Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XVIII (1917)
- Issue
- Heft 8 (10.5.1917)
- Date
- 1917-05-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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MH S. ״Mische B,tt»ftr««e" Sk. 8 Feldpostbrief. Unsere Mitarbeiterinnen Frl. Malv. und I. Grünwald erhielten folgendes Schreiben: Hochgeschätzte Glaubensschiwestern! Feldpost 298. 18./5., 1917. Me Ihnen bereits mitteilte, habe ich die ״Agadat" erhalten, auch die zweitve Sendung langte rechtseitig an. Ich bin außerstande Ihnen, die Freude »der Kam-eraden an welche ich dieselbe verteilte, zu be- »schreiben. Mit «einem Gefühl von Rührung Und Dankbarkeit lasten Euch Me ,-Herzlichen Dank" sagen. Gott bezahle es Euch, was Ihr in war׳ mer Liebe zu Eueren Glaubensgenossen, für sie zum treuen Aushalten -in Leid und Schmerz, getan habt. Ihr könnt «mit dem Propheten Ne-, chemia sagen (31, ). unsw. Den P-esfach haben! wir den Verhältniven angepaßt ziemlich gut Verlebt; am 1. u. 2. Tage haben wir in meinem Unterstand einen Seder-TiW eingerichtet, wo sich 13. Kameraden einfanden. Die Stimmung war feierlich und als man die ״Agadath" zum Vortragen eröffnete, bemerkto man sichtlich die riwnere Bewegung. Es war, als ob jeder eine neue Seele bekommen hätte, die nach der Kabtalah existierende!(Sonderseel-o). Dergessend an alles Leid, .unterhielten wir uns bis nach Mitternacht indem! man die ״Agadah" vom Anfang bis sum Ende vorktrug und über die damaligen und jetzigen Erlebnisse debattierte. Zum Schlüsse wurde das Büchlein: ״Gott sei! Dank, der Tisch ist gedeckt" und die Worte ״Guter Rat"׳ vorgelesen, über letztere mutzten wir Me lachen. Indem -ich Euch für die herzliche 'Gratulation zu meiner Dekorierung und schönen Brief wärmstens danke, verbleibe mit vorzüglicher Hochachtung und jüdischen Grützen ergebener I. SPa l t er, I. K i>e se l st e i n raden. und Käme- Aus dem Werke: Der Wahrheitsgehalt d. Religion. Von Cücken. t״ Mr sich zur Welt nur äußerlich stellt und sein Leben hinnimmt wie «ein zugefallenes Schicksal, aber keinen Kampf um ein Selbständigwerden und um!ein inneres Verhältnis zu den Einigen unternimmt, dem kann sich die Weltbewegung!nicht in eignes Leben verwandeln, der kann nicht das Ganze mit seinen Problemen aus sich nehmen, der Religion seine kräftige Regung entgegenbringen. Wer aber ein «inneres Verhältnis zur Welt und sich selber fand, wer von der Bewegung des Lebens erfaßt und einer inneren Einigung mit der Wirklichkeit zugeführt wurde, wenn sich damit ein ,neues Leben und ein neuer Anblick der Wirklichkeit erschloß, der ist der Wahrheit dessen völlig gewiß, unvergleichlich ge wisser als der aller Axionne der Wissenschaft. ״“ .*<---»•׳•• יי •*■׳"**«י»־ Darin eben findet die Religion einen Haupterweis ihrer Wahrheit, daß sie die unenthchrliche Vollendung des gesamten Geistes Mens bildet, daß sich ohne sie der Mensch wohl hie und da geistig betätigen, nicht aber als Ganzes das Geistesleben aufnehmen und in seine Tat -verwandeln kann. Ein breiter Strom der Zeit ist geneigt, Religion und Freiheit wie Todfeinde einander entgegenzusetzen; ein tieferes Eindringen widerspricht hier, wir so oft, einem solchen Befinden der Zeit: ohne Religion — Religion im unidersalem Sinne — wird Freiheit ein leeres Wort; keine echte Freiheit kann bestrhen ohne Religion, .freilich auch keine echte Religion ohne Freiheit. Dev Mensch als bloßes Stimmungswesen, genau so leer und flach wie «als großes Leistungs- Wesen, er hat dis eine Fläche mit der anderen vertauscht, aber keinerlei Tiefe gefunden. Hat dem heute Mes breite Entfalten von Stim׳ munaen, Mes Schwelgen und Sichaufbauschen . an Subjektiven Reflex den Gehalt des Lebens irgend verstärkt, hat es die Menschen irgend ,Wesenhafter und tiefer gemacht? Subjektivität 5P noch Lange!nicht Innerlichkeit, und Stimmung noch lange nicht Seele. . . . Auchfüv die Gegenwart gilt, haß, wo immer die Religion zu «eignem Leben geweckt ist, sie selbst zu den schlichtesten Lebensverhältnissen mehr seelische Tiefe zu geben pflegt, als oft den höchsten Leistungen der Kulturarbeit innewohnt. Aller Gewinn echter Innerlichkeit wird zu eiinem Zeugnis für die Religion, der Kampf für die Religion aber zu einem Stück des Kampfes um eine Seele des Lebens. Es ist ein arger Fehler, den Tatbestand drr Erfahrung und die Forderung des reli!giösen Glaubens durcheinanderzumengen; wer kritiklos in das nächste Bild als schon vorhanden einträgt, was in Wahrbeit erst durch große Um- Wälzungen möglich wird, dev verringert Wicht nue die Spannung,-«rr gefährtdet auch die Wahrheit des Lebens. DieSchuld liegt oft weniger im Tun als im Unterlassen. Läge in der menschlichem« Natur nicht eine allem Brliieben überlegene Bewegung zu einer neuen Wielt, nun und nimmer könnte der Befund unserer Welt so viel Aufregung, so starken Unwillen, so herben Schmerz erzeugen. Nichts schützt so sicher vor einem Verwerfen des ganzen Daseins und einer willigen Ergebung in «die Vernichtung als tiefes Leid, namentlich Leid und Schmerz in -geistigen Dingen; es Bolkswirtschastliches. Allgemeine Depositenbank. Der Verwaltungsrat beehrt sich hiemt, die stimmberechtigten Aktionäre der Allgemeinen Depositenbank zur 45. ordentlichen Generalveramlung, welche Mittwoch den 23. M«i 1917» vormit. tags 11 Nhx, im Sitzungssaale des AnstaltSgebäudeS, Wien, 1. Beg. Schottengaffe 1, stattfinden wird, einzuladen. — Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht und Bilanz für das Geschäftsjahr. 1916. 2. Bericht der Revisoren. 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Reingewinnes. 4. Wahl von 5 Mitgliedern des VerwaltungSrateS. 6. Wahl des RevifionsauSschuffeS, bestehend aus drei Mitgliedern und einem Ersatzmann«. Die Herren Aktionäre, welche ihr Stimmrecht aps» ausüben wollen, werden eingeladen, nach Par. IS der Gesellschaftsstatuten,ihre Aktien wenigstens 8 Tage frühes d. i. bis spätestens inkl. 15. Mai 1917 bei de»! Allgemeinen Depositen-Bank in Wien (Schottengaffe 1,. 1. Bez.,) zu hinterlegen. Der Rechnungsabschluß pro׳ 1916 wird den zur Generalversammlung legitimieren. Herren rechtzeitig zugesendet werden. Wien, 7. Mai, 1917 Der Bqxjwaltungsrat. Erste r. k. priv. Donau-Dampfschifffal,rts-Gesell. schaft. Die dieSjährgie Hydentliche Generalversammlung der P. T. Aktionäre der Ersten k. k. priv. Donau-- Dampffchifffahrts- Gesellschaft wird Mittwoch, den. 30. Mai d. I., 10 Uhr vormittags in Wien im großen Sitzungssaale des Gremiums der Wiener Kauf- Mannschaft, 4. Bez., Schwarzenbqygplatz Nr. 16, stattfinden. Die stimmberechtigten Herren Aktionäre 60* lieben die Eintrittskarten vom 22. Mai d. I. an in de» Liquidatur der Gesellschaft in Wien, 3. Bez., Hinters Zollamtsstr. 1, in Empfang zu nehmen, wo von dem genannten Tage auch das Programm über die fü»y diese Versammlung bestimmten Gegenstände und die von: -Waren .nicht die Zeiten trüber Erlebnisse und, den Revisoren erledigten Rechnungsabschlüsse samt Geschwer Verwicklungen, welche die Menschheit -1- *-*-*‘׳ -י־ s׳~ an sich selbst irre machten, sondern weit eher Zeiten trägen Behagens u!nd scheinbarer Sättigung. Darüber läßt alle Dunkelheit keinen Zweifel, daß bas Göttliche nicht «erst an der äußersten Grenze unseres Lebens cmftaucht, sondern daß «es inmitten seiner schafft und wirkt. Me dies Wirken zunächst -erscheint, bringt es,allerdings mehr ein Nein -als ein Ja; es baut, nicht unter uns ein Reich lauterer Vernunt^ auf, aber es verhindert -alle Befriedigung des Menschen beim Bloßmenschlichen, es widersteht allem Versuch eines Sicheinspinnens und festlegens im menschlichen Kreise, «es übt ein unerbittliches Gericht cm -aller Selbstgenügsamkeit des Menschen, aller Selbstvergötternn>g des! Menschenwesens. Mag das Geistesleben sich! zeitweilig in den Dienst menschlicher Zwecke ziehen lassen, bald entwundet es sich der Erniedrigung und erweist seine unzerstörbare Majestät. schäftsbericht einxesehen oder behoben werden können.. Die in der Generalversamlung zu beratenden selbstständigen Anträge der Aktionäre find wenigstens vierzehn Tage vor derselben der Administration mitzu» teilen, um in daS Programm ausgenommen werd en zu können. Blankete zu Vollmachten find in der Liquidatu» zu haben׳. -- Wien, 28. April 1917. Die Administration« Zeichnet 6. KrieAasten. Dem Frieden bringt unt näher und nein Einkommen erhöbt, wer VI. österreichische Kriegsanleihe zeichnet u. zw. 5Y170 steuerfreie Staatsanleihe K 92 - mit 1 Monat daher feki Kurs K i154־ *um Nettokurse von Zinsengewinn 48 h 6717« steuerfreie StaatsschetzsOhsine zum nettokuree von K: 93*50. Alle laut Prospekt möglichen Verteile und Erleiterungen werden unieriett» geboten und Auskünfte bereitswllllget erteilt. K. k. priv, allgemeine Verkehrsbank Filiale Sr Ihm, (vorm. Ed. Urban) Kaiser-Frenz - Josef-Watz Nr. 18. I., Brünn. Sie sind im Jxjrtum. Unsere Aktion gegen die Zentrale richtet sich nicht gegen Personen, noch weniger gegen die Herren Dr. S. und H. Kahane, die unseres Wissens nach in jeder Hinsicht korrekt, vertraue enswürdix und verläßlich sind, — Dr. R. Wien. Auf die Zensur des Absatzes ״Es lebe die jüdische Nation" im Aufrufe des Poale Zion werden wir noch zurückkommetp A. S., Eger. Auf die 1000 Flüchtlingsgräber iw Deutsch- Brod kommen wir in der nächsten Nummer zurück. M. H. Brünn.: Fr. D. Sch. ist durch die Fürsorgliche ״Tätigkeit" ihres Gemahls schon von f ruhe» in Brünn bekannt. Unzweifelhaft hat sich die Familie Dr. Sch.. .g um die Judenheit unsterblich ״verdient" gemacht. .*flft 5000 nur imw- Arbeiterschuhe (Bakanes••) alle altUdersoblen >D K 4a. 11• K 30• Damenschuhef 90 * «•!.•«!**«ס. Herranschuhe, »«.««•,»« Nyttrai H.t BudaM*t. Torfekdrat »: » : m -» o 9 m » 9