreich,scheu Textilwerke A.-G. vormals ^kein Wetter hinderte ihn. in der Erfüllung seiner Jsaac Mautner u. Sohn zu errichten und mite,-, gottgefälligen, edlen Menschenpflichten. Und so nem Betrage von 1 Million Kronen auszustattcn. wie er gelebt, still, sanft und friedlich. Er hinter- - ließ drei ehrbare Söhne und zwei Töchter, wovon letztere an Herrn Grünberger in Trebitsch,' Mitglied des dortigen Kultusvorstandes, vermählt ist. Sein ältester Sohn ist der k. k. Stabsarzt Dr. H. Stößler, derzeit Chef des k. k. Res.-Spitals in Friedek. Ein Sohn, Dr. Johann Stößler wirkt seit Jahren als Rabbiner in Trebitsch und der jüngste Sohn ist Oekonomiebesitzer in Pisek bei Bisenz. Rorresponäenzen. Brünn. Samistag, den 22. d. verschied hier der Senior der isr. Neligiomslehrer, Herr David Brückner, im 99. Lebensjahre. Das Leichenbegängnis fand unter überaus zahlreicher Teilnahms der isr. Bevölkerung statt. D-Utschbrod. Rabbiner, Dr. Leo Beriisch, Prag. Hier ist der in den weitesten Kreisen Feldrabbiner in der Des., der durch bekannte Prediger an der Meiselsynagoge u. ge-!A?h" Monate u. ck. Mrbtarkommando wesene k. u. k. Feldrabbiner Prof. Dr. Alexander Przemysl!m Dlenste stand und Leiter der dor- Kisch im 70. Lebensjahre gestorben. Er war als; *״ u; ljr* ׳S^lttcncfcclforßc war, wurde nut Sohn des Schuldirektors Josef Kisch in Prag ge- J; Dezember transferiert und dem k. u. k. Mil!- boren, besuchte hier das Kleimseitner Gymnasium,׳ ^rkommando m Leitmerch zugeteilt, nnt dem setzte dann seine Studien! in der Gymnasialabtei-!?״ Kriegsgefangonenlager in lung des jüdischen theologischen Seminars in i^?^wltz, als Leiter der dortrgM k. u. k. rsr. Mi- Breslau fort und legte am Staatsgymnasium zu! iltarseelsorge und als k. u. k. Matrikenfuhrer des Teschen die Maturitätsprüfung mit vorzüglichem j 6uuzen Kriegsgefangenenlager msgesamt — Erfolge ab. Er widmete sich hierauf dm phi'loso-! ^mlich ohne Unterschied der Konfession - wo phischen Studien und erlangte 1871 das Dokto-! mehrere tausend italienische und russische rat der Philosophie. Nach Vollendung seiner Stu-^^gsgefangene befinden. oien am Breslauer Seminar unter dem berühm-r Um 27. v. M. haben wir in Bielitz ten OrimtaWen Zacharias Frankl kam Kisch als, . treucn unb opferungsfreudigen Ge- Erzieher Paris m das Haus des BaE^ ,;״nungsgonossen in die kalte Erde gebeitet. Jung ׳Horaz ^uusburg. Der bekannte belehrte Baron! Jahren, in der Mitte seines Schaffens, ist uns David Gunsburg m Pete^ourg, Daronm, Alfred Rabinowitz jäh entrissen worden.— Seit Suife <Safoon tn Äonbo)^ unib־ j be§ Dreines ״Haschachar" dem Vor- Guttman in Wien, die Kinder des Horaz, waren ״,anbe ^gehörend, hat der Verewigte an der Entseine Schüler. In Paris hörte Kisch die Vorlefun- -־ *־ '־' ׳ ׳* ׳״ ׳'— gen am Seminar und verkehrte im Hause der beiden Großrabbiner von Frankreich Isidor und Zaidok Kahn. Im Jahre 1874 wurde Kisch Rabbi- י Ort...'• . 1 4• 4. X tm ner Dr. Josef Eschelbacher, geb. am 12. Septemder 1848 in Hainstadt (Baden), gest. am 3. Dezember 1916 in Berlin. ״Es kennt der Ewige die Tage der Vollendeten und ihr Erbe ist für die Ewigkeit." (Psalm 37, 18. )" — Am 22. Novenv» ber hatte in der Chewra-Kadischa, deren Vorstande der Verstorbene angehörte, eine Andacht stattgefunden, bei der Rabbiner Dr. Liebermann eine Ansprache hielt und Oberkantor Musikdirektor Friedmann ergreifend das El-mole rachamim-Gebet zitierte. Am Sabbat, dem 24. d. M. gedachte auch Rabbiner Dr. Loewental in der Alten Synagoge an der Stelle, an der Dr, Eschelbacher so lange gewirkt hat, des verstorbenen verdienten Radbiners der Berliner Gemeinde. Warschau. (Aenderung jüdischer Familiennamen.) Namensänderungen wollen nach dem ״Posener Tageblatt" viele jüdische Warschauer Bürger aus den Kreisen der Intelligenz beim polnischen Regentschaftsrat beantragen, da sie als polnische Bürger sich!nicht durch Ihre jüdischen Familiennamen von ihren polnischen Mitbürgern unterscheiden wollen. — Wir finden ein solches Vorgehen, wenn die Meldung auf Wahrheit beruhen sollte, töricht und pietätlos. Mit Adlegung und Verleugnung der altehrwürdigen jüdischeu Familiennamen assimiliert man sich nicht und flößt auch den Polen keine Achtung ein. Verzeichnis. der im ״Jüdischen Buch- und Kunstverlag erschienenen und zu beziehenden Bücher. Altmann Ad. Zionismus und Antizionismus, Zionismus und Sozialismus. Belkind I. Eine Natiomalfchule tn Palästina. Bondy E. Geld und Gut, Jüd. Familien rvnd Kulturbild aus dem ersten Drittel des vorigen Jahrhundert. Birnbaum Dr. N. Divrej Huolim, hebräisch 1.60 ״ ,, ,, Kisvej Huolim, jüddisch 1.60 Eisenberg Dr. I. Weltkrieg und Weltfrieden nach Biebel und Koran. Elias Dr. Die jüdische Handwerkerschule im Elsaß. Funk Dr. Für den Kaiser. Kömgstreue Worteaus dem jüd. Schrifttum, drosch. gebunden Gelbhaus D. N. Spinozastudien. Grunwald Dr. Hüfskommissiom! für Pa- —.50 —.80 1.50 1.50 —.80 2.50 3.50 6.— Wicklung und Ausgestaltung unserer Lokalorga-, lastma 1915. Val-Schem «äs?trassjÄ es immer er gestellt war. Seid seinem Jünglings —.80 ner in Brüx, war dann nacheinander Rabbiner in den vordersten Kämpferreihen stehend, ««w;>« ‘*״nn'fiifmTmt unh fitm tm Dezemteilte er m*t ung Freuden und Leiden und Zürich und im Jungbunzlau und kam im Dezem ber 1884 als Nachfolger Dr. A. Steins als Prediger an die Meiselfynagoge in Prag, an der er seither wirkte. Im Jahre 1894 hatte er eine Berufung als Landesoberrabbiner nach Bulgarien abgelehnt. Lange Jahre wirkte Dr. Kisch als israelitischer Religionslehrer an Prager deutschen Mittelschulen, insbesondere an den Leiden Neustädter Stcvatsgymnasien, am Graben und in der Stephansgaffe. Am 30. Juni 1900 wurde er als erster isr. Religionslehrer in Böhmen zum wirklichen Gymmasialprofeffor ernannt u. 1907 im! die 8., später in die 7. Rangskl. befördert. Dr. Kisch war lange Zeit als k. u. k. Feldrabbimer tätig. Prag. Herr Privatdozent Dr. Isidor Pollak, Bibliothekar zweiter Klaffe am! der Prager Universitätsbibliothek, wurde zum außerordentlichen Universitätsprofeffor für semitische Sprachen emannl. ließ sich von seinem geschäftlichen Berufe war Tuchfabrikant — nie abhalten, wenn es galt, für das so schöne, heilige Volksideal tätig zu sem. Seine Liebe zu Palästina trieb ihn, das Land unserer Väter aufzusuchen, und tränenden, zugleich aber von Stolz strahlenden Auges, Pflegte er über die Eindrücke, die er gesammelt, über die jüdische Pionierarbeit zu berichten. Viel zu früh mußte dieses schöne Reis verdorren, viel zu früh ist uns Alfred Rabinowitz genommen worden. An feiner Bahre dankte ihm Gg. Braff für sein Wirken und Schaffen zugunsten des zionistischen Gedankens. Die hiesigen Freunde werden dem so treuen wackeren Genossen ein treues und liäbevolles Andenken bewahren. Sichraunau liwrochoh! Berlin. Der Jahrestag des verstorbenen Rabbiners Tw. Eschelbacher wurde von der Berder Stifter des Chassidismus. Sein Leben uno seine Lehre. Gottfried N. Chesjamos, hebrmfch. Haas Dr. Th. Die Juden in Mähren. Dar- Pr stellung der Re-chtsgeschichte und Statistik Herzl Dr. Th. Der Judenstaat. 2. Auflage. Jamtosbuch.Juddifch. . .. Inhalt: Onochi, Dr. Geiger Judischhert, Dr N. Birnbaum, Mit was ich schem nnw heint, N. Silberbusch. Jsrolik, Skizze Bas Jehudi. Sog mir mem Kind, Jman, Der Miliantschmk, Urre Zwi Grünberg, Elokim, Dr. I. Fränkl, Die Chaffidus Schiteh, Jakob Mestel, An mem Volk, Meine Brüder, Eisik Weinstock, Die Tragik von a Leben, Jo sef Holder, In Meldel, Jechiel Levi, Aböndstillkeit, L. Schußbein, Von meme Aufzeichnungen, I. Th. Taubes, Tefrlo. Jüdisches Vereinsiiederbuch. Jmber, Erez Jsraelheder, :uddisch. ״ Esterka Pvem, Jüdischer Bolkskalender, Jahrgang 1 — 16 3.— 1.— 3.— 1.20 2.50 1.60 1.60 3.—

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