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Jüdische Volksstimme · 1917-04-23 · Heft 7 (23.4.1917) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVIII (1917)
Issue
Heft 7 (23.4.1917)
Date
1917-04-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 ״JSdischr Volksstimme" 7 Leidenschaften der Menschen, ihr Archen und Weinen auf dein. Brettern so der Wirklichkeit nahe zu rücken! Sara Bernhard, Lia Rosen, Adolf R. v. Löwenthal, Reinhard und nicht in allerletzten Reihe Rudolph Schildkraut ,neben vielen Anderen haben den Sternenhimmel ׳auf dem Schauspielergebiete erklommen. Bernerkenswert ist noch, daß diese genialen jüdischen Mienen in der Darstellung eines Juden am größten sind. Löwenthal im ״Nathan" Schild- .kraut -im Shylock. Ich glaube, daß Schildkraut im Gegensätze zu Otto Ludwig, der die Shylock Gestalt als humoristische auffaßte, um die Einheit des Dramas zu erzielen den Shylock als tragische Figur darstellte, die Mitleid bei uns für dein armen Mann erwecken soll, den Mann, den Heine ״die respektable Person" des Stückes nennt. Rudolph Schildkraut hat den Juden derkörpert, wie er leibt und lebt, lacht und weint. Das kann nur einer treffen, der ihn aus ei gener'Erfahrung kennt der aus demselben Milien entstammt. Bei seinem Spiel vergaß ger Zuschauer, baßer im Thaeter sitzt, daß die Handlung ׳nur auf den Brettern vor sich gehe, daß sie dem wirklichen Leben weit entrückt sei. Seine Mimik, seine Sprache seine Geste waren so natürlich, kopierten so genau das Leben, daß man sich im wirklichen Leben dünkte. Seine Bühnention zu loben, hieße Eulen nach Athen tragen. Wlas Schüler in seinem Prolog zu ״Wallensteins" Lager" von Miinen sagt, das gilt vollends von Rudolf Schildkraut. ״Drum mutz er zeigen mit der Gegenwart, ״Muß seiner Mitwelt mächtig sich versichern, , ״Und im Gefühl der Würdigsten und Besten, ״Ein lebend Denkmal sich erbau — So Nimmt er sich seines Namens Ewigkeit Voraus, ״Denn wer den Besten seiner Zeit genug ״Getan, der hat gelebt für alle Zeiten!" So hat Rudolf Schildkraut alle Ideale und Ansprüche, die der große Dichter an den Schauspiieler stellt, erfüllt. Traurig ist es, daß ein so großer Künstler nicht einmal mit einen: Kranz vom Publikum beehrt wurde. Aber auch die Theaterdirektion scheint daran vergessen zu haben. Ich müßte das Schillerische Wort umdrehen und sagen: ״Dem Mimen flicht die ״Mitwelt" keine Kränze." Eine gute Meinung nimmt der Künstler von der Stadt Brünn nicht mit. Von d. übrigen Darstellern wären noch zu erwähnen Herr Zeisel als Bassanio und Herr Stofka als Lanzelot. Fräulein Hardt als Porzia fehlte das Natürliche, oft verfiel sie in Deklamationen. Herr Strauß als Antonio war ganz unbeholfen und schwärfällig. Im übrigen stachen alle Mitwirkenden vom Shylock-Darsteller merklich ab. Die Bühnendekoration zeigt viel Geschmack. M. R. wohltätigen Wirkens allgemeiner Wertschätzung und Beliebtheit, sowohl bei der jüdischen, als auch der christl. Bevölkerung seines weiteren Umkreises. Herr Haas ist aber auch ein fromer, überzeugungstreuer Jude, mvd hauptsächlich seinem Bestreben und seiner materiellen Mit- Hilfe ist es zu verdanken, daß in seiner nur von einer kleinen, immer mehr annehmenden Anzahl jüdischer Familien bewohnten Gemeinde ein Kultusverein besteht, ein Bethaus, in dem nahezu an jedem Samstage Gottesdienst abgehalten wird, und eine jüdisch-deutsche Privatschule, welche nicht nur von jüdischen sondern auch :nchrfach von den christlichen Kindern besucht wird. An der Seite des Jubilars waltet mehr als 40 Jahren seine mit ihm in glücklicher Ehe vereinigte ^Gattin Frau Cäcilie Haas, geb. Busztin. Sie entstammt einer angesehenen ober-nng. Familie, welche ihren Stammbaum bis auf einen Rosch geolah im babylonischen Exil, namens Bastonei >ableitet. Von seinen 3 Söhnen ist der älteste, Dr. Theodor Haas, der Verfasser des Werkes: ״Die Juden in Mähren", Advoat in Brünn, und steht derzeit als Oberleutwant im Felde. Drr jüngere, Otto, ist seit mehreren Jahren Mitleiter der Gutspachtung seines Vaters, der jüngste Sohn Dr. Erwin Haas, ist zum großen Schmerze der Eltern im Vorjahre zufolge einer im Kriegsdienste zugezogenen Erkrankung im 29. Lebensjahre gestorben. Die Gatten der Töchter stehen ebenfalls im Felde, und wurden bereits mehrfach dekoriert. Möge der Jubilar noch recht viele Jahre in unbetrübter geistiger und köperlicher Frische! und Gesundheit im Kreise seiner Angehörigen i!n Freuden seinen׳ Lebensabend genießen! '(Persönliche Mitteilung.) Unser Mitarbeit^ und Freund Herr stud. Phil. Majer Reifer ist als Austauschinvalide ׳aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückgehehrt und entbietet all seinen Bekannten besonders seinen Bundesbrüdern (Emunali, Czernowitz) die besten Zionsgrüße. bank findet Mittwoch, den 2. Mai d. I., 6 Uhr abends, im Anstaltsgebäude (1. Bez. Hohenstaufengasse Nr. 3) statt. Gegenstände der Verhandlung sind: 1. Bericht d. Gouverneurs über das abgelaufene Geschäftsjahr. L Bericht der Zensoren über die Geschäftsgebarung im Jahre 1916. 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Reingewinnes des Jahres 1916. Statutenänderung (§ 6). 5. Wahlen in den Verwaltungsrat §§ 22, 23 und 25). 6. Wahl der Zensoren und deren Ersatzmänner für das Jahr 1917 (§ 39) sowie Wertbestimmung der Anwesenheitsmarken für dieselben (§ 42). Die stimmberechtigten Aktionäre (§§ 43, 44), welche an der Generalversammlung teilnehmen wünschen, werden hiemit eingeladen, ihre Aktien spätestens am 18. April d. I. zu deponieren. In Wien bei der kais. kön. priv. Oesterreichischen Länderbank; in Baden, Graz, Innsbruck, Linz, Pilsen, Prag, Reichenberg, Salzburg, Teplitz bei den Filialen, respektive Exposituren der kais. kön. privil. Oesterreichischen Länderbank; in Berlin bei der Deutscheu Bank, sowie deren Filialen, bei der Dresdner Bank und bei der Nationalbank für Deutschland; in Frankfurt a. M. bei der Deutschen Bank, Filiale Frankfurt; bei der Deutschen Effekten- und Wechselbank; bei der Deutschen Vereinsbank; bei der Dresdner Bank in Frankfurt a. M-; In Stuttgart bei der Württembergischen Vercinsbank; —'Die Aktien sin-, arithmetisch geordnet, in Wien mittels einer einfachen, bei den andern Erlagstellen mittels doppelter Konfig- Nation einzureichen und wird dem Einreicher hierüber! eine Empfangsbestätigung ausgcfolgt, gegen welche nach abgehaltener Generalversammlung die Aktien -114 rückgestellt werden. Wünscht ein Aktionär sein Stimmrecht durch einen andern stimmberechtigten Aktionär auszuüben, so hat er die betreffende, auf den Namen des gewählten Der» treters lautende Vollmacht auf der Rückseite der Legitimationskarte auszustellen und eigenhändig zu untere schreiben (§ 46). Ausnahmsweise können jedoch Minderjährige durch ihren Vormund, Kuranden durch ihren Kurator, Frauen durch einen Bevollmächtigten, Handelsgesellschaften durch einen ihrer Firmaführer, Gesellschaften überhaupt durch ein hiezu bevollmächtigtes Mitglied, Körperschaften, Institute usw. durch einen ihrer Vorstände vertreten werden, wenn auch diese Vertreter nicht selbst Aktionäre sind. Kais. kön. priv. Oesterr. Länberbank» Volkswirtschaftliches. - K. k. priv. Oesterreichifche Crrjsitanstatt für Handels und Gewerbe. Die einundsechzigste ordentliche General-! Versammlung der Aktionäre der K. k. priv. Oesterreichi- | schon Credit-Anstalt für Handel und Gewerbe findet! Freitag, den 4. Mai 1917, abends 6 Uhr, im großen! Festsaale des Oesterreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereines (1. Bez., Eschenbachgasse 9) statt. Gegenstände der Verhandlung sind: 1. Jahresbericht d. Verwaltungsrates. 2. Bericht des Revisions-Ausschusses über den Rechnungsabschluß des Jahres *1916 und Beschlußfassung über denselben. 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Neinerträgnisses des Jahres 1916. 4. Beschlußfassung über die Wahlen in den Verwaltungsrat. 5. Wahl des Revisions-Ausschusses für d. Jahr 1917. ״Jüdische Korrespondenz“ Wochenblatt für jüdische Interessen. III. Jahrgang. Billigstes und Informationsreichte jüdisches Blatt. Artikel bezüglich aller aktuellen: Fragen. Berichte und Korrespondenzen auss allen neutralen Ländern. Bezugspreis: K 480 jährlich, 2 40 halbjährlich. Redaktion und Administration: Wien, VII!., AlserstraBe Nr. 55. Probenummer gratis. mmxmxmm Rorresponllettzen. Ein Bortrag über ״Jüdisches Bolkswesen" in der Wiener Urania. Mittwoch, den 2. Mai spricht Nabbin!er Dr. Max Grundwald im großen Saalder Wiener Urania über ״Jüdisches Volksleben" (Geburt, Hochzeit und Tod). Dem Vortrag des bekannten Gelehrten wird schon heute großes Interesse entgengengebracht. Prag. Herr Rabbiner Dr. I. Eisenberg in Dobrisch erhielt von der k. k. Bezirkshauptmannschaft Przibram folgende Zuschrift: K. k. Bez.- Hauptmannschaft Przibram. Am 4. März 1917. Z .77, -praes. An das geehrte RaLbinat und Matrikenamt der israelitischen Kultusge- ׳meinde in Dobrisch! ״lieber Allerhöchsten Auftrag beehre ich mich für zum Ausdrucke gebrachte Trauer-, bezw. Loyalitätsundgebung den Herzlichen Allerhöchsten Dank bekannt zu geben. Der k. k. Amtsleiter: Trolda. Welka. (Mähren.) Am 29. März 1917 feierte Herr Moritz Haas, seit 40 Jahren Pächter des hiesiigen Graf Magnischen Meierhofes, im engsten Familienkreise seinen 70. Geburtstag. Herr Haas, ein rastlos tätiger, theoretisch und praktisch!gleich versierter Landwirt, erfreut sich zufolge seines lauteren Charakters und seines ‘ Kundmachung. Die 53. ordentliche Generalversammlung der Aktionäre der Anglo-Oesterreichischen Bank findet am 3. Mai 1917 und 6 einhalb Uhr abends im Kassensaale der Anglo-Oesterreichischen Bank 1. Bez. Strauchgasse 1) statt. Gegenstände der Verhandlung: 1. Jahresbericht des Generalrates. 2. Bericht der Zensoren über den Rechnungsabschluß des Jahres 1916 und Beschlußfassung hierüber. 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Reingewinnes pro 1916. 4. Wahl von Mitgliedern des Generalrates. Laut Artikel 30 der Statuten berechtigen 25 Aktien zu einer Stimme. Die stimmberechtigten Herren Aktionäre werden hiemit eingeladen, ihre Aktien samt den nicht fälligen Kupons bis inkl. 26. April in Wien bei der Liquidatur der Anglo-Oesterreichischen Bank, in Außig, Bodenbach, Brünn, Brüx, Budapest, Eger, Falkenau, Graz, Innsbruck, Karbitz, Karlsbad, Korneuburg, Linz, Lobositz, Marburg, Marienbad, Pardurbitz, Pilsen, Prag, Protznitz, Saaz, St. Pölten, Teplitz, Tetschen, Trautenau, Triest, Wels, Znaim bei den Filialen der Anglo-Oesterreichischen Bank zu deponieren. Laut Artikel 27 der Statuten können Vollmachten nur an Stimmberechtigte Aktionäre erteilt werden. Der Generalrat. Kundmachung. Die 36. ordentl. Generalversammlung der Aktionäre der kais. kön. priv. Oesterr. Länder¬ Jüdischer Buch* und Kunstverlag, Brünn. JUdische Jomtowblätter יום טוב בלעטער erscheinen in jüdischer Sprache am l.Mai 1917 n Buchform, als שבועות ד.עפט und ent halten belletristische, literarische und wissenschaftliche Beiträge von den populärsten jüdischen ■■■■־■ Schriftstellern. =■--= - -. -■ Preis pro Exemplar inkl. Porto K 2'— gegen Vorausbezahlung. Zu beziehen durch den Herausgeber und Redakteur Max Nicki, Wien, VIII, Lercheng. 6 a. liefert IttlM- LMrtlttU Brünn, Adlergssse Nr. 9. 127601

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