Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XVIII (1917)
- Issue
- Heft 9 (24.5.1917)
- Date
- 1917-05-24
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2621806-2621995-2622004--3615-2624826- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
iM tm M vm o. vmvpnmir «r. 9 meint die ältere Tochter, nur weißer noch nicht von unftrem Unglück." Die Familie hat nLmlich seit der Flucht (Juni 1916) 9 Enkelkinder am Brünmev Friedhofe. Das der ältesten ist an einer Erkältung im Oktober 1916 gestorben. Wjoran die zwei jüngeren gestorben sind, weiß die Mutter nicht. Der Arzt habe die Krankheit nicht benannt und ״Rezepte geben die Merzte der Flüchtlingszentrale nicht," bemerkt die Mutter mit bitterem Lohne. Die Famuie bezieht 12 Kronen 60 Heller täglich staatliche Unterstützung, das macht 376 Kronen monatlich. Ein schönes Sümmchen! aber .für 10 Personen? Die Familie aus Galizien soll einmal wohlhabend gewesen! sein, versickern »mir die Nachbarn, lauter ״bessere" Flüchtlinge (von denen einzelne sogar keine Flüchtlings- Unterstützung beziehen). ״Jetzt wird dort viel gehungert," vertraut mir eine Nachbarin redselig, ,/und die Kinder sterben, daß Gott behüte." Zweite Familie. Zwei! Personen. Der Vater zweiundfünfzig Jahre alt, dem Aussehen nach 66, der Sohn zwölf Jahre, sehr schmächtig, mit blassem ausgehungerten Gesicht und sehr lebhaften Augen. ״Vorzugsschüler ist mein Sohn" bemerkt .der Vater mit Stolz, ״auch in der 4. Volksschul- Klasse der deutschen Schule, obschon er bisher nur polnisch gelernt hat." Das finstere Kabinett teilen Pie mit dem Sohne der Hausfrau. Unter- Mtzung 3 Kronen täglich. Das ist 90 Kronen monatlich. Kein Heller Bargeld iin dev Familie versichert man mir von gut informierter und verläßlicher Seite. Wie Äen die zwei? Täglich großen Mernen Verdienstkreuz am BäM der Tapferkeitsmedaille, sowie durch Armeebelobuüg ausgezeichnet, war der Sohn unseres geliebten Kantors und RellgivnslehrerS Josua Salzer, welcher bereits am 27. August 1916 einen anderen Sobn, den zwanzigjährigen Lothar Salzer (des IR. 72) durch den Tod am russischen Kriegsschauplätze verlor. Auch der hatte sich mutig hervorgetan, auch!er war mit der großen Tapferkeitsmedaille erster Klasse dekoriiert und fiel beim Hinausschleifen seines verwundeten Kommandanten im Kugelregen» als beleuchtete. Nun bewegte sich der Kondukt MSI den Ringplatz hinter der Stadt; nochmals Mach- Herr Fewrabmner Dr. Färber rührende Atzschiedsworte, worauf di-s Ehrensalve abgegeben und die Leiche auf den ist. Friedhof in Stockerau überfuhrt wurde. Hkev trug muerdingS Korr Kantor Gelb rituelle Trauergesänge vor, wätz* rend Herr Feldrabbiner Dr. Färber in einer herrlichen Rede die Frömmigkeit dev Eltern, die den Kindern eins so musterhafte Erziehung gtzgeben, schilderte und ihren Gramerfüllten Her! zen religiösen Trost spendete. Mit tiefer Wetz» Opfer auf dem Altäre -es Vaterlandes. Urmut verlies die Trauerversammlung die Ruhe» fprünglich hatte das greife Elternpaar 7 Söhne rm Felde, weswegen der Vater von weiland Sr. Majestät Kaiser Franz Josef l. im November mit einer silbernen Uhr mit den kaiserlichen Jnitalien und einer Geldspende von 600 Kronen in Gold belohnt wurde. Jetzt sind nur mehr noch 6 Söhne im Felde: Leopold, 37 Jahre alt, Korp. im IR. 83; zwei Söhne eingerückt: Rudolf, 32 Jahre alt, beim F.-K.-Rgt. 14, ein Jahr eingerückt; Samuel, 31 Jahre alt, beim IR. 27, seit dritthalb Jahren eingerüt; Karl, 27 Jahve alt, seit Kriegsbeginn beim Scheinwerfer Ers. Bat. wri Felde; Emil, 19 Jahve alt, beim' IR. 84 seit einem Jahre im Felde. Das Leichenbsgängnis des Feldwebels Leo Salzer gestaltete sich zu einer Sympathiekundgebung ebenso für den Toten, wie für seine schwergeprüften Eltern. Im Garten des Truppenspitals, wo sich um den schwarzgehüllten nur mit einem. Kranze der Pflegeschwestern geschmückten Sarg nebst der Ehrenkompagnie und den Familienangehörigen eine große Menschenmenge, darunter Vertreter ^5^1 gruppiert Hatte, wurde die Trauezevemonie von ח* ^Cq Herrn Kantor aus Stockerau durch einen ergreilich. Ueber die Verwendung ^rrestlichen 2 Kro- ^ndeN Trauerpsalm eingeleitet. nen 48 Heller taghch, klart mich der Vater auf., Die vom Wiener Militärkommando 4 Heller 'kriegt dei Sohn fürs Taschengeld, davon! sandL S°7lsör^Sr u"k (einmal Wochentl1ch)^»denn ich N>1A nicht, datz sich tiefempfunden Nachruf, in welchem er des Dermein Kind von der Welt!abschließe" sagt er nicht ohne Ironie. Zum Mittag beim ״Lehr" auf der Kröna zwei Portionen ״Fisolen mit Graupen" 44 Heller, zwei Glas Thoe 16 Heller zusammen das Mittag 1 Krone 20 Heller. Zum Nachtmahl leisten sich diese Lebensninstler nur dreimal der Woche dieses lukullische Mahl, sonst wird Thee mit Brot gegessen. Der halbe Laib Brot wird in zehn. Schnitte .geteilt, sechs für das Kind (1 zum Frühstücksthee, 2 zum Gabelfrüh stück in der Schule, 1 zum Mittag und je ein Schnitt zum Jausenthee und zum Abendmahl). Der Vater hat 2 Schnitte zum Frühstück, zwei' zu Mittagessen und eines zum Nachtmahle. ״Wir trinken viel Thee, je 3 bis 5 Glas täglich" bestärkt der Alte, um mich von der Nahrhastigkeit seiner Kost zu überzeugen׳. Der Alte ist Gutspächter in Podolien, zeigt stolz einen Paß vor, der ihm als Pächter dreier Meierhöfe und mehrere Tausend Kat.-Joch legitimiert und hat!auch Bankguthaben in einigen Ostgalizischen Banken. Mer wer leiht ihm was darauf? Eli. Korrespondenzen. Personalien. Aus dem P. V. Bl. Nr. 89 für das k. u. k. Heer vom 9. Mai 1917. Seine k. u. k. Apostolische Majestät geruhten allevgnädigst zu verleihen: Das Goldene Verdienstkreuz mit der Krone am« Bande der Tapferkeitsmedaille und den Schwertern iin Anerkennung tapferen und aufopferungsvollen Verhalten vor dem Feinde: Dem Feldrabbiner i. d. R. Dr. Sam. Link, beim k. u. k. 11. Armerkommando. Einj.» Freiw. Zugsführer Uriel Birnbaum, Sohn des Dr. Nathan Birnbaum, ist mit der silbernen Tapferkeitsmedaille 1. Kl. ausgezeichnet Wörden. 4 Trammgsfeier. Unserem Mitarbeiter Herrn Meier Reifer entbieten zu seiner Trauung Mt Jeanka Korn die herzlichsten Glückwünsche Die Redaktion nnd Administration!. Korneuburg. (Soldatenbeerdigung.) Am 3. Mai d. I. wurde Feldwebel Leo Salzer (vom Telegvapenregiment). welcher 29 Monats Kriegsdienst geleistet hatte und einer iw Felde LUgezogener Krankheit im hiesigen Truppenspital erlegen war, unter ungewöhnlicher Be- Mligumz des Militärs und der Zivilbevölkerung KU Grabe getragen. Der junge Mann, mit dem storbenen Tapferkeit, den Liebe zum JuoentUme m Heldenmut und die einem schönen Bilde statte eines wahren Mischen Helden, dessen Ast" denken gesegnet bleiben wird. Dr. K. . MV Dam Frieden bringt une nlher und eeln Einkommen erhöbt, wer VI. ttsterrelchlsclie ==z Kriegsanleihe zelehnet u. zw. 5 Vs % steuerfreie Staatsanleihe aum Nettokurse von Zinsengewinn 46 h K 92 - mit 1 Monat daher fakt Kurs K 9164־. 5 7t % steuerfreie Staatsschatzscheine zum Nettokurse von K 83 50. Alle laut Prospekt mBgllchen Vorteile und Erleiterungen werden unserseits geboten umt Auskünfte bereitswilligst erteilt. K. k. prlv. allgemeine Verkehrsbank Filiale BrQnn, (vorm. Ed. Urban) Kaiser ־Franz-Josef-Platz Nr. 18. איהר באריהמם אייך יעזיען טאג, . אז גאט האט אייך אויסדערוועהלט און אייך געגעבען זיין תורה• צי האט ער נישט אויך נעכאטען אייך׳ צוזייןאיהם א &אלק &ון הייליגע? מארוואס בא־ ריהמט איד,ר אייך נאר מיט זיין איים־ דערוועהלונג און היילינט אייך נישט לויט דין נעבאט? "עת לעשות"• נאךאין רעם חודש וועט ארויסגעהן דאם דעפט ד׳נכם מתברכים בבל יום, כי בחר ד, בכם ונתן לכם תורתו• הלא גם צוד, לבם להיות לו לעם קדושים? מדוע אתם דק מתברכים על בחירתו ואינכם "עת לעשות". מתקדשים במצותו? עוד בחודש הזה תופיע החוברת דברי העולים העפט א׳ פול די כ חוכרת א׳ של כתבי "העולים אין צורי אויסגאבק: אויף לשון קודש און אויף יוריש. תוכן: עתלעשותפוןדר.נתן בירנבוים. דברי העולים. דר. נתן בירנבוים און זיין שיטה. פון פ. ה. בשתי הוצאות: בלשון המורש וביהודית. נייע פרייז מים פארטא: עתלעשותב*תדו.נתןבירנבוים דברי העולים. דר.נתן בירנבוים ושיטתו החדשה. מאת ט. ה♦ K. מחיר החוברת עם הפורטת 110 להשיג ע״י | צו באקומען ביי Jüdischer Buch- und Kunstverlag, WIEN VIII., Urchengasse 6\ אין אין אלע ביכער־משע*מן. פאר מוכרי כ0ו״םאנררםע הנדוד" וע" בל בתי טסדור שפרים• למוכרים הנחה הגונה.