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Jüdische Volksstimme · 1917-04-05 · Heft 6 (5.4.1917) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVIII (1917)
Issue
Heft 6 (5.4.1917)
Date
1917-04-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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EM «. ״Mische V-ttsstimme" Nr 6 Benjamin ging ein paarmal auf und ab. ״Dummheiten", murmelte er setzte sich wieder zu seinem Buche. Bald darauf trat die Schwiegermutter ins Zimmer. , -Benjamin, möchtes Du mir eine Bitte! erfüllen?" sprach sie sanft. ״Wenn ich kann, warum Lea.ging zum Fenster. Sie wußte nicht, wie sie ein Gespräch mit ihm ׳amknüpfen sollte und trommelte verlegen an die Fensterscheiben. Benjamin zündete sich eine Zigarette an und nahm wieder das Buch zur Hand. -Vielleicht wirst Du doch gehen?" fragte Lea endlich. ״Nein!" ״Dia Mutter weint." nicht," antwortete' ״Was kann ich dafür?" er, ohne vom Buch aufzusehen. ״Wirft so gut sein und die «neuen Gefäße im Teiche, .gleich einige Schritte von hier, ausspülen?" ״Nein." ״Aber es mußt doch gemacht werden," sagte sie in bitterem Ton. -Schickt wen Ihr wollt." ״Wen soll ich schicken? Wtznn mein Mann lebte, hätte ich Dich,gewiß nicht Drum gebe- _ . r . ten." Sie hatte Tränen in den Augen und ihre nach einer Weile hervor und ging m Zimmer Seine Antworten ärgern sie. Sie möchte weinen oder sonst irgend etwas tum.. ״Du bist böse," stieß sie hervor. »Das merkst Du erst jetzt?" ״Hör' auf so zu reden," rief sie heftig und deckte das Gesicht mit den Händen. Er warf einen Blick zu und beschäftigte sich dann wieder mit dem Buch. ״Du treibst Dummheiten." sagte er leise. ״Dummheiten mache ich — ich? stieß sie Stimme zitterte. ״Gebt Leib, idem Sz!ames zehn — fünfzehn Kopeken..." ״Mein Mann hat nie den Szames geschickt. Eimen Schwiegersohn im Hause haben und einen Fremden bitten müssen... " ״Lassen Sie mich >m>it diesen Dummheiten in Ruhe, ich werde nicht gehen," sogtr Bsngamin fest und stellte sich zum Fenster. ״Dummheiten nennst Du das," sagte die auf und ab, nervös mit dem Taschentuch spielend. ״Natürlich," antwortete er. ״Warum soll die Mutter wegen solch einer Kleinigkeit leiden?" fragte sie. ״Ist es denn meine Schuld?" ״Wessen Schuld denn?" Er lachte. ״Du hast kein Herz", rief sie ihm zu. ״Sag' Lea, gehorchst Du ihr immer?" Alte mit biterem Lächeln. ״Ich weiß nicht, wie' fragte Ben;amm. Benimmst Du Dich immer so man ein unausgrspültes Gefäß benützen kcmn.",wre sie es will? Aber Kind! Täglich, tagtäglich Benjamin antwortete nicht und blickte auf-beledigen wir sie in ihren heiligsten Gefühlen die Gasse. Die Schwiegermutter wartete eine und wegen dieser Kleinigkeit regst Du Dich auf. Weile, ob er nicht doch nachgeben werde u!nd der-! ^nd!!ich dann mit Tränen i.n> den Augen das Zim-' , Sie antwortete nicht, sondern ging auf und mer. i ab und zupfte an ihrem Taschentuch. Sie fühlte sich unglücklich und verlassen.! »Auf einmal bist Du eine gehorsame Toch- Ihre einzige Tochter war schön und klug, aber geworden," fügte er hinzu und nahm wieder sie hat ihr noch wenig Freude gemacht. Gegen : bas Buch zur Hand, den Willen der Eltern studierte sie und ist! Lehrerin geworden. Der Vater war entschieden! dagegen. Schickt sich den dieser Beruf für diel Tochter eines Unterrabbiners? — Aber Lea! setzte ihren Willen durch! Aber dann heiratete) sie Benjamin Kalmanowitsch, den ältesten Leh rer der jüdischen Elementarschule — wieder ge gen den Mllen der Eltern. Der Alte ht sich dar über sehr gekränkt und einen Monat nach der. cv״s ™״ .0 * ™ י , ־ Hochzeit starb er. Vielleicht hat die Kränkung' ^ub.-Soz.-ArbeüerPartel ״Poale Zion feinen Tod beschleunigt! Doch nein — er war ja Oesterreich, bittet alle Parteigenossen seit Jahren brustkrank gewesen. ־־" ' ** ■׳״׳^ ":^J־ - traf kein Verschulden... (Fortsetzung folgt.) 0e־!: ״Poale Zion" Das Partei-Sekretariat der in die mit Die Tochterj ihm noch nicht in Verbindung sind, um sofortige ... .! Mitteilung ihrer Adressen, zw. Zusendung v. gute Kinder unk,£jj;2ratur unfc sonstigen Informationen. Man sind jetzt sieben Monate seit der Hochzeit und der' bb^^rten auf die Schwiegersohn ist ihr wie ein eigenes Kind ans^ Adresse: Sch. Rudel, Wien, 2. Bez., Kl. Pfarr- Herz gewachsen. — Aber fromm sind sie gar! gasse 19/2. nichts Eigentlich verzeiht sie es ihnen. Sie sind! doch jung und lebenslustig. Wenn sie erst älter_— werden und selbst Kinder haben, werden sie! schon zu Verstand kommen.... Die Alte suchte Gott günstig für sie zu beeinflußen, indem sie oft Kerzen ins Beth-Hamidrasch schickte und Almosen spendete, lleden Tag las sie einige Kapitel Psalmen. Von Zeit zu! _ _ .. Zeit besuchte sie das Grab ihres Mannes und! Generalversammlung findet am 18. April "1S17I schüttete dem Verstorbenen ihr Herz aus. Sie um 11 Uhr vormittags, in Wien, 1. Bez., Schotbat ihn, daß er den Kindern beim Allmächtigen! tenring 2, statt. Verhandlungsgegenstände: 1. «ein guter Fürsprecher sein möge. Sie wußte Jahresbericht des Administrationsrates; 2. Belang ׳nicht, durch welches Mittel sie Gott verricht ver Zensoren über cen R-'chnui .-,selMuk söhnen könnte. Doch als ihr eines Tages auf-.'pro 1916 und Beschlußfassung über denselben; getragen wurde, für das Kalischer Sfteinigungä8;־־. Beschlußfassung über d. Verwend. d. Reingew. bad Spenden einzusammeln, erschien ihr das d. I. 1916 (H 69, lit. c. der Stat): 4. Beschluß- Graz, Innsbruck, Jägerndorf, Karlsbad, Klagenfurt, Konstantinopel, Krakau, Lemberg, Mähr.-Ostrau, Marienbad, Meran, Pardubitz, Pilsen. Prag, Proßnitz, Przemysl, Salzburg, St. Pölten, Smyrna, Tarn-ow, Teplitz, Teschen, Tetschen, Villach, Wr.-Neustadt, und Zwittau bei den Zweigniederlassungen des Wiener Bank- Vereines, in Triest bei der Banca Commerciale Triestina, in Berlin bei der Deutschen Bank, in Dresden bei der Dresdner Bank und der Deutscheu Bank, Filiale Desden, in Frankfurt a. M. bei der Deutschen Vereinsbank, der Deutschen Bank, Filiale Frankfurt a. M. und Württembergischen Vereinsbank, in München bei der Deutschen Bank, Filiale München und dev Dresdner Bank, Filiale München, in Zürich beder Schweizer Kreditanstalt und beim Schweiz. Bankverein, in Gens bei der Schweiz. Kreditanstatt, beim Schweiz. Bankverein und bei der Basler Handelsbank zu deponieren. Die Aktien sind, von arithmetisch geordneten und vom Einreicher eigenhändig Unterzeichneten Konsignationen (und zw. bet der Ligidatur in Wien i>n zwei, bei den sonstigen Deponierungsstellen in drei Exemplaren) begleitet, einzureichen. Ein Exemplar der Konsignationen erhält der Deponent mit «der Empfangsbestätigung versehen zurück und gleichzeitig wird gemäß § 56 der Statuten die Legitimationskarte für die Teilnahme an der Generalversammlung erfolgt, welche auf den Namen des Deponenten lautet und nur für die bezeichnete Person oder deren gehörig legitimierten Bevollmächtigung Geltung hat. Notiz. Wiener Bankverein. Die 47. ordentliche als ein gottgefälliges Werk und sie beruhigte sich. fassung über die Aenderung der §§ 1, 14, 19, 35, 63, 66 und 70 der Statuten; 5. Wahlen in den Union-Bank. Die siebenundvierzigste ordentliche Generalversammlung der Aktionäre der Union-Bank findet Freitag, den 20. April 1917 um 11 Uhr vor!mittags im Amtsgebäude I.B., Renngasse Nr. 1, statt. — Tagesordnung: 1. Jahresbericht des Verwaltungsrates. 2. Bericht des Reivisionsausschusses über dow Rechnungsabschluß des Jahres 1916 und Beschlußfassung über denselben. 3. Beschlußfassung über die Ver- Wendung des Reingewinnes. 4. Wahlen in den Verwaltungsrat. 6. Wahl des Revisionsausschusses für das Jahr 1917. Die Stimmbevechtiten Herren Aktionäre, welche an der Generalversammlung teilzunehmen wünschen׳, wollen ihre Aktien in Gemäßheit des § 27 der Statuten ) spätestens a!m: 12. April d. I. deponieren und zwar: In Men bei der Liquidatur der Union-Bcmk, in Triest bei der Filiale Lemberg, in Budapest bei der Ungarischen Hypothekenbank,!in Berlin bei der Dresdner Bank, in Franktfurt a. M. bei der Deutschen Effekten- und Wechselbank oder bei der Dresdner Bank in Frankfurt a. M., i׳n. München bei der Bayrischen Hypotheken- und Wechselbank od. bei der Dresdner Bank, Filiale München, in Nürnberg bei der Dresdner Bank, Filiale Nürnberg, in Basel, Genf, St. Gallen u. Zürich bei dem Schweizerischen Bankverein oder bei, der Eidgenössischen Bank (A. G.). Die Aktien sind bei der Liquidatur der Union-Bank mittels einfacher, bei den anderen Erlagstiöllen mittels doppelter Konsignation einzureichen. Dem Einreicher wird hierüber eine Empfangsbestätigung erfolgt, gegen welche nach abgehaltener Generalversammlung die Aktien rückgestellt werden. Das Stimmrecht kann vom Aktionär oder von dessen gesetzlichen Vertreter persönlich oder durch Bevollmächtigung eines׳ anderen stimmberechtigten Aktionärs ausgeübt werden. (§ 28 der Statuten). Sie ruhte nicht, bis das Bad fix und fertig! Administrationsrat; 6. Wahlen in, das Zenso-j War. Dann lief sie zum Grabe ihres Mannes ren-Kollegium und den Aufsichtsrat für die und erzählte ihm von ihrer frommen Tat. Ihr schien es, daß ihr aus dem Grabe zugerufen wurde, daß der Allmächtige Lea -verziehen habe und es wurde ihr leicht ums Herz. Welchen Eindruck wird es machen, wenn jetzt ein׳ fremder Manndas Geschirr ausspülen wird? Sollen dieLeute erfahren, daß ihr Schwiegersohn ein Ungläubiger ist? Und die alte Frau fühlte sich einsam und Filialen. Nach § 47 der Statuten sind zur Stimmführung in der Generalversammlung nur jene Aktionäre -berechtigt, welche seit wenigstens 14 Tage vor dem Zusammentreten derselben mindestens 25 Aktien nebst Kupons bei der Gesellschaftskasse oder den sonst hiezu vom Administrationsrate bestimmten Stellen!erlegt haben. Je 26 Aktien geben das Recht auf eine Stimme (§ 48!der Statuten). Die stimm unglücklich. Sie bemerkte nicht, daß ihre Tochter berechtigten Herren Aktionäre werden daher sinmit verweinten Augen bei der Tür stand. Vielgeladen, ihre Aktion, samt Kupons bis späteleicht hätte sie dieser Anblick ein wenig getröstet..' stens 4. April 1917 in Wien bei der Liquidatur!des Wiener Bankvereines. (1. Bez., Schotteng. Loa trat wieder ins Benjamins Zimmer. 6—8), in Agram, Aussig a. E., Belgrad, Bielitz- Er lag auf dem Divan und las, doch nun Biala, Badenbach Bozen, Brmm, Budapest, legte er das Buch weg und sah sie an. Budweis, Drohobhcz, Frisdek ׳ Mistek Erste k. k. priv. Donau-Dampfschifffährts- Gesellschaft. Personenverkehr. Die täglichen Postschifffahrten auf der Strecke Wien— Budapest werden diesjährig wie folgt eröffnet: ab Budapest nach Wien....am 30.März, a!b Wien nach Budapest.... am 1. April. Fahrpläne und Auskünfte sind bei der Diretkion und den beteiligten Stationen erhältlich.

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